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Übersicht > Medien > Bücher > Biografien

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
man erfährt etzwas neues

Nachteile:
mir geht das Buch nicht tief genug, das Liveerlebnis fehlt




Was erfahre ich über den Künstler und Menschen ?
Bericht wurde 6278 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Schubert, Silvia:
Beruf: MARY - Die zweite Haut des Georg Preuße


Heute will ich mich mal an eine Rezension eines Buches wagen, es handelt sich dabei um eine autorisierte Biographie über Georg Preuße alias der Travestiekünstler MARY.
Das Buch heißt BERUF: MARY - Die zweite Haut des Georg Preuße und ist im Verlag Das neue Berlin erschienen.
Die Autorin ist Silvia Schubert und kommt, wie ich auch aus Chemnitz. Weitere Angaben zur Autorin habe ich leider noch nicht auftreiben können, aber wenn ich was weiß, dann kommt eine Ergänzung des Beitrages.

Was sofort auffällt ist, daß das Buch in der 3. Person geschrieben ist und darum eher gekünstelt zuweilen sogar distanziert wirkt. Ich habe die Vermutung, daß dies mit der " Verehrung " der Autorin für den Künstler zusammenhängt und der sanfte Georg sich nicht allzutief in die Seele schauen lassen wollte.

In den nachfolgenden Abschnitten des Berichtes werde ich kurz den Inhalt der einzelnen Kapitel des Buches schildern. Dabei ist es der Autorin gelungen jedem Kapiteln einen Titel der Figur MARY zuzuordnen.

1. Ich bin hier
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Hier beschreibt die Autorin ihren persönlichen Weg zur Person "MARY" und dem dahinterstehenden Menschen Georg Preuße.

2. Sind zwei kleine Hände
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Die Autorin schildert die Kindheit des kleinen Georg in Ankum. Er wird geschildert als sehr empfindlicher und kränklicher Junge, der in einer kleinbürgerlichen Umgebung nicht viel zu lachen hatte.
Es wird gekonnt auf die Lieder MARY`S eingegangen, die auch erlebtes aus der Kindheit reflektieren. Es gibt auch schöne Jugendfotos zu sehen.

3.Lieber Gott , schenk mir Flügel
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Beschreibt Georgs Weg als Jugendlicher. Er lernt auf Wunsch der Eltern den Beruf des Funk- und Fernsehmechanikers, wird aber damit nicht glücklich, da er nach eigener Aussage 2 linke Hände hat.
Deshalb geht er als Student der Informatik den 1. Schritt in die weite Welt. Diese Welt heißt ab jetzt Bielefeld und um sein Geld aufzubessern jobbt er als Kellner, Barkeeper und Diskjockey.
Bielefeld wird für den Landjungen zur Weltstadt und dort findet er zum ersten Mal den Mut zu singen. Er wird von einem alternden Travestiekünstler dazu animiert diese Lieder im "Fummel" zu singen.
Er verläßt, weil der Vater seine "Kunst" nicht verstehen will oder kann - sein Elternhaus im Streit.

4. Fraun, Fraun, Fraun
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Schildert die 1. Schritte als Travestiekünstler und Georgs persönliche Haltung zu Frauen - von denen er sagt: Eine richtige Frau wollte und will ich nicht sein - daß wäre mir viel zu anstrengend.
Wir erfahren, daß MARY eigentlich Mary Morgan heißt und am Anfang eigentlich ein relativ ungeliebter Name seiner Travestiefigur war.
Es kommt zum 1. Kontakt von MARY und GORDY ( Rainer Kohler) und wir erfahren, daß wir das Duo eigentlich einem Spaziergang zweier Hundebesitzer zu verdanken haben.

5. Es ist nicht leicht, ein Clown zu sein
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Dieses Kapitel handelt vor allem von Rainer Kohler ( GORDY ) und dessen großem Traum ein Clown zu sein.

6. Wenn ich nicht mehr bin
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Ist das vielleicht emotionalste Kapitel des Buches und handelt vom Abschied GORDY`S von der Bühne, seinem Leiden mit der heimtückischen Krankheit Krebs und seinem Tod.
Hier erfahren wir, daß Georg seinem Freund Rainer durch die Vertrautheit helfen konnte, denn Georg verstand es Rainer als dieser nicht mehr sprechen konnte seine Wünsche von den Augen abzulesen.

7. Wenn man Freunde hat
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Das Jahr 1988 - MARY ist allein auf der Bühne zurückgeblieben und fällt immer tiefer in ein Loch - eine Schaffenskrise beginnt. Und er muß lernen allein - ohne Partner auf der Bühne zu überleben.
Gute Freunde stehen ihm zur Seite und die große Wende passiert, als sich Dürrenmatt als MARY und GORDY Fan outet. Und er bietet Georg die erste Theaterrolle in seinem Stück "Achterbahn" an. Georg lernt seine neuen Talente kennen und macht einen Schritt in eine neue Richtung.

8. Feuer und Eis
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Hier zieht Georg Bilanz. Er gibt Auskunft über sein Verhältnis zu seinem Körper und seinem Aussehen. Er läßt kleine Einblicke zu, aber sein Privatleben bleibt tabu.
Wir erfahren, daß Georg sich mit seinen Eltern versöhnte, da diese jetzt überaus stolz waren ihren erfolgreichen Sohn im Fernsehen zu sehen.
Wir erfahren einiges zu seiner Einstellung in Beziehung zu Freunden und Liebe, aber sein eigenes Geheimnis wird nicht enthüllt - wir erfahren nicht ob es eine Beziehung egal welcher Art in Georgs Leben gibt. Schade !!

9. Das alles ist MARY
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Hier beschreibt die Autorin wer MARY ist und was MARY ausmacht.
Sie ist eine fiktive Figur, die Georg wie ein Puppenspieler führt und die sich an Themen traut, die sich niemand anzusprechen wagt.
Da sind keine Themen tabu - weder Aids noch die Homosexualität oder Rassismus sind dabei ausgeschlossen.
MARY ist die perfekte Illusion, die die Menschen unterhält, aber auch zum eigenständigem Denken "verführt".

10. Wir sitzen in der Loge
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Die Autorin schildert ihre eigenen Erlebnisse während mancher sehr kritischer Lieder.
Wir erfahren, daß Georg als MARY in seinen Shows gern die organisierten "Wohltätigkeitsveranstaltungen" aufs Korn nimmt.
Und in diesem Zusammenhang erfahren wir wie Georg seine Spenden los wird, nämlich als "Patenonkel" für 10 Patenkinder bei "Plan International".
In seinen Shows übernimmt den Part des "Spiegels" für die Erwachsenen oft der "Kinderstar " LILLY. Sie schaut den Erwachsenen aufs Maul und kritisiert auch ohne Scheu was sie als unmöglich empfindet.
Wir erfahren, daß Georg allergisch auf Arroganz und Diskriminierung reagiert.
Vor allem das Thema AIDS hat es ihm angetan und seine Erfahrungen inspirierten Ihn zu seinem Song " Der Flur der AIDS - Station ".
Weiterhin ist zu erfahren, daß Georg ein politisch sehr interessierter Mann ist, welcher sich aber nicht vor den Karren einer Partei spannen läßt.
Seinen besonderen Unmut erregen Politiker, Nationalisten, Rechtsradikale und Rassisten.

11. Ich seh mir selbst ins Gesicht
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Hier erfahren wir näheres zu Georgs sehr erfolgreiche Auftritten in Musicals oder als Schauspieler.
Und wir erfahren auch, daß nicht alle Leute gern mit Ihm arbeiten, weil er so konsequent probt und feilt bis alles perfekt ist.

12. Viele Städte sind mein Heim
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Wir erfahren von Georgs unsteter Art und daß er nach Alkoholproblemen auf 45 kg abmagert und schließlich nach einer Leberentzündung im Jahre 1978 ein hilfreiches 2. Zuhause bei einfachen Leuten in der Schweiz fand.
Es wird uns vermittelt, welche verschiedenen Touren, Auftritte und Fernsehatktivitäten MARY & GORDY und später Georg allein unternahmen.
Dabei erfährt der Leser viele Details über die Tourneeplanung und welchen Aufwand solch ein Unternehmen betreiben muß.
Zu erfahren ist außerdem , daß Georg die gesamte 1992er "Sternschnuppentournee" mit einem Bänderriss und gebrochenem Fuß absolvierte.
Das führte dazu, daß Georg als MARY diesmal nicht hektisch über die Bühne huschte, sondern seinen Astralkörper auf einen Barhocker niederlassen mußte.

13. Berlin, Berlin
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Georg zieht nach Berlin - Charlottenburg und widmet dieser Stadt, die Ihn inspiriert das neue Programm "MARY in Berlin".
Wir lernen Maria Lucas kennen, die Georgs mehr als 600 Kleider und 60 Perücken entwickelt hat und sich deshalb für die MARY- Shows unabkömmlich gemacht hat.
Dabei werden Detail zu den 20 - 40 kg schweren Kostümen enthüllt.
Auch wird in etwa bekannt, wie die Lieder und Texte für MARY - Revuen entstehen.
Es werden auch einige Zuschriften an Georg als Zitate abgedruckt.
Wir sehen hinter die Kulissen der Show "MARY in Berlin" und erfahren was Georg mit seiner schon als Markenzeichen bekanntgewordenen "Demaskierung" der MARY erreichen will.

14. Danke , MARY !
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Beschreibt das Ende einer Show und was die Zuschauer dabei empfinden. Z. B. fragen sich viele Leute , wann Georg wieder mit einer neuen Show auftreten wird. Das Publikum stellt sich allgemein die Frage was noch aus MARY ,dem Traumwesen aus Georgs Phantasie wird. Wird die von den Besuchern heiß geliebte "Frau" älter ? - oder fährt später wie Georg immer im Scherz sagt: Im Rollstuhl über die Bühne und wechselt dann nur noch die Decken !
Es wird die Frage aufgeworfen, was empfindet Georg, wenn der letzte Vorhang gefallen ist, wenn er plötzlich in seiner Garderobe allein ist - wir werden es nie erfahren !

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Mein Fazit
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Ich halte ein Buch in meiner Hand und habe dabei absolut gespaltene Gefühle.
Ich erfuhr im Buch einiges aus dem Privatleben Georg Preußes, aber es bleibt bei mir ein fader Beigeschmack.
Die Gliederung des Buches wäre mir anders lieber , wenn es sich eher am zeitlichen Rahmen orientieren würde wären die Tatsachen besser einzuordnen.
Auch geht mir das Buch zu wenig in die Tiefe - es bleibt oberflächlich.
Im Buch gibt es viele Bilder, aber was mich erstaunt ist, daß sehr viele davon Schwarz- Weiß- Aufnahmen sind.
Und was mir persönlich den Lesespaß vergällte war, daß das Buch im 2 spaltigen Design gedruckt wurde.
Genauso muß ich die Gestaltung des Hardcovers beurteilen, denn die wirkt lieblos - ohne Bild . Der Umschlag ist lose angebracht und leidet, wenn man das Buch öfters zur Hand nimmt erheblich.
Ich persönlich hätte besser die 44 DM für eine Konzertkarte investiert, denn ich bevorzuge das Liveerlebnis.
Denn dann kann ich die Atmosphäre und die Aura genießen, die das Buch in keiner weise vermitteln kann.
Und wenn man dann noch das "Glück" hat, daß MARY auf seinen 10cm Stöckeln ausrutscht und bei seinem gekonnt abgefangenem "Sturz" dann fast auf meinem Schoß landet - ja dann ist das Erlebnis perfekt.
Da sprühte so viel Energie und Lebensfreude, daß ich euch zurufe: Wer das Buch braucht, der soll es als Hintergrundliteratur lesen, -
Aber wer MARY liebt der geht in Georgs nächste Show !!!!





Geschrieben am: 22. May 2002, 12:41   von: wcwberlyn



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