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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > T > Trucker (Terry Pratchett)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Spannung, Humor

Nachteile:
Suchtfaktor




Alles unter einem Dach?
Bericht wurde 3148 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Trucker Terry Pratchett

••• Vorwort •••

Vor längerer Zeit hatte ich über den Weltbild-Verlag Zugang zur Scheibenwelt Terry Pratchetts bekommen und auch den ersten Band Farben der Magie hier besprochen.
Neugierig geworden und geradezu süchtig nach weiteren Folgen des herrlich britisch humorvollen Fantasy-Autors informierte ich mich über die weiteren Bände im Internet.
Der Schock ließ leider auch nicht auf sich warten. Sage und schreibe 26 Fortsetzungen, bisher ca. 21 ins Deutsche übersetzt, warten darauf, gelesen zu werden. Ob ´s dabei bleibt, scheint zudem ungewiss.

Tja, da werde ich wohl nicht drum herum kommen, doch bevor ich mich auf diese sicher mehrere Monate dauernde Humorreise begebe, fand ich eine Trilogie, mit der ich beginnen werde, weil ich nach der Trilogie der Nomen (kleine Gnome) noch einmal andere Literatur dazwischen einschieben werde. Ich sehe also diese Trilogie quasi als Anlauf zur Darstellung der Scheibenwelt-Romane. Der erste Teil nennt sich Trucker, recht treffend, denn ein Lastwagen stellt neben einem im Jahr 1905 erbauten Kaufhaus die wichtigste Kulisse dieser Fantasy - Tragik - Komödie dar.

••• Inhaltsanriss •••

Auch wenn die sprachliche Ironie, der typisch britische Humor und skurile Einfälle den Reiz der Fortsetzungsgeschichte ausmachen, so lebt die Erzählung auch von der Spannung, ob es dem Volk der Nomen gelingen wird, ihr Hauptziel und die Zwischenziele zu erreichen. Daher werde ich wie sonst auch nur einen Überblick über den Handlungsablauf geben, ohne das Ende (da es zwei Fortsetzungen gibt, kann es noch nicht zu tragisch werden) zu verraten.
Im Bewertungsteil werde ich dann unbedingt einige der schönsten Zitate, die Auswahl fällt schwer, einbauen, die ganz sicher erheblich zum eigenen Lesen verführen werden.

Die Nomen, ganz kleine Wichtel, leben aufgrund der Relativität, sie leben einfach um ein vielfaches schneller als die Menschen, völlig unbemerkt von den sehr, sehr langsamen Menschen in deren Umgebung.
Die Erzählung beginnt mit dem 10 cm großen Nom Masklin, der mehr schlecht als recht sich in der Außenwelt in der Nähe einer menschlichen Raststätte mit einem Grüppchen von Nomen durchs Leben schlägt. Ein Lastwagen soll sie ins gelobte Land bringen, denn den kommenden Winter würden "draußen" wohl zu viele nicht überleben.
Auf recht abenteuerliche Weise gelingt es ihnen tatsächlich, heimlich im Lastwagen mitzufahren, wobei sie beinahe das Ding (ein Computer), ihren wichtigsten Ratgeber, allerdings die meiste Zeit eher stumm, verloren hätten.

Die Fahrt endet im Fuhrpark eines Kaufhauses. Zur großen Überraschung stoßen sie dort auf einen anderen Nom. Der ist mindestens genauso überrascht, dürfte es doch außerhalb des Kaufhauses seiner Religion nach keine anderen Nomen geben. Das gegenseitige Kennenlernen der in Kaufhausabteilungen unterschiedlich lebenden Nomen mit den Außenweltlern gestaltet sich nicht nur wegen ihrer wechselseitigen Vorurteile schwierig.

Doch eine nahende Katastrophe zwingt die kleinen Wichtel, ihre Eitelkeiten, Machtstreitereien und sonstige Differenzen schnellstens zu überwinden, um gemeinsam einen Ausweg zu finden. Den zunächst völlig ungläubigen Nomengruppen des Kaufhauses wird immer deutlicher, dass das für sie bisher fast paradiesische Kaufhausleben sich seinem Ende zuneigt, denn es soll abgerissen werden. Nur äußerst widerstrebend gestehen sie sich ein, dass der von ihnen als Gott verehrte Kaufhausgründer Arnold Bros (gegr. 1905) zwar alles unter einem Dach untergebracht hat, aber eben doch alles und erst recht nicht für die Ewigkeit.

Wohl oder übel müssen sie einen Plan schmieden, wie sie alle zusammen das Kaufhaus verlassen können. Doch bis ihnen dies mit einem selbst gesteuerten Lastwagen trotz einer Polizeikontrolle unterwegs gelingt, müssen sie noch viele Hindernisse überwinden.
Mehr soll es inhaltlich nicht sein, denn wie schon geschrieben, Humor und Spannung zeichnen die Geschichte aus und ich möchte keine dieser Zutaten verringern.

••• Bewertung •••

Herrlich, wie der Autor die direkte Art der Außenweltler der Eitelkeit der Kaufhausnomen gegenüberstellt, wobei sich mehr als häufig Vergleiche zu uns Menschen anbieten.

»Ich muss deinen Vater kennen lernen?« Masklin fragte sich, warum das unbedingt erforderlich sein sollte.
»Den Herzog von Kurzwaren«, sagte Angalo stolz. »Den Verteidiger des Zwischenstocks, den Autokraten der Kantine.«
»Dein Vater ist drei Personen?« erwiderte Masklin erstaunt.
»Es sind seine Titel. Einige davon. Im ganzen Kaufhaus gibt es nur wenige Nomen, die mächtiger sind als er. Habt ihr auch im Draußen Väter?«
Komisch, dachte Masklin, die meiste Zeit über verhält sich dieser Junge wie ein eingebildeter Hohlkopf. Es sei denn, er spricht übers Draußen. Dann wird er zu einem aufgeregten Kind.

Überhaupt, nicht nur die Einfälle der Lebensweise der Nomen, ihre Gestaltung der Parallelwelt zu den Menschen verblüffen immer wieder, sondern auch die hintergründig, manchmal nur scheinbar einfältig naive Denkweise der Nomen reizen immer wieder zum Lachen.

Eigentlich typisch menschlich folgende Argumentation des Herzogs der Kurzwaren, quasi weil nicht sein kann, was nicht sein darf:
»Sei still! Du kennst die Worte von Arnold Bros (gegr. 1905)! ALLES unter einem Dach! ALLES! Also: Es kann kein Draußen geben. Also: Ihr kommt nicht von dort. Also: Ihr stammt aus einer anderen Abteilung. Miederwaren. Oder Junge Mode. Jene Bereiche haben wir nicht gründlich erforscht.«

Die unerforschten Bereiche hatten wenig Nutzwert für die Nomen, daher wurden sie quasi links liegen gelassen.

... »Aber wir kommen wirklich von draußen«, beharrte Masklin. »Es gibt kein Draußen!« betonte der Herzog. »Es existiert nur für gute Nomen, die immer anständig gewesen sind - nach ihrem Tod bekommen sie Gelegenheit, in einem ganz besonderen Draußen glücklich zu sein und ewig zu leben. Ich bitte dich...«

Zum Abschluss der Zitate folgende Überlegung Masklins, der gerne hinterfragt, eine Eigenschaft mit der man sich nicht nur unter Nomen zuweilen sehr unbeliebt machen kann!

"Das ist doch lächerlich, wollte er sagen. Warum zanken sich Nomen mit anderen Nomen, sobald sie genug zu essen und zu trinken haben? Im Leben eines Noms muss es doch noch mehr geben. Und er wollte sagen: Wenn Menschen so dumm sind - wie konnten sie dann das Kaufhaus und die vielen Lastwagen bauen? Wenn wir wirklich so klug sind - dann sollten die
Menschen von uns stehlen und nicht umgekehrt. Sie mögen groß und langsam sein, aber bestimmt verbirgt sich eine Menge Intelligenz in ihnen.
Und er wollte hinzufügen: Es würde mich gar nicht überraschen, wenn sie mindestens so intelligent sind wie Ratten."

Wer Spannung, Fantasie, Humor, auch schwarzen Humor neben geschickt verpackten philosophischen Gedanken schätzt, der kommt an dieser Romanreihe nicht vorbei. Doch muss ich warnen, denn wer an dieser Art literarischer Reise Gefallen findet, wird ganz schnell süchtig. Zwar lässt sich die Trilogie der Nomen rasch lesen, doch dann warten die noch phantastischeren 26 Kurzromane der Scheibenwelt. Trotzdem, von mir kann es nur eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben. Warum? Nach dem Lesen einer Pratchett Geschichte bin ich nicht nur ausgesprochen guter Laune, beschwingt sondern irgendwie seltsam gut erholt, sozusagen auf einem positiven Trip ohne Nebenwirkungen.

Nun noch die Sachinformationen zum Buch. Das im Heyne-Verlag erschiene Bändchen mit 206 Seiten, Erstausgabe Januar 1993, sehr lustig hübsch illustriert, kostet über amazon.de 6,95 Euro neu. Am besten man kauft gleich alle drei Bände, nämlich Trucker, Wühler und Flügel. Das erspart die Zustellgebühren. Warum der letzte Band bei amazon.de leider nur ab 18,90 Euro beziehbar ist, bleibt mir verwunderlich.
Nun, bei Ebay gibt es alle drei Geschichten in einem Band, auch Heyne Verlag, gebraucht, aber angeblich gut erhalten, zwischen 1,50 und 3 Euro zu ersteigern. Ansonsten bleibt immer noch der Gang in die nächste Buchhandlung, die bestimmt den Sammelband, erschienen 2002, bestellen kann.

Ebook Leser finden zudem über Tauschbörsen recht rasch preiswerte Alternativen.

Egal, welchen Weg ihr wählt, das Lesen dieser Geschichten verbessert die Stimmung.
In diesem Sinne viel Spaß und Freude mit den Nomen.


Geschrieben am: 21. May 2004, 12:54   von: Volker111



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