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Übersicht > Medien > Bücher > Phantastische Literatur

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Sprachlicher Genuss, Spannung

Nachteile:
etwas viel Mystik




Schaurig schön!
Bericht wurde 2922 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Algernon Blackwood Der Griff aus dem Dunkeln

••• Vorwort •••
Im Rahmen des Bücherfrühlings möchte ich auf einige meiner Lieblingsbücher aus früheren Zeiten, also 20 Jahre oder mehr, aufmerksam machen, die es meiner Meinung nach immer wert sein werden, gelesen zu werden.

Schon in jungen Jahren begann ich mich für phantastische Literatur zu interessieren.
Nach Klassikern wie Ambrose Bierce, Edgar Allan Poe stieß ich dann auf Algernon Blackwood.

Romane waren damals noch nicht meine bevorzugte Buchgattung außer seltsamer Weise die dicken Bücherschinken von Charles Dickens "Die Pickwicker", die ich bei meiner Großtante im Alter von 12 Jahren verschlang.
Die unheimlichen Kurzgeschichten von Algernon Blackwood lagen daher völlig auf meiner Linie, sprachlich ein Genuss, inhaltlich so herrlich zum Gruseln und gleichzeitig überschaubar. Zudem verbunden mit einem Eintauchen in eine vergangene, noch geheimnisvollere Welt.

••• Inhaltsanriss •••
Zum Schriftsteller selbst nur ein paar knappe Daten, wie 1869 in Kent (Südengland) geboren, erst nach seinen Weltreisen im Alter von 36 Jahren zu schreiben begonnen.
Bis zu seinem Todestag, 10.12. 1951 brachte er es auf ca. 20 Bände, überwiegend Erzählungen wie z.B. Incredible Adventures aber auch einige wenige Romane wie The Centaur.
Die Wechselwirkung zwischen übernatürlichen Kräften und unserer Realwelt ist sein Leitthema.

Der vorliegende Band Der Griff aus dem Dunkel enthält folgende Erzählungen:
Das Haus der Verdammten (als The Empty House eine seiner berühmtesten Novellen), Die Übergabe, Am ersten Abend im Mai, Jones´ Wahnidee, Im Banne des Schnees und Der Fall Pikestaffe.
Das Nachwort von Kalju Kirde enthält noch eine lesenswerte Kurzbiographie Blackwoods, die zum besseren Verständnis seiner Erzählungen beiträgt.

•• Die einzelnen Geschichten ••
• Das Haus der Verdammten •
Nach dem Tode ihres Ehemannes lädt Mabel ihre älteste Freundin Frances und etwas später auch deren Bruder in ihr vom Geist des verstorbenen Gatten, eines fanatisch frommen Bankiers, beherrschten Hauses The Towers ein.
Doch nicht nur der Verstorbene beeinflusst das Haus und das Leben seiner Bewohner.
Nach und nach intensivieren, ja materialisieren sich die bedrohlichen Kräfte. Der Bruder ahnt, dass ihn nur noch die Flucht retten kann vor den verderblichen Einflüssen des Hauses, doch hält ihn die Verantwortung für seine Schwester und deren Freundin zurück.
Das Ende und die Lösung der Geschichte überrascht dann jedoch.

• Die Übergabe •
Der kleine Jamie erwartet den Bruder seines Vaters, Onkel Frank genannt, den Mann mit dem grässlich großen Gesicht, wie Jamie ihn sieht. Jamie hat einen Lieblingsspielplatz, ein Fleckchen seltsamen Bodens im Garten, kahl und ausgehungert. Der selbstgefällige, ansonsten stets die Vitalität anderer Menschen aufsaugende Mann ahnt nichts von der Gefahr, die auf ihn lauert.
In der Realwelt erleidet er einen Hitzschlag, doch ändert sich sein Leben zur Bedeutungslosigkeit, während hingegen der bisherige unfruchtbare Gartenteil zu überquellendem Leben erwacht.


• Am ersten Abend im Mai •
Der Erzähler der Geschichte freut sich darauf, seinen Freund, der "ärgerlichen Theorien über Magie und seelischen Kräften" anhängt, "erdrückendes Beweismaterial gegen die Existenz jedweden nennenswerten Bereiches außerhalb der Welt unserer sinnlichen Wahrnehmungen" vorzulegen. Auf dem Weg zur Hütte seines Freundes schwindet bald seine überhebliche Selbstsicherheit. Als er seinen Freund endlich antrifft, nagen viele Zweifel an seiner Seele.

• Jones´ Wahnidee •
Jones folgt als Untergebener in einer Versicherung seinem Chef, der eine Stufe nach der anderen in der Karriere erklimmt. Zum Schluss wird er Privatsekretär eines zwar erfolgreichen, aber im persönlichen Bereich eher von Brutalität und Grausamkeit geprägten Mannes.
Aus den Tiefen seines Bewusstseins erwacht ein Wesen in Jones, welches beginnt, seinen Chef, den Versicherungsdirektor zu überwachen.
Schließlich personifiziert sich das Wesen und begegnet ihm als Thorpe, einem vor 5 Jahren verstorbenen Bekannten. Er führt ihn in eine vergangene Welt, aus der Jones dann meint, eine Rechnung begleichen zu müssen.

• Im Banne des Schnees •
Hibbert erlebt in einem Gebirgsdorf an den Walliser Alpen drei Welten: "Die zivilisierte, pseudogebildete Welt der englischen Touristen, die bodenständige bäuerliche Welt und die Welt der Natur".
Diese drei Bereiche streiten um Hibberts Seele, wenngleich der Konflikt auf sein Inneres beschränkt bleibt.
Als er, nach einem Eiskarneval, als einziger gegen Mitternacht noch Schlittschuh läuft, begegnet er einem Mädchen, welches jedoch gegen ein Uhr auf geheimnisvolle Weise entschwindet.
Überall sucht er in den nächsten Tagen nach der schönen Unbekannten, vergeblich.
Nach Tagen zwischen Hoffen und Bangen trifft er endlich vor dem Dorf in tief verschneiter Natur nach Mitternacht auf das Mädchen, welches ihn immer weiter in die Berge hinauslockt.
Die Rückfahrt wird zu einer Abfahrt vom Tod ins Leben.

• Der Fall Pikestaffe •
In der letzten Erzählung geht es um einen Mieter, der partout seinen Ankleidespiegel von der Vermieterin nicht umstellen lassen will, sondern diesen immer wieder mit der Rückseite zum Zimmer aufstellt. Doch da Mr. Thorley ansonsten ein überaus höflicher, freundlicher Mann zu sein scheint, schafft Miss Speke es nicht, ihn frei heraus nach dem Spiegel zu fragen.
Ihre Unruhe steigert sich jedoch, als sie bei ihren Nachforschungen im Zimmer des Mieters geheimnisvolle Aufzeichnungen entdeckt, in deren Mittelpunkt eindeutig eine Abbildung ihres besagten Spiegels steht.

••• Wertung •••
Beim erneuten Lesen der Erzählungen wurde mir zweierlei bewusst. Zum einen, dass Schriftsteller wie Stephen King ob nun bewusst oder auch nicht, sehr viele Betrachtungs- und Darstellungsweisen, Ideen von Schriftstellern wie Blackwood übernommen haben.
Besonders die Beseelung der Natur, die Gleichzeitigkeit einer phantastischen und einer realen Welt, deren Verknüpfung mit wechselseitigen Kausalbeziehungen sind hier zu nennen.

Zum zweiten ist die sprachliche Darstellung, die langsame Entwicklung, die Beschreibung der Steigerung von Empfindungen, die gedanklichen Differenzierungen immer wieder ein Lesegenuss. Keinerlei Plattheiten, keine Leerformeln, keine Wiederholungen à la Wie durch ein Wunder kennzeichnen den Erzähltext.

Meine Suhrkamp Taschenbuchausgabe, zweite Auflage 1980 mit 260 Seiten ist zudem vom Einband her sehr schön und passend illustriert. Den Preis des alten Buches kann ich jedoch nicht mehr nennen. Bei amazon.de ist das Buch gebraucht ab 8 Euro, gebraucht aber neuwertig zu 11,65 Euro zu bestellen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Fans der phantastischen Literatur.
Die angefügten Quellennachweise sowie die Inhaltsangabe der Reihe Phantastische Bibliothek in den Suhrkamp Taschenbüchern geben Hinweise auf weitere hervorragende Beispiele dieses Genres.

Viel Spaß beim Lesen.


Geschrieben am: 21. Apr 2003, 17:52   von: Volker111



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