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Übersicht > Medien > Musik > Alben & Label > G > Greatest Hits Vol. I & II

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



In a Billy Joel State Of Mind
Bericht wurde 2050 mal gelesen Produktbewertung:  k/a
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Es gibt in meinem Leben genau zwei Menschen, die meinen Musikgeschmack mehrfach beeinflusst haben : Meine Mom und Pamela. Eine Einteilung kann man hier ganz einfach vornehmen : alle Künstler, die schon tot sind oder ihre musikalische Karriere schon beendet haben, habe ich von meiner Mutter. Einer von diesen Künstlern ist Billy Joel.

Komponist, Gitarrist, Pianist, Sänger, Texter. Manch ein Backstreet Boy könnte sich hiervon eine Scheibe abschneiden. So verwundert es auch nicht, dass Billy Joel drei Greatest Hits-Alben auf den Markt gebracht hat. Bei einem über 25-jährigen Schaffenswerk findet dies aber auch seine Berechtigung. Joel hat mit den Best of-Alben sogar so spät angefangen, dass er sich Mitte der Achtziger genötigt fühlte, Volume I und II gleich als Doppel-CD zu veröffentlichen. Abgeliefert hat er einen schönen Querschnitt aus 15 Jahren der wirklich alles enthält: Melancholie, Liebe, Trash und vieles, vieles mehr...

CD I startet mit einem echten Klassiker. Billy ist der „Piano Man“, Pianist in einer Bar, der es schafft, den Leuten ein bisschen Frohsinn in ihr sonst so tristes Leben zu bringen. Er beschreibt Gäste und Angestellte, die alle ihre liebens- und schätzenswerten Seiten haben und alle unglücklich sind (Yes they’re sharing a drink they call loneliness, but it’s better than drinking alone). Ein Lied, in seiner Melodie fast erheiternd, dominiert vom Klavier, textlich jedoch tieftraurig.

Die meisten Menschen halten „Piano Man“ für den ersten großen Hit Billy Joels. Drei Jahre früher jedoch veröffentlichte Joel bereits die Single „Captain Jack“, die in den USA sehr erfolgreich war. Erneut vom Klavier dominiert, ein leichtes Schlagzeug im Hintergrund, die Stimme leicht gedämpft. Fast eine Kuschelrockstimmung. Hört man dann auf den Text ist es mit der Kuschelstimmung dann vorbei. Der Song befasst sich mit einem vom Leben gelangweilten Jugendlichen, der sich den Drogen zuwendet. Immer wieder Zeichen der Langeweile (You just sit at home and masturbate) im Wechsel mit der berauschenden Wirkung von „Captain Jack“ (Captain Jack will get you high tonight and take you to your spezial island, Captain Jack will get you by tonight, just a little push and you’ll be smiling).

Nachdem einen die CD bis hierher richtig depressiv machen konnte, präsentiert Joel den ersten Trash-Song. „The Entertainer“ befasst sich textlich mit den Ups und Downs im Showbusiness. Musikalisch ist der Song total nervtötend, jeder Ansatz eines vernünftigen Schlagzeugs wird von einem superätzenden Synthesizer eliminiert.

„Say goodbye to Hollywood“ ist eines dieser Lieder, die man erträgt, um das nächste zu hören. Der Text handelt von... ich habe keine Ahnung. Ich habe ihn jetzt zweimal gelesen, ich weiß, dass es um das Kommen und Gehen von Menschen im Leben geht, aber der Sinn hat sich mir leider nicht erschlossen. Musikalisch in die Kategorie „langweiliger Pop“ einzuordnen.

„New York State of mind“ ist Joels Liebeserklärung an New York. Nur von Piano, Streichern und dezentem Schlagzeug begleitet belächelt Billy all die Menschen, die New York nicht zu schätzen wissen. Ein Saxophonsolo rundet diese schöne Ballade ab. Eines meiner Lieblingslieder auf dieser CD; es lädt zum Träumen ein, nicht nur, aber auch von New York.

„The Stranger“ beginnt und endet mit einer schönen, (anderen Autoren würden sogar verträumt-schmusigen sagen) Melodie, intoniert sowohl von Piano als auch durch Pfeifen. Der Mittelteil ist wieder eine etwas langatmige Popmelodie. Im Song geht es um den „Stranger“ den jeder von uns angeblich in sich hat und keinem zeigt (Did you ever let your lover see the stranger in yourself?). Beendet wird das Lied wieder durch dieses seichte, im Kontext fast schon psychopatisch wirkende Pfeifen Billy Joels.

„Scenes from an Italian Restaurant“ ist einer meiner absoluten Favourites auf dieser CD. Es erzählt die Geschichte eines Paares beginnend mit Ihren Begegnungen in einem italienischen Restaurant in romantischer Stimmung. „a bottle of red, a bottle of white…. I’ll meet you any time you want in our Italian Restaurant”. Ein schönes Klavier, ein schleppendes, schweres Saxophon, alles ist schön, verliebt, schleppend. Dann der Wechsel. Der Song wird hektischer. Das Klavier schneller, ein Schlagzeug setzt ein, das Saxophon wird fröhlich. Die Phase der frischen Liebe, draufgängerisch (cold beer, hot lights, my sweet romantic teenage nights). Hektisches Klaviersolo.

Hier wechselt der Song von der Ich-Perspektive in die 3. Person. Brenda und Eddy scheinen als Paar unaufhaltsam (Nobody looked any finer, or was more of a hit at the parkway Diner).

Mit den Hochzeitsplänen beginnt das Unglück. Erst die Warnungen der Freunde (everyone said they were crazy), dann die Probleme (they started to fight when the money got tight) und schließlich die Trennung (they got a divorce..... and they parted the closest of friends). Eine komplette Lebensgeschichte, großartig erzählt in sieben Minuten, an jeder Stelle mit perfekt passender musikalischer Untermalung.

„Just the way you are“ ist ein Song, den ich hier mal extra für EINE Person komplett wiedergeben möchte, da ich es nicht besser sagen könnte. Man stelle sich hierzu eine dezente Gitarre im Hintergrund vor...

Don’t go changing, to try and please me
You never let me down before
Don’t imagine you’re too familiar
And I don’t see you anymore

I would not leave you in times of trouble
We never could have come this far
I took the good times, I’ll take the bad times
I’ll take you just the way you are

Don’t go trying some new fashion
Don’t change the color of your hair
You always have my unspoken passion
Although I might not seem to care

I don’t want clever conversation
I never want to work that hard
I just want someone that I can talk to
I want you just the way you are

I need to know that you will always be
The same old someone that I knew
What will it take till you believe in me
The way that I believe in you

I said I love you and that’s forever
And this I promise from the heart
I could not love you any better
I love you just the way you are


“Movin’ Out” ist für Joels Verhältnisse schon fast rockig. Das Schlagzeug ist vergleichsweise stark betont. Textlich kann ich überhaupt nichts damit anfangen, sorry....

„Only the good die young“ hat eine für den Titel makaber lustige, fröhliche Melodie. Billy Joel liebt ein katholisches Mädchen und versucht sie zu überzeugen, dass es wohl besser wäre, dem jetzt mal abzuschwören. (They built you a temple and locked you away, but they never told you the price that you pay).

Die CD I schließt mit “she’s always a woman”, wieder einer dieser kitschig-schönen Songs, nur das Klavier und Billy Joel und Textzeilen wie “she can kill with a smile, she can wound with her eyes”. Einfach schön...


CD II startet melodisch lustig-schwungvoll mit „My life“. Billy flieht aus dem Alltag mit seiner derzeitigen Frau und bittet sie inständig, ihn sein Leben leben zu lassen. Ein ziemlich frustrierender Song.

„Big Shot“ ist noch rockiger als das oben erwähnte „Movin’ Out“. Inhaltlich befasst sich der Song mit der Wut Billy Joels über einen Freund, der aufgrund seiner Karriere seine Freunde und Ideale hinter sich gelassen hat und sich nun beschwert, dass sein Leben so leer ist. „Big Shot“ ist sehr kraftvoll, aber kein Lied, was man immer wieder hören möchte.

Ganz anders verhält es sich mit „Honesty“. Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es um Ehrlichkeit. Joel beklagt sich darüber, dass er in dieser Welt alles bekommen kann (If you search for tenderness, it isn’t hard to find), nur keine Ehrlichkeit (Honesty is such a lonely word, everyone is so untrue). Ein Song der sehr traurig ist, besonders dass langgezogene „Honesty“ mit tiefmelancholischer Stimme und ebenso traurigem Klavier.

„You may be right“ ist wieder eines dieser Trash-Lieder, die ich von Billy überhaupt nicht mag. Auf den Text kann ich hier nicht näher eingehen, es hat eine ziemlich nervige Melodie und ich bin jedes Mal geneigt, die „Next“-Taste zu drücken, um diesem Grauen ein Ende zu setzen. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem folgenden „It’s still Rock and Roll to me“. Gähnend langweilig, die Melodie eingängig und seicht, der Text mehr als trivial.

„She’s got a way“ ist wieder eines dieser zuckersüßen, schnulzigen Liebeslieder, die ich, neben den politischen und gesellschaftlichen Statements, an Billy Joel so mag. Ein langsames, einfach schönes Klavier und Textzeilen wie „she’s got a smile that heals me“ oder „but it lifts me up when we are walking anywhere“... Ich kenne kaum jemanden, der soooo schöne Love-Songs schreiben kann wie Billy Joel.

„Pressure“ handelt von der Schwierigkeit eines Einzelnen, sich aus der Masse herauszuheben und sein eigenes „Ding“ zu machen. Unterstützt wird die Wirkung des Textes durch ein kraftvolles Schlagzeug mit einigen Tempowechseln. Ein anfangs unscheinbarer Song, der sich mir erst mit der Zeit erschlossen hat.

„Allentown“ beschreibt die Schwierigkeiten typische Arbeiterstadt in den USA. Der Song beginnt mit dem typischen Pfeifen zu Schichtbeginn und –ende, und bringt die Tristesse und Perspektivlosigkeit dieser Stadt zum Ausdruck.

Es folgt eines der absoluten Highlights dieser CD, nämlich „Goodnight Saigon“. Der Song beginnt mit dem Rotorengeräusch eines Hubschraubers das immer lauter wird. Langsam setzt ein leises Klavier ein, später gesellt sich ein Schlagzeug dazu. Joel beschreibt die Denkweise eines Vietnam-Soldaten, beschreibt Situationen, Ängste und Gefühle sehr eindringlich. Das ist hier sehr schwer wiederzugeben aber Textzeilen wie „we promised our mothers we’d write“ oder „and who was wrong? And who was right? It didn’t matter in the thick of the fight” sprechen wohl für sich.

Leider wird diese bedrückende Stimmung dann wieder durch eines dieser Trash-Lieder zerstört. „Tell her about it“ kommt wieder mit seeehr nerviger Melodie daher, es geht darum, dass Billy nicht so recht weiß, wie er eigentlich zu seiner Freundin steht.

Es folgt das derzeit von irgendeiner dahergelaufenen Boygroup gecoverte Lied „Uptown Girl“ in dem Billy Joel, der kleine Mann, sich in ein Mädchen aus der High Society verliebt hat und diese ihn trotz seiner Stellung in der Gesellschaft will. Ein schöner, idealistischer Song, der mich persönlich melodisch ein wenig nervt.

„The longest time“ ist ein a capella-Song mit sehr eingängiger, fröhlicher Melodie. Billy hat eine kurze Affäre und sie will es jetzt wohl beenden. Er entgegnet, dass er das zwar schade findet, aber irgendwie auch nicht schlimm, denn sie hatten eine schöne Zeit, es hätte schöner werden können, aber auch schlimmer, und von daher... Ein „niedlicher“ Song, den ich sehr mag, aber mehr aufgrund seiner Fröhlichkeit denn aufgrund des Textes.

Leider endet die CD mit Trash. „You’re only human kann eigentlich nur ein schlechter Scherz sein, der Song ist total synthesizerdominiert“ und einfach nur grottenschlecht. Ähnlich verhält es sich mit dem schließenden „The night is still young“.


Der Doppel-CD fehlen aufgrund ihres Veröffentlichungszeitpunktes natürlich wichtige Werke aus Alben wie „Stormfront“ oder „River of Dreams“. Die Periode 1970 – 1985 deckt sie jedoch perfekt ab.

Billy Joel hat mich immer wieder mit seiner Kombination aus Herzschmerz, Gesellschaftskritik und politischem Statement beeindruckt. Songs wie „Leningrad“, „Goodnight Saigon“ oder das Cover von „The times they’re a changing“ bei seinem Live-Konzert 1990 in Russland brachten Joel in seiner Heimat viel Kritik ein. Unbeirrt setzte er diesen Kurs trotzdem immer fort, unabhängig von eventuell geminderten Verkaufschancen in seiner Heimat. Daß er sich von der Pop-Musik verabschiedet hat, finde ich sehr, sehr schade...




Geschrieben am: 20. Aug 2001, 07:06   von: TeaJay



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