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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > R > Ramses - der Tempel der Ewigkeit (Jacq, Christian)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



ich las für die Ewigkeit
Bericht wurde 3389 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ich habe den ersten Teil der fünfteiligen Romanbiographie über Ramses den II. damals ziemlich schnell verschlungen und mir trotz des Preises von über 40 DM alle anderen Teile ratzfatz besorgt. Um Teil zu lesen „Ramses – der Tempel der Ewigkeit“ brauchte ich dann doch so lange, wie der alte Pharao für eines seiner Bauwerke – ich war über 2 Jahre am Werken und benötigte für den 413-Seiter insgesamt vier Anläufe, bis ich mich hindurchgewulacht hatte. Eigentlich hatte ich auch keine große Lust über das zuerst 1996 in französisch erschienene Buch mit dem Originaltitel „Ramsès. Le Temple des millions d’annés“ zu schreiben. Aber da ich mir gerade wesentlich zügiger mit Teil 3 („die Schlacht von Kadesch“) den Schädel fülle, dachte ich mir, kannste doch mal was zu loswerden.

Die erste Ausgabe der deutschen Version erfolgte im September 1997 bei Rowohlt. Mittlerweile gibt es die Bücher natürlich wesentlich günstiger im Taschenbuchformat. Allerdings finde ich es ätzend, Buchreihen zu besitzen, die so zusammengestückelt aussehen.

Was zunächst interessiert, ist der Autor. Christian Jacq sollte so richtig Ahnung vom alten Ägypten haben, hat er die Materie doch schließlich an der Sorbonne studiert und sogar ein eigenes Institut zur Erhaltung antiker Baudenkmäler gegründet. (Institut Ramsès). Man kann also davon ausgehen, daß man so einiges beim Lesen lernen kann – was für einen Sachbüchermuffel, wie mich mal gar nicht so verkehrt ist.

Leider aber ist der Autor Jacq wohl aber der kreative Teil seiner Persönlichkeit, der beim Schreiben seiner Romane die Pferde durchgehen. Nicht umsonst wird Jacq auf dem Cover als Romancier bezeichnet – neigt er doch besonders, wenn es um seine Pharaonen geht, nicht nur leicht zur Übertreibung. Eigentlich musste die Romanfigur des Ramses angesichts der Tatsache, wie sehr der Autor seine Figur als Gott betrachtet, einen Nervenzusammenbruch bekommen. Selbst die Figur ist viel bescheidener. Des öfteren beschreibt Ramses sich selbst nämlich als Diener seines Landes, welcher nur das tut, was für Ägypten richtig scheint, während er selbst dahinter zurücksteht. An diesem Punkt frage ich mich, hat Jacq erkannt, wie abgehoben sein Ramses manchmal erscheint – welche Distanz zum Leser entsteht? Will er ihn an diesen Stellen wieder vermenschlichen, um eine Nähe zum Leser zu schaffen?

So aber ist Ramses nicht nur simpel schön, stark und mutig – sondern auch von einem magischen Schutzschild umgeben, welches ihm vor allem übel schützt. Und das nervt auf die Dauer vielleicht – vor allem, wenn man darüber nachdenkt, wird einem die mangelnde Logik nur noch bewusster. Wahrscheinlich auch, weil dieser Umstand im Laufe der Geschichte immer stärker betont wird. Umso abstruser dabei ist die Tatsache, das Ramses ganz einfach seinen Weg geht. Er bekommt in den Kopf, jetzt bau ich mal hier eine Stadt und da einen Tempel, mach hier dies und da das, während sein fieser älterer Bruder Chenar (dem Ramses sozusagen den Thron weggeschnappt hat) ebenso intrigiert, wie seine Schwester Dolente samt Ehemann oder sogar einer seiner engsten Freunde, namens Acha. Um da aber hinter zu kommen, reicht der supertolle magische Schutzschild nu wieder nicht aus. Währenddessen haben Ramses enge Freunde, der Schreiber Ameni, der Leibwächter Serramanna, der Schlangenzüchter Setaou oder der Jude Moses (ja Leute DER Moses, mit rotem Meer teilen und so, genau DER) den ganzen Ärger – sie nämlich müssen Ramses den Rücken frei halten.

In diesem Teil feiert Ramses seine Krönung und beginnt damit seine Regierung zu planen. Was auch gelingt, auch wenn Chenar versucht dazwischen zu funken. Aber auch eine Nachfahrin des „Ketzerkönigs“ Echnaton erscheint am Horizont, um mit Hilfe des bösen Magiers Ofir den Thron an sich zu bringen. Nun hat es der arme Pharao auch noch mit schwarzer Magie zu tun!

Das ist aber alles nicht so schlimm, denn Ramses (welcher bis heute als bautätiger alter Ägypter gilt) lässt nicht nur den Bau mehrerer Tempel beginnen, sondern stellt sich auch mal eben eine neue Hauptstadt „Pi-Ramses“ in den Wüstensand. Auch familiär klappt es wunderbar und Ramses wird Papa. In kürzester Zeit blüht auch das Land auf – schöner als je zuvor.

Mehr ist zum Inhalt eigentlich nicht zu sagen. Auf der einen Seite folgt das Buch, dem Lebensweg von Ramses II, welcher in der Tat durch große Bautätigkeit bestimmt war. Das ganze Drumherum aber lebt davon, wie Intrigen um den König gesponnen und wieder vereitelt werden – rein fiktiv und oft dick aufgetragen, aber trotz allem schön und flüssig geschrieben. Der Autor arbeitet mit eher kurzen Szenen, denen man leicht folgen kann. Häufig wechselt er die Erzählperspektive, so daß der Leser mehr weiß, als jede der auftretenden Figuren. Und doch hat der Autor eines clever gemacht – auch wenn der Leser alles zu wissen glaubt, so musste ich im Verlauf der Geschichte feststellen, daß dem nicht so ist. Die eine oder andere kleinere Wendung im Geschehen ist durchaus noch drin. Während die einzelnen Szenen recht simpel gehalten sind, füllt Jacq das Buch mit Momentaufnahmen von Bauwerken, Landschaftsskizzen oder Szenen aus dem Alltag in den Städten, im Palast oder auf den Baustellen. Auch wenn Jacq dabei nicht so sehr ausschmückt, wie ich es von einigen anderen Autoren kenne, hat man doch immer wieder lebhafte Bilder vor dem Auge.

Während Ramses dem Leser immer unnahbar bleibt, erscheinen andere Figuren doch näher und sympathischer. Besonders gilt dies für Ramses engen Freundeskreis, die sich wenigstens die ein oder andere menschliche Schwäche leisten können. Selbst der fiese Chenar steht einem irgendwo näher als sein göttlicher Bruder. Ich finde es aber eigentlich schade, dass die Hauptfigur einem so fremd bleiben muß. Trotz allem bleiben aber die Charakter eher oberflächlich skizziert – was wohl auf die Szenenhaftigkeit der Erzählung zurückführbar ist.

Ich habe mich mit diesem zweiten Teil wirklich ein wenig herumgequält und dachte mir Grausen an das was kommen möge, muß aber sagen, daß der dritte Teil wieder besser werden wird. So betrachte ich den „Tempel der Ewigkeit“ als notwendiges Übel um von Teil 1 zu Teil 3 zu gelangen. Empfehlen kann ich das Buch nur dem der den Fünfteiler wirklich gesamt lesen will. Schließlich werden in den einzelnen Teilen Geschichten begonnen, aber nicht beendet, so daß man zwangsläufig weiterlesen muß. Was über die etwas schwerfällige Geschichte hinweghilft, ist die rasche und schnell wechselnde Erzählweise des Autors.



Geschrieben am: 08. Apr 2003, 21:52   von: vampire-lady



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