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Übersicht > Medien > Bücher > Fantasy > H. P. Lovecraft "Stadt ohne Namen"

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
ungewöhnliche Ideen, klassische Gruselgeschichten

Nachteile:
auch schwache Geschichten enthalten - Qualität der Geschichten sehr unterschiedlich




Wissensdurst kann gefährlich sein!
Bericht wurde 1734 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Da ich die Gruselgeschichten von H. P. Lovecraft gerne lese, habe ich sofort zugegriffen, als ich das vorliegende Taschenbuch als Sonderangebot entdeckt habe. Es ist eine Sammlung von 14 von einander unabhängigen Geschichten von unterschiedlichster Länge (die kürzeste ist gerade mal 5 Seiten lang). Dazu kommt noch ein Nachwort von Dirk W. Mosig.

Zum Autor:
Howard Phillips Lovecraft wurde 1890 in Providence (Rhode Islands, USA) geboren. Er führte das Leben eines Aussenseiters und Sonderlings, selbst mit seinen Freunden hatte er fast nur Briefkontakt. Zu Lebzeiten hat er nur einen einzigen Roman veröffentlicht. Immerhin konnte er noch etwa 40 Kurzgeschichten und 12 längere Erzählungen in Magazinen veröffentlichen, vor allem in der Zeitschrift „Weird Tales“.
Seine Geschichten kann man heutzutage nicht mehr wirklich dem Horror-Genre zuordnen, es sind eher Gruselgeschichten.

Die tragischen Helden seiner Geschichten sind meistens Intellektuelle – Studenten, Gelehrte und Wissenschaftler – die bedauerlicherweise ihre Nasen in Dinge stecken, von denen sie sich fern halten sollten. Sie erforschen okkulte Praktiken, Bücher und Wissenschaften und werden zum Opfer bösartiger Kräfte oder Wesen, die sie nicht kontrollieren können. Manchmal liegt der Keim des Verderbens aber schon in ihrer Abstammung, wenn beispielsweise irgendwelche Vorfahren sich mit bösen Kreaturen eingelassen haben.
Auffallend am Stil Lovecrafts sind auch stilistische Elemente, die eigentlich zu Science Fiction gehören: Zeitreisen oder Lebewesen aus anderen Dimensionen.

Jetzt aber eine Auflistung der Geschichten, um zu zeigen, welche Geschichten in dieser Sammlung enthalten sind:

1) Stadt ohne Namen
2) Dagon
3) Der Hund
4) Das Fest
5) Das merkwürdige hochgelegene Haus im Nebel
6) Grauen in Red Hook
7) Das Bild im Haus
8) Herbert West – der Wiedererwecker
9) Der Tempel
10) Er
11) Die lauernde Furcht
12) Nyarlathotep
13) Das gemiedene Haus
Nachwort von Dirk W. Mosig

Meine Meinung:
Wie gesagt, habe ich schon verschiedene Werke des Autors gelesen. Eigentlich habe ich mir von dieser Sammlung von Geschichten erwartet, etwas mehr Einblick in das fiktive Universum des H. P. Lovecraft zu bekommen. Schließlich tauchen verschiedene Wesen und Orte immer wieder in seinen Erzählungen auf. Diese Erwartung wurde nur zum Teil erfüllt. Die einzigen „alten Bekannten“, die ich in diesen Geschichten vorgefunden habe, waren Dagon und Nyarlathotep. Alle anderen Geschichten sind völlig unabhängig von dem, was ich bisher von Lovecraft gelesen habe.
Die Qualität der Geschichten ist sehr unterschiedlich, aber insgesamt war das Buch flüssig zu lesen und hat mich auch gut unterhalten. Man muss eben grundsätzlich Interesse an altmodischen Gruselgeschichten haben. Ausserdem ist Lovecrafts Schreibstil etwas kompliziert und die Wortwahl etwas antiquiert – man muss sich eben einlesen. Leider hat der Übersetzer nicht unbedingt gute Arbeit geleistet, denn es finden sich leider einige grammatikalische Fehler, die einem Profi nicht passieren sollten (Verwechslungen von Dativ und Genetiv etc.)

Manche Geschichten sind für neue Lovecraft-Leser wohl spannender als für Leute, die schon einiges von ihm kennen. Die „Stadt ohne Namen“ hat mich beispielsweise nicht mehr so fasziniert, weil das Grundthema der Geschichte mir schon aus anderen Geschichten vertraut war. (Unter der sichtbaren Stadt in der Wüste liegen alte Gemäuer, die nicht von Menschen stammen – lebt da unten noch etwas?) Auch „Dagon“ fällt in diese Kategorie, denn die Gestalt Dagons ist für Lovecraft-Fans weder überraschend noch erschreckend.

Gut gefallen hat mir „Das Fest“. Ich habe es nicht als richtig erschreckend empfunden, aber als sehr phantasievoll und überraschend: Ein junger Mann kehrt zum fast völlig verlassenen Wohnsitz seiner Verwandtschaft zurück, weil er eine Nachricht erhalten hat, dass dort ein wichtiges Fest begangen werden soll. Allerdings handelt es sich dabei um eine schreckliche Angelegenheit...

„Herbert West – der Wiedererwecker“ ist eine der längeren Geschichten und interessant zu lesen. Wenn diese Geschichte vor dem Tod Lovecrafts in einem Magazin veröffentlicht wurde, dann muss es in Form einer Fortsetzungsgeschichte gewesen sein, denn am Anfang der einzelnen Kapitel wiederholt sich der Autor. Geschildert wird die Geschichte aus der Sicht des Freundes von Herbert West. Herbert West, ein begabter Medizinstudent, wollte Tote wieder zum Leben erwecken – was ihm auf andere Weise gelang, als er es geplant hatte...

„Er“ behandelt auch ein Thema, das in verschiedenen Versionen bei Lovecraft auftaucht: Irgendein weißer Amerikaner entdeckt geheimnisvolle, grauenhafte Riten der Indianer und macht sich die Kraft dieser Beschwörungen zu Nutze. In diesem Fall lernt ein Künstler einen geheimnisvollen Fremden kennen, der eines dieser Geheimnisse hütet. Ein Vorfahre hat einen ganzen Indianerstamm getötet, um alleiniger Besitzer des Geheimnisses zu sein. Aber das bleibt nicht ungestraft...

„Der Tempel“ hat schon etwas unfreiwillig komisches. Denn der Held, ein deutscher U-Boot-Kapitän mit dem Namen Karl-Heinrich Graf von Altberg-Ehrenstein, wird vom Autor so bemüht als Bösewicht geschildert, dass es schon lachhaft ist. Der Kapitän schildert seine Erlebnisse in den Tiefen des Meeres in der Ich-Form und dabei betont er laufend, wie großartig es ist, Deutscher zu sein. Auf mich wirkt die Geschichte daher ziemlich dilettantisch. Die Geschichte handelt davon, dass die Deutschen im U-Boot nach und nach den Verstand verlieren und der Kapitän als letzter Überlebende schließlich eine unheimliche Stadt mit einem noch unheimlicheren Tempel entdeckt...

„Das gemiedene Haus“ ist eine sehr lange Geschichte und ist für mich die beste des Buches. Der Schreibstil ist sehr gewandt und die Geschichte ungewöhnlich, gruselig und spannend. Der Held kennt seit seiner Kindheit ein leerstehendes Haus, das von allen gemieden wird und das offensichtlich irgend etwas mysteriöses oder krankhaftes beinhaltet. In früheren Zeiten sind dort auffallend viele Leute verstorben und einige sind zuvor auf seltsame Weise wahnsinnig geworden. Denn wie können ungebildete, amerikanische Leute stundenlang in einem französischen Dialekt schreien? Warum werden sehr robuste Menschen immer schwächlicher? Der Held der Geschichte versucht gemeinsam mit seinem Onkel, das Unheil in diesem Haus zu bekämpfen...

„Nyarlathotep“ hat mir auch gut gefallen. Mit nur fünf Seiten ist sie sehr kurz. Mir hat der sehr poetische Stil der Geschichte gut gefallen und der Schluss ist ziemlich schaurig und zeigt ein nihilistisches Weltbild, wie es auch in anderen Geschichten Lovecrafts zum Ausdruck kommt. Nyarlathotep ist ein mächtiger Mann aus Ägypten. Diejenigen, die ihn eher für einen Taschenspieler halten, werden eines besseren belehrt...

Es macht für mich keinen Sinn, jede einzelne Geschichte genau zu beschreiben, denn dann würde ich zuviel über dieses Buch verraten. Die Erzählungen sind von sehr unterschiedlicher Art. Nicht alle sind wirklich übersinnlich, teilweise könnte man sie auch als „moderne Legenden“ bezeichnen, wie sie heutzutage als „Wirklich wahr“ weitergetratscht werden. Häufig wird auf fast wissenschaftliche Weise etwas geschildert, bis die Geschichte ins Gruselige umkippt. Ich fand die Geschichten größtenteils gelungen und habe wirklich alle Geschichten nacheinander gelesen, was für den Unterhaltungswert des Buches spricht. Wie bereits erwähnt, werden ein paar Geschichten Kennern von Lovecrafts Werk inhaltlich etwas bekannt vorkommen. Dafür sind dann andere Geschichten wieder überraschender.

Das im Buch enthaltene, sehr ausführliche Nachwort ist auch interessant, weil es interessante Zitate Lovecrafts enthält. Allerdings ist dieser Bericht von Dirk W. Mosig (mit dem Titel „Lovecraft: Der Dissonanz-Faktor in der phantastischen Literatur) stellenweise ziemlich trocken und leider verrät Mosig ein paar wichtige Stellen, bzw. „Auflösungen“ von Geschichten, die nicht in diesem Buch enthalten sind. Somit verdirbt er einem den Überraschungseffekt, wenn man die betreffenden Geschichten noch nicht kennt.

Mein Fazit:
Dieses Buch ist lesenswert, wenn man etwas für Gruselgeschichten im altmodischen Stil übrig hat und wenn man die Geduld hat, sich in eine komplizierte Ausdrucksweise einzulesen. Auch wenn ich nicht alle enthaltenen Geschichten gut finde, habe ich das Buch mit seinen insgesamt fast 300 Seiten unterhaltsam und lesenswert gefunden. Somit kann ich für „Stadt ohne Namen“ eine Leseempfehlung geben. Wer lieber Romane als Kurzgeschichten liest, sollte aber „Schatten über Innsmouth“ vom gleichen Autor lesen.

ISBN 3-518-37194-0

(Falls der Bericht jemandem bekannt vorkommt: Ich habe ihn auch schon bei Dooyoo und Ciao veröffentlicht.)


Geschrieben am: 04. Feb 2003, 19:16   von: Dragonfly



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