| KONTAKT | | HILFE | | HOMEPAGE |
 MyReise   MyTickets   MyShopping 
 
    STARTSEITE
Suche in
  Auswahl

Kategorie:

Aktuelles
Was ist Q-Test.de
Geld verdienen
Mitglied werden
Kontakt

  User Login
Username

Passwort



Passwort vergessen ?
 

Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > D

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Das ganz andere Wörterbuch
Bericht wurde 2401 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Vielen ist Douglas Adams als Verfasser des Kultbuches „Per Anhalter durch die Galaxis“ sowie den Folgeromanen „Das Restaurant am Ende des Universums“, „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, „Macht’s gut und Danke für den Fisch“ und „Einmal Rupert und zurück“ bekannt.

Außerdem schrieb er die beiden Romane „Dirk Gently’s Holistische Detektei“ und „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“.

Das erste Mal weg von der Belletristik wagte er sich mit „Die letzten ihrer Art“. In diesem Buch beschreibt er seine Reisen, die er zusammen mit Mark Carwardine, einem international bekannten, für den World Wildlife Found arbeitenden Zoologen zu verschiedenen aussterbenden oder gefährdeten Tierarten in allen Ecken der Welt durchführte. Aber auch bei einem solch ernsten Thema verliert Douglas Adams nie den Stil, für den ihn seine Fans so lieben.

Alle diese Bücher besitze ich als ein solcher Fan und habe sie schon zig Mal verschlungen. Nun gibt es von Douglas Adams auch ein neues Buch „Raumschiff Titanic“, und als ich bei amazon.de rumschnüffelte, ob es dieses schon als Taschenbuchausgabe gibt (Antwort: nein), fiel mir ein weiteres, mir bis dahin unbekanntes Werk von ihm auf:

„DER TIEFERE SINN DES LABENZ
Das Wörterbuch der bisher ungenannten Gegenstände und Gefühle“
Deutsch/Deutsch & Englisch/Englisch


Dieses Buch bestellte ich mir dann kurzerhand und möchte es hier vorstellen:

Co-Autor dieses Buches ist John Lloyd. Dieser ist Produzent der britischen TV-Formate „Spitting Images“ – Das ist der Klassiker mit den Gummi-Promis – bekannt z.B. aus dem Genesis-Video „Land of Confusion“ – und „Black Adder“ (Rowan Atkinson als Mr. Bean).

Ins Deutsche übersetzt wurde das ganze von Sven Böttcher.

Das Exmplar, das ich dann bekommen habe, ist aus der 4. Auflage und im Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München erschienen.
Es ist im Rahmen der „Heyne Allgemeine Reihe“ unter Nr. 01/9891 herausgekommen, hat die ISBN 3-453-09982-6, ist 334 Seiten stark und kostet DM 12,90.

Der englische Originaltitel heißt übrigens „THE DEEPER MEANING OF LIFF“.


So, nun aber genug eingeführt – um was geht’s in dem Ding denn nun?

Hier lasse ich Douglas Adams und John Lloyd im Vorwort zur ersten Auflage (1983) von „The Meaning of Liff“ sprechen...

[Ich weiss, dass ich nach Verfassen dieses Beitrages eine Klausel anklicke, die besagt, dass ich nirgends irgend was geklaut habe, aber ich hab ja die Quelle angegeben... ;o) besser als die beiden kann man es einfach nicht beschreiben]

„Im Leben (und natürlich auch in Labenz) gibt es Tausende von Erfahrungen, Gefühlen, Situationen und sogar Gegenständen, die uns allen vertraut, bis heute jedoch nicht bezeichnet sind. Andererseits ist die Welt voll von unbenutzten Wörtern, die während ihres gesamten Daseins nichts weiter tun, als auf Schildern rumzuhängen und auf irgendwelche Orte zu deuten. Wir betrachten es daher als unsere Aufgabe, diese Wörter von den Wegweisern herunterzuholen und Babys, Säuglingen und dem Rest der Welt in den Mund zu legen, damit sie endlich ihren Beitrag zu alltäglichen Unterhaltungen leisten, nützliche, wertvolle Mitglieder der Sprachfamilie werden und eine sinnvolle gesellschaftliche Aufgabe übernehmen.“


Also, klar was die beiden Jungs da gemacht haben:
Die haben einfach die real existierende Ortsnamen aus aller Welt genommen, die einfach nix bedeuten, und haben diesen Tätigkeiten, Beschreibungen und Gegenständen zugeordnet, die noch keine Bezeichnung haben. Dies geschieht natürlich in der englischen Muttersprache der beiden. Daraus ergibt sich dieses Wörterbuch.

Ich möchte hier einfach mal Beispiele geben:
Das was Douglas, John und ich gerade so kompliziert zu erklären versucht haben, ist auf englisch ein „Liff“. „A common object or experience for which no word yet exists.“
Auf deutsch heisst dies – nicht schwer zu erraten und wurde dann eben von Sven Böttcher ausgeheckt - “Labenz” und wird als “Ein allgemein bekannter Gegenstand oder eine vertraute Erfahrung, für den oder die bisher noch keine Bezeichnung existiert” definiert.

Labenz ist ein wohl kleinerer Ort (war noch nie dort :o) ) und liegt östlich der Autobahn zwischen Lübeck und Hamburg.
Wo Liff liegt weiss ich nicht – ist ja eigentlich auch wurscht... darauf kommt es auch nicht an.
Ich finde die Idee halt klasse, real existiernden Ortsnamen phonetisch halbwegs passende Bedeutungen zuzuweisen.
Ein Gruß also an alle Labenzer Leser – ihr wisst nun, was der Name Eurer Heimat zu bedeuten hat.

Für mich, der sich in Englisch immer mit schlechten Zweiern bis guten Vierern durch die Schulkarriere gemogelt hat, ist nun der englische (hintere) Teil des Buches nicht ganz so interessant... Man (zumindest ich) versteht nicht immer den hintergründigen, teilweise rabenschwarzen Humor der Autoren in deren Muttersprache. Außerdem sind teilweise halt auch Insider-Jokes niedergeschrieben...

So ist „Meuse“ „A period of complete silence on the radio, which means that it must be tuned to Radio 3”.
Als Festlandeuropäer habe ich nun mal keine Ahnung, wer oder was Radio 3 ist und kann daher die eigentliche Pointe nicht kapieren, bin mir aber sicher, dass es den stationskennenden Insulanern schon ein Lächeln ins Gesicht treibt.

Also auf zum Deutschen Teil des Buches, wie oben erwähnt, von Sven Böttcher verfasst:

Hier noch fünf Beispiele – daran erkennt man die Art von Humor, die hier verewigt wurde:

So ist ein „Buro“ „Derjenige Arbeitskollege, über den in der Kneipe alle herziehen. Viele große Firmen stellen ganz bewusst für jede Abteilung einen Buro ein. Zum Beispiel ist Birgit Breuel sowohl Vorstands-Vorsitzende als auch Ober-Buro der Treuhand-Gesellschaft.“

Oder „Die kleine, weiße Plastikdose, in der man die aus der Zimmerdecke hängenden Lampenkabel versteckt, wenn man keine Lampen mag“ ist – endlich haben wir eine Bezeichnung dafür – das „Deckenpfronn“. Jetzt wissen endlich auch die Leute zwischen Calw und Herrenberg, was ihr Ortsname denn heissen mag.

Für die Freunde des etwas zotigeren Humors sei hier noch das „Niederkam“ (Niederkam ist ein kleiner Teilort von Kumhausen und Kumhausen liegt südlich von Landshut) erklärt:
„Zeitlicher Abstand zwischen dem Orgasmus eines Mannes und dem einer Frau. Die – Legenden zufolge – von Casanova aufgestellte Rekordmarke von 7 Sekunden wird für den durchschnittlichen Bewerber ein unerreichbares Ziel bleiben. >>T. träumt davon, ihr Niederkam von derzeit 24 auf wenigstens 4 Minuten verkürzen zu können, glaubt aber nicht dass ihr Mann das überhaupt bemerken würde. Der >gefühlslose ->Wohlerst< gleite nach einem einminütigen ->Brunssum wortlos in einen hartnäckigen Tiefschlaf.<< - Nancy Friday, >>Die sexuellen Hoffnungen der Frauen<<, Band 36, S. 8005.“

Der „Wohlerst“ ist übrigens „Ein Mann, der sich einen Dreck um den ->Niederkam schert“ und das „Brunssum“ ein „Zufriedenes Schweigen nach dem Geschlechtsverkehr. (s.a. -> Niederkam)“


Sicher ist „Der tiefere Sinn des Labenz“ kein Buch, mit dessen Pointen man eine Party aufmischen kann – eher etwas zum vor dem Einschlafen lesen und zum alleine Schmunzeln. Ein typisches Buch eben, das man nach einem Jahr wieder im Schrank entdeckt und mal wieder reinschaut.

Zu sagen wäre noch, dass die Landkarten mit den ganzen Orten ziemlich aufgesetzt wirken und das Buch wohl dicker machen sollten.
Außerdem sind einige der Erklärungen auch richtige „Kalte“ und dienen wohl ebenso dazu, das Buch aufzufüllen.
Für den deutschen Teil gibt es ein Register, das beim zweiten Blick auch ganz interessant wird... hier entdeckt man z.B., dass unter dem Oberbegriff „Banken“ drei Wörter zu finden sind, die damit etwas zu tun haben, unter „Penissen“ findet man aber 15 Stück und unter „Sex“ sogar 18, womit auch die in diesem Buch gesetzten Prioritäten abzuschätzen wären ;o).

Lesenswert auch die ganzen Vor-, Zwischen- und Nachworte der drei Autoren – wenn man den Humor von Douglas Adams mag.


Geschrieben am: 25. Feb 2003, 08:20   von: hotte07



Bewertungen   Übersicht


Weitere Infos? Versuchen Sie doch mal folgende Suchen bei Google:

Alle evtl. aufgeführten Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und unterliegen den jeweiligen Bestimmungen.


Was ist Q-Test.de | Impressum | Werbung | Geld verdienen | Banner | Counter | Preisvergleich | Download