| KONTAKT | | HILFE | | HOMEPAGE |
 MyReise   MyTickets   MyShopping 
 
    STARTSEITE
Suche in
  Auswahl

Kategorie:

Aktuelles
Was ist Q-Test.de
Geld verdienen
Mitglied werden
Kontakt

  User Login
Username

Passwort



Passwort vergessen ?
 

Übersicht > Unterhaltung > Kinofilme > Komödien > Good bye Lenin!

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
rührend, lustig, traurig,...

Nachteile:
nicht actionreich, nicht überragend spannend




DDR öffnet die Grenzen für BRD-Flüchtlinge!
Bericht wurde 1603 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Gestern habe ich mir im Kino wieder mal einen deutschen Film angeschaut, die Tragikomödie „Good Bye Lenin“. Ich finde diesen Film sehr schön, weil er mal nicht „die deutsche Antwort“ auf irgendeinen Hollywood-Film ist und weil es sich dabei nicht um eine belanglose Schenkel-Klatsch-Komödie handelt. Zudem sieht man auch mal wieder unbekannte Schauspieler und nicht immer wieder die gleichen Gesichter...

Zur Handlung:
Im Oktober 1989, also kurz vor dem 40. Geburtstag der DDR (und somit auch kurz vor der Wende), fällt Christiane Kerner ins Koma. Sie ist als überzeugte Sozialistin auf dem Weg zum Palast der Republik, als sie einen Herzinfarkt erleidet.
Danach liegt sie acht Monate im Koma. Acht Monate, in denen ihre erwachsenen Kinder Ariane (die selber eine kleine Tochter hat) und Wolfgang die Wiedervereinigung erleben und ihre ersten Erfahrungen mit dem Kapitalismus machen. Ariane wird Verkäuferin bei Burger King und Wolfgang verkauft Satellitenschüsseln, für die sich auf Grund der Fußball-WM genug Abnehmer finden lassen. (Christianes Ehemann und Vater der Kinder ist in den Westen geflohen, als die Kinder noch klein waren.)
Es grenzt an ein Wunder, dass Christiane wieder aus dem Koma erwacht. Um ihr jede Aufregung zu ersparen, verheimlichen die Kinder ihr die Wiedervereinigung und gaukeln ihr den Fortbestand der DDR vor. Und das ist ziemlich schwierig: Denn was soll man z.B. tun, wenn an der Fassade am Haus gegenüber eine riesige Coca-Cola-Werbung angebracht wird? Was tut man, wenn Mutti fernsehen möchte? Wie beschafft man die Ost-Produkte („Spreewaldgurken“ etc.), die Mama gewohnt ist?

Vor allem Sohn Wolfgang lässt sich einiges einfallen – mit Unterstützung seines Freundes Dennis beschaffen sie nicht nur alte Nachrichtensendungen der DDR („Das fällt nicht auf, war doch sowieso immer das gleiche“), sie drehen sogar selber „DDR-Sendungen“. Aber irgendwann wird die Mutter wieder recht aktiv und läuft sogar auf die Straße...

Wolfgang sucht auch den Kontakt zum Vater. Allerdings gibt es kein „Happy-End“ mit einer wiedervereinigten Familie...

Meine Meinung:
Ich möchte nicht zu viele Szenen vorweg nehmen, weil ich so für Leute, die den Film noch nicht gesehen haben, die Überraschungseffekte vorweg nehme. Mir hat dieser Film jedenfalls gut gefallen. Das einzige, was ich bemängeln könnte ist, dass der Film manchmal vielleicht etwas langsam oder zu einfach wirkt, wenn man Filme mit viel Action und Dramatik gewöhnt ist.
Dafür ist dieser Film aber glaubwürdig, die Schauspieler (die mir alle unbekannt waren) wirken richtig echt in ihren Rollen. Richtig natürlich, denn sie können spielen und sehen auch so natürlich aus wie Leute von nebenan. „Good Bye Lenin“ ist oft lustig, aber dabei oft eher zum Schmunzeln als laut brüllen. Mir hat besonders gefallen, wie Alexander und Dennis für die Mutter DDR-Fernsehen inszeniert haben. (Wenn die Mutter irgendetwas verwirrendes entdeckt hatte, z.B. die verräterische Cola-Werbung, haben die Hobbyfilmer dieses Ereignis in der „Nachrichtensendung“ erklärt) Es war auch lustig, wie die Familienmitglieder wieder die scheußlichen DDR-Klamotten angezogen haben, um der Mutter das Altbekannte vorzuführen.

Dieser Film ist aber auch sehr sensibel gemacht. Die Mutter ist nach ihrem Aufwachen keineswegs lächerlich oder dumm, weil sie das falsche Spiel nicht durchschaut. Sie ist auch nicht verbohrt in ihrer politischen Einstellung, sondern engagiert sich sehr für Kinder und Menschen mit Problemen. Es wird auch schön gezeigt, dass sie immer noch ihren Verstand und ihren einmaligen Humor besitzt.
Es gibt auch eine kleine Liebesgeschichte, weil sich Wolfgang bei Besuchen im Krankenhaus in eine nette junge Krankenschwester verliebt. Diese Liebesgeschichte steht aber nicht im Vordergrund.
Manche Szenen sind auch traurig und ich hatte dabei auch Tränen in den Augen. In anderen Szenen tun einem die Personen richtig leid – beispielsweise wenn Ariane und Alexander endlich das Ersparte ihrer Mutter in einer Kommode gefunden haben, zur Bank gehen und dann für das DDR-Geld (30 000 Mark) keinen Pfennig mehr bekommen, weil die Frist um zwei Tage abgelaufen ist. Das ist bitter.

Die Schauspieler fand ich durchweg gut besetzt. Besonders hat mir die Mutter gefallen, die von Katrin Saß verkörpert wird. Ich habe diese Schauspielerin bisher nicht gekannt, aber sie war ein bekannter Star der DDR. Sie bringt die Gefühle von Christiane so glaubwürdig zur Geltung – die Freude über ihre Geburtstagsfeier, die Skepsis, weil sie ahnt, dass ihr was verheimlicht wird, die Ungeduld, sich endlich wieder nützlich machen zu können...
Die netteste Person des Films war wohl der Sohn Alexander, der sich unglaubliche Mühe gegeben hat, um der Mutter eine heile DDR vorzuspielen. Sein Gesicht kam mir zwar bekannt vor, aber ich kann mich nicht erinnern, in welchem Film oder in welcher Fernsehsendung ich ihn gesehen habe.
Die Rolle der Ariane war nicht so sympatisch, manchmal kam sie mir etwas kaltschnäuzig vor. Aber dann war sie wieder richtig rührend. Es war gut nachzuvollziehen, wie sie unter der frühen Trennung vom Vater gelitten hat. Zudem war sie ja mit dem kleinen Kind nicht mehr so frei wie ihr Bruder Alexander.

Die Ausstattung des Films war auch ausgezeichnet. Schön, dass man wieder mal echte Ausschnitte aus den Nachrichten gesehen hat (mit Helmut Kohl, Michail Gorbatschov, Erich Honecker...) Ich kann zwar nicht 100prozentig beurteilen, ob die Möbel und Klamotten authentisch für die DDR waren, aber sie passten gut zum Film. Es war auch schön zu sehen, wie die unterschiedlichen Wohnungen ausgestattet waren. Besonders hat mir die verlassene Wohnung gefunden, die Alexander und seine Freundin entdeckt haben. Da wäre ich gern mit auf „Schatzsuche“ gegangen.

Wenn dieser Film finanziell nicht so erfolgreich wird, dann liegt es daran, dass man schon ein Mindestmaß an politischer Bildung mitbringen muss, um diesen Film verstehen zu können. Ich habe vor kurzem tatsächlich erlebt, dass eine fast 17-jährige Berufsschülerin gefragt hat „Lenin – wer ist das? Den Namen habe ich wirklich noch nie gehört!“ Für dieses Publikum ist der Film wohl nichts. Aber gebildete Leute, die eine ungewöhnlichen, rührende Tragikomödie sehen wollen, sollten „Good Bye Lenin“ unbedingt anschauen.


Geschrieben am: 25. Feb 2003, 21:57   von: Dragonfly



Bewertungen   Übersicht


Weitere Infos? Versuchen Sie doch mal folgende Suchen bei Google:

Alle evtl. aufgeführten Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und unterliegen den jeweiligen Bestimmungen.


Was ist Q-Test.de | Impressum | Werbung | Geld verdienen | Banner | Counter | Preisvergleich | Download