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Übersicht > Medien > Bücher > "Knochenarbeit" Kathy Reichs (Taschenbuch, ISBN 3-442-35393-9)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
stellenweise spannend, Hintergrundinfos über Tempes Arbeit und über Sekten/Kulte allgemein

Nachteile:
unlogisch, zu viele Leichen, über lange Strecken zu fade, zu konstruiert




Juhu, noch zwei Leichen...
Bericht wurde 1554 mal gelesen Produktbewertung:  mangelhaft
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ich lese gerne Krimis und Thriller. Und da Kathy Reichs inzwischen auch in Deutschland mit ihren Büchern sehr erfolgreich ist, habe ich sofort zugegriffen, als ich dieses Buch bei den Mängelexemplaren fand...

Zum Inhalt:
Zunächst widmet sich die forensische Anthropologin Tempe Brennan einem Projekt, das eher in den Bereich der Geschichtsforschung gehört: Sie gräbt die Gebeine einer Nonne aus, die heilig gesprochen werden soll. Tempes Aufgabe ist es, zu bestimmen, ob diese Knochen wirklich die sterblichen Überreste der Nonne sind. Dabei stellt sie am Schädel ein Merkmal fest, mit dem sie nicht gerechnet hatte. (Dieses Geheimnis bewahrt die Autorin bis zum Ende des Romans auf – allerdings hat es nichts mit der Haupthandlung zu tun.)
Aber bald kommen unangenehmere Pflichten auf Tempe Brennan zu: In einem niedergebrannten Haus werden erst drei Leichen entdeckt, von Leuten die gewaltsam ums Leben kamen. War der Brand Brandstiftung? (Ja, was wohl???) In einem Nebengebäude werden dann vier weitere Leichen gefunden. Zwei davon sind recht gut erhaltene Babys, denen die Herzen herausgeschnitten wurden. Das legt den Verdacht eines Ritualmordes nahe – sind es vielleicht Satanisten?
Eine Spur führt zu einer Sekte, die anscheinend harmlos ist. Tempe Brennnan ist von nun an sehr beschäftigt, denn erstens betreibt sie Ahnenforschung in Bezug auf die lange verstorbene Klosterschwester. Dann versucht sie, zusammen mit Detektive Ryan, mehr über die erwähnte Sekte oder Kulte allgemein herauszufinden. Und dann tauchen wieder Leichen auf, diesmal junge Frauen, die offensichtlich erst an den Händen aufgehängt wurden, dann mit heissem Wasser überbrüht, mit Messern gestochen und von Hunden böse gebissen wurden... Natürlich möchte Tempe Brennan den Tätern das Handwerk legen.
Immerhin bekommt Tempe Brennan bald auch ein persönliches Motiv, der Sekte das Handwerk zu legen – denn ihre eigene Schwester scheint in die Gewalt einer bösen Sekte gekommen zu sein...

Meine Meinung:
Normalerweise bemühe ich mich sehr, den Inhalt sachlich, aber treffend zu schildern. Ausserdem beschreibe ich die Hauptpersonen. Aber bei diesem Buch erübrigt sich dies meiner Meinung nach.

Ist die Geschichte spannend?
Ich finde leider nicht. Ich hatte Zeit und Lust, einen Krimi zu lesen. Trotzdem habe ich das Buch mal für mehrere Wochen beiseite gelegt. Ich finde den Stil recht holperig. Kathy Reichs baut öfter zur Steigerung der Spannung „Cliff-Hanger“ ein – am Ende eines Kapitels weiß die Heldin mehr als die Leser. Leider werden es bald eher zu viele davon. Und die Geheimnisse, die die Autorin vor den Lesern verbirgt, sind oft zu belanglos.
Die Autorin bemüht sich um ein bisschen Humor – aber die Scherze, die die Protagonisten zwischendurch reissen, finde ich eher fade. Es kommt auch eine Liebesszene vor, aber die finde ich völlig unerotisch. Eher ein unbeholfenes Gefummel. Normalerweise lese ich alle Seiten eines Buches sehr aufmerksam, denn es könnte ja etwas wichtiges passieren. In diesem Roman kommen leider sehr lange Passagen über das Privatleben von Tempe, die ich einfach nur langweilig fand – und daher eher überflogen habe. Im letzten Drittel des Buches wird es mal recht spannend. Aber leider geht der Geschichte bald wieder die Puste aus.
Die meisten Figuren der Handlung bleiben recht blass. Die Tochter von Tempe, Katy, finde ich einfach nur langweilig. Sie studiert jetzt, sie hat einen Freund, macht einen Ausflug mit Mutti – na und? Und dass die Schwester von Tempe, Harry, mit ihren fast 40 Jahren so schnell einer bösen, bösen Sekte ins Netz geht, kann ich auch nicht so recht nachvollziehen.
Dann gibt es da eine Professorin namens Daisy Jeannotte, die etwas mysteriöses und einschüchterndes an sich hat. Sie verharmlost die Gefahr von satanistischen Kulten, hält sie offensichtlich eher für spielende Kinder. Andererseits scheint sie aber ihre Studenten zu beschützen... Aus dieser Figur hätte man mehr machen können. Und die böseste Person überhaupt kommt fast gar nicht zum Einsatz, nur um dann am Ende wie ein Kastenteufel herauszuspringen. Schade.

Ist die Geschichte realistisch?
Vielleicht der Grundgedanke – denn Massenselbstmorde oder Massaker durch Sekten hat es leider in der Vergangenheit mehrfach gegeben. Aber leider passieren der Autorin Schnitzer, die ich als Logikfehler bezeichnen möchte. Denn wenn ich im Auftrag einer Sekte morden würde und die Sekte in der Nähe ein riesiges Anwesen besitzt, muss ich dann wirklich die Leichen in einem gut bewachten „Naturschutzgebiet“ verstecken? Auf dem Gelände der Sekte könnte man die Leichen mindestens für Jahrzehnte spurlos verschwinden lassen, zumal diese Sekte der Polizei noch nicht mal bekannt ist! Im „Naturschutzgebiet“ (ich weiß keine bessere Bezeichnung) leben Affen. Und natürlich rennt bald ein Affe mit einem menschlichen Kieferknochen in der Pfote herum. Übrigens hat der Affe ein affenstarkes Timing – er liefert den Kieferknochen genau an dem Tag, an dem Tempe einen Ausflug zu diesem Naturschutzgebiet unternommen hat. Bravo!
Und irgendwann bricht auch noch jemand nachts in Tempes Haus ein. Tempe erinnert sich dann, dass schon mal ein Psychopath in ihr Haus eingebrochen ist. Warum hat dann Tempe keine Alarmanlage, keine Waffe, keinen Wachhund oder dergleichen?

Und wenn eine einzelne Person (in diesem Fall nicht Tempe) eine höchst gefährliche Sekte stoppen will, dann sollte sie doch jede erdenkliche Hilfe annehmen, gerade wenn sie unter Zeitdruck steht. Stattdessen bedroht sie noch ihre potentielle Helferin Tempe Brennan...

Die Sektenmitglieder sind auch unrealistisch. Am Schluss gibt es zwar eine Überraschung, weil sich jemand anders als Oberbösewicht entpuppt. Glaubhaft ist das nicht, denn ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie gerade diese Person so mächtig werden könnte. Und die Metzeleien sind auch nicht glaubwürdig. Warum wurden speziell diese zwei jungen Frauen auf so viele Arten gequält, wo doch eine einzige Methode auch gereicht hätte. Und warum sind skrupellose Mörder am Schluss zu dumm, um einen einzigen Polizisten zu erschießen? (Weil dieser Polizist noch in den Fortsetzungsromanen gebraucht wird.)

Der Vergleich zu Kay Scarpetta:
Nachdem Tempe Brennan und Kay Scarpetta (von Patricia Cornwell) im gleichen Arbeitsfeld tätig sind, drängt sich der Vergleich natürlich auf. Aber ich finde die Scarpetta-Romane viel interessanter, weil auch die Protagonisten lebendiger und glaubwürdiger dargestellt werden und die Geschichten rasanter sind.
Es gibt viele Parallelen zwischen den beiden Heldinnen: Keine hat eine wirklich stabile Liebesbeziehung. Beide müssen sich gegen Machos behaupten. Kay hat sich das Rauchen abgewöhnt – Tempe hat offensichtlich ein Alkoholproblem (derzeit trocken). Kay hat ihre hochintelligente, schwierige, liebenswerte Nichte Lucy – Tempe hat ihre farblose Tochter Katy...

Mein Fazit:
Der Roman liest sich über lange Strecken total zäh. Zwar ist das Fachwissen über Tempes Arbeit, das die Autorin einbringt, teilweise wirklich interessant. Ebenso die Kenntnisse über Kulte jeder Art, die Tempe im Roman von einem Freund erhält. Aber die Geschichte selbst ist unglaubwürdig.
In diesem Roman gibt es zu viele Leichen für so wenig Spannung. Ich finde das Buch überkonstruiert und unglaubwürdig. Ich werde kein Buch dieser Autorin mehr lesen.


***
Achtung, GEHEIMNIS!
Was findet Tempe über die Nonne, Elisabeth Nicolet, heraus? Sie war schwarz, bzw. hatte einen schwarzen Vater, der nicht der Ehemann der Mutter war. Schön, das war zur damaligen Zeit sicherlich skandalös, aber was hat das mit der Sekte und den Morden zu tun? Nichts. Gar nichts. Aber es lässt sich eine Querverbindung zu Professor Daisy Jeanotte konstruieren, die eine Expertin für religiöses Wissen ist. Naja.

(Diesen Bericht habe ich übrigens auch unter dem Nick "Lorin76" bei Dooyoo eingestellt, nur für den Fall, dass er jemandem bekannt vorkommen sollte...)


Geschrieben am: 25. Jan 2003, 12:36   von: Dragonfly



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