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Übersicht > Games > Brettspiele > Brettspiele J > Junta

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Witztig, spannend, schwarzer Humor, hoher Spielspass wenn die richtigen zusammenkommen

Nachteile:
Kann Freundschaften kosten und das Spiel kann sich auch sehr lange hinziehen




Diktatur für den Hausgebrauch
Bericht wurde 2681 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Die Morgensonne erhob sich aus der See und ihr sanftes Licht ließ die kleine Republik in einem warmen Licht erstrahlen. Es herrschte Ruhe über Stadt. Aber das war nicht jeden Tag so, aber heute eben. Vergessen waren die vergangenen Tage, in denen Schüsse durch die Strasse peitschten und alles und jeden in Angst und Schrecken versetzte. Aber die Stille sollte täuschen, denn auch wenn es ruhig erschient, so war es dennoch eine trügerische Ruhe. In den Kasernen der Stadt war rege Betriebsamkeit und das verhieß nichts gutes. Es schien als stünde mal wieder ein Putsch bevor und der Ausgang war wie immer ungewiss. Um die Mittagszeit war es dann mal wieder soweit. Bewaffnete Truppen und Panzer verließen die Kasernen und rollten auf das Zentrum der Innenstadt zu. Seit Tagen hatten sich die sieben großen im Lande gestritten, und wie immer ging es ums Geld. Aber nicht nur die Panzer setzten sich in Marsch auch die Marine machte mobil und feuert von der offenen See aus auf den Palast der Stadt und die Jungs von der Marineinfanterie landeten außerplanmäßig im Hafen und allen Einwohnern des Staates war klar, es wird mal wieder geputscht.

Gewehrschüsse und Granatfeuer zerfetzt die Stille und wieder beginnt der Kampf um die wichtigsten fünf Gebäude der Stadt. Soldaten rennen im Eiltempo durch die Gassen um sich eine gute Schussposition zu verschaffen. Eine Woche lang wird gekämpft was die Waffen hergeben und am Ende liegt der Präsident tot in seinem Palast und eine neue Regierung tritt ihr Herrschaft an.

Willkommen in der Welt von Junta, im ewigen Kampf um Macht und Einfluss und der brennenden Frage wer mit wem gegen wen und warum intrigiert.

Junta ist ein Tabletopspiel der Firma ASS. Ziel der Spiele ist, das meiste Geld auf einem schweizer Bankkonto zu horten, denn nur was dort auf dem Konto ist trägt zum Gewinn des Spieles bei. Aber das Geld zu bekommen und dann auch noch auf die Bank zu schaffen ist nicht so einfach wie man sich das vorstellt.

Eigentlich fängt alles ganz harmlos an, in dem alle Teilnehmer (am besten ist es wenn man wirklich mit sieben Leuten spielt) den Präsidenten wählen. Der wird zuerst von allen vorgeschlagen und dann in zwei Runden Abstimmung gewählt. Durch Karten, die jeder Spieler zu anfang des Spieles erhält, hat man die Möglichkeit die Wahl ein wenig zu seinen Gunsten zu beeinflussen und den Kandidaten durchzusetzen, den man haben will. In den Karten können aber auch andere Sache stecken, wie ein Putsch-Vorwand oder auch andere nette Sachen, die aber selbsterklärend sind, bzw. auf der Karte selber erklärt sind.

Hat man dann einen Präsidenten gewählt, verteilt dieser die Ämter seines Kabinetts. Hier stehen zur Disposition 3 Heeresgeneräle, Admiral zur See, General der Luftwaffe und der Innenminister. Diese Positionen werden an die andere Spieler verteilt und jeder muss mindestens ein Amt innehaben.

Und weiter geht es um den Haushalt. Der Präsident zieht 8 Scheine von Geldstapel in dem sich Scheine in den Größen ein, zwei und drei Millionen befinden. Er schlägt dann einen Haushalt vor in dem er die Scheine auf seine Leute nach eigenem Gusto verteilt. Er kann auch einen Teil für sich selber behalten und auch andere leer ausgehen lassen. Und dann gehen die Probleme auch schon los, denn nun kommt die Abstimmung über den Haushalt und zählt eben jede Stimme. Ist nach dem 2. Wahlgang der Haushalt abgelehnt worden, kann der Innenminister das Parlament besetzen und somit den Haushalt durchsetzen, was aber sicher nicht für weniger Unruhe sorgen wird.

Wenn der Haushalt dann durch ist, wenn er es nicht ist geht die ganze Kohle an den Präsidenten und der Stress ist vorprogrammiert, bestimmt jeder seinen Aufenthaltsort. Dieser kann sein: bei der Freundin, im Hauptquartier, im Nachtclub, in der Bank oder einfach zu Hause. Ist der Ort bestimmt, geht das Spiel in die Terrorphase. Der Innenminister kann hier bei einen Anschlag pro Runde kostenlos ausführen, alle anderen können dann nur mit einer Spielkarte eine solchen Anschlag ausführen, wenn sie die Bedingungen erfüllen.

Sind alle Anschläge bekannt gegeben worden, werden die Aufenthaltsorte bekannt gegeben und dann entscheidet sich ob denn der Anschlag Erfolg hatte oder eben nicht. Wenn ein Anschlag Erfolg hatte gilt der betreffende Spieler für diese Runde als erschossen, gibt sein Geld an den Spieler, der das Attentat geplant hat und alle seine Karten zurück. In dieser Runde kann er nicht mehr mitspielen und der Präsident übernimmt sein Amt kommissarisch (ist der Präsident selber „erschossen“ worden, übernimmt sein Schwager das Amt, also derselbe Spieler)

Nun folgen die Bankgeschäfte. Dazu muss man aber in der Runde vorher auch den Aufenthaltsort "Bank" gewählt haben, sonst kann man keine Bankgeschäfte machen (logisch oder?). Allerdings kann einem auch in die Suppe gespuckt werden, denn wenn es eine Schiesserei in der Bank gegeben hat, dann ist die Bank nicht sicher und die Schalter sind geschlossen und man macht eine lange Nase, denn man bleibt auf seinem Schotter sitzen und wird dadurch als Ziel für einen Anschlag immer interessanter, weil man immer mehr Kohle hortet. Und man kann eben NUR in der Bank einzahlen.

Wenn diese Phase abgeschlossen ist, geht es in die Putschphase und die Spieler entscheiden ob die denn putschen wollen oder nicht. Es kann aber nur geputscht werden, wenn es auch einen Putschvorwand gibt. Dies kann sein, wenn der Innenminister den Haushalt durchgesetzt hat, eine entsprechende Karte ausgespielt wurde oder auch, wenn ein Spieler „erschossen“ wurde. Also, ganz ehrlich, es findet sich eigentlich immer ein Vorwand. Der erste der einen Putsch startet ist der Rebellenführer und bekommt die Karte „Rebellenführer“ andere Spieler können sich dem Putsch anschließen und ebenfalls gegen den Präsidenten und seine Regierungstreuen antreten.

Nun folgt ein Kampf um die fünf wichtigsten Gebäude der Stadt, die auf dem Spielplan rot markiert sind. Die einzelnen Kampfregeln jetzt darzustellen würde allerdings den Rahmen diese Berichtes sprengen, denn das Regelwerk zu dem Spiel ist sehr umfangreich und sehr detailliert. Massgebend ist aber wer am Ende die Mehrzahl der Gebäude besetzt hat. Diese Partei hat dann den Putsch für sich entscheiden können und bestimmt, welcher der Teilnehmer „erschossen“ wird. Der Putsch ist auch beendet, wenn eine Partei alle Gebäude sicher besetzt hat. Dies sollte berücksichtigen, wenn man noch plant am Ende des Putsches umzusteigen. Ist der Putsch beendet und die Folgen sind abgewickelt, dann geht es in eine neue Runde. Das Ganze geht so lange, bis das Spielgeld nicht mehr ausreicht um einen neuen Haushalt aufzustellen, also wenn die Zahl der frischen Scheine unter 8 gesunken ist. Hier endet dann das ganze Spiel und es wird ausgezählt, wer denn das meiste Geld auf dem schweizer Konto hat und somit der Sieger ist.

Einige strategische Tipps zum Spiel:

1. Es ist zwar nicht schlecht der Präsident zu sein, aber dennoch nicht immer das gelbe vom Ei, denn als Präsident bekommt man zwar die Kohlen, hat aber ansonsten wenig zu sagen und wird sehr schnell Zielscheibe, wenn man nicht genug Kohle bekommt und die anderen zu besänftigen und auf der eigenen Seite zu halten.

2. Jede Position hat ihr Vor und Nachteile, die man entsprechend ausspielen sollte. Der Innenminister hat immer seinen Gratisanschlag, aber ansonsten nur die Polizei unter sich. Die Sache mit dem Anschlag sollte man dem Präsidenten unterbreiten, wenn der nicht zahlen will. Als General hat man nur seine Truppe, aber die kann man auch sehr effektiv einsetzen. Mit Marine oder Luftwaffe hat man nicht direkt das große Los gezogen ist aber unter umständen kriegsentscheidend, wenn geputscht wird.

3. Man sollte nicht in jeder Runde in Bank rennen und immer einen guten Zeitpunkt abpassen um seine Reichtümer zu sichern, denn in Bank ist man ein leichtes Ziel, weil eben die meisten da versuchen werden, die anderen zu erwischen. Hier die richtige Taktik zu haben ist die halbe Miete.

4. Immer versuchen einzuschätzen was die anderen planen und sich auch mit denen absprechen, denn das ist in diesem Spiel sehr erwünschte und macht auch einen großen Teil des Spieles aus, wenn man mit einer gewissen „Ernsthaftigkeit“ spielt.

5. Immer auf seinen eigenen Vorteil aus sein und auch das ganze so ausspielen.

6. Die Spielkarten Parteispende immer erst ausspielen, wenn man sie braucht oder in Bank ist und auch das Geld einzahlen kann, denn die Kohle ist dann gleich gesichert.

7. Wenn man ein paar Runden erfolgreich Präsident war, sollte man durchaus auch an das abdanken denken, denn auch das kann das Spiel aufpeppen, immer dieselben am Ruder ist auch langweilig, oder haben euch die 16 Jahre Helmut Kohl gefallen? *g*

8. Ist man am in der letzten Runde Innenminister sollte man bedenken, das ein Anschlag in der Bank einem auch den eigenen Weg zum Ziel versperren kann. Allerdings, wenn man abschätzen kann, das man selber genug Kohle gehortet hat, dann sollte man einen Anschlag in der Bank machen, egal auf wen um die anderen am einzahlen der letzten Kohle zu hindern.
9. Bescheidenheit ist in diesem Spiel nicht angebracht, kann aber auch zum Ziel führen. Stetig sein Geld zu bekommen und die kleinen Beträge einzuzahlen kann einem auch den Sieg bringen.

10. Die Wichtigste aller Regeln: Alle Streitereien die aus dem Spiel entstanden sind, nach dem Spiel vergessen. Denn kein Spiel ist es wert darüber eine Freundschaft zu verlieren!

Fazit:

Dieses Spiel ist äußerst komplex und am Anfang auch nicht einfach zu verstehen. Es ist sehr wichtig sich hier mit den Spielern genau über die Auslegung der Regeln zu einigen, damit es nicht zu einem Streit außerhalb des Spieles kommt, denn sich im Spiel zu zoffen ist absolut gewollt. Aber man sollte wissen mit wem man dieses Spiel spielt, denn schlechte Verlierer können einem hier den ganzen Spaß nehmen und den netten Abend zu einer Pleite werden lassen. Auch wenn man nicht gewinnt muss man Spaß am Spiel haben und in diesem Spiel erst recht, denn hier fliegen die Teller tiefer als die Tassen und das muss man eben abkönne. Das Spiel besticht eindeutig durch seine Art von rabenschwarzem Humor und eine Portion Realismus, die nicht von der Hand zu weisen ist. Soweit ich weiß, gibt es dieses Spiel in Deutschland nicht mehr im Laden zu kaufen, weil es wohl nicht mehr neu aufgelegt wird, weil zum einen auch schon Diskussionen gelaufen sind, dieses Spiel auf den Index zu setzen, weil eben nicht so ganz politisch korrekt und zum anderen ist es den meisten zu komplex. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das ich schon an manchen Spieleabenden gespielt habe und immer eine Menge Spaß hatte. Auch eine Sache ist es, das ganze ein wenig mehr als Rollenspiel zu machen und die einzelnen Charaktere durch das eigene Schauspielerische Talent ein wenig zu beleben, was die ganze Sache dann auch sehr witzig werden lassen kann. Um auch hier mal ein Beispiel aus der Praxis anzugeben: als ich mal wieder seit drei Runden erfolgreich Präsident war und keine Lust mehr hatte Präsi zu sein, und dann auch noch mein Innenminister tragisch dahingemeuchelt wurde und ich dann in der nächsten Runde abdankte und eine kleine ergreifen Rede zum Abschluss hielt, mich bei allen Kabinettsmitgliedern für die gehaltene Treue bedankte und dies dann auch noch mit einem erschütterten Beben in der Stimme rüberbrachte gab es kein halten mehr vor Lachen. Ich denke, wenn ich dann auch noch eine Träne aus dem Augenwinkel gedrückt hätte, wäre der Spieleabend vor lachen vorzeitig beendet worden.


Bis zum nächsten Bericht

euer freundlicher "Diktator"

Anubis71


Geschrieben am: 19. Apr 2003, 08:50   von: Anubis71



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