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Übersicht > Genuss > Jelly Belly Beans

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
enthalten kein Fett und haben offensichtlich Kultstatus erlangt

Nachteile:
mit deren Wegfall würden ganze Jelly-Generationen dahingerafft werden. Aber dafür hätte der Rest der Bevölkerung bessere Zähne!




Hilfe, ich werd alt
Bericht wurde 3339 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 6 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Grüüüß Euch

Neulich – oder war es überneulich – flatterte uns ein Päckchen ins Haus. Viertelchen hatte ein Buch gewonnen. Ja toll! Und damit das Lesen nun nicht so eintönig wurde, hatte man verschiedene Kugelschreiber, Werbezettel und zwei Tütchen Bonbons beigelegt. Und damit fing das ganze Dilemma an.

Es waren nämlich gar keine Bonbons, wie sich herausstellte, es waren Jelly Belly Beans. Für mich als werdende Vorruheständlerin sah es aus wie bunte Zuckerostereier. Aber wie gesagt – Jelly Belly heißt das Zauberwort. An alle Jelly Belly Fans – ich bewundere Euch, aber ich kann mit diesen Dingern nix anfangen – bitte nicht böse sein!

Als erstes fiel mir ein Faltheftchen (2,8 x 3,2 cm) mit dem Titel „Menü und Rezepte“ in die Hände. Als ich mich von dem Lachanfall erholt hatte, begann ich zu lesen. Zwei Zitrone plus zwei Kokosnuß ergibt Zitronenbaiser. Aha. Wer mehr Rezepte haben will, hole sich vom Händler ein Heft. Insgesamt gibt es tatsächlich 40 verschiedene Geschmacksrichtungen und damit 40 hoch (Taschenrechner zeigt ERROR an) noch mehr Kombinationsmöglichkeiten. Wir haben also die Beutelchen auf dem schwarzen Schreibtisch ausgekippt (darauf sahen sie wirklich sehr schön leuchtend bunt aus!) und haben die Farben den Geschmäckern zugeordnet. Und dann haben wir wie wild gelutscht! Die Jelly Belly Beans natürlich. Aha. Also wenn ich mir gaaanz fest einbilde, dass es wie Erdbeere schmeckt – na gut. Am besten hat mir noch Grüner Apfel geschmeckt.

Ja also es war ein schöner Gag und eigentlich wäre ich nie darauf gekommen, diese Meinung zu schreiben, wenn nicht – ja wenn nicht unser Drucker eine neue Farbpatrone verlangt hätte. Dies veranlasste mich nämlich in die Landeshauptstadt zu fahren und auf dem Weg zum ProMarkt kam ich an einem Süßwarenladen vorbei. Da stand er. Ein ca. 1,80m hoher Bonbonständer mit Jelly Belly Beans. Ich habe nicht nachgezählt, aber es können durchaus alle 40 Sorten gewesen sein. Daneben kleine Tüten und Schaufeln, damit jeder sein Jelly Belly Menü zusammenstellen konnte. 100g kosten stolze EUR 1,99. Da bleib ich doch bei Zuckerostereiern. Aber ich bin wohl die Einzige, denn der Stand war umringt und es wurde eifrig geschaufelt.

Nichtsdestotrotz hatte ich aber nun einen Wunsch – nämlich herauszufinden, was die Jelly Dinger denn überhaupt sind! Wisst Ihr das? Wenn nicht, dann lest mal weiter.


Die Erfinder der Jelly Belly Beans

Nun aber weiter im Text. Es heißt, die Jelly Belly´s kommen aus Amerika. Das stimmt. Aber wer hat sie dort erfunden? Deutsche Einwanderer natürlich (also doch Zuckerostereier *grins*). Die deutschen Brüder Gustav und Albert Goelitz kamen auf die grandiose Idee, Süßigkeiten herzustellen. Zunächst wurde Buttercreme-Konfekt hergestellt. Immerhin war es so beliebt und begehrt, dass das Familienunternehmen während der Weltwirtschaftskrise und beiden Weltkriegen über die Runden kam. Heute ist das Unternehmen übrigens immer noch in Familienhand und die Urenkel der beiden Aus- bzw. Einwanderer (je nachdem, von welcher Seite aus man schaut) pflegen die Familientradition.

Zum Ende des 19. Jhd. waren die sogenannten "Penny Candies" der Hit überhaupt. Nun begannen viele Hersteller mit Gelee, Weingummi und Zuckerkonfekt zu experimentieren. Der Ausspruch "Die spinnen, die Römer" ist hier nicht ganz zutreffend – denn auch die Römer hatten schon ein leckeres Geleekonfekt, und zwar aus Zucker und geliertem Rosenwasser. Wobei mir unklar ist, woher das bekannt ist. Sollten die Archäologen etwa ein vergessenes Päckchen ausgegraben haben??? Na guten Hunger.

Die Weltkriege brachten außer Leid in Amerika nicht nur der Firma Goelitz ein kleines (unbeabsichtigtes) Geschenk: eigentlich hatte die Nachfrage nach Zuckerkonfekt und Geleesüßwaren nachgelassen – wegen der Schokolade, die überall auf Rang eins erschien. Während des 2. Weltkrieges wurde jedoch jede Menge Schoko an die amerikanischen Soldaten nach Europa geliefert – damit wurde die Schleckerei in den Staaten knapp. Die Zuckerbäcker nutzten ihre Chance!


Die Idee

Erst 1976 kam ein Konfekt- und Nußhändler auf die Idee, eine Jelly Bean – es gab diese Naschereien von diversen Herstellern - aus natürlichen Geschmacksstoffen zu entwickeln. Er wandte sich mit seiner Idee an Herman Goelitz in Oakland, Kalifornien. Der hatte bereits seit 1965 besonders exquisite Jelly Beans im Sortiment.

Gesagt – getan. Die Jelly Belly Beans waren geschaffen. Das Besondere an ihnen: zum einen die natürlichen Zutaten, zum anderen wird hier nicht nur die Hülle, sondern auch der Geleekern mit Aromen versehen. Das mit den natürlichen Zutaten macht mich nachdenklich. Was um Himmels willen für natürlich Zutaten sollen in Geleebonbons? Also die Firma Goelitz sagt, es werden beispielsweise Schokolade, Erdnussbutter, Kokosnuss, Jalapeñopfeffer (ein ziemlich milder Pfeffer), Fruchtsaftkonzentrate oder Fruchtpüree wie Erdbeere oder Birne verarbeitet. Ich gebe zu – ich bin skeptisch. Aber ich war noch nicht in Kalifornien und habe demzufolge bislang keine Gelegenheit erhalten, bei Herrn Goelitz vorbeizuschauen *grins* Und hier extra für viertelchen: es gibt demnächst auch Tabasco-Jelly-Belly´s! Und um die so nennen zu dürfen, gibt es einen Lizenzvertrag zwischen den Goelitz Werken und Tabasco. Du kannst dich ja als Täschter melden, hihi. Die grünen Jalapenopfeffer-Jellys habe ich schon mal mitgebracht - aber die sind so scharf, daß selbst mein viertelchen darauf verzichtet.

Es gibt einen virtuellen Werksrundgang (www.jellybelly.com) – und da bin ich aus dem Staunen nicht herausgekommen, was so ein armes Böhnchen alles durchmachen muss, bevor ich es in Nullkommanix zerbeiße.


Der Hersteller

Die Herman Goelitz Candy Co. hat eine Produktionsstätte in Fairfield, Kalifornien, und ein Tochterunternehmen in North Chicago, Illinois. Wenn "Zuckeralarm" ist, schaffen die beiden täglich mehr als 45.000 kg Jelly Belly Beans zu produzieren. Das sind 1.250.000 Jelly Beans in der Stunde! Oder 2.475.687,3 Stunden Bauchschmerzen.

Auch so – es gibt immer 40 Aromen bzw. Sorten. Werden neue kreiirt, nimmt man eine andere Sorte aus dem Sortiment – evtl. kommt sie später etwas aufgepeppt wieder dazu. Getestet wird durch die Angestellten bzw. Testgruppen und Testverkäufe. 1976 gab es ein Startsortiment von acht Aromen. Ich werd die einzelnen Sorten nicht aufzählen – lasst Euch überraschen!


Jetzt machen wir die Bohnen

Die Herstellung der Böhnchen beginnt mit dem etwas klebrigen Geleebrei, der später die Füllung darstellt. Hier wird schon die Sorte bestimmt – indem das entsprechende Aroma (im eigenen Haus aus natürlichen Zutaten gemacht) beigegeben wird. Die Brei kommt in eine Maschine, die die Füllungen in Vertiefungen auf einer Art Riesentablett presst. Auf ein Tablett passen 1.260 Jelly Belly Kerne. Jetzt müssen die noch flüssigen Kerne – husch ins Bettchen. Denn für eine Nacht bleiben sie im Trockenraum.

Am nächsten Morgen müssen sie – na was schon. Unter die Dusche! Ja, nach einem Feuchtigkeitsdampfbad bekommen sie eine Zuckerdusche – und sehen dann aus wie Zuckerostereier, die am Strand runtergefallen sind. Nun heißt es schon wieder trocknen. Diesmal bis zu 48 Stunden!

Die trockenen Jelly Kerne kommen jetzt in rotierende Kupferstahlkessel. Auweia, hoffentlich sind die alle schwindelfrei. Pro Kessel dürfen sich 90 bis 100kg Kerne (bislang nur mit Zuckerpickeln versehen) nun richtig einkleiden. Zwei Stunden dauert es, bis jeweils vier Schichten „Schale“ auf die Kerne gelegt sind.

Tja, nun haben sich die Böhnchen gewaltig in Schale geworfen – aber noch dürfen sie sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Jetzt geht es ab zum Polieren! Dazu kommen die Beans in Stahlpfannen, die wiederum rotieren. Und wer schon einmal gesehen hat, wie Edelsteine poliert bzw. getrommelt werden, der ahnt, was mit den Böhnchen passiert. Damit zum Schluß auch alle schon glänzen, wird während des Polierens Konditorenglasur beigegeben.
Na, sehen sie nicht schick aus? Jetzt haben sie sich aber zwei drei Tage Ruhe verdient – solange brauchen sie nämlich, bis sie richtig durchgezogen sind und verpackt werden können.

Ja, aber das wichtigste fehlt noch. Das Echtheitszertifikat. Vor dem Verpacken kommen sie natürlich noch zum Beschriften – denn jedes Böhnchen trägt die Aufschrift „Jelly Belly“ Und da es auf die Dauer ganz schön Muskelkater gibt, die Dinger von Hand zu beschriften, wurde dafür auch eine Maschine erfunden. Hier wird weiße Lebensmittelfarbe (solche, mit der auch Marshmallows weiß gefärbt werden) hineingegeben, und schon schreibt sie auf jede der 1.250.000 Belly´s pro Stunde „JellyBelly“. Ja und nun geht es doch noch in die Kartons und Tüten.

Bei der Verpackung gibt es übrigens alles denkbaren und undenkbaren Variationen. Sortengetrennte Packungen, Komplettsortimente, Spezialsortimente (z.B. Schoko), diverse Schmuckdosen, jetzt Spezialverpackungen zum Valentinstag und und und.

Wenn ich das so zusammenzähle, komme ich auf 5 bis 6 Tage Herstellungszeit! Wie gut, dass die Leute mehrere Bohnen gleichzeitig machen können, sonst würde es ganz schön dauern, bis eine Tüte voll ist.


Und was ist drin?

Für die Kalorien- und Bohnenzähler: pro Stück werden 4 Kalorien veranschlagt. Für 28 g = 100 Kalorien werden als Inhaltsstoffe 19g Zucker angegeben. Weitere 7g sind andere Kohlenhydrate. Die verbleibenden 2g sind – keine Ahnung. Positiv: das Zeug enthält kein Fett! Allerdings auch keine Vitamine oder sonst irgendwas Nützliches.


Langweilige Zuckerdinger? Nicht die Bohne!

Die Goelitz-Werke engagieren sich nicht nur für Zuckerzeug, sondern sind in Amerika auch als Sportsponsor präsent. So findet man das Jelly Belly Logo bei Speedway-Rennen ebenso wie bei Powerboot-Wettbewerben oder beim Golf.

Natürlich schmückt sich das Unternehmen mit seinen Beziehungen zum Weißen Haus. So versuchte Ronald Reagan Ende der 60er Jahre (damals noch Gouverneur) das Pfeife rauchen aufzugeben – und begann Jelly Belly Beans zu naschen (schon von Goelitz, aber noch ohne natürliche Zutaten). Als dann 1976 die neuen Jelly´s auf den Markt kamen, blieb er seinen kleinen Freunden treu. Zur Amtseinführung als Staatspräsident wurden dreieinhalb Tonnen (bei 45 Tonnen Tagesproduktion ein Klacks) dieser kleinen Naschereien geliefert – selbstverständlich in den Staatsfarben rot, weiß und blau. Da es bis dahin jedoch noch keine blauen Jelly´s gab, wurde – sozusagen extra für Reagan – die Sorte Blaubeer erfunden.

Es gibt sogar schon Künstler, die verschiedene Bilder aus Jelly Belly Beans herstellen. Erst wird das Motiv aufgemalt, dann werden Jelly Bohnen in den entsprechenden Farben aufgeklebt und anschließend alles mit Klarlack überzogen. Auweia, aus was man alles Kult machen kann...

Zu kaufen gibt es die kleinen Zuckerdinger bereits in 35 Ländern der Welt – und in den USA versteht sich. Und im Weltall kann man die Dinger auch essen! Glaubt Ihr nicht? Dann fragt doch Sally, die erste Frau, die mit Space Shuttle geflogen ist. Sie hatte nämlich auch Jelly Belly Beans mit an Bord.

Also jetzt reicht es aber. Zuckerostereier im Weltall.
Leute, ich glaube, ich werd alt.

Tschüüüß – Eure schwupsy

PS: Ich hätte gerne Jelly Belly Beans in der Geschmacksrichtung Igelknie mit Suppenwürfel! Oder Cuba libre! Aber mit Eis!

PPS: Für alle Hotline-Liebhaber: in den Staaten ist es die 0800-0184416. Im Weltall weiß ich die Vorwahl nicht.



Geschrieben am: 02. Feb 2003, 16:16   von: schwupsy



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