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Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg
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Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Mit dem Zweiten Bildungsweg hat man in Deutschland die Möglichkeit Schulabschlüsse, die aus welchen Gründen auch immer im Regelschulbetrieb nicht gemacht werden konnten und wollten nachzuholen.

Hauptschulabschlüsse, Realschulabschlüsse oder die Allgemeine Hochschulreife können auf den Abendrealschulen bzw. -gymnasien, auf Kollegs oder auch auf den Volkshochschulen erworben werden.

Ich habe selber mein Abitur auf dem Abendgymnasium gemacht und kann dies bei Interesse nur weiterempfehlen. Natürlich erfordert es Überwindung, Ausdauer und Disziplin sich nach der Arbeit in die Schule zu begeben, hilfreich ist jedoch, dass man für die letzten Halbjahre bis zum Abitur Anspruch auf Unterstützung nach dem BaföG hat.

Die Unterrichtszeit auf einem Abendgymnasium fängt, so wie ich es erlebt habe, frühestens um 17:20 Uhr, spätestens aber um 18:40 an und geht bis 21:45 Uhr.

Was unterscheidet nun ein Abitur auf dem Abendgymnasium von einem ‚normalen’ Abitur?

Aufgrund der geringeren Anzahl der Schüler und der geringeren Zeit, die zur Verfügung steht entfallen an den meisten Abendgymnasien leider die musischen Fächer.

Die Auswahl der Leistungs- und Grundkurse, das Abendgymnasium hat das gleiche Kurssystem wie die Regelschule, kann möglicherweise ebenfalls durch die geringere Anzahl der Studierenden (so heißt man als Schüler eines Abendgymnasiums) eingeschränkt sein. Abgedeckt werden aber in jedem Fall alle Fächer, die man für die ein ordentliches Abitur braucht.

Die Möglichkeiten den Unterricht selber mitzugestalten dürften je nach Bundesland und entsprechenden Schulgesetzen, wie der Gesetzgebung innerhalb des Schülervertretungsgesetzes, differieren.

Während in den naturwissenschaftlichen Fächern sicher die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten für die Unterrichtsthemen eingeschränkter sind, ist dies in Fächern, wie Deutsch, Englisch und Gesellschaftskunde nicht mehr unbedingt der Fall. Verdeutlichen möchte ich dies am Fach Deutsch.

Hier sieht der Rahmenlehrplan im wesentlichen vor, dass sich weder die Epoche noch das literarische Genre wiederholen dürfen. Auf dieser Basis haben wir innerhalb des Kurses und jeweils vor Beginn des nächsten Halbjahres (auf den Abendgymnasien heißen diese ebenfalls Semester) innerhalb des Klassen- bzw. Kursverbandes gemeinsam mit den Lehrern das nächste Thema gewählt. Auch wenn es dabei manchmal zuging wie beim amerikanischen Wahlkampf konnten wir uns immer über ein Thema verständigen.

Im folgenden gebe ich stichwortartig eine kleine Übersicht über zwei Themen des Deutschunterrichts und darüber, wie sie formal behandelt wurden.

Der Untertan

- Lektüre des Buches
- Bildung von Arbeitsgruppen mit folgenden Themen: Epoche und Genre, Biographie und
gesellschaftspolitischer Hintergrund, psychologischer Hintergrund (Theorien zur autoritären
Persönlichkeit)
- Diskussion und Literaturbeschaffung zu den einzelnen Themen innerhalb der
Arbeitsgruppen, Erstellung von Referaten und entsprechenden Thesenpapieren.
- Im Verband: Referate aus den Arbeitsgruppen und Thesenpapiere
- und natürlich zwei entsprechende Klausuren
Faust

- Lektüre
- Verteilung von Referaten zu u.a. folgenden Themen: Epoche, Genre, Mittelalterlicher Teufelspakt und seine Veränderung im Faust.
- Referate und entsprechende Thesenpapiere werden vorgestellt.

Das Thema der ersten Klausur in diesem Halbjahr war: Schildern sie die unterschiedlichen Wissenschaftstypen die Goethe im Faust darstellt, natürlich mit Textbeispielen. Das Thema der zweiten Klausur war: Der Faustische Mensch ist ein Topos (ein feststehender Begriff). Wodurch ist der gekennzeichnet? Stellen sie dar, inwieweit die Persönlichkeitsstruktur und die Problematik ‚Faustischer Mensch’ der Vergangenheit angehört oder ob er heute noch eine Relevanz hat. (Das ist nicht der genaue Wortlaut)

Weitere Bücher und Themen, die wir behandelten waren:
Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll und
Romantische und Phantastische Literatur im Vergleich

Im Englischunterricht waren beispielsweise auch Themen wie Science Fiction oder das Englisch der Rastafari-Religion möglich.

Auch in Gesellschaftskunde, einer Mischung aus Geschichte und Sozialkunde, waren neben und innerhalb der allgemeinen Themen Kaiserzeit, Weimarer Republik, Faschismus, Wiederaufbau und Entstehung der BRD usw. durchaus auch Einzelthemen, wie Landkommunenbewegung von der Jahrhundertwende bis zum Faschismus möglich.

Weitere Vorteile des Abendgymnasiums sind meiner Ansicht folgende:

Da die Studierenden alle schon älter sind (unsere älteste war 50) ist das klassische Lehrer-Schüler Verhältnis nicht mehr in dem Maße vorhanden wie in der Regelschule. Die Studierenden werden nicht von den Eltern geschickt, sondern haben sich selber dafür entschieden. Dies wirkt sich natürlich nicht zuletzt auch auf die Motivation aus und führt zu einer zwar persönlich sicher nicht immer stressfreien Schulzeit, aber zu einer insgesamt dennoch entspannteren Atmosphäre.

Aufgrund der regionalen Nähe des von mir besuchten Abendgymnasiums war die Benutzung der Universitätsbibliothek möglich und für viele Referatsthemen auch nötig. Dies ist natürlich nicht immer gegeben.

Ich fühlte mich durch die Zeit auf dem Abendgymnasium sehr gut auf die Uni vorbereitet und hatte aufgrund des formalen Ablaufs des Unterrichts von Anfang an keinerlei Probleme damit zu einzelnen Themen zu recherchieren, Referate zu schreiben und vorzutragen und entsprechende Thesenpapiere (vor allem solche, die ihrem Namen gerecht werden und keine bloßen Inhaltsangaben darstellen) zu formulieren.

Wenn man nach dem Abendgymnasium studiert, was durchaus nicht alle tun, hat man die Möglichkeit bis zum Ablauf des Studiums trotz des höheren Alters innerhalb des Studententarifs zu bleiben. Auf NC-Fächer bekommt man zusätzlich zu der ohnehin vorhandenen Abitursnote noch einige ‚Punkte’ draufgeschlagen, also einen Bonus. Keinen Bonus bekommt man, wenn man unbedingt in Bayern studieren möchte, aber auf einem hessischen Abendgymnasium Abitur gemacht hat. Zu meiner Zeit gab es dafür im Gegenteil noch eine Abwertung des Abiturs.

Insgesamt kann ich das Abendgymnasium und entsprechende andere Fortbildungsmöglichkeiten nur weiter empfehlen, auch wenn man nicht unbedingt danach studieren möchte. Letzten Endes geht es ja auch um die Erweiterung des geistigen Horizontes. Eine Obergrenze bezüglich des Alters ist mir nicht bekannt.

Welche Voraussetzungen muss man nun mit bringen? Soweit mir bekannt ist, muss man für den Besuch eines Abendgymnasiums einen Realschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, bzw. entsprechend eine bestimmte Zeit gearbeitet haben. Dies kann aber an den einzelnen Schulen oder Kollegs abgeklärt werden.

Vorteil gegenüber Volkshochschulen ist, dass der Zweite Bildungsweg auf den Abendschulen kostenlos ist.

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Ich habe diesen Beitrag, leider etwas unglücklich, unter 'Weiterbildungsinstitute' gepostet. Vielleicht wird ja hier bald eine Rubrik 'Zweiter Bildungsweg' aufgemacht.
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Geschrieben am: 04. Oct 2001, 08:59   von: Akosua



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