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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > A > Am Abgrund Die Chronik der Unsterblichen Wolfgang Hohlbein

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



es kann da noch einen geben
Bericht wurde 3351 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Also Hohlbein und ich, wir zwei beide, also wir verstehen uns ja eher mal gar nicht. Alles was ich von ihm bisher in der Hand hatte, landete teilgelesenen in der Ecke. Die allgemeine Beliebtheit und die Thematik der Chronik haben mich nun veranlasst, dem guten Wolfgang eine allerletzte Chance gegeben. Zudem habe ich mich bei ebay umgetan und die ersten drei Bände der Chronik als Paket ersteigert. Meines Wissens nach gibt es bisher insgesamt sechst Teile.

Und um es vorweg zu sagen mit dem ersten Teil „am Abgrund“ bin ich zunächst auch nicht sonderlich glücklich geworden. Nach den zahlreichen positiven Kritiken war ich doch etwas enttäuscht. Wo der Vergleich zwischen Hohlbein und King herkommt, bleibt mir weiterhin schleierhaft.

Na ich will das Buch hier jetzt auch nicht vollständig verreißen, weil ich gerade den zweiten Teil intus habe und in diesem hat sich die Geschichte gesteigert. Vielleicht wäre ein gutes Buch herausgekommen, wenn man die ersten drei Teile als Komplettband herausgegeben hätte, wäre allerdings wohl finanziell weniger lohnend.

Die Geschichte ereilt den Leser in Transsylvanien zu Zeiten von Dracula als dieser noch keine Unternehmungen in London unternahm, sondern noch fröhlich zuhause lebte und seine Mitmenschen aufspießte. Doch weg von Prinz Vlad, hin zur Hauptfigur Connor Mcll... äh Quatsch Andrej Delany (mit so komischen Schlenkern über den Buchstaben des Namens, die ich nicht hinbekomme). Dieser treffen wir in schicksalsgebeutelter Lage, irrtümlich von seinem Dorf geächtet, lebte er meist in der Einöde, sah seinen Stiefvater und seine Mutter darniedergemeuchelt, wenig später starb seine Frau bei der Geburt ihres zweiten Kindes. Dem Kind ging es gleich. Andrej wurde von seinem Stiefvater zu einem Ausnahmeschwertkämpfer ausgebildet, den Sinn und Zweck dessen hat er aber nie wirklich verstanden und auch sein Können nie im Kampf angewandt. Delany zieht es nun ins Dorf seiner Kindheit zurück, um seinen Sohn zu sehen, den er dort zurückgelassen hatte. Er findet den Jungen und die meisten Männer des Dorfes dahingemeuchelt. Der einzig Überlebende ist der Junge Frederic, der aber wenig über die Geschehnisse erzählen kann. Beide beschließen die Mörderbande zu verfolgen, welche den Rest des Dorfes als Gefangene verschleppt haben. Im Laufe der Geschichte erfahren wir, daß der Übeltäter der Inquisitor Domenicus war, den es unergründlicherweise weit von Rom weg nach Transsylvanien verschlagen hat. Andrej verguckt sich in dessen Schwester Maria und bekommt seine Probleme mit den drei mysteriösen goldenen Rittern, die Domenicus als Handlanger dienen. Währenddessen stellt der Leser zusammen mit Andrej fest, daß mit ihm, aber auch mit Frederic recht seltsame Dinge passieren, auf deren Spur am Ende ein Kampf mit einem der Goldritter führt. Andrej ist so eine Art Highlander (es kann nur einen geben) mit Blutdurst. Leider erst nach 300 Seiten auf denen der geneigte Leser mit sich ständig wiederholenden Andeutungen herumschlagen muß, wie der Lichtempfindlichkeit von Andrejs Augen. Hohlbein erwähnt das tunlichst etwa alle 25 Seiten. Das Buch hat ein offenes Ende. Ich weiß nicht, ob ich den zweiten Band wirklich gekauft hätte, hätte ich ihn nicht schon gehabt.

Die Story ist sehr schlicht und einfach gehalten, Hohlbein verfolgt nur einen Handlungsstrang, und zwar den Delanys, was ich etwas anspruchslos finde, mir fehlen da die Komplikationen. Besonders originell finde ich die Geschichte auch nicht, der verzweifelte „Held“ der ungewollt in etwas hereingezogen wird, der Krieger, der nicht mehr töten mag aber der dazu gezwungen wird– wie oft hatte man das schließlich schon? Abgesehen davon, daß die Geschichte nur langsam an Drive gewinnt und erst auf den letzten hundert (von ca. 350) Seiten richtig spannend wird, plätschert die Handlung nur gemütlich dahin.

Die (verständlicherweise) depressive Hauptfigur hat meine Sympathien nicht wirklich gewinnen können. Lediglich seine trockenen Sprüche gegenüber seinen Gegnern fand ich ganz witzig. Seine Gewissensanfälle machen ihn auf der einen Seite zu einem Mann von Ehre, was aber aufgrund des Mangels an Ehrenmännern in seiner Umgebung eher nervt. Geradezu zynisch ist die Erkenntnis, daß er tatsächlich zum Bluttrinker mutiert. Bei Hohlbeins Unsterblichen geht es ähnlich ab, wie bei Highlander: Schwertkampf, Gegner tot, Übergang von dessen Kräften auf den Sieger... bei Hohlbein aber ohne Blitz, Donner und Elektroschock, dafür durch das Trinken von Blut. Ganz klar, daß die Inquisition davon wenig begeistert ist. Einige Probleme hatte ich auch, der Figur ihre Handlungen abzukaufen. Er wird als großartiger Schwertkämpfer beschrieben, welcher aber anscheinend lediglich Übungskämpfe gegen seinen Stiefvater ausgefochten hat. Da fehlt mir das Potential der Kampferfahrung. Nach dieser eingänglichen Beschreibung kann ich mit der späteren Beschreibung des „Kriegers“ wenig anfangen. Diesen Zwiespalt hätte man wesentlich intensiver bearbeiten müssen.

Zwielichtiger ist Andrejs Begleiter Frederic, mit dem er sich verbunden fühlt, weil er ihn an seinen verstorbenen Sohn erinnert und weil beide entfernt verwandt sind. Frederic ist in der Frühpubertät und hat nur im Sinn seine Feinde zu töten. Leider ist er mehr motiviert als clever, was Andrej mehr Probleme macht als alles andere und ihn so richtig in die Patsche befördert. Außerdem umgibt den Jungen etwas düsteres, was man aber schlecht fassen und auf den Punkt zu bringen vermag. Ich kann Frederic einfach nicht leiden, und mir wird einfach nicht klar, warum der gute Andrej ihm nicht einfach mal einen gesunden Satz heißer Ohren schenkt. Da Hohlbein einzig und allein Andrej ins Handlungszentrum gerückt hat, ist es wirklich enttäuschend, daß es dem Autor nicht gelingt, dem Leser überzeugend die Beziehung der beiden und besonders den Standpunkt der Hauptfigur zu der kleinen Nervensäge herauszustellen. Um im Genre zu bleiben, mag man Frederic als äußerst schlechtes Abbild des Vampirkinds Claudia aus Anne Rice’s „Gespräch mit dem Vampir“ bezeichnen.

Ich muß dazusagen: ich bin ein Charakterfan. Für mich steht und fällt eine Geschichte mit den Charakteren und deren mehr oder weniger überzeugenden Darstellung.

Nicht zuletzt durch Frederics wenig durchdachte Aktionen und Andrejs Naivität geraten die beiden ständig vom Regen in die Traufe. Sie sehen sich plötzlich Feinden gegenüber deren Motivation sie nicht verstehen, was dem Leser nicht anders geht, bis man im Laufe der Story endlich mal erfährt, daß die Feinde mehr über die Hauptakteure wissen, als diese selbst. Leider steht man als Leser ähnlich dämlich da. Ich hatte ja bereits einiges im Netz über die Bücher gelesen und kannte die Materie, wofür ich auch dankbar bin... ich glaube, wäre ich zufällig und völlig ungeleckt an das Buch herangegangen, wäre unter dem Aspekt „typisch Hohlbein“ durchs Fenster geflogen.

Letztendlich ziehen die „Helden“ von einem Kampf zum nächsten und prügeln sich auf diese Weise quer durch den Balkan. Über mangelnde Action kann man sich nicht beklagen, ärgerlich ist nur, daß Andrej einfach immer soviel Glück hat. Ich mein, wenn er doch so ein Stecher ist? Kämpfe enden meist durch eine glückliche Fügung des Schicksals oder er bekommt eines auf die Rübe und wacht in Gesellschaft zwielichtiger Gestalten jedweder Couleur wieder auf, die sich dann als dieses oder jenes entpuppen, je nachdem wie es passt. Richtig entspannend war am Ende das Treffen mit Maria, die wenigstens einmal ein straighter Charakter ist. Warum sich dann aber eine hochgestellte Dame von einem abgerissenen Schwertschwinger auf einem öffentlichen Platz fast flachlegen lässt, eine gar lächerliche Frage. (Sex sells, oder so?)

Alles in allem will ich von einem mittelmäßigen Buch sprechen. Die Geschichte ganz ok, haut aber nicht um. Das Lesen ist einfach, wenn man sich beeilt ist es nach 4-5 Stunden weggeschmatzt. Anspruch ist wenig gegeben, aber ein gewisses Unterhaltungspotential ist nicht zu leugnen. Des weiteren will ich noch mal vorgreifen und sagen, Teil 2 „der Vampyr“ wird besser.


Geschrieben am: 21. Apr 2004, 20:30   von: vampire-lady



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