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Übersicht > Sport > Fußball > Fußball-Spieler > Netzer, Günter

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
genialer Fußballspieler und Kommentator

Nachteile:
es gibt keine Netzers mehr auf dem Feld




Der große Günter Netzer
Bericht wurde 4492 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Fußballweltmeisterschaft bedeutet ja mal wieder Fußball im Fernsehen von morgens bis abends. Zum Glück darf auch die ARD da noch mitmischen. Und das bedeutet natürlich, das wir wenigstens ein eingespieltes Team haben, nämlich Gerd Delling und Günter Netzer.
Letzterer ist ja schon seit einigen Jahren als Co-Kommentator bei Fußball-Länderspielen tätig.

Dadurch ist Günter Netzer sicherlich auch den jüngeren Fußballfans bestens bekannt. Aber gerade die Teens und Twens mögen sich vielleicht manchmal fragen, wer dieser Kerl eigentlich ist, der immer so klug daher redet. Darf der das überhaupt? Versteht der überhaupt was vom Fußball? Ich sage, er darf. Es gibt keinen Kompetenteren als den „großen" Günter Netzer.
Wer meinen Artikel „Einmal Löwe, immer Löwe" gelesen hat, weiß, dass ich seit eh und je treuer Fan von Eintracht Braunschweig bin. Somit waren in meiner Jugend auch die Spieler von Eintracht Braunschweig meine Idole. Wenn ich aber mal die Vereinsbrille abnahm, dann war eindeutig Günter Netzer der Spieler, der mir am meisten imponierte. Also, der Reihe nach.


DIE FUSSBALLERISCHE LAUFBAHN

Günter Netzer wurde am 14.9.1944 in Mönchengladbach geboren. Dort begann auch seine Karriere als Fußballer. Als die Bundesliga 1963 gegründet wurde, waren Borussia Mönchengladbach und Bayern München noch nicht dabei. Beide stiegen 1965 gemeinsam aus den damaligen Regionalligen, die die zweiten Ligen darstellten, auf. Es war die Geburtsstunde zweier Mannschaften, die über 10-15 Jahre gemeinsam den deutschen Fußball dominieren sollten. Gut, bei den Bayern hielt die Dominanz im Prinzip bis heute an, bei Gladbach musste man zeitweise zurückstecken.

Im Gegensatz zu heute spielten damals bei den Bayern noch Bayern und bei den Mönchengladbachern Rheinländer. Beiden Mannschaften war gemein, dass sie von Anfang an ein Trio besaßen, das die jeweilige Achse darstellte. Bei Bayern München war das Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer, der „Erfinder" des Liberos und im Sturm der Bomber der Nation Gerd Müller.
Borussia Mönchengladbach war eine Mannschaft, die von Anfang an den Offensivfußball beherrschte. Ihr unentbehrlicher Denker und Lenker war schon in jungen Jahren (1965 war er ja gerade mal 21) Günter Netzer. Vorne glänzte ein gefährlicher Goalgetter namens Jupp Heynckes. Und da auch eine offensive Mannschaft ohne Verteidiger nicht auskommt, hatten sie dafür einen unerbittlichen Terrier, der den besten Stürmern der Liga das Leben schwer machte: Berti Vogts. Der Trainer, der stets zur Offensive blies, hieß Hennes Weisweiler, der auch bald den Titel „Meistermacher" führte. Borussia Mönchengladbach hat sich in den 60er und 70er Jahren aufgrund ihres begeisternden Fußballs in ganz Deutschland große Sympathien erspielt, die wohl auch heute noch zutreffen. Das ist ein ganz besonderer Verdienst vor allem von Günter Netzer.

Natürlich war auch Weisweiler Rheinländer (er starb überraschend vor bereits knapp 20 Jahren). Seine Mannschaft vom Bökelberg wurde damals die Fohlen genannt, weil sie aus sehr vielen jungen überdurchschnittlich talentierten Spielern bestand. Der kometenhafte Erfolg der Himmelsstürmer vom Bökelberg hatte aber auch zur Folge, dass ihre Spieler überall sehr begehrt waren. Auch wenn Spielergehälter damals längst nicht in den Größenordnungen von heute lagen, es gab aber noch keine Sponsoren, und die Vereine mussten ihre Spieler ausschließlich aus den Zuschauereinnahmen bezahlen. Das Bökelbergstadion gehörte immer zu den kleinsten der Liga. Somit reichten die Einnahmen nicht aus, um die Spieler zu halten. In Mönchengladbach brachten eine solide Vereinsführung und ein hervorragender Trainer aber jahrelang das Kunststück fertig, Jahr für Jahr neue unbekannte Spieler aus dem Hut zu zaubern und die Abgänge immer wieder mindestens gleichwertig zu ersetzen. Bekannteste Beispiele außer Netzer, Heynckes und Vogts waren Kleff, Bonhof, LeFevre, Stielicke, Wimmer, Simonsen, Matthäus, um nur einige zu nennen.

Günter Netzer glänzte stets als Spielmacher und Torschütze. Berühmt waren nicht nur seine langen genauen Pässe, sondern auch seine angeschnittenen Freistöße und Eckbälle. Mehr als einmal brachte er das Kunststück fertig, Eckbälle direkt ins Tor zu verwandeln, weil er dem Ball den nötigen Effet gab. Manch einer führte das auf seine großen Füße zurück. Er hatte Schuhgröße 46 oder 47. Das galt damals als übergroß. Heute ist das bei Jugendlichen nichts ungewöhnliches mehr. Eines seiner bekanntesten Tore war sein letztes für Borussia Mönchengladbach, im Pokalendspiel gegen Köln 1973. Kurz vor dem Spiel war bekannt geworden, dass Günter Netzer zu Real Madrid wechseln würde. Weisweiler stellte ihn deshalb zunächst nicht auf. Als Köln zur Halbzeit führte, wurde Netzer eingewechselt und führte Gladbach zum Sieg. Natürlich ist kein Spieler perfekt. Auch Netzer hatte Schwächen. Dazu gehörten Kopfballspiel und Laufbereitschaft. Aber alle großen Spieler haben auch ihre Wasserträger. Beckenbauer konnte sich immer auf Schwarzenbeck verlassen, und für Netzer rannte „Hucky" Wimmer. Darauf kürzlich im Fernsehinterview einmal angesprochen, stellte Günter Netzer mitleidig fest, dass der arme Kerl dafür heute kaum noch laufen könne.

1973 war Günter Netzer der erste Deutsche, der nach Spanien wechselte. Später folgten dann Stielicke, Schuster und Breitner. Ja, es gab wirklich einmal Zeiten, dass deutsche Spieler international begehrt waren. Heute reibt Bayern sich doch die Hände, wenn sie eher mäßige Spieler wie Babbel, Hamann oder Andersson mit Gewinn ins Ausland verhökern können. Es ist zwar fraglich, ob Real damals wirklich besser war als Gladbach, aber vom Ruhm und Ansehen war Real Madrid natürlich ein Aufstieg für Günter Netzer, der schon immer etwas Weltmännisches an sich hatte und dem man nachsagte, dass er für schnelle Autos schwärmte. Demzufolge verpasste ihm Max Merkel den Namen „Günter Highlife".

Natürlich spielte Günter Netzer auch in der Nationalmannschaft, wenngleich nicht immer erfolgreich. Fußballexperten bezeichnen die deutsche Mannschaft, die 1972 Europameister wurde, als die beste deutsche Mannschaft aller Zeiten: Maier, Vogts, Beckenbauer, Müller, Höneß spielten da mit, und Netzer eben (sein Wasserträger Wimmer musste natürlich auch dabei sein). In der Nationalmannschaft war Netzers größter Konkurrent der ähnlich geniale Wolfgang Overath aus Köln. Beide waren Spielmacher, und mit beiden gleichzeitig zu spielen, bewährte sich nicht. Somit war mal der eine, mal der andere am Zug. Unterm Strich war die Nationalmannschaftskarriere Overaths, der an 3 Weltmeisterschaften teilnahm, erfolgreicher als die Netzers. Günter Netzer wurde 1974 auch mit Deutschland Weltmeister, aber während dieser WM in Deutschland kam er nur 20 Minuten zum Einsatz, als erhoffter Retter in jenem denkwürdigen Spiel gegen die DDR, das aber durch das Tor von Sparwasser sensationell mit 1:0 verloren wurde. Es war nur ein Gruppenspiel, das nicht zum Ausscheiden führte.

Nach seiner Zeit bei Real Madrid ließ Günter Netzer seine Karriere 1978 schließlich bei den Grashoppers in Zürich ausklingen.


DAS LEBEN NACH DEM FUSSBALL

Nach seiner aktiven Zeit blieb Günter Netzer dem Fußball in Deutschland noch verbunden. Natürlich wurde er nicht Trainer. Für den Job des Managers war er viel besser geschaffen. Diesen Posten bekleidete er von 1978 bis 1986 beim Hamburger SV unter dem berüchtigten Präsidenten Peter Krohn. In diese Zeit fiel auch der Gewinn des Europapokals. Der letzte große Erfolg des Hamburger SV mit Spielern wie Kaltz, Hrubesch und Magath.

Dann war Günter Netzer der Meinung, er habe sich lange genug mit Fußball beschäftigt, und widmete sich ganz anderen Dingen. Er ging wieder in die Schweiz nach Zürich, wo er heute noch lebt und eine Firma besitzt, die TV-Rechte und Bandenwerbung vermarktet. In einem Fernsehinterview sagte er neulich, er sei deswegen häufig in den GUS-Staaten, wo Magen und Leber in Mitleidenschaft gezogen würden, wenn man mit Russen Geschäfte machen will. Nun ja, offengesagt, man sieht es ihm an, wenn er langsam aus seinem Anzug herauswächst.

Von der Bildfläche des deutschen Fußballs verschwand er lange Zeit völlig.



GÜNTER NETZER ALS CO-KOMMENTATOR

Im deutschen Fernsehen wanderte der Fußball immer mehr zu den privaten Sendern, auch viele Moderaten folgten dorthin. Die öffentlichen Sender durften und dürfen aber immer noch die Länderspiele übertragen. Und da die ARD sich nicht mit „Guten Abend allerseits" noch die allerletzten Zuschauer vergraulen wollte, kam man auf die glorreiche Idee, Günter Netzer einzuschalten.

Nicht alleine, denn er ist ja kein Moderater, sondern im Duett mit Gerhard Delling. Was ein Versuch war, kam sehr gut an, weil die Zuschauer die dümmlichen Kommentare unserer Sportreporter satt hatten und auch vom „schaun mer mal, dann sehn mer schon" eines Franz Beckenbauer genervt waren. Netzer spricht eine andere Sprache, er redet Klartext ohne „würde" und „könnte". Da er selbst ein großer Fußballer war, nimmt man ihm die Kritik auch gerne ab. Nicht, dass er nur kritisiert, aber über den deutschen Fußball gibt es nun einmal seit ein paar Jahren nicht allzu viel Erfreuliches zu sagen. Die Analysen und Kommentare von Netzer können dabei durchaus knallhart und niederschmetternd sein. Nach einem Spiel, das die deutsche Mannschaft, die sich wohl selbst noch als erstklassig wähnte, vor 3-4 Jahren gegen die als drittklassig angesehenen Amerikaner haushoch mit 0:3 verlor, scheute Netzer sich nicht zu sagen „die deutsche Mannschaft hat so schlecht gespielt, dass man gar ihre Daseinsberechtigung in Frage stellen muss".

Jedenfalls schloss die ARD mit Netzer einen langfristigen Vertrag als Co-Kommentator ab. Ich war da erst sehr skeptisch, weil ich der Meinung war, Netzer hätte das nicht nötig und er könnte womöglich irgendwann als Dauernörgler (wie z.B. Paul Breitner) dastehen und seinen guten Ruf verlieren. Netzer hielt der Anforderung aber stand und bildet seit geraumer Zeit mit Gerhard Delling ein eingespieltes Team. Hier gibt Delling die Vorlagen, Netzer verwandelt sicher. So hat Netzer wieder einen neuen Wasserträger gefunden, der ihn aber auch gelegentlich daran erinnert, dass Günter Netzer früher viele Defizite hatte wie mangelnde Laufbereitschaft (auch nicht in Tornähe) oder die Abneigung, den Ball mit dem Kopf zu spielen. Dadurch wird der Unterhaltungswert gesteigert. Das erfolgreiche Duo erhielt den Adolf-Grimme-Preis 2000.

Manche Fußballer vertragen Netzers Kritik jedoch nicht. Dazu gehört z.B. so eine Dumpfbacke wie Effenberg, der einem Netzer nie gewachsen wäre, dafür aber lieber Frauen in Discos verprügelt und sich um die Arbeitsmoral der Deutschen sorgt. O-Ton Effenberg: „Die Kommentare von Netzer passen zu seiner Frisur". Vielleicht war es ja auch die Angst vor Netzers Kommentaren, die Effenberg zum Rückzug aus der Nationalmannschaft verleitet haben.

Apropos Netzers Frisur: vielleicht gehört Günter Netzer wirklich zu den Unglücklichen, die zwar genug Geld haben, aber auch das Pech, nicht den richtigen Friseur zu finden. Steffi Graf hat dieses Schicksal mit Günter Netzer ja auch lange teilen müssen. Während seiner Zeit als Fußballer waren lange Haare modern. Alle rannten mit wehenden Mähnen: Beckenbauer, Müller, Overath, Breitner und natürlich Günter Netzer. Auch das war ein Markenzeichen von ihm. Irgendwann wollte er die Haare etwas stutzen und ließ sie wohl nur unten abschneiden. Seine Antifrisur war geboren und viel hat sich daran bis heute nicht geändert. Na ja, auch ein Effenberg kann mal recht haben.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 21.9.2001
Veröffentlicht bei Dooyoo, Ciao, YOPI, eComments


Geschrieben am: 06. Apr 2003, 15:38   von: LosGatos



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