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Übersicht > Sport > Fußball > Deutsche Nationalmannschaft

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Lieber Männer mit Mützen als Autofahrer mit Hut

Nachteile:
...erstmal weg




Der Mann mit der Mütze
Bericht wurde 2140 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wo meine Mütze ist, wollt ihr wissen? Ist sie mir in stürmischen Zeiten abhanden gekommen? Trägt sie gar jemand anders? Der Mann mit der Mütze...war das nicht jemand vor mir?

Da fliegt sie ja die Mütze! Ja da, ganz oben hinter der Wolke. Da, wo drei Männer drauf sitzen, alle im Trainingsanzug. „DFB“ steht bei allen auf dem aufgenähten Logo. Einer von ihnen trägt eine Mütze. Schiebermütze sagte man früher. „Fritz“, sagt der Älteste von ihnen, „du bist der Jüngste von uns und noch nicht lange hier oben, du musst uns den Kaffee kochen“. „Ja, Chef“, sagt Fritz. Seine langen Haarsträhnen fallen ihm ins Gesicht. Er wirkt abgekämpft, so wie man ihn von vielen Bildern kennt. „Wie weit bist du mit deiner Arbeit, Fritz?“. „Ja, Chef“, erwidert der, „bin schon vorangekommen, die Steintafel ist bald fertig“.
Die drei wenden sich einer Steintafel zu. Folgende Sätze findet man dort eingemeißelt:
ELF FREUNDE MÜSST IHR SEIN !
EIN SPIEL DAUERT NEUNZIG MINUTEN.
DER BALL IST RUND.
DER NÄCHSTE GEGNER IST IMMER DER SCHWERSTE.

„Fehlt da noch was, Chef?“ fragt der Mann mit der Mütze. „Schau’ mer mal“, sagt der Alte. „Aber, Chef, das war doch nach Ihrer Zeit“, entgegnet der mit der Mütze. „Stimmt, Helmut. Da habe ich glatt was durcheinandergebracht. Aber sag nicht immer Chef zu mir, kannst jetzt ruhig Sepp und du zu mir sagen, sonst verwechselt man uns noch mit Gerhard Delling und Günter Netzer.“ „Ja, Chef, äh, Sepp“.

S.H: „Ja, dem Fritz habe ich schon einiges zu verdanken, ihm und seinen zehn Freunden. Wenn der mit der Tafel fertig ist, darf der auch Du zu mir sagen. Damals in Bern, das waren noch Zeiten“.

H.S.: „Ja stimmt, Premiere gab es damals noch nicht“.

S.H.: „Nein, es gab überhaupt noch kein Farbfernsehen“.

H:S:„Deshalb mussten die Bälle auch die schwarzen Flecken haben, damit man sie im Fernsehen besser sah.“

S.H.:„Aber wer hatte denn 1954 überhaupt Fernsehen!“

H.S.:„Jedenfalls gab es damals die Wochenschau, die man sich am Wochenende im Kino ansehen konnte. Und da waren die Helden von Bern natürlich dabei.“

S.H.: „Ja, meine Helden. Das Spiel hat damals tatsächlich 90 Minuten gedauert. Nicht auszudenken, wenn wir gegen die Ungarn in die Verlängerung gemusst hätten. Dann hätte das Spiel 120 Minuten gedauert. Und darauf war ich taktisch nicht vorbereitet. Aber zum Glück hatte ich ja Toni, den Fußballgott. Nein, nicht Schuhmacher, der kam erst viel später. Toni Turek. Das war ein Torwart! Und eine Freundin nebenbei hatte der auch nicht. Es war ja das Endspiel! Wir waren Weltmeister. Danach kamen eigentlich keine schweren Gegner mehr. Und wir waren wieder wer!“

H.S.: „Jedenfalls hat es dann ja ziemlich lange gedauert, bis wir wieder Weltmeister wurden. Als Trainer beim DFB war man ja mehr oder weniger Beamter. Sepp, du gingst in den Ruhestand und ich wurde automatisch dein Nachfolger. Und selten sah man mich ohne Mütze. Ich wäre ja auch fast auf Anhieb Weltmeister geworden. Aber ein russischer Linienrichter war dagegen. Wembley-Tor! Zur Strafe hat man dieses Stadion jetzt abgerissen. Und ich hatte Uns-Uwe und den jungen Franz, den letzten Kaiser.“

S.H.: „Ja, nach Fritz kam Franz. Aber da gab es auch noch kein Farbfernsehen.“

H.S.: „Dieser Franz war schon ein Genie. Und er war kaum älter als 18 Jahre, es muss seine erste Weihnachtsfeier beim FC Bayern, der ja längst FC Bayschlaf heißt, gewesen sein, da entführte ihn eine reifere Frau in die Wäschekammer des Vereins. Da hat er auch auf Anhieb getroffen. Na ja, auf dem Fußballplatz hat ja damals unser Bomber der Nation und des FC Bayern, der kleine dicke Gerd M. so viele Tore geschossen, dass der Franz sich da selbst zurückhalten konnte. Und wenn ihm zu langweilig wurde, schoss er gelegentlich auf seinen Hintermann Sepp M., die Katze aus Anzing. Da war der so manches Mal machtlos. Als der Franz schließlich im eigenen Strafraum für mehr Gefahr sorgte als der Gegner, haben die für ihn beim FC Bayern einen Sonderbewacher abgestellt. Diesen Georg „Katsche“ S. habe ich zur Schadensbegrenzung natürlich auch gleich in die Nationalelf geholt. Da hatten wir eine echte Bayern-Achse: Sepp, Franz, Katsche, Gerd. Später kamen dann noch der schwäbische Pfennigfuchser Ulli H. und der oberbayerische Mao-Anhänger Pole Ballspähler dazu. Das war die Zeit, wo wir nacheinander Europa- und Weltmeister wurden. Seitdem sind die Holländer auf uns sauer. Aber so leicht, wie sich es heute anhört, war das längst nicht. Erst die Niederlage in Hamburg gegen die DDR. Und 11 Freunde waren die damals auch schon nicht mehr. Der Maoist war ein Quertreiber, aber zum Glück hat mir mein Lieblingsschüler, der kleine Berti vom Niederrhein, immer alles gepetzt. Und es ist ja noch mal gutgegangen.“

S.H.: „Jedenfalls habe ich das WM-Finale 1974 endlich in Farbe gesehen.“

H.S.: „Leider war der ganz große Erfolg dann erst mal vorbei. Es fing damit an, dass dem Gerd und dem Paul von ihren Frauen verboten wurde, weiter in der Nationalmannschaft zu spielen, weil die Damen 1974 beim Endspiel so schlechte Sitzplätze hatten. Der Ulli H., der mit den Bratwurstbeinen, schoss bei der EM 1976 die Tschechoslowakei (die gab’s damals noch) zum Sieg. Wir wurden bloß Zweiter. Und 1978 in Argentinien haben wir sogar gegen Österreich verloren. Ich sage nur: Cordoba, Krankl, Edi Finger („I wead narrisch“). Für mich war die WM ohnehin das geplante Ende, bevor ich in den Ruhestand ging.“

S.H. : „Somit brauchtest du deinen Hut nicht nehmen, Helmut“.

H.S.: „Aber die Mütze habe ich natürlich aufbehalten.“

S.H.: „Fritz, was macht die Steintafel? Bist du fertig?“

F.W.: „Mir fall’n keine Sprüch’ mehr ein, Chef.“
S.H.: „Schaun mer mal, da fällt uns schon noch was ein“

F.W.: „Das ‚Schaun mer mal’ kann ich ja schon mal vormerke“.

S.H.: „Wie ging es denn weiter mit dem Fußball, Helmut?“

H.S.: „Mein Nachfolger wurde ja gemäß der Erbfolge beim DFB Jupp, der Wal. Immerhin wurde er mit der Mannschaft 1980 wieder Europameister. Aber nicht nur, dass das keine 11 Freunde mehr waren. Das waren auch keine richtigen Männer mehr. Da hatten plötzlich die Frauen das Sagen. Bin ich froh, dass die Frau Schuster mit ihrem blonden Engel erst nach meiner Zeit kam. Da ging es damit los, dass es plötzlich keine Ehre mehr war, für unser Land zu spielen. Bloß, weil die Frau Schuster am Wochenende keine Zeit hatte. Später hat dann auch die Frau Hässler mitgemischt und dann die Frau Effenberg, als ihr Stefan noch auf sie gehört hat. Jedenfalls war’s für den Jupp nach der EM 1984 ganz schnell Feierabend.“

S.H.: „So etwas hätte es ja zu unserer Zeit nicht gegeben, dass beim DFB ein Trainer vor Eintritt ins Rentenalter entlassen worden wäre. Darauf war der DFB auch gar nicht vorbereitet. Es gab keinen geeigneten Nachfolger, der einen Trainerschein hatte. Also musste der Kaiser ran. Der war zwar kein Trainer, aber wir trauten ihm genügend Fußballverstand zu und nannten ihn Teamchef. Er kam, sagte „Schaun mer mal, dann seh’n mer scho“ und siegte schließlich 1990 in Italien trotz heftig spuckender Holländer, nachdem es 1986 immerhin gegen Argentinien schon zu Platz 2 gereicht hatte, gegen die im Endspiel in Rom die Revanche gelang.“

H.S.: „Ja seitdem haben wir da unten eigentlich nicht mehr viel verpasst. Es ging kontinuierlich bergab. Und heute freuen wir uns über Siege gegen Südkorea oder die Faröer-Inseln mehr als früher, wenn wir gegen unsere Angstgegner England oder Holland gewannen.“

S.H.: „Ich bin auch froh, dass ich so etwas als Trainer nicht erleben musste. Was die heute für’n Ärger mit den Spielern haben. Aber die Trainer sind ja auch kein Vorbild, wenn ich da an den Christoph D. und den Ottmar H. denke. Der eine nutzt aus, dass er in einer Drogenfabrik arbeitet und der andere lernt auf seine alten Tage noch Samba tanzen. Kein Wunder, dass die Spieler alles nachmachen, so wie der Olli K. Dann sagt der auch noch, er wollte das junge Mädel in der Disco nur davor bewahren, dass sich der Loddar M. an ihr vergreift. Der Olli kann bloß froh sein, dass die beim FC Bayschlaf noch den Bratwurst-Ulli haben. Der hat da neulich einer Reporterin von RTL die Rote Karte gezeigt und ihr angedroht, sie zu Bratwurst zu verarbeiten, wenn sie sich noch mal an der Säbener Straße blicken ließe. Und dass der FC Bayschlaf dem Boris seine Lieblingsmannschaft ist, wen wundert’s.“

H.S.: „Da kann man mal sehen, was heute alles in die Bratwurst kommt. Und die landet dann bei ALDI in unserem Einkaufswagen. Und Respekt haben die Spieler ja heute gar nicht mehr. Wenn man mal bedenkt, was der Franz als Spieler, Teamchef und Funktionär alles für die Bayern und unser Land getan hat: Weltmeister als Spieler und Teamchef. Und holt uns auch noch die WM wieder nach Deutschland. Und dann kommt so ein Arbeitsverweigerer wie dieser Effenzwerg und sagt „Den nehme ich schon lange nicht mehr ernst..“

S.H.: „Ach der Tiger, der zum Wolf geworden ist. Der hat neulich einen derartigen bestialischen Laut von sich gegeben. Hat sich wohl irgendwie nach „Struuuuntz“ angehört. Da hat der Thomas S. gleich Reißaus genommen und dessen Frau ist dem Tiger nach. Also, Helmut, wenn dieser Effenzwerg auch mal hier raufkommen sollte, den stellen WIR nicht auf. Sag, Fritz, ist die Tafel fertig?“

F.W.: „Also, Chef, solche Fußballweisheiten wie früher, die gibt es heute einfach nicht mehr. Aber ich habe noch eine zweite Tafel in Vorbereitung für die, die irgendwann mal kommen. Hier ist sie.“

SCHAUN MER MAL DANN SEHN MER SCHO
IST DENN HEUT SCHON WEIHNACHTEN?
DIE GRUNDGEBÜHR IST AUCH SCHON DRIN.
MADRID ODER MAILAND? EGAL, HAUPTSACHE ITALIEN.
ICH HABE FERTIG.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 10.3.2003
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Q-Test







Geschrieben am: 03. Apr 2003, 21:23   von: LosGatos



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