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Übersicht > Unterhaltung > Kinofilme > Drama > Evita

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Alle konnten überzeugen...

Nachteile:
...nur Madonna nicht!




Hinter jeder starken Frau steht ein schwacher Mann...
Bericht wurde 2007 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ich weiß gar nicht, warum ich bisher immer so einen großen Bogen um Evita gemacht habe. Vielleicht, weil ich ein bisschen zuviel Kitsch erwartet habe. Vielleicht, weil ich ein bisschen zu viel Pathos erwartet habe. Vielleicht, weil ich die schauspielerischen Qualitäten von Madonna und Antonio Banderas eher als fragwürdig eingestuft hätte.

Evita ist die Geschichte des Aufstiegs der mittellos in der Provinz aufgewachsenen Eva Duarte zur First Lady Argentiniens, Eva Peron. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten, auch wenn die Authentizität einzelner Szenen mit Sicherheit anzweifelbar ist. Evita basiert auf einer Musicalvorlage von Andrew Lloyd Webber (von wem auch sonst). Was ich bis gestern nicht wusste: der gesamte Film besteht aus Gesangsparts, ist also in dieser Hinsicht sehr nahe an der Vorlage.

Eva Duarte, ein 15-jähriges Mädchen vom Land, schmeißt sich an einen in der Provinz spielenden Starsänger, um ihrem tristen Schicksal zu entrinnen. Widerwillig nimmt er sie mit nach Buenos Aires, für Evita die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Da sie mit dieser Taktik gut gefahren ist, wendet sie sie nach Anfangsschwierigkeiten auch stetig in Buenos Aires an. So schläft sie sich hoch, vom Cover-Girl zum Radiostar, vom Radiostar zum Filmsternchen.

Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung lernt sie Oberst Peron, gespielt von Jonathan Pryce, kennen, der auf dem besten Wege ist, im politisch instabilen Argentinien der 40er Jahre an die Macht zu kommen. Nur kurze Zeit später heiratet sie ihn und ist damit am Ziel ihres beispiellosen Aufstiegs angekommen. Peron, dem die Politik zeitweise als zu gefährlich erscheint, wird immer wieder von seiner Frau zur Fortsetzung seiner politischen Karriere gedrängt. Als diese kurzzeitig im Gefängnis endet, ergreift Evita die Chance und mobilisiert die Massen für ihren Mann. Ihre Wirkung auf die Menschen ist phänomenal – eine Eigenschaft, von der sie als First Lady noch oft Gebrauch machen wird. Sie schafft es, trotz diktatorischer Verhältnisse im Land eine allgemeine Zufriedenheit beim Volk herzustellen. Doch der Kult ist nicht von Dauer. Evita übernimmt sich, versucht, für ihren Mann Außenpolitik durch Roadshows in Europa zu machen, gründet eine Stiftung, die immer wieder hier und da etwas bewirkt, aber nichts an der allgemein schlechten Lage im Land ändert. Evita wird krank und verabschiedet sich dramatisch vom Volk. Kurze Zeit später erliegt sie einem Krebsleiden.

Wirklich begeistert war ich von Antonio Banderas. Er führt als am Ende aufständischer Bauer durch den gesamten Film, quasi als Beobachter der Geschehnisse. Seine Kommentare sind durch äußerste Bissigkeit geprägt. Am Tod Evitas kann er nichts Bedauerliches finden, da sie ihr Volk stark vernachlässigt hat. Daß Banderas bisher nie professionell gesungen haben soll ist kaum zu glauben. Ich hätte ihm diese Rolle in keiner Hinsicht zugetraut und bin beeindruckt.

Jonathan Pryce fällt eigentlich kaum auf. Im Film und in der Geschichte (?) zur Nebenrolle degradiert, füllt er diese hervorragend aus. Schnell wird im bewusst, dass seine Frau ihn an die Wand drückt, dass sie die Fäden in den Händen hält. Devot fügt er sich seinem Schicksal.

Und Madonna? Nun, sie hat einen Golden Globe für diese Rolle bekommen. Ihr Gesang ist zweifellos fantastisch, besser, als jede Chart-Single und erst recht besser als jeder Live-Auftritt. Schauspielerisch hat sie mich nicht überzeugen können. Dies mag auch an der gewählten Form liegen. Doch die Machtgier Evitas, ihr Geltungsbedürfnis und ihre Rücksichtslosigkeit sind Eigenschaften, die Madonna mir nicht glaubhaft vermitteln konnte. Erstaunlich, dass man ihr das 15-jährige Mädchen mit dem Traum Erfolg und Anerkennung eher abnimmt.

Trotz dieser Schwäche ist Evita ein wirklich guter Film. Eva Peron wird keineswegs in den Himmel gehoben; angesichts der Tatsache, dass es sich hier nicht um amerikanische Geschehnisse handelt, war das auch nicht notwendig. Der Film lebt nicht nur vom Banderas Zynismus, sondern auch von viel Pathos, gigantischen Bildern und seiner Form. Daß der Musical-Charakter erhalten blieb kam Madonnas eher fragwürdigen schauspielerischen Fähigkeiten sehr zugute.

Alan Parker (Regie) ist es gelungen, ein Werk mit schönen und beeindruckenden Bildern abzugeben. So kompensiert er die aufgrund der gewählten Form fehlenden schauspielerischen Elemente. Eine Aufgabe, die er hervorragend gemeistert hat, zumal der historische Hintergrund hier erschwerend gewesen sein dürfte. Inwieweit Evita Anspruch auf Authentizität erheben kann, ist mir aufgrund mangelndem historischem Wissen nicht klar. Daß Eva Peron anders gewesen sein MUSS, als Madonna sie dargestellt hat, scheint mir gegeben. Doch Historienfilme sind eben eine Gratwanderung.

Meine anfängliche Skepsis ist der Bewunderung für die Leistung von Alan Parker und Antonio Banderas gewichen. Da ich das Musical nicht kenne, kann ich wenig über diesen Vergleich sagen, aber ich habe einen Historienfilm in einer in diesem Genre vollkommen neuen Form gesehen, der zu überzeugen wusste.


Geschrieben am: 27. Nov 2001, 09:49   von: TeaJay



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