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Übersicht > Medien > Bücher > Wolf Serno, Der Wanderchirurg > Wolf Serno, Der Chirurg von Campodios

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
flüssig lesbarer Schreibstil

Nachteile:
Stil alleine reicht nicht - was geschrieben wird ist genauso entscheidend




Das hätte man sich sparen können
Bericht wurde 2524 mal gelesen Produktbewertung:  mangelhaft
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

"Der Chirurg von Campodios" ist der Nachfolgeband von "Der Wanderchirurg". Meine sehr wohlwollende Beurteilung des Erstlingswerkes kommmt wie ein Boomerang zurück, die Fortsetzung ist ein Desaster.

Bevor ich mich aufrege, erst etwas zum Inhalt:

Nach dem Tod seines Großonkels reist Romanheld Vitus seiner Angebeteten Arlette in die Karibik hinterher. Nach einem Piratenüberfall treibt er mit seinen Freunden, dem Magister und dem Zwerg, und ein paar weiteren Überlebenden quer durch die Karibik. Endlich an Land erfährt er durch Zufall, dass Arlette von der Insel Roanoke nach Kuba fliehen musste. Er schippert als noch Havanna, dort trifft er Arlette, die sich jedoch nicht zu erkennen gibt. Sie hat Gürtelrose im Gesicht. Nach einem Showdown mit den Piraten (alte Rechnungen begleichen, trifft er die geheilte Arlette wieder. Friede, Freude, Eierkuchen - Pustekuchen. Nach England zurückgekehrt, stirbt Arlette an der Pest.

Soweit zum Inhalt, Entschuldigung für meine Lustlosigkeit ihn darzustellen.

Die Story ist eigentlich nicht schlecht, die Ausführung dagegen eine Katastrophe.
Durchzogen von Übertreibungen und Darstellungen die weit jenseits aller Gesetze der Wahrscheinlichkeit liegen, ist dieser Roman wohl eher der Fantasy-Sparte zuzuordnen. Unter künstlerischer Freiheit verstehe ich jedenfalls etwas anderes.
Schon der Piratenüberfall ist sehr überzogen dargestellt, die anschließende Irrfahrt hätte selbst Odysseus die Blässe ins Gesicht getrieben. Ein Ausbruch des Gelbfiebers an Bord, o.k., aber das die über Tage hinweg nahezu Bewußtlosen von jetzt auf gleich eine Meuterei an Bord niederschlagen, fragwürdig.
Der schönste Teil dieser Kreuzfahrt ist der Angriff eines riesigen Tiefsee-Tintenfisches. Meines Wissens wurde dieses Tier noch niemals lebend beobachtet (Tiefsee halt), sondern man kennt es nur durch tote Exemplare. Serno beschreibt hier mittelalterliches Seefahrer-Latein, nah gut.
Sie treffen dann irgendwo kurz vor Panama auf Land. Der Überfall fand noch im freien Atlantik statt, Serno hätte es etwas kürzer halten können. Erst an allen kleinen Antillen vorbeigesegelt, dann parallel zur Nordküste Südamerikas ohne Land gesehen zu haben oder auf ein Schiff getroffen zu sein, das muss man wollen.
Dort treffen sie auf einen ehemaligen Sklaven, einen Fluchtgefährten Arlettes, der angibt binnen weniger Wochen perfekt Englisch gelernt zu haben, ein Genie fürwahr.
Mir geht die Lust aus, die Unmöglich- und Unwahrscheinlichkeiten weiter zu beschreiben.
Oder auch die schlecht recherchierten historischen Kleinigkeiten, speziell Sitten und Gebräuche der englischen Marine betreffend.
Kommen wir zum peinlichsten Teil des ganzen Buches. Eine Schädeloperation auf dem Deck eines Schiffes, das Loch im Schädel wird mit einer Goldmünze verschlossen.
Diese Stelle ist so offensichtlich geklaut, dass Serno beim Schreiben hätte rot werden müssen. Diese Geschichte stammt von Patrick O'Brian aus einem seiner ersten Bände der Cpt. Aubrey Reihe, nur dass dort eine Silbermünze Verwendung fand. (Diese Bände sind Anfang der '70 geschrieben worden, das Copyright also eindeutig)


Irgendwann regt man sich über das Buch einfach nur noch auf.
Aus dem Epilog, ich war tapfer, habe alles gelesen, ist zu entnehmen, dass wohl eine Fortsetzung folgt. Ohne mich.


Geschrieben am: 13. Dec 2002, 08:35   von: mipoh



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