| KONTAKT | | HILFE | | HOMEPAGE |
 MyReise   MyTickets   MyShopping 
 
    STARTSEITE
Suche in
  Auswahl

Kategorie:

Aktuelles
Was ist Q-Test.de
Geld verdienen
Mitglied werden
Kontakt

  User Login
Username

Passwort



Passwort vergessen ?
 

Übersicht > Medien > Bücher > Biografien > Herrera, Hayden "Frida Kahlo"

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
gut recherchiert, schön bebildert,...

Nachteile:
keiner




Viva la vida
Bericht wurde 2209 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Im Februar wird auch in Deutschland der Spielfilm über das Leben der mexikanischen Malerin Frida Kahlo in die Kinos kommen. Deshalb möchte ich heute eine Biografie über diese Künstlerin vorstellen.
Ich bin auf die Künstlerin durch einen ausführlichen Bericht in der „Emma“ aufmerksam geworden. Kurz danach habe ich mir die hier beschriebene Biografie gekauft. Da ich dieses Buch schon vor etlichen Jahren gekauft habe, kann es sein, dass sich am Layout etwas geändert hat: Mein Exemplar zeigt als Titelbild ein schwarz-weiß-Foto der Künstlerin in ihrem Haus, mit einer Glaskugel in der Hand.

Die Autorin der Biografie, Hayden Herrera, ist Kunsthistorikerin und gilt als eine der besten Kennerinnen von Leben und Werk Frida Kahlos. Ich finde dieses Buch sehr ausgewogen, weil Hayden Herrera sowohl über das Leben als auch über die Kunst Frida Kahlos sehr ausführlich und kenntnisreich berichtet.
Das Buch ist in 25 Kapitel auf über 400 Seiten gegliedert. Es enthält sehr viele Gemälde der Künstlerin, sowohl in schwarz-weiß, als auch in Farbe, sowie einige Schwarz-weiß-Fotos von Frida Kahlo und ihrem Mann Diego Rivera. Am Ende des Buches findet man auch eine Zeittafel, aus der sich entnehmen lässt, was Frida Kahlo wann erlebt, bzw. erlitten hat (Ausstellungen, Aufenthalte im Ausland, aber auch gesundheitliche Probleme.)

Das Buch enthält viele ausführliche Zitate aus Briefen, die Frida Kahlo selbst geschrieben, oder aber von Freunden erhalten hat. Ich finde gerade diese Zitate sehr aufschlussreich, denn daraus lässt sich gut erkennen, was für ein Mensch Frida Kahlo war.
Ich finde, dass die Autorin Hayden Herrera sehr reflektiert und ausgewogen über die Künstlerin schreibt. Sie stellt sowohl ihre positiven Eigenschaften (Humor, Intelligenz, großes Talent, Tapferkeit) als auch die weniger schönen Eigenschaften dar. (Frida Kahlo hatte beispielsweise unbestreitbar einen zu großen Hang zum Alkohol, und in den letzten Jahren war sie drogensüchtig, auch um ihre schlimmen Schmerzen zu betäuben.) Manches, was zu Fridas Lebzeiten sicherlich schockierend war, gilt heute allerdings schon als alltäglich: Ihre bisexuellen Neigungen beispielsweise und ihre teilweise sehr derbe Ausdrucksweise.

Kurzer Anriss der Biografie Frida Kahlos:
Sie wurde 1907 in dem von ihrem Vater gebauten blauen Haus in Mexico City geboren. (Später gab sie oft 1910 als ihr Geburtsjahr an – aber wahrscheinlich nicht, um ihr wahres Alter zu leugnen, sondern um als „Kind der mexikanischen Revolution“ zu gelten.) 1913 erkrankte Frida an Kinderlähmung und musste neun Monate lang das Bett hüten. Ihr rechtes Bein blieb daher ihr Leben lang geschwächt und deutlich dünner.
Im Jahr 1922 wurde Frida Kahlo in die Preperatoria aufgenommen. Das war die renommierteste höhere Schule zur Vorbereitung auf die Universität und Frida Kahlo gehörte damals zu den ersten Mädchen, die diese Schule besuchen durften. In diesem Jahr lernte Frida auch ihren späteren Ehemann, den Künstler Diego Rivera kennen, der damals Fresken in der Aula der Schule malte.
1925 musste Frida Kahlo einen schweren Unfall erleiden: Der Schulbus stieß mit einer Straßenbahn zusammen und Frida, die im Bus saß, wurde von einer Metallstange regelrecht aufgespießt. Dabei wurde ihr Rückgrat schwer verletzt. Danach begann Frida Kahlo zu malen, weil sie sich für lange Zeit nicht bewegen durfte.

1929 heiratete Frida Kahlo den wesentlich älteren Diego Rivera (der zuvor schon zweimal verheiratet gewesen war). In den folgenden Jahren musste Frida Kahlo leider einige Fehlgeburten erleiden, wegen der Folgen des Unfalls war sie nicht fähig, Kinder zu bekommen.
1932 starb die Mutter der Künstlerin.
In den folgenden Jahren hatte Frida Kahlo mit ihrer Kunst in verschiedenen Ausstellungen Erfolg (beispielsweise auch in Paris und den USA)
1939 ließ sich Diego Rivera von Frida scheiden, weil er dies für das beste für beide hielt. Allerdings folgte bereits 1940 die Wiedervermählung.
1943 war Frida Kahlo als Lehrerin an der Maler- und Bildhauerschule „La Esmeralda“ tätig. Jedoch wurde das Pensum aus gesundheitlichen Gründen reduziert.
Im Laufe ihres Lebens musste sich Frida Kahlo zahlreichen Operationen unterziehen – einige davon sind heute aus medizinischer Sicht umstritten. 1946 hatte sie eine Wirbeloperation in New York, die ihr leider keine Erleichterung brachte. 1950 folgte ein einjähriger Krankenhausaufenthalt. 1953 musste ihr der rechte Fuß amputiert werden.
1954 starb die Künstlerin nach einer Lungenentzündung an einer Lungenembolie.

Der künstlerische Stil von Frida Kahlo:
Hayden Herrera beschreibt Frida Kahlos Stil vor allem als naiv: „ In der Zeichnung blieb Frida stets naiver als Diego. In den frühen Werken war die Verwendung einer primitiv- folklorehaften Zeichnung noch eine Art Tarnung für die mangelnde Erfahrung und Geschicklichkeit; später aber wählte Frida ganz bewußt die formale Naivität und verwendete sie zusammen mit der mexikanischen Farbskala als die ihr gemäßen Stilmittel.“ Allerdings konnten sich gerade die Surrealisten sehr für Frida Kahlos Kunst begeistern und Frida Kahlo beteiligte sich auch an surrealistischen Ausstellungen.
Zu Frida Kahlos Werk gehören Selbstportraits in den verschiedensten Variationen. Stets malte sie sich sehr realistisch mit den zusammengewachsenen Augenbrauen und dem erkennbaren Damenbart auf der Oberlippe. Einige Werke sehen wirklich sehr surrealistisch aus, beispielsweise „Das kleine Wild“ in dem sich die Künstlerin als verwundetes Reh darstellte. Ausserdem sehen die Bilder Frida Kahlos teilweise sehr grausam aus. Das Gemälde „Der Freitod der Dorothy Hale“ beispielsweise hat die Auftraggeber wirklich schockiert. Denn es zeigt deutlich, wie die schöne Frau aus dem Fenster stürzt und wie sie schließlich tot am Boden liegt.
Manches, was uns Mitteleuropäer vielleicht schockiert, kann man aber auch mit der mexikanischen Tradition erklären. Bei uns wäre es wohl undenkbar, ein totes, aufgebahrtes Kind zu malen. Auch Skelette würden nicht so selbstverständlich in Gemälden auftauchen.
Hayden Herrera bezeichnet Frida Kahlos gemaltes Tagebuch als surrealistisches Gesamtkunstwerk. Sie zitiert aus diesem Buch und ein paar Seiten sind (allerdings sehr klein) abgedruckt. (Inzwischen ist dieses Tagebuch ja – inklusive deutscher Übersetzung – auch im Handel erhältlich. Echte Bewunderer der Künstlerin können sich dieses teuere Werk auch anschaffen.)
Übrigens war selbst Picasso ein Bewunderer von Frida Kahlos Können. Die Autorin Hayden Herrera zitiert einen Brief des großen Künstlers an Diego Rivera: „Weder Derain noch du oder ich, keiner von uns kann einen Kopf so malen wie Frida Kahlo.“

Meine Meinung zum Buch:
Ich finde diese Biografie ausgezeichnet. Ich habe schon mehrere Bücher über die Künstlerin gelesen, aber dieses hier gefällt mir am besten. Meiner Meinung nach berichtet Hayden Herrera wie gesagt sehr ausgewogen über die Kunst und über das Leben von Frida Kahlo. Was die Kunst betrifft, so merkt man genau, dass Hayden Herrera eine Kennerin ist, aber sie berichtet auf eine Art und Weise, dass auch interessierte Laien den Inhalt gut verstehen können. Sie versteckt sich nicht hinter Fachausdrücken und zu komplizierten Formulierungen. Hayden Herrera hat insgesamt sauber recherchiert und eine sehr große Zahl sehr verschiedener Quellen verwendet.
Auch die Persönlichkeit der Künstlerin wird meiner Meinung nach gut dargestellt. Die romantisch-verklärte kommunistische Überzeugung der Künstlerin kommt zum Ausdruck. Aus heutiger Sicht kann man wohl kaum mehr verstehen, dass sich jemand Bilder von Stalin an die Wand hängt. Aber Frida Kahlo war damals wirklich überzeugt, dass der Kommunismus die Menschen befreien würde.
Das Auf und Ab in der Ehe von Frida und Diego wird im Buch auch treffend beschrieben. Teilweise habe ich mich an eine Seifenoper erinnert gefühlt (mit den Seitensprüngen auf beiden Seiten, dass Diego seine Frau ausgerechnet mit deren Lieblingsschwester betrogen hatte, dass Diego Fridas Liebhaber mit einem Revolver bedroht hatte...) Allerdings hat Hayden Herrera sauber recherchiert und es muss sich wirklich so zugetragen haben.

Mir gefallen besonders die Auszüge aus Briefen, die Frida geschrieben oder bekommen hat. Denn gerade diese echten, unverfälschten Zitate machen das Buch so lebendig und authentisch.
Auch die Auswahl der abgedruckten Bilder und Fotos finde ich sehr gelungen. Anhand der im Buch abgedruckten Gemälde kann man sich einen guten Eindruck der Bandbreite der Künstlerin schaffen. Zudem steht unter jedem Gemälde ein kluger Kommentar der Autorin, mit dem Entstehungsjahr des Bildes und der Bedeutung des Gemäldes. (z.B. „Die unerfüllte Sehnsucht der kinderlosen Frau nach Fruchtbarkeit teilt die Malerin in ihrem erdhafte Sinnlichkeit ausstrahlenden Bild „Wurzeln“ von 1943 mit.)
Ich empfehle dieses Buch allen Lesern, die sich für das Leben dieser ungewöhnlichen Frau interessieren und die ihre Bilder faszinierend finden.


Geschrieben am: 28. Jan 2003, 18:42   von: Dragonfly



Bewertungen   Übersicht


Weitere Infos? Versuchen Sie doch mal folgende Suchen bei Google:

Alle evtl. aufgeführten Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und unterliegen den jeweiligen Bestimmungen.


Was ist Q-Test.de | Impressum | Werbung | Geld verdienen | Banner | Counter | Preisvergleich | Download