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Übersicht > Karriere > Berufserfahrung

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Viele Schattenseiten, wirklich Das was ich wollte?
Bericht wurde 4411 mal gelesen Produktbewertung:  gut
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Oh, ja Krankenschwester! Das war eigendlich schon immer das was ich mal werden wollte (und seit 2 Jahren auch bin). Ich kann mich nicht erinnern das ich je etwas anderes werden wollte. Auch wenn meine Mutter, die im selben Beruf arbeitet, hat es nicht geschafft mich davon abzubringen. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war hat sie mich zu meinem ersten Praktikum überzeugt, in der Hoffnung das ich mir das noch mal alles anders überlege und doch etwas anderes lernen will.
Ich weiß noch wie meine Kollegen bei meinen Praktikas mir immer wieder gesagt haben "laß es sein, lern etwas anderes", aber wer wollte nichts davon wissen? ICH! Kurz nach meinem Examen bin ich dann mal zu ihnen gegangen und was bekam ich zu hören? "Hast du es ja jetzt doch gemacht, konnten wir dich denn nicht abschrecken?". Wenn ich ehrlich bin, bin ich heute nicht viel anderes wenn wir mal Praktikanten auf Station haben. (Schon fast peinlich! GRINS – aber wer den Beruf wirklich lernen will läßt sich von sowas nicht abschrecken und diversen anderen Dingen auch nicht).

Während der 3- jährigen Ausbildung (fast ein halbes Medizinstudium) die sich in Praxis (2/3) und Theorie (1/3) unterteilt durchläuft man verschiedene Abteilungen (Chirurgie, Innere, Gynäkologie, Säuglingszimmer, Kreissaal, OP, Sozialstation, Psychiatrie, Intensivstation je nach Hausgröße bestimmt auch noch andere Abteilungen). Im Unterricht bekommt man dann über alle Fachgebiete und was man sonst noch alles braucht etwas vermittelt (zu meiner Schande muß ich gestehen das ich die Fächer nicht mehr zusammen bekomme – es waren so viele und zum Schluß war das eine mit dem anderen Fach verstrickt!). Nach den drei Jahren, die bestimmt kein zuckerschlecken waren, darf man dann sein Staatsexamen ablegen das aus schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil besteht. Man hat sogar eine Chance das ganze einmal zu versieben (würde ich niemandem raten, den ganzen Nervenstreß noch mal? Nein Danke!). Und wenn man das heil überstanden hat darf man sich "Krankenschwester""schimpfen".
Aber trotz all der Schinderei während der Ausbildung habe ich nie ans aufhören gedacht, denn der Beruf macht mir viel Spaß.

Aber gelegentlich denkt man doch, für was tut man das alles? Um das große Geld zu verdienen bestimmt nicht! Dafür bekommt man bei weitem nicht genug für das was man täglich leisten muß. Ebenso ist es auch nicht einfach, mit dem was man täglich zu sehen oder zu hören bekommt, umzugehen. Da stößt man schon manchmal an die Grenzen seiner Belastbarkeit.

Am meisten rege mich darüber auf, das es teilweise immer noch Kommentare gibt von wegen "wir täten den ganzen Tag Kaffee trinken"...! Man muß wohl sagen das auch uns mal ein Pause (ganze 30 Minuten pro Schicht!) zusteht, und wenn wir mal einen Schluck Kaffee (oder Tee, Sprudel...) trinken, dann sieht das gleich jeder aber das wir den ganzen Tag sonst durch die Gegend rennen, das bemerken diese Leute dann nicht und das finde ich traurig. Das selbe ist es, wenn man mit "Schwester Stefanie" verglichen wird. Über diese Serie kann ich nur lachen! Wo ist denn da bitte die Realität? Welche normale Krankenschwester schaltet denn bitte nie ab? Da kann man sich gleich in die "Klapse" einweisen lassen.

Der Schichtdienst an sich stört mich persönlich recht wenig, ich komme gut damit zurecht (außer der Nachtdienst vielleicht aber der gehört ebenso dazu) mir ist das sogar lieber. Mal habe Vormittags frei, ein andermal Nachmittags. Das arbeiten jedes zweite Wochenende kommt natürlich auch noch dazu, ich gebe ja zu, es gibt schöneres als am Wochenende zur Arbeit zu gehen, aber ich wollte es ja nicht anders. Am schlimmsten finde ich nur, wenn man sich auf einen Freien Tag freut und was kommt dann? Ja, eine Kollegin oder ein Kollege ist krank, und das heißt dann einspringen. So sammelt sich dann Überstunde um Überstunde und die dafür geopferte Freizeit wird man selten wieder sehen, denn es wird leider an Personal gespart wo es nur geht. Klar ich könnte mir meine Überstunden auszahlen lassen. Aber was bringt mir das? Ich hätte schon gerne meine geopferte Freizeit wieder. Denn die ist durch nichts zu ersetzen.

Ich werde es wohl auch nie schaffen, den Tod eines Patienten einfach so weg zustecken. Klar, ewig lange darf man sich über solche Dinge nicht den Kopf zerbrechen, denn sonst ist man schon nach kurze Zeit psychisch am Ende. Ebenso darf man sich das Leid jedes einzelnen Patienten auch nicht zu Nahe kommen zu lassen, man muß wissen jetzt hab ich Feierabend und bin nicht mehr die Schwester.
Ebenso ist es eigentlich wichtig das man einen guten Ausgleich zu dem Job hat. Denn was bringt mir das, wenn ich selbst noch nach Dienstschluß es nicht schaffe abzuschalten? Nichts.
Ich habe an mir schon bemerkt (schon während meiner Ausbildung und das nicht nur an mir!) das ich (oder auch wir) einen furchtbaren „Galgenhumor" entwickelt haben, aber irgendwie muß man das täglich gesehene wohl kompensieren (im Grunde genommen ist es eigendlich traurig). Aber irgendwie müssen wir das ganze wohl "verdauen".

Trotz all den Schattenseiten in dem Beruf mache ich es doch gerne. Nicht weil es auch irgendwer tun muß! Nein, im Grunde genommen kann ich mir nicht vorstellen etwas anderes zu tun. Warum? Das kann ich nicht erklären es ist eben so. Ich arbeite gern mit Menschen und kümmere mich um sie und höre auch zu, aber ich schaffe es immerhin fast immer wenn Feierabend ist abzuschalten (für mich persönlich ist das wichtig, denn sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich schon am Ende!).
Auch wenn ich genau weiß, morgen geht das alles wieder von vorne los aber ich tu es gern, zwar gelange ich manchmal an den Punkt wo ich denke "man war ich blöd, hätte ich nur was anderes gelernt", aber schon ein kleines "DANKE" eines Patienten und ein Lächeln läßt den Gedanken meist wieder etwas verschwinden.


Eure Hexe1723


Geschrieben am: 18. Sep 2002, 17:28   von: Hexe1723



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