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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > R > Ramses - die Schlacht von Kadesch

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Schlacht um Teil 3
Bericht wurde 3389 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Nachdem ich das Lesen des zweiten Bandes der fünfteiligen Romanbiographie über Ramses II zu einem annähernd zweijährigen Projekt ausgeweitet hatte, war ich beim Lesen des dritten Bandes „die Schlacht von Kadesch“ (Rowohlt 1. Auflage März 1998) dann doch wieder zu meinem altgewohnten Lesetempo zurückgekehrt. Irgendwie war der dritte Band (gebunden damals etwa 40 DM) denn auch wieder spannender.

Ramses II hofft in seinen ersten Regierungsjahren auf eine friedliche Herrschaft über Ägypten – doch Pustekuchen, das sehen so einige nicht ein. Die Geschichte arbeitet sich so auf das Ereignis der Schlacht um die Festung Kadesch hin, die meines Wissens nach von Ramses II seinerzeit gegen die Hethiter verloren wurde, irgendwie gelang es aber damals, aller Welt weiszumachen, er hätte gewonnen. Die Kunst der antiken Politik.

Im Buch kämpft Ramses so gegen den Hethiterkönig Muwatalli. Dieser ist ein altes erfahrenes Schlachtroß, der allerdings alle Mühe hat, seinen kriegslustigen Sohn zu bändigen. Beide sind sich nicht sonderlich grün und im Hethiterreich geht es zu wie bei Attila dem Hunnen – wenn da ein Söhnchen das Väterchen meuchelt, ist das eine Heldentat und kein Verbrechen. Währenddessen freut sich da also schon der Dritte: Hattuschili – der Bruder des Herrschers, eher Intrigant als Kämpfer, hinter dem aber eine starke Frau steht. Die Hethiter erscheinen so also durchaus als komplexer, nicht gerade homogener Gegner. Richtig arme Schweine sind die Fürsten, deren Reiche als Prellbock zwischen beiden Gegners liegen. Erst Druck von den Hethitern, dann von Ramses voll einen vor den Latz. Auch hier weiß man nicht, wer nu wo steht.

Um Ramses herum hat sich derweil ein recht amüsanter Spionagering gebildet. Amüsant? Dem Spionagering gehören einige Leute an, die alle glauben, die Fäden in der Hand zu haben, aber irgendwann doch feststellen, daß dem nicht so ist. Zu diesem Ring gehören beispielsweise Ramses Bruder Chenar, Ramses enger Schulfreund Acha, ein böser Magier und einige weitere Figuren, die eigentlich nichts mit Ramses zu tun haben, aber ihr eigenes Süppchen kochen.

Während Ramses Freunde gegen die eher weltlichen Machenschaften dieses Spionageringes vorgehen, muß Ramses (und jetzt wird’s kitschig) höchstpersönlich samt seines göttlichen Schutzschilds um das Leben seiner Frau Nefertari kämpfen, die von dem Magier bedroht wird. Der Autor Christian Jacq hat seinen Ramses immer wieder auf eine Art Podest gestellt, so daß zwischen dem Leser und der Hauptfigur immer eine große Distanz blieb. In diesem Buch kommt Ramses dem Leser doch wieder etwas näher – wahrscheinlich weil das Schicksal ihn endlich mal etwas beutelt, und man ihn gleichzeitig selbst mal in Aktion sieht. Sonst mussten seine Freunde ja immer alles herausreißen.

Der dritte Band liefert einige Wendungen in der Geschichte – viele Figuren muß man am Ende anders betrachten als vorher. Leider ist Jacq dabei irgendwie ungeschickt. Man fühlt sich als Leser geradezu überrollt von diesen Wendungen – auf der anderen Seite bekommt die Geschichte neuen Schwung, man wird aus seiner Lethargie gerissen. Das Problem liegt daran, daß die Geschichte sehr szenenhaft erzählt wird. Wenige Passagen gehen über mehr als 4 Seiten, dann wechselt der Handlungsstrang wieder zu völlig anderen Figuren und Orten. So glaubt der Leser sich allwissend, ist es aber nicht, wie ich nun feststellen musste. Allerdings fühlte ich mich beim Lesen nicht ganz wohl. Vielleicht weil Jacq es sich zu einfach machte, und aus einer einst guten, eine böse und dann doch wieder gute Figur werden ließ. Ich war über die Entwicklung des Charakter namens Acha eher verwirrt, den überzeugt.

Das Erzähltempo ist durch die Szenenhaftigkeit ziemlich schnell, das Buch lässt sich gut lesen, lässt aber vieles nicht tief wirken. Das meiste bleibt an der Oberfläche, Charaktere entwickeln sich dadurch nur langsam, weshalb ich bereits drei Bände benötigte um überhaupt Sympathien entwickeln zu können. Durchbrochen werden die Szenen durch Beschreibungen aus dem Alltag des antiken Ägyptens, aber auch die Landschaft, Tempelanlagen oder Bräuche werden lebhaft beschrieben. Da Jacq Ägyptologe ist, dürften diese Aspekte auch durchaus glaubhaft dargestellt sein. Trotzdem ist vieles, was Ägypten betrifft fast zu idyllisch dargestellt.

Zurück zum Buchtitel „die Schlacht von Kadesch“ (franz. Original: Ramsès: La Bataille de Kadesh erschienen 1996), welche natürlich auch im Buch stattgefunden hat und in einer Pattsituation endete. Irgendwie haben die Ägypter die Schlacht gewonnen – allerdings haben die Führer der Hethiter sich in der uneinnehmbaren Festung von Kadesch verschanzt, so daß man sich gütlich zu einigen gedachte. Aber wie die Ägypter gewannen: Hilfe! Ich sage euch: der Autor hat zu viel Asterix gelesen oder Ramses hat zu viel Spinat gegessen! Kommt es doch dazu, daß Ramses mutterseelenallein da steht, weil seine Leute Muffensausen bekamen – und was tut Ramses, er wird zur rasenden Wildsau und haut als Einmannarmee die halbe hethitische Wehrmacht samt deren Verbündeten ins Nirwana. Allein sein göttlicher Anblick (ihm ist Amun oder so in die Knochen gefahren) haute die Gegner aus den Socken. Kurz bevor Ramses ins Gefecht zieht, spricht er noch einmal zu den Göttern, ist echt mies drauf und beschließt wenigstens kämpfend in die Unterwelt einzulaufen. Und irgendwo vernahm ich schon einmal die letzten Worte des Pharao vor der Schlacht „mein Vater(...) warum hast du mich verlassen?“

Ich erlitt eine mittelschwere Krise und hörte lange nicht auf zu lachen.

Also ich sag mal bis auf die letzten 50 Seiten, wo Jacq irgendwie seltsam wurde, war das Buch aber ganz gut. Man sollte es aber als Teil einer Romanserie nicht einzeln lesen, das bringt nichts – außerdem ist das Ende offen.











Geschrieben am: 29. Apr 2003, 21:50   von: vampire-lady



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