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Übersicht > Medien > Musik > Interpreter > F > Fury in the Slaughterhouse

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
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Die Lyrics (manchmal)

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Everybody hurts
Bericht wurde 2588 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ja, ja, ja, ich sehe schon wieder die Kommentare.

„Fury? Ist mir zu mainstreamig, das Englisch zu gewollt, die Melodien zu chartorientiert“.

Ja, kann man Fury in the Slaughterhouse durchaus alles vorwerfen; muss man aber nicht. Merkwürdigerweise kennen genau diejenigen, die Fury diesen Vorwurf machen dann auch nur das, was wir alle aus dem Radio kennen. Genaueres Hinhören? Fehlanzeige.

Tut man dies, bspw. auf dem vorliegenden jüngsten Album „Home inside“, trifft man zwischen den Song, auf die obige Beschreibung durchaus zutreffen kann, echte Perlen, sowohl musikalischer, als auch textlicher Natur. Okay, die von mir in einem anderen Bericht bereits erörterte, platte Gesellschaftskritik hat auch auf „Home inside“ ihren Platz bekommen.

Womit wir beim Opener wären. Ein Synthesizer, durchaus furytypisch, führt uns in das rockige „Are you real“ ein. Ziel der Kritik: die bösen Medien. Okay, die sind auch böse, darum verzeihen wir auch platte Textzeilen wie

TV Weddings truth for sale, media death. Did you inhale ?
Be extreme, show no fear
and don`t ask questions, sign up here !

Schließlich haben sie ja recht. Weniger zu verzeihen ist dann der kleine Rap-Part, der uns dezent auf das Entstehungsjahr hinweist: „1999 is in the place“. Nun ja, wenn ich ehrlich bin, erinnert das schon ein wenig an Bro’Sis; was soll’s...

Doch die Entschädigung folgt auf dem Fuße. Kai Wingenfelder, seines Zeichens Leadsänger der Band, berichtet über die Folgen des Endes seiner Beziehung; und dies durchaus humorvoll:

look at my appartement
it`s a case for the trash Department
since you´re gone

Das ganze dermaßen träge und bedrückend vorgetragen, dass einem der gute Kai wirklich aus tiefstem Herzen Leid tun kann. Voller Frustration berichtet er von dieser Halbjahresbeziehung, immer wieder mit der Frage, ob es ihr denn nun endlich besser gehe; und dem nicht sonderlich dezenten Hinweis, dass bei ihm das Gegenteil zutrifft. Der Wechsel zwischen rockigem Refrain und seiner schleppenden Beschreibung seiner fortschreitenden Verbitterung ist perfekt gelungen. Nach 4 Minuten sitzen wir da, den CD-Player ganz bedauernd betrachtend; fehlt nur das „Ooooooohhhhhhh“.

Auf „All the young dudes“ mag ich jetzt nicht näher eingehen; erstens, weil ich den Song in seiner Gesamtheit mehr als ätzend finde, und zweitens, weil ich das Gefühl habe, die Jungs haben beim Schreiben dieses Songs beschlossen, mal alle Wörter aus dem Dictionary rauszusuchen, die ihnen bis dato unbekannt vorkamen. Wie sonst erklären sich Textzeilen wie „saying we're juvenile delinquent wrecks“? Oder kann mir jemand sagen, was zur Hölle „he can kick like a muleIt's a real mean team“ bedeuten soll? Na klasse, jetzt wippe ich hier doch zum Song mit; ein echter Ohrwurm, aber einer der nervigen Sorte...

Nahtlos anknüpfend „She’s a star“. Eigentlich wollte ich den Kritikern nicht in die Hände spielen, aber ich habe keine Wahl:

You can't make her day
...but that's ok

She's a star

Au. Everybody hurts, fällt mir dazu spontan ein. Wenigstens ist die Melodie genauso platt, da stört wenigstens kein Element das andere. Schnell weg...

Doch wieder werden wir schnell entschädigt. Mit einer dieser Fury-Balladen, wenn Kai seine Stimme ein paar Tonlagen nach unten schraubt und süßliche Worte von sich gibt. Ein Song, bei dem man seinen Kopf irgendwo anlehnen mag, sei es ein Kopf, sei es, im Falle des temporären Alleinseins die Autofensterscheibe. Worum geht’s? Um die Situation, in der eigentlich alles nicht so dolle ist; unbezahlte Rechnungen, das Leben ist gerade gar nicht lustig, kein Geld und trotzdem ist es erträglich, ja fast sogar schön, nur weil der jeweils andere da ist. Warum die namengebenden „3000 Kisses“ vermisst werden, bleibt im Verborgenen, stört aber gar nicht...

„Sixpack full of happiness“, rein zufällig Track 6, beschreibt ein ganz ähnliches Gefühl; leider nicht mit so einer süßlichen Melodie, leider nicht so eindringlich wie in „3000 Kisses“. Ich erspare dem Leser weitere Stilblüten zappe zu...

„Enemy Mine“. Und dort zappe ich gern hin. Schwere, düstere Gitarren, Geigeneinsatz und ein Text, den man Fury nach all den Fehlgriffen schon gar nicht mehr zugetraut hätte. Der Feind in Dir, in mir, in ihm, wie auch immer.

do you know I, I fight against myself and I hate to lose
I can never say which way my other I might choose

Klingt beim ersten Hören vielleicht etwas psychopathisch; die Reflexion kann durchaus etwas anderes ergeben; ich hoffe jedenfalls, dass das nicht nur bei mir so ist. Ein Song, den man definitiv nicht in dem Moment hören sollte, in dem man ihn gerade nachempfinden kann.

me ,myself and I we´re not a pretty good team together

Kennt das jemand? Ich hoffe doch...

Die Geigen beenden das ganze hektisch, stimmungsvoll, das beschriebene Durcheinander nachzeichnend; genial...

Ich bin mir ganz sicher, die Inspiration des Songwriters von „Calling Cuba“ zu kennen. Es war: Kai Pflaume, mit seiner Sendung „Nur die Liebe zählt“. Eine dieser herzzerreißenden Geschichten, in dem ein Paar tausende von Kilometern getrennt ist und für zwei Wochen vom guten Kai wieder vereint wird. Der andere Kai, also der Leadsänger, hatte aber leider keinen Kai Pflaume. Und so sitzt er da, telefoniert mit seiner Liebe, die auf Kuba sitzt und verflucht sie, weil sie nicht bei ihm ist.

remember that I said I love you
long before you said you too
stupid cow
now it's done
you're gone

Wieder maximales Mitleid, Kai kann nicht mehr, fordert sie zur Rückkehr auf, unterstützt von Geigen, traurigen Gitarrenakkorden... Ob’s hilft? Genaues weiß man nicht.

Ich finde ja, sie sollte zu ihm zurück; denn süße Ideen hat er ja. „Moon for Sale“ beschreibt die schlichte Tatsache, dass Kai seiner Angebeteten den Mond gekauft hat. Okay, an manchen Stellen sorgen Text und Geiger schon für einen großen Haufen Kitsch und Schleim; aber es bleibt im Bereich des Legitimen. Es ist einfach süß, da kann man noch so kitschresistent sein. So verzeiht der Fury-Fan den übermäßigen Geigeneinsatz großzügig, schließlich bekommt er ja am Ende des Albums noch eine Erklärung für die ganze geballte Sensibilität...

„Pressure Down“ darf an dieser Stelle gern ignoriert werden; es ist wirklich keine weitere Erwähnung wert...

„Born to slide away“ ist dann mal ein bisschen Fury-Selbstbeweihräucherung. Vielleicht hätte man dass wenigstens in einer weniger nervigen Melodie verpacken können. Betrachtet man die Bandhistorie, mit mehr als zehn Jahren Musikgeschäft und mehr als einem halben Duzend Alben, kann man sich schon Fragen, was der Künstler uns damit sagen wollte:

Don´t get me wrong
i think we´ve loved the fruits of success
but we´ve never really learned the way to play this buisiness chess
oh how often i doubted
that the way is our true destination

Sind sie nicht unangepasst? Ja, ich weiß, man könnte mich fragen, ob ich sie eigentlich wirklich mag.

„Hold on“ erinnert mich dann aber auch gleich wieder daran, dass ich das tue, schön niedlich, der Text platter als eine Flunder, aber was soll’s, es ist halt Fury. Mit „Hold on“ ist eigentlich schon der gesamte Text des Tracks widergegeben, Fury hat einfach nur –zig andere Arten, dies auszudrücken gefunden... „Strip off your chains, hold on to your dreams“, jaaa, so wollen wir das, Persönlichkeitsbildung light. Trotzdem schön… *schulterzuck

“As quiet” setzt dem gerade beschriebenen “Hold on” dann noch eins obendrauf. Der Kai wünscht sich nämlich, dass alles so ruhig wäre wie der Song. Jawohl. Und alles soll so einfach sein wie die Melodie. Ja-ha. Das wäre schön. Peace, Love and Harmony. Manchmal frage ich mich, wie man sich als Fury-Mitglied so durch das normale Leben schlägt…

Und dann endet das Album ganz hollywoodkonform. Mit Danksagungen. Isset nicht schön? Da werden alle Produzenten, Götter der Musik, Muttis und ehemalige Klassenkameraden bedacht, lustige Anekdoten der gerade erst geworfenen Kinder erzählt (Dank auch meinem kleinen Jakob, der mir jetzt schon zeigt wo’s langgeht.). Alles untermalt von bedeutungsschwangeren Geigen und dem plärrenden Jakob, da muss man sich schon sämtliche Tränen verdrücken.

Trotzdem vier Sterne, eigentlich nur für 4 oder 5 Songs, denn bis zu diesem Bericht hatte ich mich mit den Texten noch nicht soooo en detail auseinandergesetzt... Ciao fordert halt Opfer; aber was erzähle ich Dir das...


Geschrieben am: 25. Feb 2002, 09:39   von: TeaJay



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