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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > W

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Wälder von Albion, die (M. Zimmer Bradley
Bericht wurde 1440 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

„Die Nebel von Avalon“ dürfte wohl den meisten ein Begriff sein – zumindest ist dieses Buch seit Anfang der 80er Jahre ständig in Bücherläden zu finden und dürfte der bekannteste Titel von Marion Zimmer Bradley sein. Wahrscheinlich aus Erfolgsgründen hat die Autorin zwei weitere Romane um Avalon geschrieben, die zeitlich vor der Artus-Sage, die als Grundlage für „die Nebel von Avalon“, anzusiedeln sind. Der somit entstanden Dreiteiler beginnt mit „die Wälder von Albion“, gefolgt von „der Herrin von Avalon“. Ich habe alle drei Bücher vor etwa 18 Monaten als Sonderedition für damals (!!!) DM 50,- ergattert – kam aber erst gestern dazu mit dem Lesen anzufangen. Die 687 Seiten des Taschenbuchs „die Wälder von Albion“ habe ich in etwa acht Stunden gelesen, wofür ich gerade telefonisch für bekloppt erklärt wurde. Ich lese allerdings auch sehr schnell, fühlte mich nebenbei auch sehr gefesselt von der Geschichte.

Die Geschichte spielt in England und deckt etwa 15 Jahre ab. Das römische Reich befindet sich auf dem absteigenden Ast, Christen werden langsam akzeptiert. Noch halten sich die Römer und haben sich auch die britische Insel unter den Nagel gerissen. Mit typischer Haltung der Invasoren wollen die Römer den britischen Stämmen die Zivilisation nach römischer Art bringen. Die Invasoren leben mit ihren Familien auf der Insel, römische Siedlungen breiten sich aus – trotzdem ist eine Verbindung mit den Einheimischen unerwünscht, man blickt auf die Nichtrömer herab – verspricht aber den Frieden, solange die Stämme sich an die Gesetze der Römer halten. Schließlich wird deutlich, daß einige Römer auf der Insel bereits eine Heimat gefunden haben. Alles könnte so schön sein, gäbe es nicht die alte Legende um die Insel Mona – früher der Ort der Druiden und der Priesterinnen – an dem die einfallenden Legionäre ein Massaker veranstaltet hatten. Viele Druiden wurden niedergemetzelt, die Priesterinnen geschändet. Nur die männlichen Nachkommen (= die Raben)sollten diese Geschichte überleben. Auf der Seite der britischen Stämme findet man nun die besonnene Seite, die trotzdem mit den Römern Frieden halten wollen – zu ihnen gehört Ardanos, der höchste Druide. Im entgegen steht die Gruppe um seinen Schwiegersohn Bendeigid (auch Druide) und dessen Ziehsohn Cynric, einer der Raben. Diese Gruppe versucht alles, um Rache zu üben und die Römer niederzuringen.

Zwischen den Stühlen sitzen nun die Priesterinnen die nach alten Sitten immer noch eine wichtige Stellung in der Gesellschaft innehaben. Die Hohepriesterin ist das Orakel der Göttin und die Göttin spricht durch die Priesterin. Die Legende um Mona, im Zusammenspiel mit römischen Forderungen, die Ardanos als den Römern zugetan hinnimmt, hat das Leben der Priesterinnen stark eingeschränkt. Teile ihres alten Glaubens wurden verändert und sie verloren die Unabhängigkeit von den Druiden. Ardanos hat sogar aus der Hohepriesterin ein Werkzeug machen können, das seine Anweisungen ausführt, ohne dies aber zu wissen bzw. wissen zu wollen.

In diese Situation gerät der junge Römer Gaius, der den Briten zugetan ist – weil seine verstorbene Mutter eine Einheimische war. Allerdings ist Gaius einfach zum Römer erzogen und wird dies auch bleiben. Dummerweise verliebt er sich in Eilan, die Tochter von Bendeigid bzw. die Enkelin des Ardanos. Eine Hochzeit der beiden wird von den Familien abgelehnt. Ob es Schicksal ist oder göttliche Fügung, die beiden treffen sich trotzdem immer wieder, obwohl Gaius für die Römer gegen die Aufständischen Stämme vorgeht und Eilan zur Priesterin ausgebildet wird, für die Männer tabu sind. Da Eilan ausgesprochene seherische Kräfte besitzt erkennt sie, wie der alte Glauben und die Priesterinnen bisher manipuliert worden sind – nimmt aber weiterhin Ardanos’ Manipulationen hin, da sie mit ihm konform geht. Ein Traum sagt ihr aber, daß die Priesterin der Göttin Männern aber doch nicht ganz fern bleiben muß, weshalb sie bei ihrer Ernennung zur Hohepriesterin bereits mit Gaius Sohn Gawen schwanger ist. Die Geschichte wird zeigen, wie Gaius und Eilan voneinander getrennt ihren Lebensweg machen. Beide machen durchaus ansehnliche Karrieren, werden aber nie richtig glücklich sein, weil sie einfach zwischen allen Dingen stehen. Gaius entwickelt sich vorübergehend zum ehrgeizigen Ekelpaket, während Eilan den Priesterinnen die Unabhängigkeit von den Druiden zurückgeben kann, was sie auf den Weg nach Avalon, dem Sommerland bringt. Wozu der Sohn allerdings da ist, wird nicht verraten. Dieser wird mit Caillean Eilans engster Freundin und Nachfolgerin, sowie der einzigen wichtigen Figur, die überlebt hat, den Aufbau von Avalon weiter vorwärts bringen.

Interessant für den der die Oper „Norma“ kennt, ist es vielleicht zu wissen, daß die Autorin sich von der Geschichte dieser Oper hat inspirieren lassen.

Wie man schon daran erkennt, daß ich das Buch acht Stunden lang kaum aus der Hand gelegt habe, ist die Geschichte ohne Längen und flüssig geschrieben. Situationen und Orte sind zweckmäßig aber nicht langatmig oder schwelgerisch beschrieben. Zimmer Bradley gibt sich Mühe den Leser Einblicke in die mystische Welt der alten Druiden mit ihren Festen und Steinkreisen, ihren magischen Riten und Geheimnissen, aber auch in das römische Leben zu geben – wobei ich es immer schwierig finde zu beurteilen, welche Qualität derartige Informationen haben. Schließlich weiß man nie, wie viel künstlerische Freiheit sich ein Schreiberling gestattet hat. Allerdings verweist die Autorin auf eine Diana Paxson, die „dieses Buch fest in Raum und Zeit verankert“ hat – vielleicht eine Frau mit historischer Bildung?!

Überaus gelungen finde ich die Darstellung der Figuren. Auch wenn man (gerade wenn man andere Interpretationen der Artus-Sage kennt) geneigt ist, einzelnen Figuren den Stempel „gut/böse“ aufzudrücken, wird das nicht gelingen. Selbst die Römer (nach den ersten zwei Seiten, meint man eigentlich „aha, Römer: muß ich hassen“) sind nicht die bösen. Dies resultiert schon aus der Tatsachen, daß der Erzähler die Perspektiven häufig wechselt – und das dem Leser über kursiv gedruckte Textpassagen die Gedankenwelt der Figuren nahegebracht wird. Man wird schnell erkennen, daß die Figuren im Grunde genommen alle Charaktere mit Fehlern sind, die einem Ziel entgegenstreben von dem sie meinen das es das Beste für alle Beteiligten ist. Die Figuren handeln einfach menschlich, weshalb man ihre Taten nachvollziehen kann.

Leider hat man den englischen Titel „the Forest House“ mal wieder nicht ins Deutsche übernommen, da gerade ein kleines Haus im Wald auch eine Rolle innerhalb der Geschichte spielt. Der Titel erschien im Jahr 1993. Meine Sonderausgabe stammt aus dem Jahr 1997. Der Einband zeigt vorne eine Priesterin mit einer Schale, auf der Rückseite sieht man einen Steinkreis und drei Priesterinnen, die von einem Römer belauert werden. Über der Szene liegt Nebel.


Geschrieben am: 18. May 2002, 20:53   von: Vampire-Lady



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