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Übersicht > Internet > Auktions Anbieter > nervenkrieg.de

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Man kann getrost darauf verzichten, ohne etwas versäumt zu haben.

Nachteile:
Dürftiges Produktsortiment, überteuert, Schnäppchen werden suggeriert, die keine sind.




Virtuelle Bauernfängerei bei Nervenkrieg
Bericht wurde 3454 mal gelesen Produktbewertung:  ungenügend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Hinter der Webadresse www.nervenkrieg.de verbirgt sich auf den ersten Blick ein Auktionskonzept der etwas anderen Art. Die hier zur Auktion kommenden Warenartikel werden nämlich nicht etwa "nach oben" ersteigert, sondern "nach unten".
Hä? Wie soll das denn nun wieder funktionieren?

Nervenkrieg.de offeriert alle 10 Minuten einen anderen Artikel. Bei jedem zu versteigernden Produkt wird ein Startpreis (Maximalpreis) und ein Limitpreis (Minimalpreis) frei einsehbar angesetzt. Die dazwischen liegende potentielle Ersparnis wird (sehr ungenau) in Prozenten angezeigt. Ersparnisse in Höhe von 10-60% sind laut Aussage der Auktionsplattform möglich. Meist sind es jedoch nur 10-20%.

Klar, da wartet man doch bis der Limitpreis, also der absolute Niedrigpreis, erreicht ist, bevor man zuschlägt. Doch die Sache hat einen eingebauten Haken. Sollte ein anderer Kaufinteressent vor einem selber zuschlagen, so ist das Produkt weg, vergriffen, aus und vorbei. Das soll angeblich an die Nerven gehen, so zumindest die Wunschvorstellung dieser Plattform, einer Mischform aus online-shop und Auktionshaus.

ZITAT aus nervenkrieg.de ANFANG:
Nervenkrieg kann süchtig machen. Wir möchten Sie deshalb bitten, nicht zu oft in die Arena zu gehen. Für psychische Schäden können wir keine Haftung übernehmen. Da hilft auch kein Arzt oder Apotheker!
ZITAT ENDE.

Nervenkrieg.de versucht seinen Besuchern zu suggerieren, die Seite könne süchtig machen. Keine Sorge, die Plattform macht genau so wenig süchtig wie ein versehentlicher Tritt ins Hundehäufchen.

KAUF SCHNELL, BEVOR'S EIN ANDERER TUT!,

so mag die zugrundeliegende Tiefensuggestivmessage lauten. Hier wird ganz offensichtlich versucht, zuerst irrationale Hamsterkaufimpulse zu generieren und diese dann zu befriedigen. Doch wer halbwegs fit im Kopfrechnen ist, der wird diese Seite alsbald meiden.

Ich habe dort interessehalber mal zwei Stunden lang den Abwärtsauktionen beigewohnt, aus Gründen des Preisvergleichs, der Anfängerneugierde oder einfach aus virtuellem Erfahrungsbedürfnis. Von den insgesamt 12 Produkten, deren Versteigerung ich beiwohnte, kam KEIN EINZIGES unter den Hammer, sprich, keine Sau hat irgend etwas ersteigert, also nicht einmal zum Limitpreis.
Und das hat seinen guten Grund.

DIE REGISTRIERUNG:
Um "nach unten" mitbieten zu können, muss man sich zunächst einmal bei www.nervenkrieg.de als registriertes Mitglied anmelden. Das geht recht flott. Vorname, Name, Username, Passwort, Adresse sowie eMail-Adresse werden zwingend erbeten. Für Gewerbetreibende besteht die Möglichkeit, nach Angabe ihrer Umsatzsteuer ID von der Mehrwertsteuer entbunden zu werden. Nach zwei Minuten ist die Registrierung erledigt und man kann sich auf der Plattform umschauen.

PROGRAMM:
Unter PROGRAMM kann man sich sowohl über das gesamte PRODUKTSORTIMENT kundig machen, sowie über den ZEITPLAN, wann welches Produkt unter den Hammer kommt.
Ein Staubsauger? Ja, ham wa. Am Donnerstag um 4 Uhr 10.
T-Shirts? Klar, ham wa auch eins. Kommen se am Freitag um 22 Uhr 40 wieder.
Ne Espressomaschine - davon ham wa sogar drei verschiedene Modelle.
Ne Flasche Whiskey? Natürlich, ham wa, sogar ne Flasche Dimple.
Ne Reise? Klar, Türkei, Antalya, Vier Sterne Hotel für zwei Personen in der Nebensaison mit Ausflugspaket.

Ein Parfum und ein paar Uhren bereichern das Auktionssortiment ebenso wie sogar zwei Automobile, nämlich ein Deawoo Nubia 1,6l SE Wagon mit Tageszulassung und ein Euro Golf IV Variant Comfortline. Die Auswahl ist also spärlich, um nicht zu sagen extrem dürftig.

Da man wohl kaum immer zum angegebenen Auktionszeitpunkt auch online zugegen sein kann, offeriert die Plattform einen automatischen Mitbieter an. Man kann dort sein Preislimit für ein Produkt eingeben und darauf hoffen, dass kein anderer Kaufinteressent es einem vorher wegschnappt. Von dieser Funktion sollte man jedoch UNBEDINGT ABSTAND NEHMEN, da selbst der jeweilige Limitpreis überteuert ist.

ARENA:
In der sogenannten ARENA findet die jeweils aktuelle Abwärts-Versteigerung statt. In minütlichem Tempointervall fällt hier der Ersteigerungspreis vom Startpreis hin zum Limitpreis, sofern kein anderer Teilnehmer zuschlägt. Pro ersteigertem Produkt winken dem Kunden 50 webmiles, unabhängig von dessen Preis. Als webmiles Mitglied erhält man übrigens für die Abonnierung des nervenkrieg Newsletters 10 webmiles gutgeschrieben.

DAS NERVOMETER:
Während die Preise im Minutentakt vom Startpreis zum Limitpreis hinunter purzeln, zeigt nervenkrieg.de das euphemistisch sogenannte NERVOMETER, ein graphisches Barometer, welches die Userbefindlichkeit in ein suggestives Nervenkostüm zu kleiden versucht. Wer schon beim Startpreis kauft nenne sich WRACK, und wenn dann der Preis nach und nach purzelt, so avanciert man vom WINSLER, ANFÄNGER, NOCH LÄSSIG, WEISS NICHT, FAST TAFF, COOL, über die NERVENSÄGE und den ARENA-CHAMP schließlich beim Limitpreis zum NERVENKRIEGER.

Hier wird wohl versucht, einen noch brachliegenden Kaufimpuls durch eine PSEUDO-DRINGLICHKEIT zur Kaufentscheidung zu drängen, ähnlich wie es bei den diversen Fernsehofferten bei HOT-TV der Fall ist, wo ständig eingeblendet wird, wie viele Exemplare eines Produkts noch zu haben sind, beziehungsweise bereits verramscht wurden. Doch keine Sorge: Ein jeder ist ein NERVENKRIEGER. Ich hab nämlich NOCH NIE jemanden etwas bei nervenkrieg.de ersteigern sehen. Alle Produkte waren schlicht und ergreifend zum Limitpreis erhältlich. Wen wundert's? Der ist ja immer noch überteuert.

DREI BEISPIELE, DIE MIR AN DIE NERVEN GEHEN:
1.) Ungenaue Produktbezeichnungen tragen dazu bei, dass meine Nerven bei diesem Auktionshaus nun wirklich blank liegen. Da wird zum Beispiel eine KRUPPS ESPRESSOMASCHINE für einen Startpreis von DM 199,00 und einen Limitpreis von 179,90 feilgeboten. Nur um welche Espressomaschine aus dem Hause KRUPPS es sich handelt, verschweigt nervenkrieg.de zur Gänze. Somit fällt dem User ein Preisvergleich bei den über 15 verschiedenen Espressomaschinen-Modellen, die das Haus KRUPPS anbietet, nicht nur schwer, sondern wird ihm regelrecht gleich ganz verunmöglicht.

Bei den meisten Produkten ist GAR KEINE Ersparnis möglich ist. Diese Behauptung möchte ich anhand zweier willkürlich herausgegriffener Produkte im Folgenden belegen.

Es handelt sich dabei um
2.) eine Flasche DIMPLE WHISKEY sowie um
3.) eine einwöchige TÜRKEIREISE für zwei Personen.

2.) DIMPLE WHISKEY
Die zu versteigernde Flasche Dimple Whiskey wird ohne Angabe der Füllmenge feilgeboten. Der Startpreis liegt bei DM 63,90, der Limitpreis bei DM 52,00. Dies suggeriert auf den ersten Blick eine stolze 18%ige Ersparnis gegenüber dem Startpreis, wenn es einem gelingen sollte, die Flasche zum Limitpreis zu ergattern. (Keine Bange, keiner willse).

Nun ist jedoch die 0,7 Literflasche selbst beim nicht gerade billigen TENGELMANN bereits für DM 36,99 zu haben, und somit im RL bereits runde 23% günstiger als der vorgegaukelte Limit-Niedrig-Schnäppchen-Preis bei nervenkrieg.de. Rechnet man nun aber noch die Versandkostenpauschale von DM 7,90 und unter Umständen DM 8,00 für die postalische Nachnahme hinzu, so bewegt sich der tatsächliche nervenkrieg-Erstehungspreis für diese Whiskey-Flasche bei DM 67,90, und das sind schließlich mehr als stolze 80% über dem Straßenpreis. Oder anders ausgedrückt: Egal, zu welchem Preis man bei nervenkrieg etwas ersteigert, man zahlt dafür IMMER MEHR als den branchenüblichen Straßenpreis. Mein Rat: Nerven schonen, bare Münze sparen und die Flasche Dimple gleich im Tante Emma Laden um die Ecke kaufen.

3.) Eine einwöchige Türkeireise nach Antalya für zwei Personen im Vier Sterne Hotel mit Ausflugspaket wird hier zum Startpreis von DM 1772,00 und zum Limitpreis von DM 999,00 feilgeboten. Sollte man die Reise, für zwei Personen wohlgemerkt, zum Limitpreis erstehen, so entspräche dies immerhin einer Ersparnis von satten 43%. Das hieße DM 499,50 pro Person. Ein wahres Schnäppchen auf den ersten Blick.

Der überteuerte Whiskey hat mich jedoch stutzig gemacht. Ich überlege. Da nervenkrieg.de kein Reiseveranstalter ist, dachte ich, müssen die ihre Reiseangebote doch auch irgendwo einkaufen. Bei lastminute.com wurde ich schließlich fündig. Dort wird dieselbe Reise für DM 299,00 pro Person unters Volk gebracht.

Der einzige Nervenkrieg, den ich hier ausmachen kann, besteht aus den Aggressionen, die man gegen sich selbst hegen mag, wenn man sich einmal des Nepps bewusst geworden ist, dem man womöglich aufgesessen ist. Nun ja, das Betreiben einer solchen Plattform will schließlich auch finanziert sein, aber mit Sicherheit NICHT auf Kosten meiner Nerven.
Nervenkrieg nervt.

POSITIVES:
Die Navigation bei nervenkrieg.de ist einfach, stabil und intuitiv ohne großartige Vorkenntnisse bedienbar. Ja, der Nepp funktioniert wenigstens computertechnisch. Dies ist aber auch der einzig gute Punkt, den ich bei dieser ansonsten überflüssigen Plattform erkennen kann.

FAZIT:
Der einzige Grund, den ich erkennen kann, sich diese Seite einmal anzutun, ist der, sie wenigstens einmal gesehen zu haben, bevor sie in Bälde wohl ganz aus dem Netz verschwindet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Online-Auktions-Plattform langfristig überleben kann, bei der ganz offensichtlich niemand etwas kauft. Dies wiederum spricht für das gesunde Wertempfinden der User, die sich ganz offensichtlich NICHT von einer völlig überteuerten Plattform ins Boxhorn jagen lassen.

Über die Zuverlässigkeit der Auslieferung sowie die Einhaltung der versprochenen Lieferzeiten kann ich nichts berichten, da ich aus oben genannten Gründen noch nie ein Produkt bei nervenkrieg.de ersteigert habe.
Ich bin doch nicht blöd.

Nervenkrieg möchte wohl mit Wirkungen wie Schnäppchen-Thrill, aufregendem Sparspektakel oder Zockerspannung die Konsumpoker-Libido im User befriedigen. Doch die Rechnung geht nicht auf. Was unterm Strich übrig bleibt ist ein als Schnäppchenauktionsmarkt getarnter online-shop mit begrenztem Warenangebot zu überteuerten Preisen.

Nervenkrieg.de - So wertvoll wie ein kleiner Kropf.


Geschrieben am: 09. Sep 2001, 22:58   von: RudiRe



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