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Übersicht > Medien > Musik > Interpreter > M > Moustaki, Georges

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
großartiger Chansonnier

Nachteile:
seine Zeit ist wohl vorbei




Sänger, die mir wichtig waren (Teil 5)
Bericht wurde 2049 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Als ich einst das Bild vom „Mann mit der Mütze“ in meinem Profil einstellte, waren die Kommentare dazu ausschließlich positiv. An Urlaub würde es erinnern oder an einen Künstler in Südfrankreich. Sogar jünger würde ich aussehen. Na, wenn das nicht motiviert. Und in der Tat fühle ich mich als mediterraner Zeitgenosse, wenngleich ich ganz andere Wurzeln habe. Aber ich mag nun einmal Sonne, Meer, romanische Sprachen, südländisches Essen und entsprechenden Wein undundund...

Und das alles passt so gut zu meinem Vorhaben, meine kleine Serie „Sänger, die mir wichtig waren“ heute mit dem 5. und letzten Teil abzuschließen. Denn kein Sänger kann für mich das Mittelmeer und seine Anrainerländer treffender repräsentieren als Georges Moustaki, er ist nun mal „Le Métèque“, was auch gleichzeitig Titel der CD ist, die ich heute vorstelle.


KURZBIOGRAPHIE GEORGES MOUSTAKI

Georges Moustaki wurde am 3. Mai 1934 in Alexandria / Ägypten als Yussef Mustacchi geboren. Er hat griechische Vorfahren, die aus Korfu stammen, und in Alexandria eine Buchhandlung unterhalten. Der Stammbaum verfügt jedoch auch über eine italienische Ader. Dort , wo er aufwächst wird auf der Straße natürlich arabisch gesprochen. Seine Eltern schicken ihn jedoch in eine französische Schule. Er hat musikalisches Talent, spielt Klavier und ist auch dem französischen Chanson zugetan. Zu seinen Favoriten zählen damals schon Charles Trenet und die große Edith Piaf.
Nach dem Abitur geht er 1951 nach Paris und arbeitet dort zunächst auch als Buchhändler. Er beginnt selbst, Gitarre zu spielen und begegnet eines Tages dem berühmten Chansonnier Georges Brassens. Fortan nennt er sich Georges Moustaki, den neuen Vornamen hat er zu Ehren seines Vorbildes gewählt. Er schreibt Lieder für andere...sogar für Edith Piaf. Eines ihrer berühmtesten Lieder, nämlich der Welterfolg „Milord“ stammt aus der Feder Moustakis, der die Piaf auch auf Tourneen begleitet.
Bereits 1966 schreibt er „Le Métèque“, er findet aber keine Unterstützung für eine Veröffentlichung. Er geht vorübergehend zurück in seine griechische Heimat, arbeitet dort auch mit Melina Mercouri („Ein Schiff wird kommen“) zusammen, die griechische Versionen seiner Lieder „Le Métèque“ und „En mediterranée“ singt.
Doch er wird mehr und mehr Bestandteil der französisches Sangesszene. 1969 wird „Le Métèque“ endlich als Single veröffentlicht. Die 70er Jahre werden „seine“ Jahre, wo er auch in Deutschland Bekanntheit erreicht.
Aber er bereist auch Länder wie Brasilien, was bei ihm eine Leidenschaft auslöst, außerdem u.a. Afrika und Kanada. In seinem Repertoire befinden sich auch viele Lieder des berühmten Griechen Mikis Theodorakis, von Moustaki in französischer Sprache vorgetragen.
Mittlerweile hat er auch die französische Staatsbürgerschaft erhalten. Vorher war er offiziell Grieche. Allmählich wird es ruhiger um ihn. In der Verfilmung des „Grafen von Monte Christo“ mit Gérard Depardieu spielt er den Mithäftling, der dem Titelhelden das Geheimnis des Schatzes in der Gefangenschaft anvertraut.
Georges Moustaki wurde bekannt als der Mann mit den grauen Haaren und dem Rauschebart. Er hat also keine Ähnlichkeit mit mir .


MEINE BEZIEHUNG ZUR MUSIK GEORGES MOUSTAKIS

In den 70ern kaufte ich eher zufällig eine LP von ihm. Ich wurde sofort süchtig, obwohl meine französischen Sprachkenntnisse damals sehr beschränkt waren. Da ich damals französische Urlaubsbekannte hatte, mit denen ich mich mangels gemeinsamer Sprachen kaum unterhalten konnte, hatte ich auf einmal doppelten Anreiz, mein Französisch aufzupolieren. Ich kramte meine alten Schulbücher hervor und begann, die Texte Moustakis zu übersetzen. Immer wieder kaufte ich neue LPs. Mein Lieblingslied von Anfang an war „Le Métèque“. Müsste ich spontan meine 5 Lieblingslieder nennen, wäre es sicher dabei. Jetzt greift vielleicht manch Leser zu einem Wörterbuch, um nachzusehen, was „Métèque“ bedeutet und wird wahrscheinlich nicht fündig. Man kann das Wort wohl nicht übersetzen. Es bedeutet in etwa Südeuropäer. So, wenn wir (ich schließe mich jetzt der Einfachheit halber einfach mal mit ein) „Ausländer“ sagen, aber nicht Engländer oder Schweizer meinen, sondern eher Türken oder Albaner. Also eher mit „negativen“ Touch. Und wenn man Georges Moustakis Biographie ansieht (s.o.), dann repräsentiert er ja das halbe Mittelmeer. Ende der 70er Jahre erlebte ich ihn während einer Deutschlandtournee auch einmal live in Braunschweig.

Neben „Le Métèque“ gehören folgende Lieder zu meinen Lieblingsliedern:

En Mediterranée
Ma Solitude
Il y avait un Jardin
Ma Liberté
Alexandrie
Je suis un autre
17 Ans

Die meisten dieser Lieder befinden sich jedoch auf anderen LPs/CDs. Ich könnte also noch viele Moustaki-Berichte schreiben. Ich könnte...

Die Lieder Georges Moustakis sind gleichermaßen/ wechselweise romantisch, nostalgisch, melancholisch, anklagend, manchmal politisch, ermunternd und fast immer in französischer Sprache.



DIE LP / CD « LE MÉTEQUÈ »

Sie beginnt mit dem doch sehr kurzen autobiographischen Titelsong (Text s.u.) LE MÉTHÈQUE, ein Lied, über das ich eigentlich schon alles gesagt habe und dessen Melodie einfach ein Supergefühl vermittelt. LA MER M’A DONNÉ („Das Meer hat mir gegeben“) ist ein ruhiges Lied (wie die meisten), das romantische Urlaubsstimmung vermittelt. Es folgt das Lied vom armen GASPARD. VOYAGE („Reise“) wirkt etwas schwerfällig, die Musik enthält mystisch wirkende orientalische Elemente. LE FACTEUR, das Lied vom jungen verstorbenen „Briefträger“, der deshalb so wichtig war, viel wichtiger als heute im Zeitalter von e-mail, weil er so wichtige Botschaften wie Liebesbriefe oder Abschiedsbriefe übermittelte, wird gesangsmäßig durch Francoise Walch unterstützt. Die Begleitmusik zum Gesang von Georges Moustaki wird durch sein eigenes Gitarrenspiel dominiert und hat einen Höhepunkt im Instrumentalstück NATALIA. Ein wunderschönes Lied und eines seines sanftesten Stücke ist MA SOLITUDE („Meine Einsamkeit“): Nein, ich bin nicht allein, wen ich einsam bin....IL EST TROP TARD („Es ist zu spät“) ist ein verträumtes Liebeslied, wo Georges Moustaki gesangsmäßig beim Refrain etwas unterstützt wird. LA CARTE DU TENDRE („Die Karte des Zarten“) bringt wieder die nicht so seltene Mischung aus Liebe und Melancholie hervor. LE TEMPS DE VIVRE (« Zeit zu leben ») ist ein ermunterndes Lied, gut für romantische Stunden zu zweit, ein Lied aus einem gleichnamigen Film. JOSEPH, das Lied von Maria und Josef, erzählt von den verpassten Chancen Josephs, vielleicht auch autobiographisch, denn Joseph hieß Moustaki, bevor er sich Georges nannte. Die CD schließt mit dem kurzen Instrumentalstück RUE DES FOSSES SAINT-JAQUES.

Die ganze Scheibe dauert nur ca. 32 Minuten.


FAZIT

Georges Moustaki war in der Tat ein Sänger, den ich eine Zeitlang regelmäßig und intensiv gehört habe. Auch heute krame ich mir seine schwarzen Scheiben immer wieder mal gerne hervor. Da seine Lieder meist ruhig und langsam sind, kann man die Texte einigermaßen leicht verstehen, wenn man etwas französisch beherrscht. Seine Lieder vermitteln sehr viel Gefühl. Deshalb dürften die Frauen unter seinen Fans die Mehrheit bilden. Es handelt sich aber keineswegs um Stimmungsmusik, sondern um Lieder, die man eher allein genießen sollte.
Die von mir vorgestellte CD wird natürlich von Le Métèque dominiert, gut gefallen mir auch Ma Solitude und Joseph. Aber es gibt auch ein paar schwächere Titel. Wer sich eine CD von Moustaki zulegen möchte, dem rate ich nach einer zu suchen, wo auch ein paar meiner oben genannten Lieblingstitel darauf sind, es gibt auch heute noch genug Auswahl.


Zum Abschluss der Text von Le Métèque:
Da sicher nicht jeder französisch kann, habe ich mich noch an einer Übersetzung versucht.

Avec ma gueule de métèque
De juif errant, de pâtre grec
Et mes cheveux aux quatre vents
Avec mes yeux tout délavés
Qui me donnent un air de rêver
Moi qui ne rêve plus souvent
Avec mes mains de maraudeur
De musicien et de rôdeur
Qui ont pillé tant de jardins
Avec ma bouche qui a bu
Qui a embrassé et mordu
Sans jamais assouvir sa faim

Avec ma gueule de métèque
De juif errant, de pâtre grec
De voleur et de vagabond
Avec ma peau qui s'est frottée
Au soleil de tous les étés
Et tout ce qui portait jupon
Avec mon cœur qui a su faire
Souffrir autant qu'il a souffert
Sans pour cela faire d'histoires
Avec mon âme qui n'a plus
La moindre chance de salut
Pour éviter le purgatoire

Avec ma gueule de métèque
De juif errant, de pâtre grec
Et mes cheveux aux quatre vents
Je viendrai ma douce captive
Mon âme sœur, ma source vive
Je viendrai boire tes vingt ans
Et je serai prince de sang
Rêveur ou bien adolescent
Comme il te plaira de choisir
Et nous ferons de chaque jour
Toute une éternité d'amour
Que nous vivrons à en mourir
Et nous ferons de chaque jour
Toute une éternité d'amour
Que nous vivrons à en mourir.


Mit meiner Schnauze des Métèques
des ewigen Judens, des griechischen Vaters
mit meinen in allen Richtungen wehenden Haaren
mit meinen total verwaschenen Augen
die mir das Augen eines Träumers verleihen
mir, der gar nicht mehr oft träumt
mit meinen Händen
des Wilderers, Musikers und Landstreichers
die in vielen Gärten gegraben haben
mit meinem Mund, der getrunken,
geküsst und gebissen hat
ohne jemals seinen Hunger zu stillen

Mit meiner Schnauze des Métèques
des ewigen Judens, des griechischen Vaters
des Diebes und des Vagabundes
mit meiner Haut, die sich rieb
an der Sonne all der Sommer
und allem, was einen Rock trug
Mit meinem Herz, das soviel leiden ließ
wie es selbst gelitten hat
ohne darüber viel Theater zu machen
mit meiner Seele, die nicht die geringste
Chance hat,
dem Fegefeuer zu entgehen

Mit meiner Schnauze des Métèques
des ewigen Judens, des griechischen Vaters
mit meinen in allen Richtungen wehenden Haaren
Ich werde kommen, meine süße Gefangene
meine Seelenverwandte, meine Lebensquelle
Ich werde von deinen 20 Jahren trinken
und ich werde Prinz des Blutes sein
Träümer oder Jüngling
ganz wie es dir gefällt
und wir werden aus jedem Tag
eine Ewigkeit der Liebe machen
auf dass wir leben und daran sterben
und wir werden aus jedem Tag
eine Ewigkeit der Liebe machen
auf dass wir leben und daran sterben


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 3.8.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi, Q-Test




Geschrieben am: 09. Mar 2003, 19:23   von: LosGatos



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