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Übersicht > Reisen > Urlaubsziele > Thailand > Staedte&Orte > Chiang Mai

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
- Viele Tempel in unterschiedlichen Baustilen
- Immer noch Traveller-Atmosphäre
- Es fehlt an nichts

Nachteile:
- Bevölkerung nicht mehr so freundlich und ehrlich
- Zu viele Touristen
- Mit Nepp und Abzocke ist zu rechnen, also unbedingt den Loose- oder Reise-Knowhow lesen.




Leicht verdorbene "Rose des Nordens"
Bericht wurde 2049 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Dann werde ich mal eröffnen und dieser noch jungfräulichen Kategorie die Unschuld rauben.

Zentrum des binnenländischen Tourismus in Thailand ist ganz sicherlich Chiang Mai, die „Rose des Nordens“. Eine schöne Stadt, die durch den Massentourismus jedoch ein wenig verdorben scheint.

Da es ein langer Bericht ist, habe ich ihn wie folgt unterteilt. Lest einfach, was euch interessiert.

I Allgemeines und Historie
II Unterkünfte / Rose Guest House
III Die Menschen und der touristische Overkill
IV Wie mache ich mich in Thailand unbeliebt? Beobachtungen in Chiang Mai

So, und jetzt zur Meinung über Chiang Mai.

I Allgemeines und Historie

Die Stadt liegt etwa 700 Kilometer nördlich von Bangkok und ist mir dem Flugzeug für 90 DM in ca. einer Stunde, mit dem Bus ab 5 DM in zwölf Stunden unbequemer Fahrt zu erreichen. Ein toller Fortschritt im Vergleich zu früher: Bis vor wenigen Jahrzehnten war man von Bangkok aus wochenlang mit dem Boot oder auf dem Rücken eines Elefanten unterwegs, um die ehemalige Hauptstadt des alten nordthailändischen Königreiches Lan Na zu erreichen.

Gegründet wurde die Stadt 1296 und war bis 1556 das wirtschaftliche, religiöse und kulturelle Zentrum der Region. Noch heute existieren zahlreiche Tempel aus Chiang Mais Blütezeit, die jedoch teilweise in trostlosem Zustand sind. Interessant für die wirklich Kulturinteressierten dürfte sein, dass es dort Tempel aus verschiedenen Kulturen gibt: Auch ceylonesische und birmanische Tempel sind dort zu finden und geben der Stadt ein durch und durch exotisches Gepräge. Dann geriet die Stadt unter die Vasallenherrschaft Birmas und konnte sich erst über 200 Jahre später davon befreien. Der Zug war jedoch schon abgefahren. Die alte Größe erreichte die Stadt nie mehr wieder. 1785 war Bangkok bereits die Hauptstadt Siams, dem heutigen Thailand.
Heute hat Chiang Mai 160.000 Einwohner.

II Unterkünfte / Rose Guest House

Unterkünfte gibt es dort wie Reiskörner auf den Feldern rings um die Stadt und für jeden Geldbeutel. Schaut einfach in euren Reiseführer und sucht euch etwas passendes aus. Ich selbst wohnte damals im Rose Guest House, mitten in der durch die noch weitgehend erhaltene Stadtmauer Altstadt gelegen. Für fünf DM die Nacht hatte ich ein Zimmer ohne Bad und ohne Klimaanlage. Diese brauchte ich im Oktober jedoch nicht, denn das bergige Nordthailand ist ein wenig kühler als der Rest des Landes. Überrascht war ich, dass sowohl das Zimmer als auch die Etagenduschen und –toiletten blitzsauber waren. In Indonesien könntet ihr das komplett vergessen! Im Erdgeschoss stehen, wie in Thailand nicht unüblich, Schließfächer, in denen ihr eure Wertsachen deponieren könnt, und Vorhängeschlösser haben sie auch. Es ist jedoch äußerst empfehlenswert, auf einer solchen Reise seine eigenen Schlösser mitzubringen, am besten edelstahl-gehärtet, denn man hört immer wieder aus den thailändischen Touristenregionen, dass das Personal im Besitz von Nachschlüsseln ist. Ob es im Rose GH zu „Unregelmäßigkeiten“ gekommen ist, kann ich jedoch nicht sagen. Das Personal war höflich; freundlich wäre etwas viel gesagt.
Achtet aber darauf, dass ihr ein Zimmer nehmt, das nicht nach hinten heraus geht. Nebenan findet sich eine Konzerthalle, in der bis morgens um vier lautstark Konzerte stattfinden, und an Schlaf ist in dieser Zeit nicht zu denken. Übrigens, für die Unverbesserlichen unter euch: Drogen und Prostituierte sind im Hause streng verboten – in Thailand üblicher als das an manchen Biertischen wohl geglaubt werden mag, und im Gefängnis der Stadt sitzen über ein Dutzend westliche Ausländer (Farangs) ihre bis zu zwanzigjährigen Haftstrafen wegen Drogenvergehen ab!

III Die Menschen und der touristische Overkill

Die Bewohner galten lange als die freundlichsten ganz Thailands. Dazu kann ich nichts sagen, da ich auf meinen Reisen durch das Land, oft abseits ausgetrampelter Touristenpfade, fast durchweg Menschen kennengelernt habe, deren Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und „ewiges Lächeln“ zu meinen beeindruckendsten Reiseerlebnissen in diesem schönen Land gehören. In Chiang Mai, wo die Bewohner täglich vorgeführt bekommen, dass es auf der Erde Menschen gibt, die sich Flugtickets für Fernflüge leisten können und auch sonst ihr Geld relativ locker ausgeben, während sie sich selbst noch nicht einmal einen Inlandsflug nach Bangkok leisten können, macht man auch andere Erfahrungen. So nahm mich ein freundlicher Motorradfahrer die letzten 400 Meter zum Rose Guest House mit und wollte umgerechnet eine Mark dafür haben. Das macht mich genauso wenig arm wie ihn reich, aber anderswo sind die Leute schon wieder weg, bevor man auch nur „Danke“ sagen kann (Ayutthayaa) oder wollen nur die Hälfte, und das für wesentlich weitere Strecken (Sri Satchanalai).

Genauso wenig würde ich mich noch mal darauf einlassen, für ein paar Mark das Angebot eines freien Taxifahrers anzunehmen, mir die schönsten Tempel der Stadt zu zeigen. Erklären konnte er rein gar nichts, schleppte mich dann aber in ein Geschäft nach dem anderen und wurde am Ende auch noch wütend, weil ich mich derart wenig für Silberwaren interessiere, dass ich den Laden gleich wieder verlassen habe und er deshalb keine Provision bekam. Als er mich dann wieder mal an einem Tempel aussteigen ließ, war er kurz darauf weg. Gottseidank hatte ich meine Tasche immer bei mir behalten, sonst wäre diese wohl auch weg gewesen.

Einkaufstipp von einem Schweizer, der mit einer Thai aus Chiang Mai verheiratet ist: Verkäufe ab Werk sind in Chiang Mai durchweg teurer als in den Geschäften der Stadt selbst. Bei uns ist eher umgekehrt.

IV Wie mache ich mich in Thailand unbeliebt? Beobachtungen in Chiang Mai

Klar, Fernreisen bedeuten immer auch ein Aufeinanderprallen zweier oft sehr unterschiedlicher Kulturen. Niemand kann von uns verlangen, unsere Herkunft zu vergessen, wenn wir ein paar Wochen durch das Land reisen. Jedes Volk hat seine Gewohnheiten, Wertvorstellungen und Empfindlichkeiten, die den eigenen oft entgegenstehen. Toleranz heißt das Zauberwort, und da habe ich die Südostasiaten als wesentlich weiter als uns erlebt. Das heißt nun aber nicht, dass wir uns als die erlösenden Devisenbringer sehen sollten, die in den schönsten Wochen des Jahres jeden Anstand vermissen lassen dürfen.

Folgendes habe ich in Chiang Mai beobachtet, und es wundert ich bei der Masse an Touristen wenig, wenn die Bewohner uns oft lieber wieder gehen als kommen sehen:

- In einem ruhigen und sehr gemütlichen Coffeeshop, der von einem sehr freundlichen jungen thailändischen Pärchen betrieben wurde, in dem ich mich nachmittags von meinen Besichtigungstouren ausruhte, unterhielten sich lautstark drei betrunkene Australier. In jedem zweiten Satz ließen Wörter wie „fuck“ , „bitch“, „blow job“ „lick“ überdies darauf schließen, dass sie über den Grund ihrer Thailand-Reise am „Fuck-simpeln“ waren. (Gerade in Chiang Mai ergibt jede Stichprobe unter den Prostituierten, dass 60-90% von ihnen HIV-positiv sind.)
- Manche Tempel sind ausdrücklich auch zum Besichtigen für die Allgemeinheit freigegeben. Man erkennt es daran, dass die Schilder davor auf Thai und Englisch angebracht sind. Bei den meisten ist das jedoch nicht der Fall. Daraus kann man schließen, dass die Gläubigen am liebsten allein gelassen werden. Schön, dummerweise interessiere ich mich mehr für das ursprüngliche als für das aufbereitete Thailand und ging auch einmal in einen solchen Tempel. T-Shirts und Shorts habe ich auf meinen Reisen ohnehin nie dabei. Ich hielt mich dezent im Hintergrund, als ich merkte, dass ich tatsächlich etwas ungünstig gekommen war, weil am Altar ein Vater mit seinem kleinen Sohn in stiller Andacht versunken war. Einem Touristenpärchen war das völlig egal. Sie latschten vor und knipsten, was der Apparat hergab und sie entblödeten sich nicht, auch den Vater und seinen Sohn aus nächster Nähe auf die Platte zu bannen – um dann die Bilder zu Hause ein- oder zweimal im Freundeskreis zu zeigen und danach im Schrank verstauben zu lassen.
- T-Shirt, Shorts und Gummilatschen haben, bei aller Hitze, außerhalb des Hotelzimmers oder des Strandes nichts zu suchen. Es stört das ästhetische Empfinden der Thais aufs tiefste, und noch vor zwanzig Jahren konnte es einem am Flughafen in Bangkok passieren, dass man so gar nicht erst ins Land gelassen wurde.

Trotzdem fahre ich vielleicht mal wieder nach Chiang Mai. Bei meiner letzten Tour hatte ich die Stadt ausgelassen, aber mittlerweile habe ich gehört, dass dort ein durchaus interessantes Programm für interessierte Touristen geboten wird. Ich denke, ich werde mich dann für einen mehrtägigen thailändischen Kochkurs anmelden, der von einem Thai abgehalten wird, der mehrere Jahre in Europa als Koch gearbeitet hat, fließend Englisch spricht und die Kursteilnehmer auch auf den Markt zum Einkaufen mitnimmt, um ihnen zu zeigen, woran man die Qualität der Zutaten erkennt.

Und Liebe geht ja auch durch den Magen, aber das wäre ein anderes Thema...




Geschrieben am: 06. Mar 2002, 21:23   von: Asiamaniac



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