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Übersicht > City-Guide > Deutschland > München

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
für mich das schönste Stück München

Nachteile:
am Wochenende oft überlaufen




Magical Mystery Tour
Bericht wurde 2039 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 5 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Roll up – roll up for the mystery tour.
Roll up – roll up for the mystery tour.
Roll up and that’s an invitation,
Roll up for the mystery tour,
Roll up to make a reservation.
Roll up for the mystery tour.
The magical mystery tour is waiting to take you away,
waiting to take you away.

Ich will euch heute nicht entführen. Aber vielleicht wollt ihr mich auf einem kleinen Spaziergang begleiten. Day Tripper...

Yesterday … all my troubles seemed so far away.

Wen wundert’s, ich hatte diese Woche Urlaub. Sogenannten Resturlaub, der bis Ende März genommen sein muss. Pläne zu verreisen hatte ich dieses Mal keine. Und so entschloss ich mich, einfach ein paar Tage zu Hause zu verbringen und all die Dinge zu erledigen, die schon lange darauf warteten, endlich erledigt zu werden.

Good Day Sunshine - Allerdings war das Wetter in München in dieser Woche, um nicht zu sagen „8 Days a Week“, zu traumhaft, um die ganze Zeit daheim zu bleiben. Es zog mich raus. Einfach mal wieder in den Englischen Garten. Ich war schon länger nicht mehr dort. Ich lebe seit über 23 Jahren in München, und bis heute hat es diese Stadt noch nicht geschafft, von mir bedingungslos geliebt zu werden. Doch der Englische Garten ist das Fleckchen in München, zu dem es mich immer wieder gerne hinzieht. Sollte ich irgendwann noch mal woanders leben, wird der Englische Garten immer zu den Orten zählen, von denen ich sagen kann...There are places I remember all my life

Ein Spaziergang im Englischen Garten ist bei schönem Wetter für mich immer mit einem Biergartenbesuch verbunden. Deshalb lasse ich mein Auto zu Hause, steige in den Bus, der vor meiner Haustür abfährt. Natürlich brauche ich dafür ein „Ticket to ride“. Die U-Bahn, in die ich umsteigen muss, ist leider nicht so romantisch wie ein „Yellow Submarine“, aber sie bringt mich zügig bis ins Zentrum, wo ich kurz was zu erledigen habe. Der Englische Garten ist von dort zwar noch ein Eckchen entfernt, ich verzichte angesichts des schönen Wetters aber darauf, nochmals die U-Bahn zu benutzen. Der größte Münchner Park ist vom Hauptbahnhof auch in angemessener Zeit gut zu Fuß zu erreichen, man muss keine „Long and Winding Road“ ablaufen. Also schlendere ich mit meinen „Old Brown Shoes“ über den Stachus durch die Fußgängerzone, biege am Marienplatz links Richtung Odeonsplatz / Hofgarten ab. Ich durchquere letzteren und dann erspähe ich schon das Haus der Kunst, das den Englischen Garten im Süden begrenzt. Zur linken sehe ich das amerikanische Generalkonsulat, dem man in diesen Tagen nicht zu nahe kommen darf und das gut bewacht ist. „All you need is love“...geht diese Botschaft heute noch auf? Ich gehe durch eine Unterführung und schon bin ich da, wo ich hinwollte.

Der Englische Garten in München entstand bereits 1789. Zunächst vom bayerischen Kriegsminister Graf Rumford, der eigentlich Benjamin Thomson hieß und Amerikaner war, als Militärgarten vorgesehen, wurde die Anlage dann doch zu einem Volkspark umkonzipiert. Der Englische Garten umfasst eine langgezogene Fläche von 3,7 km2 und wird im Osten durch die Isar und im Westen durch die Königinstraße begrenzt, die parallel zur Leopoldstraße verläuft. Die südliche Begrenzung wird von der Prinzregentenstraße gebildet, im Norden führt er über die Hirschau bis nach Freimann. Der Englische Garten in München gehört zu den größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt, damit ist er sogar größer als der Central Park in New York (3,4 km2). „Strawberry Fields Forever“ gibt es hier allerdings nicht.

Im Englischen Garten erwartet den Besucher u.a. ein japanisches Teehaus, der Monopteros (der griechische Einschlag), der Chinesische Turm und immerhin bayerisches Bier. Sehr vieles wurde hier künstlich angelegt: der kleine Hügel mit dem Monopteros genauso wie der Kleinhesseloher See oder die kleinen Wasserfälle im südlichen Teil.

Hier an den Wasserfällen nehme ich erst mal auf einer Bank Platz und rufe LosGatos’ Freundin an „Oh! Darling, dass du heute arbeiten musst, ist sehr schade, aber ich möchte mich mal so richtig entspannen und die nächsten Stunden genießen“.

Little darling , it’s been a long , cold , lonely winter.
Little darling , it feels like years since it’s been here.
Here comes the sun,
here comes the sun and I say it’s alright.

Bald erreiche ich den Monopteros (griechisch: antiker Rundtempel) zu meiner rechten. Über einen steilen Pfad hat man den kleinen Hügel schnell erklommen. Obwohl die Erhebung über der Parkanlage nur 10-20 Meter beträgt, hat man von hier aus vor allem bei Fönwetter einen herrlichen Ausblick auf die Münchner Skyline, dominiert von der Frauenkirche. Leider hat auch hier niemand vor Graffiti-Schmierereien mit einfallslosen F-Parolen zurückgeschreckt. Die Tage, wo Sprüher noch geniale Einfälle hatten, gehören längst vergangenen Zeiten an, sowie damals nach dem Fußballländerspiel, als ein Plakat mit der Aufschrift „An Jesus kommt keiner vorbei“ mit der Reminiszenz an einen Flankengott und Dribbelkünstler ausgekontert wurde: „Außer Libuda...“. Aber das hindert mich nicht, die Aussicht zu genießen. The Fool on the Hill.....

Genug geträumt. Vom Monopteros is man in 5 Minuten am Chinesischen Turm. Dieses hölzerne Bauwerk wurde in der Tat schon 1789 mit dem Englischen Garten geschaffen, allerdings im 2. Weltkrieg zerstört und dann Anfang der 50er Jahre wieder aufgebaut. Ich hole mir eine große Brezel („vor 5 Minuten aus dem Ofen“) ein Weißbier und eine Portion Leberkäse, was mich knapp 10 Euro kostet. Ich setze mich auf eine Bank. Allerdings ziehe ich nach ein paar Minuten samt meinem Tablett ein Stückchen weiter, weil mich das laute bierselige Gegröhl vom Nachbartisch nervt. Um diese Zeit (gegen 11) ist trotz des sonnigen Wetters hier noch wenig los, da muss ich mir so etwas nicht antun. Am Wochenende ist hier bei schöner Witterung kaum ein Platz zu finden, evtl. spielt dann eine Kapelle auch etwas Blasmusik. Aber nach „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ wird es sich gewiss nicht anhören.

Ein paar Tische weiter sitzt ein Ehepaar mit 2 Jagdhunden. Ein dritter scheinbar herrenloser Jagdhund möchte sich dazugesellen. Sein Interesse gilt der bildschönen Hündin, was ich sehr gut verstehen könnte, wenn ich nicht selbst Katze, sondern Hund wäre. Rüde Nr. 1 hat jedoch etwas dagegen und möchte zeigen, wer hier Herr im Hause ist. Kurz, die Lage ist etwas angespannt. Die Hundehalter verdrehen verkrampft ihre Hälse, ob sich nicht irgendwer für den ungebetenen Gast zuständig fühlt. Nach vielleicht 10-15 Minuten kommt ein Fahrradfahrer vorbei, offenbar der Hundebesitzer. Das ist die große Freiheit des Englischen Gartens. Vor allem für Hunde. Hier haben sie den Auslauf, den vor allem große Hunde in der Großstadt brauchen. Und sie kosten es aus. Nie habe ich hier irgendwelche Beißereien erlebt oder Attacken großer Hunde auf kleinere oder gar Menschen. Hey Bulldog!

Mittlerweile treffen die ersten Schlips- und Aktenkofferträger ein. Auch das Konzert der Handys wird eröffnet. Wenn euer Ding schon dauernd klingeln muss, ladet euch gefälligst einen vernünftigen Klingelton herunter. Wie wär’s mit „Penny Lane“ ?! Eine junge Dame, die gerade mit einer anderen Ort und Mittagessen genießt, wird angerufen. Sie verzieht angeekelt ihr Gesicht und lässt verlauten „Sie erwischen mich gerade in einer sehr wichtigen Besprechung“. Ob-la-di, ob-la-da…

Aber es ist längst noch nicht überfüllt im Biergarten und die menschliche Geräuschkulisse ist so schwach, dass Vogelgezwitscher eine Chance hat. And your Bird can sing...

Ich singe auch:

Sitting in an English garden waiting for the sun,
If the sun don’t come, you get a tan from
Standing in the English rain.
I am the eggman, oh, they are the eggmen
Oh I am the walrus.

..und freue mich in diesem Moment, dass ich in dem Englischen Garten und nicht in einem englischen Garten sitze. Jedenfalls habe ich besseres Wetter. Mein Gott, ist die Brezel salzig. Sie ist zwar wirklich frisch und fade Brezeln mag ich auch nicht. Aber was zu viel ist, ist zu viel. Und ein zweites Bier möchte ich mir zu dieser Tageszeit auch noch nicht hineinziehen. I should have known better...

Ich bringe mein Geschirr zu der dafür vorgesehenen Ablage zurück und gebe auch mein Bierglas ab, um den einen EURO Pfand zurückzubekommen. Dann gehe ich noch mal aufs Örtchen, dessen Türen für weiteres Graffiti keinen Platz mehr bieten. Vor der Eingangstür sitzt Eleanor Rigby ihren krisensicheren Job als Klofrau ab. Ich hinterlasse ihr auch ein paar Cent.

Das eine Bier ermöglicht es mir zwar noch nicht, „Lucy in the Sky with Diamonds“ zu sehen, aber für’s erste kann ich von mir sagen „I feel fine“. Ich gehe weiter Richtung Norden, vielleicht fällt mir dazu noch ein passendes Lied ein. Only a Northern Song...

Jetzt erscheinen die riesigen weiten Flächen, wo sich Mensch und Hund auf ihre Weise austoben. Neben asphaltierten Wegen, auf denen sich auch Menschen mit Gehhilfe gut bewegen können, gibt es auch Reitwege mit lockerem Sand. Manche tragen an diesem herrlichen Frühlingstag, wenn auch offen, noch ihren Wintermantel, viele sind leicht mit einem Oberhemd oder T-Shirt bekleidet, aber einige haben, sich auf dem Rasen aalend, bereits den Oberkörper entkleidet und beten die Sonne an. In dieser Parkanlage verbringen Studenten die Zeit zwischen ihren Vorlesungen oder danach, hier wird American Football oder einfach Feldhockey gespielt. Und wenn es drückend heiß ist im Sommer, scheuen sich viele auch nicht, sich im Eisbach oder im Schwabinger Bach, die den Englischen Garten durchfließen, zu erfrischen. Ein Mann betritt den Park und erhofft sich Aufmerksamkeit, indem er lauthals Anti-Bin Laden-Parolen herausbrüllt. He’s a real Nowhere Man...

Gesäumt sind die großen Grasflächen von hohen Bäumen. Allerdings ahnen die Laubbäume an diesem Märztag noch nicht, warum sie so heißen. Von Grün ist außer auf dem Rasen bislang kaum etwas zu sehen. Immerhin sind die Zweige der Buchen und Eichen von zarten Knospen geziert.

Images of broken light which dance before me like a million eyes
They call me on and on across the universe
Thoughts meander like a restless wind inside a letter box
They tumble blindly as they make their way across the universe

Lady Madonna kommt mir joggend entgegen und ich denke nur “Something in the way she moves attracts me…”. Schließlich erreiche ich den Kleinhesseloher See. Im Winter, wenn er zugefroren ist, ist er Anziehungspunkt für Eisläufer, Hunderte von Enten und Schwänen haben hier ihr Revier. Einige der Enten, die am Ufer auf fütterungswillige Menschen hoffen, tragen einen nummerierten Ring, andere nicht. Nummer M59 steht gerade erwartungsvoll vor mir. Offenbar werden einzelne Tiere zu Forschungszwecken beobachtet. Auch ich drehe eine Runde um den See. Der nahegelegene Mittlere Ring, der den Englischen Garten leider durchquert, dämpft aufgrund des dröhnenden Autoverkehrs die Ausflugsstimmung abrupt. Bald gelange ich zum Seehaus, einem direkt am See gelegenen Ausflugslokal mit schmalem Kiesstrand. Jetzt um die Mittagszeit ist es hier schon recht gut gefüllt. Das Restaurant dürfte eine Goldgrube sein, obwohl seine Besucherzahlen natürlich den starken Schwankungen des deutschen Wetters unterworfen sind.

Nachdem ich die Runde um den See beendet habe, bin ich zufrieden, diesen „Day in the Life“ habe ich sehr genossen. Die „Magical Mystery Tour“ ist für heute beendet. In 5 Minuten bin ich an der U-Bahn-Station Giselastraße. Hello. Good-bye.



then you begin to make it better
better, better, better
hey jude
nanananananana
hey jude
nananananananana


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 29.3.2003
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Q-Test


Geschrieben am: 30. Mar 2003, 15:00   von: LosGatos



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