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Übersicht > City-Guide > Deutschland > Kiel > Veranstaltung > Kieler Woche

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
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Kotz dich frei mit Spaß dabei
Bericht wurde 1665 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
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Hallo lieber Leser.

Wir Norddeutschen sind ja im allgemeinen nicht gerade berühmt für unsere rauschenden Feste.
Um diesem Vorurteil entgegenzuwirken, schreibe ich diesen Artikel.

Vom 16.06.2001 bis zum 24.06.2001 war es wieder so weit, doch lest selbst, was sich in diesem Zeitraum wie immer im Norden der Republik abgespielt hat:



Ganz Norddeutschland schläft im Bezug auf Großveranstaltungen.
Ganz Norddeutschland?
Nein!
Ein kleines Nest rechts oben an der Ostsee, mit Namen Kiel, weigert sich einmal im Jahr diesem Vorurteil Rechnung zu tragen.
Denn einmal im Jahr beginnt für Kiel die fünfte Jahreszeit.

Fußgängerzonen und Straßen werden zur größten Freiluftveranstaltung im Norden.
Und das alles nur, um dem Segelsport zu frönen.
Früher ging es hierbei auch vorrangig um den Sport, heutzutage jedoch entwickelt sich die "Kieler Woche" mehr und mehr weg vom eigentlichen Segelereigniss hin zur Megaparty.

Ich will damit keinesfalls behaupten, daß der Sport zweitrangig ist, aber für 90% der Besucher ist der Segelsport eher nebensächlich.
Doch nun lauscht mir, was Euch auf der Kieler Woche so erwartet.

Zunächst jedoch eine Empfehlung an alle Reisegruppen (In der Gruppe ist es immer lustiger).
Nehmt euch ein Seil mit, denn nur so entgeht Ihr dem allabendlichen Verlust von Freunden, denn auf der Kieler Woche ist es vor allem in den Abendstunden sehr, sehr, sehr voll. Ich habe übrigens mit voller Absicht dreimal sehr geschrieben, bei angeblich über 2 Mio. Besuchern ist das auch nötig.
Auch sollten Antialkoholiker und alle Diätfetischisten daheim bleiben und den wirklich interessierten nicht den Platz rauben.

Ich lade Euch nun ein, zu einem Rundgang auf der Kieler Woche.
Ich gehe davon aus, daß alle hungrig sind und dem Alkohol nicht abgeneigt.
Wir fassen alle das Seil an und dann geht es los.


Zumeist kommt der Besucher auf dem Kieler Hauptbahnhof an. Bitte nicht wundern, aber der wird gerade wieder renoviert, wie schon die letzten 20 Jahre.
Es ist nicht empfehlenswert, mit dem Auto anzureisen. In Kiel selber gibt es kaum freie Parkplätze und die meisten sind eh Anwohnerparkzone. Wer also nicht abgeschleppt werden möchte, der parkt entweder weit weg vom Geschehen oder vor der Stadt und benutzt den ÖPNV. Aber haltet Euch in Kieler Bussen fest, denn die Fahrer kennen kein Erbahmen. Jedes kleine Schlagloch wird anvisiert und der Fahrgast hat das Gefühl, der Bus überfährt ständig Radfahrer.

Wir befreien uns aus dem Gedränge und schlendern noch völlig nüchtern rüber zum Einkaufszentrum Sophienhof.
Jetzt immer Richtung Norden.
Am nördlichen Ausgang des Einkaufszentrums, treffen wir auf den Anfang der Kieler Woche.

Sooo viele Buden und Fressstände. Kaum zu glauben, daß ist schöner als Weihnachten.
Man hat plötzlich das Gefühl, ganz Kiel ist in der Innenstadt versammelt.

Wir treffen auch gleich auf einen lustigen roten Mann, mit einer ebenso lustig roten Frau! Nein, nicht der Weihnachtsmann, es ist doch Sommer!
Das ist ein Mensch mit einem Tablett und einem Tank voll Vitaminsaft auf dem Rücken.
Er wird nun behaupten, er habe Sauren(trinkt man hier sehr gerne) auf dem Rücken und würde uns für DM 2,50 gerne die kleinen Ikea-Gläser (Plastikbecher) mit seiner Zapfpistole füllen.
Vorsicht! Der Saure (lt. Michaela, so heißt die nette rote Frau in diesem Fall, handelt es sich um Limettensaft), so vermute ich bisher, besteht zu 2% aus Alkohol und zu 98% aus Vitaminsaft oder so, jedenfalls ist die Suppe immer recht dünn. Also unbedingt Handeln. Egal ob er Frau und Kind zu versorgen hat, zahlt niemals mehr als 1,50! Und wenn der Verkäufer nicht will, es gibt ja noch viel mehr davon!!!
Dazu muss ich sagen, in diesem Jahr (2001) haben der User "personalfitness" und der goedi den besagten Sauren für DM 0,90!!! bekommen (hierbei handelt es sich um den niedrigsten Preis für das Gesöff, den ich in meiner Kieler Woche Erfahrung je bezahlen musste!!!, obwohl das sicher auch an dem mitleidigen Gesicht von perso lag). Sicher, es handelte sich um ein Tablett mit 30 sauren, aber das verträgt man ohne weiteres.

Wir gehen weiter, der ein oder andere von Euch hält an einer der Würstchen- oder Zuckerwattebuden an. Natürlich haben am Wochenende auch die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet.
Wir gehen jetzt die Kieler Einkaufsmeile entlang. Links und rechts immernoch Buden über Buden.
Dazwischen mal ein Penner, Politiker oder Künstler. Von diesen Strassenkünstlern gibt es hier viele (Von Samba bis Stripeinlage), aber kurz vor Ende der Shows schnell verschwinden, Ihr braucht Euer Geld noch!

Wir kommen zur Ostseehalle.
Das ist eigentlich eine große Sporthalle, während der Kieler Woche jedoch wird hier meist der rechte Arm gestählt. Hier befindet sich das größte Bierzelt der Kieler Woche, OK, daß Zelt fehlt, aber dafür ist die Halle innen mit Bänken und allerhand Bayowarischem ausgestattet. Wiesen in klein sozusagen.
Und das schönste ist, daß Gott Fußball mag. Denn die Europa- oder Weltmeisterschaften fallen meist auf die Kieler Woche. Und in der Ostseehalle, bei 1-5 Bierkrügen kann man völlig kostenlos über die Großleinwand Fußball schauen.

So, daß Spiel ist vorbei und wir torkeln wieder in die Einkaufsmeile.

Jetzt sind wir auf dem europäischen Markt.
Hier haben über 30 Staaten ihre ständigen Vertretungen der kulinarischen Genüsse aufgebaut. Neben dem Straußenfleisch kann man gleich den Caipi schlürfen. Alles da! Hier jedoch braucht ihr viel Geld, denn die überhöhten Standmieten werden direkt auf den Verbraucher umgeschlagen, aber deshalb schmecken die fremden Speisen und Getränken nicht weniger schlecht. Natürlich gibt es hier auch kunsthandwerkliche Stücke aus den jeweiligen Nationen.
Eine Bühne, auf der sich viele verschiedene landestypische Folklore- und Musikgruppen vorstellen gibts natürlich auch.
Auf dieser Bühne eröffnet die Landesmutter auch jedes Jahr die Kieler Woche, wobei die Schleswig-Holsteiner doch nur interessiert, welch schönen Hut sie in diesem Jahr trägt.
Da die Atmosphäre auf dem europäischen Markt unverwechselbar ist, sollte man ihn auf keinen Fall verpassen.
Und das Probieren nicht vergessen!

Aber wir kullern uns jetzt wieder rüber in die Einkaufsmeile.
Keine Angst, umfallen könnt Ihr nicht, denn es ist voll geworden auf der Kieler Woche.

Nun aber schleunigst weiter ans Wasser. Vorbei am Kieler Schloss, das es schon garnicht mehr gibt und auch vorbei an weiteren hunderten Buden, die uns Bier und andere Getränke verkaufen wollen. Auch die Männer mit dem Vitaminsaft sind wieder da.
Nur am alten Markt machen wir kurz Stopp, denn hier gibt es wieder leckere Sachen, wie z.B. Austern. Wer wollte nicht immer schon mal Austern und Champus probieren? Und wer Lust hat, der sing mit auf der Karaoke-Bühne.

Vorbei am Schloßpark (hier kann man auch ganz schnell den Rest des Abends verbringen und schöne Sonnenschirme klauen) geht es zur Kieler Förde, auch Kiel-Line genannt, daß schönste Stück der Kieler Woche.
Hier muss man mit dem Drängeln aufpassen, sonst fällt man ins Wasser.

Hier kann man sogar am Gummiseil, kopfüber dem Boden entgegen stürzen, andersherum geht es am Ende des Weges, dort wird man nach oben geschossen.
Wir treffen hier auch auf die größte Ansammlung von freilebenden Dixi-Klos, die es in Kiel gibt.
Anstehen müsst Ihr trotzdem, oder Ihr geht in einen der vielen Büsche (ich bin so froh daß ich kein Mädchen bin...). Es ist also kein Zufall, daß die Flora und Fauna nach der Kieler Woche wieder sprießt.

Nun kommen wir zum berühmten Pernod-Steg. Hier einen Platz zu ergattern ist sehr schwer, da dieses Floß chronisch überfüllt ist, außerdem mag ich keinen Pernod. Eigentlich ist dieser Steg nur der Versuch, so viele Leute wie möglich auf einem Floß zu versammeln und ihnen bei Discomusik Pernod zu verkaufen. Da der Steg nicht für diese Menschenmassen ausgelegt ist, bitte nur wippen, nicht hüpfen!!! Also weiter.

Am der Pier sitzen die Betrunkenen derweil und kotzen die schöne Förde voll, oder ruhen sich einfach aus.

Überall hier am Wasser stehen die Bühnen der großen Norddeutschen Radiosender. Hier gibt es rund um die Uhr Musik und Action. Man kann über die Woche viele Livekonzerte großer Stars und kleiner Sternchen kostenlos besuchen. Will man sich jedoch die großen anhören, so empfiehlt es sich rechtzeitig dort zu sein oder ein Fernglas dabeizuhaben.

Am Wegesrand sitzen viele unbekannte Bands und geben Ihr Können zum besten. Hier kann man schon so manchesmal die Bands der Zukunft hören.

Hier am Wasser sollte man sich auch am letzten Tag der Kieler Woche einfinden, da hier traditionell das große Abschlussfeuerwerk stattfindet. Natürlich nachts!

Wir sind jetzt schon über vier Kilometer gelaufen und können kaum noch gerade gehen. Wir hatten viel Spaß und unser Seil ist auch verloren gegangen.
Da die Uhr jetzt 23:55 zeigt, kehren wir um, denn (nicht lachen) um 24:00 ist Feierabend. So ist es eben, wenn die Menschen in der Innenstadt auch mal schlafen wollen.

Jetzt geht es los mit den Problemen. Sonderzüge in das Kieler Umland gibt es genügend, nur wie kommen wir schnell zum Bahnhof oder zu einer der vielen Discos und Partys?
Taxis sind kaum zu bekommen. Also Fussmarsch!

Für die Glückspilze, die trotzallem noch ein Taxi bekommen und ihren Namen und die Adresse nicht mehr in klarem deutsch aussprechen können, empfiehlt sich folgender, bereits praktizierter Tip:
Man nehme ein Band und einen Zettel. Auf den Zettel schreibt man irgendwas von ...lieber ehrlicher Finder meines Körpers, bitte bringe mich nach...dann die Adresse und am besten noch die Blutgruppe und tel. von Mami. Dann den Zettel ans Band und alles um den Hals, dann kann kaum was schief gehen, oder man drückt sich eine Ausweiskopie auf das T-Shirt. Aber irgendwie kommt man immer nach Hause.

Es empfiehlt sich auch einen Rucksack mit auf die Kieler Woche zu nehmen. Dort könnt Ihr eure Bierreserven lagern, den die Preise sind wie bereits erwähnt nicht von Pappe. Und auch den Schirm nicht vergessen, denn Ihr seid im Norden und auf der Kieler Woche regnet es traditionell mind. 1 x am Abend.

Man kann die Kieler Woche übrigens auch besuchen, ohne sich zu überfressen und dem Alkohol zu fröhnen, nur ist es dann nur halb so lustig.

Für alle, die diesen Text nicht lesen, sondern Ihn nur bewerten, hier noch ein paar Fakten:
Im jahr 2001 jährt sich die Kieler Woche zum 119 mal.
Vom 16.-24 Juni 2001 kann man dann wieder viel Spaß haben. Im übrigen gibt es nicht wenige Kieler, die Ihren Urlaub in diesen Zeitraum legen.
Man kann mit div. Fährlinien und Charterbooten auch die Segelveranstaltungen vor der Kieler Förde beobachten. Wer jedoch mehr interesse am Segelsport als am Partyleben hat, der sollte auf jeden Fall nach Kiel-Schilksee in den Olympiahafen fahren, denn hier sind sie versammelt, all die Segler dieser Welt. Über 5000 Segler werden für 2001 erwartet.
Auch ist die Windjammerparade der Schiffe auf der Förde empfehlenswert (24.Juni). Immerhin sieht man hier mal die berühmten Schiffe, wie die Gorch Fock, die auch in Kiel beheimatet ist, live.

Aber nicht nur auf der beschriebenen Route kann man was erleben. In und um Kiel gibt es zur Zeit der Kieler Woche sehr viele Veranstaltungen und Events, die zu besuchen sich lohnt.
Besucher von außerhalb sollten jedoch rechtzeitig den Besuch vorbereiten, denn Hotelzimmer sind in und um Kiel zu dieser Zeit immer Mangelware.

Wer mehr zu dem sportlichen Aspekt der Kieler Woche erfahren möchte, dem sei die Homepage der Kieler Woche ans Herz gelegt. "www.kieler-woche.de"

Wenn Euch also jemand erklärt, bei der Kieler Woche ginge es nur um Segeln, so lügt er!

Ich bin noch nüchtern und hoffe, Ihr lasst Euch mal blicken auf der Kieler Woche.


euer goedi, der wie alle Kieler-Woche-Besucher nie wieder Alkohol trinken will...


Geschrieben am: 21. Sep 2001, 20:46   von: goedefeld



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