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Übersicht > Games > PC > Strategie > Tropico

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Spielaufbau

Nachteile:
Spieltiefe




may my reign be long and prosper...
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Autorität = Person mit maßgebendem Einfluß, Person, deren Wissen und Urteil allgemein anerkannt wird, anerkannter Fachmann

(Das große deutsche Wörterbuch, Verlag für Wissen und Bildung, 1967).

Es gibt Probleme. Die Autorität von El Presidente TeaJay, dem Staatsoberhaupt Tropicos, wird in seinem eigenen Hause untergraben. Während die Zufriedenheit im Volke dank der harten aber gerechten Linie des El Presidente TeaJay ständig steigt, machen sich Unruhen breit – und dies zum Entsetzen des Presidente in seinem eigenen Domizil.

Ständig werde ich von meiner Gattin Pamela als „größenwahnsinnig“ bezeichnet. Sie erzählt andauernd von einer Welt namens „Realität“. Da das von mir regierte Tropico jedoch lediglich diplomatische Beziehungen mit Russland und den U.S.A. pflegt, weiß ich natürlich nicht, wovon sie da überhaupt spricht. Auch die Katzen, denen ich kurzfristig prestigereiche und verantwortungsvolle Posten übertragen habe, sind nicht sehr begeistert von meiner Führung. Tini, die neue Polizeichefin führt ihr Amt eher nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“ in der Adaption „Ablecken und Krallenhiebe“ aus. Dies ist dem Volk und mir natürlich ein Dorn im Auge und wird langfristig zwangsläufig zu Komplikationen führen. Ute, die ich kurzerhand zum Wappentier bestimmt habe, kommt mit dieser Ehre überhaupt nicht zurecht und versteckt sich ständig in den hintersten Ecken. Im Volk wurden schon Vermutungen laut, Ute sei eine freie Erfindung des Presidente; dies sorgte natürlich für zunehmende Unruhen.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll angefangen. Im Jahre 1950 war ich zum Staatsoberhaupt der Bananenrepublik „Tropico“ ernannt worden. Aufgabe war es, innerhalb von 50 Jahren eine florierende Insel vorzuweisen, mit starker Wirtschaft, vielen Touristen, zufriedenem Volk und gefülltem Schweizer Bankkonto. All dies unter einen Hut zu bekommen war harte Arbeit, denn was man mir anfangs zur Verfügung stellte war lediglich ein bescheidener Palast, einige Maisfarmen, 40 Einwohner und eine Handvoll Dollars ( 10.000, um genau zu sein). Ich betrachtete also meine Insel, zoomte raus, um mir einen Überblick zu verschaffen, zoomte rein, um mir die detailverliebten Personen und Gebäude mal näher zu betrachten. Nett, wirklich nett, aber nun trug ich die Last der Verantwortung. Mit Eifer machte ich mich daran, meinem Volk ein schönes Leben zu ermöglichen und es zum Wachsen zu bringen. Doch Pamela zeigte von Anfang an wenig Verständnis für meine eigentlich doch so ernstzunehmende Aufgabe.

Von den karibischen Klängen beflügelt und in meinem Tatendrang bestärkt, machte ich mich daran, das Schicksal der kleinen Insel in meine Hände zu nehmen. Dabei standen mir vielfältige Entscheidungsmöglichkeiten zur Verfügung. Häuser und Infrastruktur aufbauen, den Touristen Attraktionen bieten, die Restaurantpreise festlegen, Löhne kürzen und immer einen kleinen Teil für das eigene Bankkonto abzweigen; man kann ja nie wissen...

Bei all diesen Tätigkeiten kann einem schon mal der Überblick verloren gehen. Doch immer wieder erinnern mich die verschiedenen Lager in Form von Briefen daran, was ihnen am Herzen liegt, und so versuche ich, allen Gerecht zu werden, den Intellektuellen Schulen zu bauen, die Kapitalisten mit dem Bau von Goldminen zu beruhigen und den Religiösen genug geistlichen Beistand zukommen zu lassen. Dabei muß immer ein Auge auf die Staatsfinanzen geworfen werden; die Gratwanderung zwischen Staatsbankrott und Volksaufstand aufgrund zu hoher Mieten ist nicht leicht. Doch ich bewältige sie zunehmend besser.

So kommen eines Tages auf dem Frachter 7 Einwanderer, die vom verheißungsvollen Land Tropico unter seinem so weisen Präsidenten gehört haben. Stolz berichtet dieser dies seiner Frau – und erhält schallendes Gelächter von selbiger...

Durch das Studium des umfangreichen Handbuches, das viele wertvolle Tipps enthält, wird mein Volk von Tag zu Tag zufriedener. Ich bin sehr oft froh, die Spielgeschwindigkeit ständig verändern zu können, sonst wäre schon die ein oder andere Wahl nicht so günstig für mich ausgefallen; glücklicherweise kann ich ja diese im Bedarfsfall noch ein wenig manipulieren...

So bin ich trotz der Recht geringen Anzahl von 50 bis 60 verschiedenen Gebäuden eigentlich ständig beschäftigt, und dies verwundert mich, denn ich habe meine Herrscherfähigkeiten ja bereits in anderen Welten (wie bspw. denen der Civilization-Reihe) erprobt und bin hier auf deutlich mehr Spieltiefe gestoßen. Daß es an dieser in Tropico ein wenig mangelt, tut dem Spaß eigentlich keinen Abbruch, jedenfalls vorerst.

Sollte ich mein Land mal wieder so gut geführt haben, dass mir ein paar Minuten der Ruhe bleiben, befasse ich mich damit, die Gedanken meines Volkes zu lesen, um noch genauer auf seine Wünsche einzugehen. Oft zeigt sich mein Volk undankbar; im Gegensatz zu meiner Gattin hat jedoch noch keiner meiner Untertanen gesagt oder gedacht, dass ich spinne. Dabei ist El Presidente TeaJay nicht mal ein Despot: wenn die Gattin einmal konstruktive Vorschläge machen würde – jedes Staatsoberhaupt braucht einmal die Hilfe seiner Berater. Doch alles, was ich zu hören bekomme, ist: „Die Häuser sehen ja ranzig aus, gibt es da keine hübscheren?“ „Warum müssen die denn so viel arbeiten?“ „Die sehen ja alle gleich aus“. Nun ja. Daß ich hieraus keine vernünftigen Verbesserungsvorschläge ziehen kann, dürfte jedem klar sein.

So kämpfe ich mich allein durch, versuche weiterhin, Touristen in das Land zu locken, genug Farmen für die Versorgung zu bauen und die Umwelt zu schonen. Mein Tun erfordert höchste Konzentration, ein falscher Klick, und das Schicksal einer gesamten Nation könnte sich zum Schlechten wenden. Die Einwohner sind ungeduldig, die Touristen geizig, die Arbeiter faul; manchmal frustriert das Gefühl, dass niemand meine Arbeit zu schätzen weiß. Da baut man dem Volk eine Kirche, und sie schreien nach einer Kathedrale. Da möchte man den Touristen schöne Souvenirs anbieten, und prompt sind sie ihnen zu teuer. Da spart man mühselig für eine Goldschmiede, um den Rufen der Kapitalisten nach stabilerer Wirtschaftspolitik nachzukommen, und? Das Volk ist zu ungebildet, um da zu arbeiten! Alles muß man selber machen. Also schnell eine Schule gebaut...

Wenn mir der Aufbau einer neuen Republik zu mühselig ist, begebe ich mich von Zeit zu Zeit in ein sogenanntes Szenario, um mich der Situation zu stellen, die mein unfähiger Vorgänger hinterlassen hat. Nicht alle können so klug und vorausschauend sein wie ich...

Ich hoffe, jedem ist klar, dass ich absolut nicht zu beneiden bin. Und zu allem Überfluß malträtiert mich Pamela ständig mit dieser komischen Welt namens „Realität“. Gestern drohte die Situation dann zu eskalieren. Da bat sie mich doch allen Ernstes, den Müll runterzubringen. Mein Einwand, dass hierfür die Arbeiter der just fertiggestellten Spedition verantwortlich seien, wurde mit einem ziemlich zielsicheren Wurf einer Orange beantwortet. Wie gut, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Konservenfabrik gebaut hatte...


Geschrieben am: 22. Sep 2001, 11:08   von: TeaJay



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