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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > L > Letzter Tanz (Deaver, Jeffrey)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
bis zum Ende nicht durchschaubar, aber dann logisch aufgelöst

Nachteile:
Vorgängerroman war noch etwas besser




Ein Thriller voller überraschender Wendungen
Bericht wurde 1448 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Und wieder einmal bin ich in den Fängen eines „Serienschreibers“ gelandet. :-) Jeffrey Deaver heißt der Mann und wird völlig zu Recht als einer der besten Thrillerautoren unserer Zeit bezeichnet. Neben vielen von einander unabhängigen Roman gibt es auch (zu Zeit) 3 Bücher, die das jeweils gleiche Ermittlerteam als Hauptpersonen haben: Lincoln Rhyme, ehemaliger Leiter der Spurensicherung der New Yorker Polizei, der nach einem Arbeitsunfall vom Hals abwärts gelähmt ist und die junge Polizistin Amelia Sachs, die als seine Assistentin quasi sein Auge und sein Ohr am jeweiligen Tatort ist.

Nachdem ich das erste Werk dieser Reihe „Die Assistentin“ (im Original „The bone collector“) vor einigen Wochen förmlich verschlungen habe, ist es bei meiner Ungeduld nicht verwunderlich, dass der 2.Band „Der letzte Tanz“ (im Original „The coffin dancer“) nicht lange auf das „Gelesen werden“ warte musste.

Handlung:

Das Besitzer-Ehepaar einer kleinen Fluggesellschaft und einer ihrer Angestellten machen eine Beobachtung die einen großen Waffenhändler hinter Gitter bringen könnte. Als der Ehemann bei einem Bobenattentat auf sein Flugzeug umgebracht wird, werden die Witwe und der Mitarbeiter in Schutzhaft genommen. Alles deutet darauf hin, das der angeheuerte Killer, der verhindern soll, das die Zeugen aussagen, der „Tänzer“ ist; ein Top-Killer, von dem nichts weiter bekannt ist, außer einem Tattoo auf dem Arm, dass den Tod mit einer Frau vor einem Sarg tanzend zeigt. Da Lincoln Rhyme diesen Killer schon einmal vor 5 Jahren gejagt hat und dabei 2 Mitarbeiter verloren hat und außerdem nur noch 48 Stunden bis zur Zeugenaussage bleibt, bittet die Polizei ihn und Amelia Sachs darum, den Killer aufzuspüren, bevor er noch einmal zuschlagen kann. Dadurch dass die Witwe trotz aller Schutzmaßnahmen unbedingt einen wichtigen Flugauftrag durchführen will, da sonst ihre Firma Pleite geht, dass der „Tänzer“ scheinbar jeden Zug im Voraus ahnt und das Lincoln Rhyme aus nicht ersichtlichen Gründen ganz gegen seine Art nicht nur die Fakten des Falles ermitteln will, sondern scheinbar besessen davon ist, den „Tänzer“ zu fassen, macht die Situation noch komplizierter. Außerdem gibt es auch noch Spannungen zwischen Rhyme und seiner Assistentin Sachs.

Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht der Ermittler als auch aus der Sicht des Täters erzählt.


Meinung:

Wieder einmal ist Jeffrey Deaver das gelungen, was ich persönlich an Thrillern besonders schätze: Bis kurz vor Ende des Buches ist man sich absolut nicht im Klaren darüber, wer was warum getan hat. Und es gibt dann doch eine überraschende, aber absolut logische Erklärung aller Zusammenhänge.

Im Gegensatz zum Vorgängerroman geht es hier erst etwas bedächtiger los, die Grundsituation und das Verhältnis der Personen zueinander waren nach meinem Empfinden nach etwa 100 der 530 Seiten eigentlich geklärt und ich war schon fast etwas enttäuscht. Aber Deaver benutzt diese vermeintliche Ruhe scheinbar nur als Vorspiel dazu, um den Leser auf den restlichen 400 Seiten von einer Überraschung, Finte oder Sackgasse in die Nächste zu führen. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint. Diese 400 Seiten habe ich an einem Stück gelesen, ohne Pause. Das ist genau das, was man als Spannung, als „Thrill“, der ja der ganzen Gattung den Namen gegeben hat, definiert.

Trotz aller Schwenks und Überraschungen bleibt aber die Darstellung der Personen und ihrer Motive immer nachvollziehbar. Auch die Probleme und Einschränkungen des Haupthelden, der ja querschnittsgelähmt ist, werden anschaulich dargestellt, ohne das der Roman gleich zu einem Schlüsselwerk der Behindertenintegration wird, der eine Botschaft verbreiten will. Ich habe vielmehr das Gefühl, das die Bewegungslosigkeit Lincoln Rhymes von Deaver als Gegenpol zur Hektik der Verfolgung und der Krimihandlung benutzt wird. Seien Einschränkungen zwingen Rhyme dazu, alles im Kopf durchzuspielen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der große Physiker Stephen Hawking, der ja ebenfalls fast bewegungsunfähig ist, als Anstoß für die Entwicklung des Charakters Lincoln Rhyme gedient hat. Das hier aber ohne diesen „Wink mit dem Zaunfall“ trotzdem ganz nebenbei dargestellt wird, zu was auch ein körperlich eingeschränkter Mensch in der Lage ist, ist für mich ein positiver Nebeneffekt dieser Romanserie.

Neben all der Spannung werden aber auch wieder im Rahmen der Handlung viele Methoden der Forensik, also der kriminalistischen Spurensuche, eingebaut und somit vorgestellt. Auch wenn etwas der Gebrauch der Fachbegriffe fast etwas übertreiben wird, kann man dem Auswerten kleinster Spuren und ihrer Einordnung in den Gesamtzusammenhang gut folgen.

Man sollte an dieser Stelle aber auch wieder erwähnen, das Romane von Deaver nicht unbedingt für Zartbesaitete geeignet sind. Die brutalen Details sind in diesem Roman zwar nicht so ausgeprägt wie in „Der Assistentin“, aber trotzdem schreibt er manchmal sehr „plastisch“.

Komme ich zum Abschluss noch kurz zu 2 Punkten, die ich immer wieder anspreche (meine Stammleser stöhnen schon auf :-)):

Zum einen habe ich mal wieder das englische Original gelesen und rate auch hier jedem dazu, dies auch einmal zu versuchen.Es ist einfacher als viele denken. Ein paar Fachausdrücke aus der Forensik und der Gerichtsmedizin muss man bei diem Buch vielleicht nachschlagen, aber ansonsten liest es sich auch in Englisch absolut flüssig und problemlos.

Zum anderen greife ich bei Romanserien zu gerne das Thema Zusammenhang der einzelnen Folge auf. Auch in diesem Roman baut sich natürlich das Verhältnis gerade der beiden Hauptpersonen vor dem Hintergrund des Vorgängerwerkes auf und wird besser verstanden, wenn man diese kennt. Aber da die wichtigsten Fakten davon noch einmal erwähnt werden und diese nicht zu sehr für das Verständnis wichtig sind, bin ich der Meinung, dass man diese Serie zwar durchaus mit etwas mehr Vergnügen in der richtigen Reihenfolge liest, man aber absolut nichts verliert wenn man dies nicht tut oder nur einzelne Werke herausgreift.

Insgesamt betrachtet wieder ein absoluter Ausnahmethriller, wenn man auch sagen muß, das „Die Assistentin“ doch noch besser war, da es nicht die etwas lange Einleitung gab. Trotzdem gebe ich die volle Punktzahl, da im Vergleich zu anderen Thrillern auch ein „zweitklassiger“ Deaver absolut TOP ist.

Das 3.Werk der Reihe „The Empty Chair“ steht hier auch schon bereit und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich der Spannung nicht lange widerstehen kann. (wo geht es zu den anonymen Serienroman-Lesern ?)


Geschrieben am: 29. Jan 2002, 14:32   von: emty



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