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Übersicht > Genuss > Biere > Spezialbier & Internationales > Berliner Weisse

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
erfrischt herrlich und bringt gute Laune

Nachteile:
vorm Genießen sollte man ins Schwitzen kommen




Sauer macht lustig
Bericht wurde 2222 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 5 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Grüüüß Euch,

Jede Gegend hat so ihr typisches Getränk. Berlin ist wohl ohne seine Fassbrause und seine Weisse nicht denkbar. Wahrscheinlich haben viele von Euch schon einmal Berliner Weisse mit Schuss getrunken und genauso wahrscheinlich ist es, dass die meisten nicht wissen, was Weisse eigentlich ist.

In der Brauerei-Sprache wird die Weisse folgendermaßen beschrieben: „obergäriges Bier mit 7-8% Stammwürze“. Na wunderbar, nun weiß ein Nicht-Brauer wie ich noch lange nicht, was das heißt. Ich hab mal ein bisschen gestöbert und ein paar spannende Sachen über dieses erfrischende Berliner Getränk gefunden.

Wer wann die Berliner Weisse erfunden hat, ist nicht überliefert. Fest steht lediglich, dass es Mitte des 17. Jahrhunderts war. Zu dieser Zeit hatte der Dreißigjährige Krieg die Bevölkerungszahl im Gebiet des heutigen Mitteldeutschlands arg schrumpfen lassen. Der damalige Kurfürst suchte nach einer Möglichkeit, das heruntergekommene Land wieder mit Leben zu erfüllen und es so zu neuer Blüte zu bringen. So kam er auf die Idee, die Hugenotten aus Frankreich (die dort nicht recht erwünscht waren) nach Berlin zu holen. Etwa 6000 kamen. Ob nun die Hugenotten das Rezept für die Weisse mitbrachten oder ob die Berliner Brauer durch Zufall auf dieses Getränk kamen – das kann heute wohl keiner mehr nachvollziehen. Fakt ist, dass es im 17. Jahrhundert ca. 700 Weißbierbrauereien im Berliner Raum gab (damals waren das natürlich noch viele Dörfer, die ein eigenes Leben führten). Heute wird Berliner Weisse lediglich noch von zwei Brauereien hergestellt: von Schultheiss und der Berliner Kindl Brauerei.

Den Franzosen hat dieses Bier offensichtlich sehr gemundet, denn als 1806 Napoleon das Land besetzte, bekam die Weisse den Beinamen „Champagner des Nordens“. Und das ist gar nicht so weit hergeholt, das Herstellungsverfahren ähnelt tatsächlich dem des Champagners.

Wie also wird denn die Weisse nun gemacht? Na es ist ein Bier, also kommt Malz, Hopfen, Hefe und Wasser rein. Achtung Männer aufgepasst: für Bier werden nur die Hopfendolden der weiblichen Hopfenpflanzen verwendet! Ob es Euch wohl deshalb so gut schmeckt? Hmm. Außerdem stellt sich die Frage: wie wächst eigentlich Malz? Hihi, reingefallen, ätschibätsch, Malz wächst gar nicht! Malz entsteht durch natürliches Keimen von einzelnen Getreidesorten in sogenannten Mälzereien. Ob nun Gerste, Weizen oder gar eine Roggensorte zur Malzherstellung genommen wird und wie genau die Malzherstellung verläuft, das bestimmt den Charakter des Bieres. Um z.B. ein Bier mit einem rauchigen Geschmack hinzubekommen, wird das Malz über Holzfeuer getrocknet. Aber Weisse schmeckt ja nicht rauchig, sondern sauer. Wie machen die das?

Hat nix mit dem Malz zu tun, sondern mit dem Gärungsprozess. Gärung heißt – für alle die, die „Die Feuerzangenbowle“ lange nicht gesehen haben – dass die Hefe den Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umwandelt. Wie erwähnt, ist Berliner Weisse ein obergäriges Bier, was bedeutet, dass die den Gärungsprozess in Gang setzende Hefe am Ende dieses 7-8 Tage dauernden Prozesses oben schwimmt. Damit die Gärung in Gang kommt, braucht die Mischung aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser lediglich eine Temperatur von 15-20 Grad Celsius. Den typischen säuerlichen Geschmack bekommt die Weisse dadurch, dass während des Gärungsprozesses ganz bestimmte Milchsäurebakterien zugesetzt werden. Nach der Gärung wird die Weisse gelagert – länger, als das bei anderen Bieren üblich ist. Der Alkoholgehalt des fertigen Bieres beträgt im Gegensatz zu anderen Biersorten nur 2,5% und die Weisse ist für ein Bier extrem lange haltbar – durchaus ein paar Jahre!

Weisse schmeckt am besten im Sommer, weil sie unheimlich erfrischt, besonders, wenn man sie pur trinkt. Um die Säure ein wenig abzuschwächen, trinkt man die Weisse gern mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup. Wer es ganz stilgerecht machen will, benutzt ein extra Weisse-Glas (erinnert etwas an eine Eisschale mit hohem Stiel), da passt genau eine Flasche Weisse rein (0,33 l). Aber Vorsicht beim Eingießen – es schäumt gewaltig! Wer mal eine „Weisse mit Strippe“ bestellt, bekommt kein Glas zum Umhängen, sondern eine Weisse mit Kümmelschnaps – hier sollte vorher geregelt werden, wer wen nach Hause bringt.

Obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier in Deutschland rückläufig ist, steigt der Absatz von Weisser gewaltig. Die Kindl-Brauerei gibt eine Steigerung vom Geschäftsjahr 1998 auf 1999 um ca. 37% an. Übrigens braucht Ihr keine Angst zu haben, weil der Bierkonsum in Deutschland weniger wird. Wir sind mit unseren 138 Liter pro Jahr und Einwohner immer noch stolze Zweite in der Welt. Übertroffen werden wir lediglich von den Tschechen mit 160 Liter pro Jahr und Person.

Zu kaufen gibt es die Berliner Weisse als Six-Pack mit 0,33-l-Einwegflaschen. Kostenpunkt etwa EUR 2,50. Seit einiger Zeit gibt es von Schultheiss und Kindl auch bereits fertig gemixte Weisse mit Schuss auch als Six-Pack oder in der 0,5-l-Dose (für ca. Eur 0,99 pro Dose). Dabei sind verschiedene Geschmacksrichtungen im Angebot: natürlich die Klassiker Weisse mit Schuss Himbeer oder Waldmeister, aber auch Orange oder Cool Cassies sollte man mal probieren. Der nächste Sommer kommt hoffentlich – und besser als Weisse erfrischt nichts. Übrigens braucht keiner die vielen Kalorien im Bier zu fürchten. Das ist mal wieder so ein Märchen, von wegen Bier macht dick. Richtig ist dagegen, dass lediglich Mineralwasser, Tee (ohne Zucker oder Milch) und Kaffee (auch ohne Zucker oder Milch) weniger Kalorien haben als Bier. Ein Liter Bier hat ca. 450 kcal, ein Liter Milch hingegen 600, ein Liter Wein etwa 700 und die sogenannten geistigen Getränke bringen es auf stolze 3000 kcal pro Liter! Dick macht also nicht das Bier, sondern das Eisbein oder die Knabbereien, die dazu so nebenbei gefuttert werden.

Fazit: zumindest für Berlinbesucher ist eine Weisse mit Schuss Pflicht. Sauer macht lustig, und zwar nicht erst nach drei Tagen. Und nicht nur im Sommer, probiert es mal aus!

Tschüüüß - Eure schwupsy *mit Weisse-Glas*


Geschrieben am: 04. Feb 2003, 21:14   von: schwupsy



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