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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > D > Der Untergang Die Chronik der Unsterblichen Wolfgang Hohlbein

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



blubb
Bericht wurde 3638 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Und wieder sind 400 Seiten Hohlbein bewältigt. Der 4te Teil der Chronik der Unsterblichen aus dem Hause Hohlbein ist als Ullstein-Taschenbuch für regulär € 8,95 zu haben.

Bisher besteht die Reihe aus folgenden 6 Titeln:
1. Am Abgrund
2. Der Vampyr
3. Der Todesstoss
4. Der Untergang
5. Die Wiederkehr
6. Die Blutgräfin

Mit „der Untergang“ hat es Hohlbein denn tatsächlich auch geschafft mich zu überraschen, indem er vom üblichen Erzählstil der Vorgängerbände abweicht.

Doch erst mal ein Rückblick damit man weiß um wen es überhaupt geht. Der Protagonist Andrej Delany tobt zur Blütezeit der Großinquisition (15. Jhd.) durchs südöstliche Europa, seit dem zweiten Band begleitet vom ehemaligen nubischen Sklavenhändler und Piraten Abu Dun. Der Leser begleitet Delany über einen Zeitraum von gut 10 Jahren von Transsylvanien nach Süddeutschland. Andrej ist ein begabter Schwertkämpfer und hat vor langer Zeit schon festgestellt, daß er ein Unsterblicher ist – über die Chroniken hinweg wurde dieser Zustand genauer definiert, Andrej ist ein Vampyr. Um mehr darüber zu erfahren, macht Andrej sich auf die Suche nach Leuten, die ihm seine Fragen beantworten können. Die Erlebnisse auf seiner Suche/Reise machen nun die Chronik aus. Hierbei geht es nicht ausschließlich um Vampire, sondern auch um andere Formen von Unsterblichen. Abu Dun begleitet ihn zunächst (lt. eigener Aussage) aus Neugierde, da er sowieso nichts besseres zu tun hat. Unterschwellig lassen sich aber tiefere Motive vermuten, weshalb ihre Freundschaft – denn zweifellos ist es eine – immer unter einer gewissen Spannung steht. Andrej selbst hat in seinem Leben so ziemlich alles verloren, was ihm etwas bedeutet hat – vieles davon haben die Inquisitoren zu verantworten, die immer wieder als böse Macht in der Chronik erscheinen.

Andrej wird von der Unsterblichkeitsnummer ziemlich überrascht. Zunächst ahnungslos wunderte er sich über die eigene Unkaputtbarkeit und seine immensen Selbstheilungskräfte. Just in dem Moment wo der Leser nun meint, sich in einem Highlander-eskannnureinengeben-Schwertschwingkopfab-Mythos wieder zu finden, erfährt er von einem seinesgleichen, daß er ein Vampyr ist. Leider erhält er wenig weitere Informationen, weil er den guten Mann köpfen muß. So muß Delany vieles über die eigene Natur (zusammen mit dem Leser) allein lernen. Da der hohlbeinsche Vampyr sich vom klassischen Dracula-Vorbild in einigen Aspekten unterscheidet, weiß man auch nach dem Lesen von Teil 4 immer noch nicht vollständig, wie der Vampyr an sich zu charakterisieren ist. Häufig liegt es daran, daß Hohlbein Sachverhalte auch einfach nicht richtig an den Leser bringen kann. Zumindest ist mir immer noch nicht ganz klar, ob Hohlbeins Vampyre nun wirklich Blut brauchen oder ob sie ihren Opfern/Gegners nur deren Energie abzweigen. Anscheinend liegt die Antwort in der Art der Opfer/Gegner begründet. Zumindest aber eins ist sicher, der Vampyr an sich ist mit dem Highlanderimage eindeutig behaftet – und das nicht nur, da Andrej ein Schwertschwinger ist.

Nachdem Hohlbein in den ersten drei Teilen der Chronik vorwiegend auf Action und rasantes Erzähltempo gesetzt hat, schaltet er in Teil vier nun deutlich herunter. Die Charaktere stolpern zumindest nicht mehr von einem Kampf in die nächste Schlacht. Stattdessen nimmt Hohlbein sich endlich die Zeit seine Hauptfigur in den Mittelpunkt zu rücken und Andrej näher zu charakterisieren (besser spät als nie). Des weiteren erfährt man so auch endlich mehr über die Vampyre, wenn sich zum ende hin auch wieder Fragen auftun, die man nicht zu beantworten vermag – was man aber dahin gehend akzeptieren kann, daß die Chronik noch lange nicht beendet ist und sich eben die Frage nach dem Wesen der Vampyre als roter Faden durch die Bücher zieht. Andrej hat ein dunkles (böses?) instinktgetriebenes „Ding“ in seinem inneren gefunden und es ist zu vermuten, daß dieses „Ding“ über die Zeit hin stärker wird und seine guten Seiten verdrängen wird. Andrej ist nicht einfach ein Vampyr sondern entwickelt sich mit der Zeit immer mehr in diese Richtung. Andrejs Suche scheint der Weg zum Ziel dieser Chronik zu werden.

In Teil vier werden Abu Dun und Andrej von vier seelenlosen Kindern fast niedergemetzelt und finden sich in einem Zigeunerlager wieder. Erstaunlicherweise genau in diesem Lager lebt die alte Anka, welche Andrej schon lange sucht. Sie, so hatte er erfahren, könnte ihm endlich Antworten auf seine Fragen geben. Enttäuschenderweise scheint die Alte ihm keine Auskünfte geben zu wollen. Da Abu Dun sich von seinen Verletzungen erholen muß, beschließen sie vorerst bei den Zigeunern zu bleiben. Andrej lernt die schöne Elena kennen, die eine seltsame Faszination auf ihn ausübt. Währenddessen geschehen im Umfeld der Zigeuner widernatürliche Dinge, die Elena als Hexe erscheinen lassen. Andrej in seinem Pflichtbewusstsein will die Zigeuner (und Elena) nicht dem Zorn der Dorfbewohner überlassen. Einzig Abu Dun erkennt, daß Elena Andrej in ihren Bann gezogen hat, denn sie hat die Macht andere zu beeinflussen. Gleichzeitig stellt sich heraus, daß zwischen den Zigeunern und den vier Monsterkindern von eine Verbindung besteht.

Um nicht mehr zu verraten, will ich an diesem Punkt nur sagen, daß Teil 4 ganz im Zeichen des Vampyrismus steht.

Wie erwartet, macht Hohlbein wieder das gleiche worüber ich mich schon vorher öfters geärgert habe. Andrej trifft anscheinend gute Charaktere, die sich aber am Ende als die Bösen entpuppen, leider nur zu vorhersehbar, zumal man das Schema kennt und dies auch erwartet. Da Teil 4 nun von Stil und Tempo her von den Vorgängern abweicht, hat er es zunächst geschafft mich einzulullen – bis sich am Ende wieder die bekannte Entwicklung abzeichnete. In Sachen Vorhersehbarkeit bekommt er aber diesmal einen Bonuspunkt, denn diesmal gab es mehrere Personen auf die man seinen Verdacht lenken konnte – so richtig den Finger auf den wunden Punkt zu legen, vermochte man nicht, da selbst Abu Dun ins Zwielicht geriet. Nun mag man sagen, Abu Dun als stetiger Nebendarsteller wäre zu wichtig um aus der Geschichte entfernt zu werden. Dem sei entgegengesetzt, daß Hohlbein bereits zuvor Charaktere gleicher Qualität ins literarische Abseits geschickt hat. Außerdem neigt er dazu Teilgeschichten nicht wirklich zuende zu erzählen, was mich ungemein ärgert. (So warte ich immer noch auf den Showdown zwischen Vlad Dracul (Frederic) und Andrej der rückblickend auf „der Vampyr“ noch zu erfolgen hat.)

Überhaupt verdient der zuständige Lektor den einen oder anderen denkvermögenerweiternden Schlag auf den Hinterkopf. Das hintere Drittel der Taschenbuchausgabe wimmelt vor Druckfehlern und bei Dialogen werden die falschen Sprecher angeben. Im ersten Teil wird einer der Zigeuner regelmäßig als „der Grauhaarige“ betitelt, während im weiteren Verlauf der Wortführer Schuld, der Dorfbewohner als eben der „Grauhaarige“ bezeichnet wird. Eine weitere Formulierung brachte mich ob ihrer Häufigkeit zur Verzweiflung, und ich neige im Normalfall wirklich dazu derartiges zu überlesen. Doch ständig machte Andrej eine Bemerkung, der er dann durch ein Lächeln die Schärfe nehmen wollte. Muss man den Leser mit dem Holzhammer auf Ironie hinweisen?

Begrüßenswert ist, daß Holbein sich nun endlich dazu herablässt, seine Figuren zu Charakteren zu entwickeln, statt lediglich Schablonen durch die Geschichte laufen zu lassen. Abu und Andrej kommen dem Leser nun langsam näher, so daß man endlich Sympathien entwickeln kann (besonders für Abus Sarkasmus). Während Abu Dun selbst gern unsterblich wäre, hadert Andrej mit diesem Schicksal. Als Mann von Ehre und Gewissen hat er Angst zum Monster zu mutieren. Seine Fähigkeiten faszinieren ihn, gleichzeitig graust es ihm vor sich selbst. Gleichzeitig wird aber auch klar, daß nicht nur das Monster in ihm gefährlich ist, denn Andrej ist ein Kämpfer und manchmal muß er halt tun, was ein Mann tun muß (*grinz*), dann ist auch Metzeln wieder in Ordnung. Abu Dun ist da allerdings geringer von seinem Gewissen belastet.

Derweil habe ich den Eindruck, daß er sich mit „der Untergang“ eigentlich nur aus einer Geschichte herausmanövrieren will, die er einfach nicht weiter erzählen will, obwohl sie durchaus mehr hergegeben hätte. Ich hätte mir von der Suche nach der alten Anka wesentlich mehr versprochen, erschien diese doch zuvor als wichtiger Schritt. Die Sache wurde doch recht schnell und dann auch endgültig abgewickelt und auf geht es zu neuen Ufern. Die Helden reiten vom Platze einer ungewissen Zukunft entgegen. Eigentlich fehlt am Ende der gute Grund die Chronik wirklich weiterzulesen. Es geht zwar nicht am Nullpunkt weiter, aber man fällt doch in ein Loch.

Was letzten Endes trotz der recht spannenden Story ärgert, ist die Tatsache, daß Hohlbein sich keinerlei Mühe gibt, die Chronik abzurunden. Viel zu viele Fragen, die er insbesondere nach „der Vampyr“ aufgeworfen hat, sind immer noch nicht beantwortet – es wurde nicht einmal eine Andeutung gemacht, ob sich der Verlauf noch einmal in diese Richtung entwickeln wird. Schließlich hat Hohlbein zwei wichtige Figuren aus Andrejs Leben einfach unterschlagen und auch noch einen Zeitsprung von 10 Jahren eingebaut, über die man nun gar nichts weiß. Spannende Fragen gegen die, die Geschichte aus „der Untergang“ eigentlich ein Hirnfurz ist (für meiner Einer).

Ich gebe diesmal nur drei Entertainmentpunkte, weil die Geschichte nicht so temporeich ist, wie die Vorgänger.


Geschrieben am: 09. Jun 2004, 19:58   von: vampire-lady



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