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Übersicht > Ausbildung > Ausbildung > Ausbildungsbetriebe > Versicherungsmakler (Ausbildung)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
nicht besonders viel

Nachteile:
es spricht einiges für eine andere Ausbildungsstätte




Learning bei Doing
Bericht wurde 3521 mal gelesen Produktbewertung:  mangelhaft
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich einmal von meiner Ausbildung beim Versicherungsmakler erzählen. Ich begann meine Ausbildung im September 1999 und beendete diese mit der Abschlussprüfung im Januar 2002. Nach der Ausbildung war ich nicht weiter in meinem Ausbildungsbetrieb beschäftigt, sondern arbeite seit April 2002 bei der Debeka Versicherung im Innendienst. Auch in meiner neuen Arbeitsstelle hab ich Einblick in die Ausbildung der Lehrlinge und kann so auch ein wenig vergleichen.

Mein Ausbildungsbetrieb bestand damals aus fünf Mitarbeitern im Außendienst und einer Halbtagskraft im Innendienst. Zudem wurde gleichzeitig mit mir noch ein Lehrling für den Aussendienst eingestellt. Meine Ausbildung sollte den Schwerpunkt Innendienst haben und ich hätte eigentlich einmal Büroleiterin werden sollen, so wurde es mir am Anfang versprochen.

Die Vor- und Nachteile müssen natürlich nicht bei jedem Makler gegeben sein.

Vorteile
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Keine langen Dienstwege
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Der erste Vorteil ist, dass man nicht immer alles auf einem langen Weg beantragen muss. In so einem kleinen Betrieb ist ein spontaner Urlaub eigentlich immer möglich. Man muss nicht erst fünf Formulare ausfüllen, sondern mit einem "Ja" ist die Sache erledigt und der Urlaub kann angetreten werden.
Auch musste ich nicht ewig warten, wenn ich eine Unterschrift von meinem Chef brauchte. Es war halt alles unter einem Dach und das war schon von Vorteil.

Viele Versicherungen
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Gerade in der Lehre will man so viel wie möglich lernen und das kann man bei einem Makler schon. Durch die verschiedenen Versicherungen, die ein Makler anbietet, bekommt man einen guten Überblick über den deutschen Versicherungsmarkt und weiß, was gut ist und welche Produkte nicht zu empfehlen sind. Zudem kann man auch seine Freunde und Verwandte zu einem Versichererwechsel "überreden", da sie sich bestimmt ein paar Euro sparen können. Verkauft man nebenbei noch ein paar Versicherungen, bekommt man natürlich auch Provision. Diese fällt bei einem Makler wesentlich höher, als bei einer Gesellschaft (z. B. Allianz, Continentale...) aus.

Nachteile
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Altmodische Akten
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Eine unserer Hauptaufgabe war die Aktenablage. Gerade in so kleinen Betrieben sind gute Verwaltungsprogramme selten zu finden und so werden Akten für jeden Kunden angelegt. Von jedem Schreiben, das der Versicherungsnehmer von seiner Versicherung erhält, bekommt der Versicherungsmakler eine Kopie. Diese wird natürlich nicht weggeworfen, sondern in die jeweilige Kundenakte abgeheftet. So waren wir Lehrlinge täglich mind. eine Stunde mit Ablage beschäftigt. Bei dieser Arbeit vergeht weder die Zeit, noch konnte man was lernen. Der einzige Vorteil lag daran, dass man die Kundennamen mit der Zeit alle im Kopf hatte.

Nur Kfz-Versicherungen
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Die meisten Kunden, die in unser Büro kamen, wollten nur Angebote für Kfz-Versicherungen oder etwas abgeben. So fand ich mich also sehr schnell in die Autoversicherung ein. Natürlich war hier "learning by doing" angesagt, da mein Chef sehr selten Zeit hatte. Stellte man ihm eine Frage, war die typische Antwort dann "Das steht schon irgendwo, musst du halt nachlesen". Irgendwann fing ich dann auch an, nicht mehr zu fragen - warum auch.

Ca. im zweiten Lehrjahr kannte ich mich in der Kfz-Versicherung schon so gut aus, dass ich den halben Laden schmiess, zumindest im Kfz-Geschäft. An andere Sparten durften wir Lehrlinge nur selten heran. Kam ein Kunde wegen einer Kranken- oder einer Lebensversicherung ins Büro, wurde er sofort abgefangen, denn dabei hätten die Lehrlinge Geld verdienen können, dass eigentlich dem Chef zusteht. So kam es dann auch, dass ich am Ende meiner Ausbildung keine Ahnung in Sachen Krankenversicherung hatte.

Verschiedene Versicherungen
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Dieser Punkt ist nicht nur ein Vorteil, sonder wohl auch der größte Nachteil bei der Ausbildung beim Makler. Jeder möchte seinen Antrag anders ausgefüllt haben, jeder hat seine eigenen Bedingungen und am besten wäre es, wenn man alles wissen würde. Änderungen in bestimmten Versicherungen bekam man eigentlich kaum mit, da täglich eine Flut an Rundschreiben kam, die man meistens nur ablegte. Vorteil an der Menge von Versicherungen ist natürlich, dass man sehr flexibel ist und auch die Freunde und Familienmitglieder zu einem Wechsel überreden kann.

Geld
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Das leidige Geld. Die Buchhaltung in unserem Büro hinkte immer hinter her. So kam es schon mal vor, dass ich zwei Wochen nach Monatsende noch immer keinen Lohn hatte. Jeden Monatsende musste man um sein Gehalt betteln. Ich musste das schon fast überwachen, dass mein Geld überwiesen wurde. Anfangs ging das bei uns nur per Gehaltsscheck. Bei der Bank dauerte das dann auch noch ewig und so stand ich oft ziemlich pleite da. Genauso ging es mit dem Weihnachtsgeld. Man musste ständig nachfragen, ob es denn überhaupt eins gibt. Auch hatte das Geld damit zu tun, dass ich nach meiner Ausbildung nicht bei diesem "Verein" blieb. Das Gehalt, dass er mir anbot, war einfach lächerlich. Eine so kleine Firma hat meistens nicht die nötigen Rücklagen bzw. kann einen schlechten Monat nicht so einfach ausgleichen. Ich verdiene jetzt 60 % (!) mehr, als er mir angeboten hat.

Keine Schulungen
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Während meiner ganzen Lehrzeit fanden drei (!) Schulungen statt. Diese waren aber dermaßen kompliziert, dass sie nur ein richtiger Versicherungskaufmann versteht und für uns Lehrlinge vollkommen nutzlos war. Wenn ich mir das jetzt bei der Debeka anschau, so haben die Lehrlinge allein in den ersten zwei Wochen mehr Schulungen. Da wird jede Sparte einzeln behandelt und die Schulungen sind für Lehrlinge ausgelegt - man fängt eben bei A an. Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte, wo ich sagen würde, macht lieber eine Ausbildung bei einer Gesellschaft.

Keine verschiedenen Abteilungen
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Macht man seine Ausbildung bei einer großen Versicherung, kommt man meist für einige Wochen in eine größere Geschäftsstelle, wo man z. B. die Arbeit der Schadensabteilung ansehen kann. Hier sieht man dann erst einmal, was mit seinem Antrag oder seinem Schadensfall geschieht. Man lernt die Hintergründe kennen und das ist sehr interessant. So kann man sich auch eine geeignete Abteilung für seinen späteren Werdegang aussuchen.

Infos über Vertragsstände
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Wie oft war ich in den Warteschleifen der Versicherungen?! Ruft ein Kunde an und möchte eine Auskunft zu einem Vertragsstand haben, so ist das bei einem Makler nicht sehr einfach. Aus der Akte des Kunden kann man oft nicht viel herauslesen und so musste man immer die jeweilige Versicherung um Auskunft bitten. Den halben Tag hängt man also am Telefon und versucht Versicherungen zu erreichen. Und bei vielen ist die Erreichbarkeit mehr als grauenvoll.


Mein Fazit
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Mehr Vorteile fallen mir beim besten Willen nicht ein. Ich würde eine Ausbildung bei einer bekannten Versicherung einer Ausbildung bei einem Makler auf alle Fälle vorziehen. Zwar hat mir die Ausbildung auch teilweise viel Spaß gemacht, dennoch musste ich mir viel selber beibringen und darunter leide ich auch nach meiner Ausbildung ein wenig. Gerade im Bereich Krankenversicherung hab ich viel Nachholbedarf. Auch war ich es nicht gewohnt, so gefördert zu werden. So bekomme ich nun z. B. besondere Schulungen im Bereich Bausparen und Finanzierungen, so eine Chance hätte ich beim Makler wohl nie gehabt.

Wer die Wahl hat, sollte sich für die Ausbildung bei einer Gesellschaft entscheiden.


Geschrieben am: 23. Feb 2003, 15:34   von: seehuhn



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