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Übersicht > Unterhaltung > Video > H > Hannibal

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Darsteller, Kulisse, Musik

Nachteile:
Dominanz Dr. Lecters, Handlung




Sympathy for the devil? - diesmal nicht
Bericht wurde 1317 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 3 mal kommentiert Berichtbewertung: 

1991 gab es für mich zwei bemerkenswerte Filme, an die ich mich auch noch 10 Jahre später positiv erinnere. Der eine Film war "Terminator 2"- beeindruckend die oskarprämierten Spezialeffekte und die etwas andere Form eines Endzeitszenarios.

Der andere Film war "Das Schweigen der Lämmer" - ein Meisterwerk, welches dem Zuschauer schockierende Szenen auf besondere Weise "behutsam" präsentiert hat und dadurch auf geniale Weise eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre aufgebaut wurde. Damals bemerkte ich nicht nur bei mir eine gefährliche Faszination, ja sogar gewisse Sympathie für den Serienkiller Dr. Hannibal Lecter - was zumindest für mich im realen Leben undenkbar wäre.

Lange Jahre gab es Diskussionen um die Fortsetzung. Eigentlich weniger darum, dass es eine Fortsetzung geben soll - was nach dem scheinbar offenen Ende und dem Erfolg fast logisch erschien, sondern um die Art und Weise, wie sie zu verwirklichen sei. Dabei blieben die für ihre Arbeit an bzw. in "Das Schweigen der Lämmer" mit dem Oscar bedachten Jonathan Demme (Regie), Ted Tally (Drehbuch) und nicht zuletzt Jodie Foster auf der Strecke. Letztendlich blieb vom alten Erfolgsteam nur Anthony Hopkins übrig. Also stand nun der "neue" Regisseur Ridley Scott (u.a. Alien, Blade Runner, Thelma & Louise) vor der unmöglich erscheinenden Aufgabe, eine adäquate Fortsetzung zu gestalten.

Im Vorfeld gab es ellenlange, wie üblich durch Medien und Politik gesteuerte Diskussionen darüber, ob es denn nicht zu viel an Blut und Grausamkeit in diesem Film gäbe. Dann las man doch den einen oder anderen negativen Erfahrungsbericht - und schon war ich voreingenommen, gerade weil ich den ersten Teil so gut finde. Ich stufte den Film als "muss ich nicht gesehen haben" ein - bis ich letzte Woche mal wieder meinen vierteljährlichen Videothekenbesuch unternahm, bei welchem ich immer jene Filme auszuleihen pflege, die mir im Kino entgangen sind - was eigentlich immer viele sind, weil mir Ansammlungen von mehr als 10 Personen zuwider sind. Also wanderte "Hannibal" in meine mit afrikanischen Muster bedruckte Stofftasche.


>>> Inhalt

An dieser Stelle kann ich wieder meine unvermeidbare Abschweifung über die allgemeinen Probleme der Meinungsplattformerei einbauen :-)

Dies ist mein erster Bericht (hier bei myopinion24 sowieso *g*) über einen Film. Ich persönlich lege bei einem Filmbericht auf einer Meinungsplattform eigentlich keinen großen Wert auf eine Inhaltsangabe oder umfassende Auflistung aller beteiligten Personen wie die Schauspieler oder den Kameramann. Im allgemeinen lese ich mir hier einen Bericht zu einem bestimmten Film durch, weil mich eben die Meinung einer anderen Person zu dem Film interessiert, weil ich den Film selbst schon gesehen habe und wissen will, wie jemand anderes ihn einschätzt. Oder ich habe mich vorab an anderer Stelle informiert, und will wissen, ob es sich nun tatsächlich lohnt, das Geld für die Kinokarte auszugeben. Und genau deshalb werdet ihr von mir jetzt keine umfassende Inhaltsangabe finden, obwohl sich dadurch die Chance auf eine Sonderprämie erhöhen würde, aber ich schreibe ja schon genug überflüssiges Zeugs. [Abschweifung ende]

Wer sich dennoch für Details interessiert, kann ja nun auf der Webpage des "Deutschen Entertainment Magazins" nach Hannibal suchen. Ok, ok ... hier ist der Link:
http://www.dem.de/entertainment/kino/1105/110943.html

(Dennoch sind sicherlich auch umfassende Berichte über einen Film "sehr hilfreich", die den Schwerpunkt auf den Inhalt legen - nämlich dann, wenn ich einen Film gar nicht kenne und hier davon erfahre. Aber dies kommt bei mir zumindest in den seltensten Fällen vor.)

Aber wie soll ich es nun bei diesem Film und diesem, meinem Bericht handhaben? Ich denke mal, dass ich es recht einfach habe, denn jeder, der sich etwas für dieses Genre interessiert, kennt diesen Film aus eigener Erfahrung - oder durch die zahlreichen Presseartikel, TV-Berichte oder eben Erfahrungsberichte. Also kann ich euch eigentlich nichts verraten, was euch die Vorfreude auf diesen Film nehmen könnte.

Und da sind wir schon an dem Punkt: Ich war recht gut über den Film informiert - dennoch gab es eindrucksvolle (wörtlich zu verstehen!) Szenen oder Handlungsstränge, die ich noch nicht kannte, aber deren Ausgang mir sofort bei deren Beginn klar war. Und dies liegt nun nicht an meinen übersinnlichen Fähigkeiten - ich verrate euch ein Geheimnis: ich habe keine - sondern an dem großen Mangel dieses Filmes: es fehlt einfach die Spannung

Ich will einige Beispiele nennen:

1.) Wer glaubt ernsthaft daran, dass die Bestrebungen des Millionärs und Kinderschänders Mason Verger (das einzige überlebenden Opfer von Dr. Lecter) sich an diesem zu rächen, Erfolg haben werden? Sicher, die Anstrengungen sind enorm, die Verger unternimmt, auch die Mittel scheinen angemessen - so soll Hannibal durch eigens für diesen Zweck abgerichtete Wildschweine zerfleischt werden.

2.) Wer glaubt ernsthaft daran, dass Clarice Starling irgendetwas ernsthaftes zustoßen wird? Da wir seit dem ersten Teil wissen, dass Dr. Lecter einen Narren an Agent Starling gefressen hat, war mir auch klar, dass nicht die Hand von Clarice daran glauben wird. Wer auf solch leidenschaftliche Art Clarice verehrt, ihr Haar berührt oder ihr die Kugel aus dem Arm entfernt, wird sie nicht verstümmeln.

3.) Wer glaubt ernsthaft daran, dass Paul Krendler und Inspektor Rinaldo Pazzi das Ende des Films unbeschadet erleben werden? Der schmierige Paul Krendler, soweit ich mich erinnere ist er beim Justizministerium beschäftigt, trägt schon bei seinem ersten Auftreten in diesem Film das Mal des Haupt-Lecteropfers auf der Stirn: "Ich bin ein so unsympathischer Widerling. Töte mich auf besonders bestialische Weise, ich habe es verdient" - nunja, getötet wird er ja nicht direkt ... aber wir verraten nicht, was es zum Hauptgang geben wird. Auch Inspektor Pazzi musste eigentlich damit rechnen, dass sein Verdauungstrakt sich irgendwann mal nicht mehr da befindet, wo er hingehört.

4.) Wer glaubt ernsthaft daran, dass es keinen 3. Teil geben wird?


>>> Darsteller

Wie erwähnt, waren ja Jodie Foster, aber auch Scott Glenn (spielte damals Jack Crawford, den "Chef" von Clarice) nicht mehr dabei. Also mussten einige andere ihren Kopf dafür hinhalten (teilweise sehr treffende Formulierung ...), neben dem erneut brillierenden Anthony Hopkins "alt" auszusehen. War von der Story her im "Schweigen der Lämmer" die Rolle des Dr. Lecters zwar auch dort schon zentral, aber keinesfalls dominierend, so ist in Hannibal eigentlich jede Aktion der anderen Schauspieler als Stichwortgeber für Anthony Hopkins zu verstehen.
Clarice wird gedemütigt, ihr Auftritt Mr. Hopkins.
Ein Widerling versucht sie zu verraten - Mr. Hopkins bitte auf die Bühne.
Wir brauchen wieder etwas Niveau im Film, Mr. Hopkins, nun der Text über das Kulturerbe von Florenz - und Action.

Dennoch fanden sich mehr als nur als passabel zu bezeichnende Akteure, die da wären:

1.) Julianne Moore als Clarice Starling
Ein mutiger Versuch, eine bereits exzellent durch Jodie Foster interpretierte Rolle beizubehalten und neu zu besetzen. Das Resultat hat mich trotz meileinweiter Unterschiede zwischen Clarice 1 und Clarice 2 doch phasenweise überzeugt, da Julianne gar nicht erst den Fehler begeht und versucht, Jodie zu imitieren.

Es sind von der Handlung her ca. 10 Jahre vergangen. Clarice wirkt nun trotz unbestreitbarer "Erfolge" (Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde - die Frau beim FBI mit den meisten getöteten Verbrechern) einfach als "gescheiterte" Person. Und Julianne Moore schafft dies gut herüberzubringen, jedoch bei weitem nicht mit so ausgeprägter darstellerischer, teilweise schon übertriebener Präsenz wie Jodie Foster (ich verweise da als Negativbeispiel auf "Nell"). Man sollte aber gegenüber Julianne Moore nicht ungerecht sein und sie mit Jodie Foster vergleichen, ich denke, da würden fast alle anderen Darstellerinnen (und Darsteller...) aus der Top-Liga schlecht aussehen.

2.) Gary Oldman als Mason Verger
Hat Gary Oldman eigentlich schon jemals eine Rolle gespielt, in der er einen "normalen" Menschen darstellen durfte? Dracula, Sid Vicious ... zugegeben, ich habe nicht in Kopf, was er wo schon gespielt hat. Aber dafür gibt es ja das Internet
http://home-1.tiscali.nl/~giso/index4.htm

Mason Verger wird als körperlicher, viel mehr noch als geistiger Krüppel (in diesem Zusammenhang sei mir diese Verwendung dieses Begriffes gestattet) dargestellt. Trotzdem schafft es Gary Oldman einen gewissen ironischen Unterton mitschwingen zu lassen, wenn er die Bemühungen darstellt, Dr. Lecter in die Hölle zu schicken.

3.) Ray Liotta als Paul Krendler
Seit "Good Fellas" einer meiner Schauspieler-Favoriten (auf der Liste stehen ua. Samuel L Jackson, Clint Eastwood und Wolfgang Bahro. Peter O'Toole habe ich kürzlich von der Liste gestrichen). Gut, ihm wird in diesem Film nichts abverlangt, aber das spielt er perfekt :-) Schleimig, widerlich, abstoßend - wer von den Zuschauern fühlt sich nicht dabei ertappt, ihm eine Begegnung mit Dr. Lecter zu wünschen?

4.) Giancarlo Giannini als Inspektor Rinaldo Pazzi
Hat schon in "Lili Marleen" von R.W. Fassbinder gespielt (dort der Geliebte von der Hauptdarstellerin Hanna Schygulla) und mit einigen anderen Top-Regisseuren zusammengearbeitet (insbesondere Lina Wertmüller).

Giancarlo spielt hier das perfekte Opfer. Ein Polizist, der ähnlich wie Clarice Starling am und im Job und Leben gescheitert erscheint, bekommt die Möglichkeit, durch die Auslieferung Dr. Lecters - sozusagen am Dienstweg vorbei - an Mason Verger zu Reichtum zu gelangen. Einfach gelungen, wie er den allmählichen Umschwung seiner Gefühlslage darstellt. Zunächst der gelangweilte Polizist, dann die aufkommende Erregung ob des möglichen Hauptgewinns (Belohnung in Millionenhöhe) und letztendlich die aufsteigende Panik, als ihm zu spät klar wird, dass er wie all die Opfer zuvor gegen Dr. Lecter keine Chance hat.


>>> Fazit

Tja - eigentlich ein "guter" bis "sehr guter" Film. Teilweise "bildgewaltig" - wie man so schön sagt. Gelungene Einbindung mehr oder weniger historischer Kulissen (Florenz), dazu noch die hervorragend passende musikalische Untermalung - die manchmal über ihre Rolle als "Beiwerk" hervorgehoben wird. Die Schauspieler agieren meiner Meinung nach alle überdurchschnittlich. Also im Prinzip hätte es ein hervorragender Spitzenfilm werden können - aber wie ich ja schon geschrieben habe, fehlt dem Film einfach die Spannung. Dies wird zum einen durch die Vorhersehbarkeit der Handlung gefördert, aber auch durch die schon extrem überspitzten Gewaltdarstellungen, die auf gewisse Art eigentlich nur noch lächerlich wirken.

Obwohl diesmal eigentlich drei Charaktere gegen Dr. Lecter kämpfen (Starling, Verger, Pazzi) dominiert Dr. Lecter einfach, zu einfach in diesem Film. Auch diesmal wünscht man ihm ob seiner Taten nicht den Tod. Aber diesmal nicht wegen einer gewissen Faszination, die sein Auftreten erzeugt, nein, er ist vom Handlungsablauf gesehen die einzige Person, die den Film trägt (ich hoffe, jeder versteht, dass das kein Widerspruch zu dem vorherigen Abschnitt ist, in dem ich die gute schauspielerische Leistung der anderen Darsteller erwähnt habe), wobei die teilweise übertriebene Darstellung der sicherlich herausragenden Intelligenz und der allumfassenden Bildung von Dr. Lecter nervt.

Deswegen:
Mittlere Bewertung, nicht empfehlenswert.

nova87/meoma
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EV 19.9.01 @ ciao, dooyoo, hitwin, yopi, ecomments
22.10.01 @ myopinion


Geschrieben am: 22. Oct 2001, 11:23   von: nova87



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