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Ja, es gibt Vorteile - vor allen Dingen für Dich selber

Nachteile:
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Ich habe es geschafft
Bericht wurde 2619 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 9 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Hinweis in eigener Sache.

Der Bericht ist jetzt schon über zwei Jahre alt. Auf Bitten von einigen Usern stelle ich ihn jetzt auch hier bei Q-Test ein. Und ich glaube, dass dies richtig so ist.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Bericht nichts, aber auch gar nichts von seiner Aktualität verloren hat. Wenn er auch nur einem einzigen Menschen ein klein wenig hilft, habe ich mein Ziel erreicht.
Hier bei Q-Test widme ich diesen Bericht unserer allseits beliebten Userin ywo-1 und wünsche ihr viel Glück und vor allen Dingen Kraft auf diesem schweren Weg. Ich weiß wovon ich rede.
Und nun: Viel Spaß und möglicherweise einiges Nachdenken beim Lesen.


Hallöle

Ein bißchen komisch ist mir schon. Wie soll ich jemandem helfen Nichtraucher zu werden, wenn es doch keine Hilfen, außer sich selbst gibt.
Ich kann hier nur meine Erfahrungen niederschreiben. Dies werde ich so ehrlich machen wie Ihr es von mir gewohnt seid. Vielleicht hilft es ja doch einem.
Ich fang mal an.

Am 16. September, morgens um 2.00 Uhr hab ich sie ausgemacht – meine letzte. Es war eine F6/100.
Die hab ich immer geraucht. Nein, stimmt nicht – nur die letzten Jahre. Ich glaub, da war auch der Preis dran Schuld. Ich hab sie gerne geraucht. Und ich denke auch jetzt, nach fast 4 Monaten „ohne“, nicht im Groll zurück.

Am besten wird es sein, wenn ich Euch mal kurz (wirklich) meine Rauchgeschichte erzähle.

Ja, ich kann mich noch an meine „erste“ erinnern. Fürchterlich sag ich Euch. Es war auf einem Pferdewagen in einem kleinen Ort (Dorf) in Brandenburg. Gott war mir schlecht.
Aber das hatte man mir gesagt. Die ersten schmecken grausam – da muß man eben durch. Kennt jemand von Euch noch die Casino?

Schnell kam dann eine lange Camel-Phase. Camel, das war doch der coole Typ mit den kaputten Schuhen. Aber man wird älter. Jetzt verlangt man schon was vom Leben. Man ist ja wer. Jawoll, und geraucht wird jetzt Attika. Das war damals eine Nobelmarke. Es wurde noch nobler. John Players Spezial kurz JPS genannt.
Auweia waren das Zeiten. Sie wurden aber auch immer teurer. Nicht nur die Marken wurden nobler, nein auch der Konsum stieg.
Eine Schachtel am Tag war nix.

Ich wurde älter (an Jahren) und machte mich selbstständig.


> > > Stress

Jetzt waren es schon 2 Schachteln. Je mehr Stress, desto mehr Zigaretten.
Nein, ans aufhören dachte ich damals noch nicht. Ich brauchte ja die Zigaretten. Ich wollte mich an irgend etwas festhalten.
In meiner Selbstständigkeit gab es immer mehr Stress. Logisch suchte ich auch immer mehr Halt. Ich war bei 3 Schachteln am Tag angelangt – welch ein Irrsinn.

Bei diesem Irrsinn blieb es so ca. 15 Jahre – bis ich einen Artikel bei einer anderen Meinungsplattform las. Es war der von Kajama.
Ich habe heute keine Ahnung, was der Knackpunkt war. Was für einen Auslöser der Artikel hatte. Ich weiß es wirklich nicht.

Ja, aufhören wollte ich schon lange. Das Problem ist aber, dass man aufhören kann – man kann nur nicht aufhören wollen.
Hier kommt das Stichwort – Wille.
Wenn Du innerlich dazu bereit bist aufzuhören, dann klappt es auch. Nur wann ist man innerlich bereit dazu?
Ich kann es Euch nicht genau sagen. Sicherlich braucht man eine ganze Weile.
Ich habe 30 Jahre lang geraucht. Es ist völlig klar, dass ich nicht von heute auf morgen aufhören konnte. Aber dies ist vielleicht ein erster Punkt, den man sich merken sollte. Vielleicht sogar eine kleine Hilfe.

Auch die Zeit, die man braucht um den eigenen Willen aufzubauen, gilt als Teil vom Ganzen. Man darf sich nicht hinstellen und sagen: „So, ab heute rauche ich nicht mehr.“ Das ist falsch. Man muß sich darauf vorbereiten – auf diesen letzten Schritt.

Was ist schon eine Vorbereitungsphase, die 2 Monate (absolutes Minimum) dauert, wenn man vorher 10 oder 20 Jahre lang geraucht hat?
In dieser Zeit hab ich mich mit mir selber auseinandergesetzt. Wichtig war für mich, dass ich selber nicht mit mir gemeckert habe. Ich habe geraucht und habe dies akzeptiert.
Jetzt wollte ich damit aufhören – und habe dies auch akzeptiert. Klingt vielleicht blöde, aber ich war zum Schluß mit mir im Einklang. Wir haben beide – mein Kopf und mein Körper – gesagt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist.

Dies war nicht so einfach, wie ich es jetzt hier hinschreibe. Rauchen ist schließlich eine Sucht. Aber sie kann bezwungen werden.

Jetzt kam er also, der 16. September. Ich habe vorher nicht gewusst, dass dies der Tag sein wird. Er war einfach da.
2.00 Uhr morgens hab ich sie dann ausgemacht, meine letzte – und ich hörte in mich hinein.

Nein, noch war es ruhig. Noch waren beide, mein Körper und mein Kopf, mit diesem Entschluß einverstanden. Prima, dann können wir uns jetzt ja ganz entspannt zurücklehnen und erst mal eine rauchen.
Mist, diese Dinger hatte ich ja nicht mehr. Ich hatte keine Zigaretten mehr.

Panik

Nein, keine Panik. Ich wollte ja aufhören. Ich hatte es mit mir abgesprochen. Trotzdem.

Ich arbeitete weiter am PC. Bewertete was das Zeug hielt. Zwischendurch stand ich immer wieder auf. Lief durch die Wohnung. Was sollte ich bloß mit meinen Händen anfangen?
Ich hatte keinem von meinem Entschluß erzählt. Selbst meine Frau, schwupsy, wusste in der Anfangsphase von nichts. Nur Kajama bekam ab und zu einen neuen Kommentar von mir. Ihr könnt ihn gerne verfolgen. Ist logischerweise ein älterer Beitrag von ihr.

Die ersten Stunden sind grausam. Warum soll ich das verheimlichen. Es ist immer besser, dass man genau weiß, was auf einen zukommt. Man kann sich darauf einstellen. Man hört dann nach den ersten Schwierigkeiten nicht auf.

Wenn man von anderer Seite (Ärzte, Freunde, was weiß ich) gesagt bekommt: „Jeder kann aufhören. Das ist eigentlich ganz einfach.“ Dann hört man bei den ersten Schwierigkeiten auf – weil man einfach nicht mit Schwierigkeiten gerechnet hat. Sie ungerecht findet. Gerade jetzt kommen Schwierigkeiten, wo ich doch aufhören wollte.
Freunde, denkt bitte daran – es wird schwierig. Stellt Euch darauf ein. Es ist aber zu schaffen.

Ich wurde ruhig, sagte kaum mehr was. Nein, ich hatte keinen richtigen Streit mit schwupsy. Ich sagte bloß nix mehr. Ich hatte genug mit mir zu tun.
Ich fing an zu frieren, zu zittern. Meine Arme kribbelten fürchterlich. Und immer der unwiderstehliche Drang nach einer Zigarette.

Ich fing an meinen Körper zu hassen. Warum macht der das? Wir hatten es doch abgesprochen. Ich wollte doch aufhören. Raucherhusten ist auch noch da. Warum?
Wieder Panik. Was ist, wenn mein Körper versagt und ich ganz dringend eine Zigarette brauche um zu überleben? Ja, genau. Wahrscheinlich ist es gar nicht möglich nach so langer Zeit mit dem Rauchen aufzuhören. Ich brauch jetzt eine Zigarette. Punkt. Fertig. Her damit.


Bei uns auf dem Schrank steht ein Glas. In diesem Glas sind genau 100 Steine. Jeder Stein bedeutet eine Stunde.
Ich werde Euch hier jetzt mal einen kurzen Abschnitt von dem Brief mitteilen, der bei diesem Glas war. Ich weiß gar nicht, ob ich dies jetzt extra als Zitat kennzeichnen muß. Hier finde ich es blöd und lasse es weg.

... haben die Stunden und die Steine gemeinsam: wenn man sie genau ansieht und nicht achtlos daran vorbeigeht, bemerkt man die ungeheuere Kraft, die darin steckt. Für viele sind es einfach Kieselsteine. Ich sehe die Kraft, die aufgebracht worden ist, um die Steine wachsen zu lassen und die Zeit, die sie immer weiter verändern wird. 100 Steine für 100 Stunden – ich wünsche Dir viel Kraft für jede neue Stunde auf diesem rauchfreien Weg. Ich bin stolz auf Dich!

Diese Steine bekam ich genau zum richtigen Zeitpunkt. Diese Steine gaben mir wieder neue Kraft und geben sie mir noch immer. Ich schaue mir diese Steine öfter einmal an.
So schnell bekommt man die nicht kaputt – und so schnell fange ich auch nicht mehr an zu rauchen.

Auf unserer Blumenbank steht eine kleine Blume. Sinnbild für ein neues Leben – vielleicht sogar überleben. Ein kleiner Zettel ist daran befestigt: 28.9. 00, 14.00 Uhr, 300 Stunden. Ich hab sie heute schon gegossen.

Am 27. Oktober hätte ich mir beinahe auf den berühmten Daumen gehauen.
Warum? Ich musste einen Nagel in die Wand klopfen. Einen wichtigen Nagel.
An diesem Nagel hängt jetzt mein Nichtraucher-Diplom.

1000 Stunden

Ja, ich bin stolz auf dieses Diplom. Und ich bin stolz auf meine schwupsy, die jedes Mal da war, wenn ich sie brauchte. Ohne zu fragen. Einfach nur da war. Im richtigen Moment – und auch so.

Ja, es waren schwere 1000 Stunden. Auch heute noch bin ich nicht restlos weg von den Glimmstengeln – wie auch?
30 Jahre hab ich diese blöden Dinger gebraucht. Sooo schnell kommt man nicht los von der Abhängigkeit.
Aber es geht. Dies wollte ich Euch sagen.

Ich weiß nicht, ob dieser Bericht jemandem hilft. Mir hat es geholfen ihn zu schreiben. Mir hat es für die nächsten 100 Tage geholfen. So tastet man sich immer weiter.
Jetzt bin ich mitten im 112ten Tag. Ich habe jetzt 2.671 Stunden geschafft.
Ja, ich zähle sie immer noch, diese Stunden. Nicht mehr jeden Tag. Einmal die Woche bestimmt. Wer nachrechnen will: Es ist jetzt 8.00 Uhr – vergesst bitte die Winterzeit nicht. Ihr müsst eine Stunde hinzurechnen. *lach*
Das ist übrigens das Gute. Ich kann jetzt wieder lachen. Hab nicht mehr sooo viel mit mir selbst zu tun.
Und doch, manchmal seh ich sie noch rumliegen, will zugreifen. Nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ich arbeite aber daran.
Ja, das ist eine gute Idee. Ein Update nach 5.000 Stunden. Vielleicht kann ich ja doch einem, nur einem, helfen.

Ein paar kleine Anmerkungen noch zum Schluß.
Ich bin jetzt nicht zum Fanatiker geworden. Wenn jemand rauchen möchte, kann er dies auch in meiner Gegenwart tun. Nur habe ich etwas sehr positives in dieser Zeit festgestellt. Raucher sind gar nicht sooo intolerant wie man des öfteren mal vermutet.
Wenn jemand mitbekommt, dass ich nicht mehr rauche, lässt er es auch sein. Für den Moment wenigstens. Hat mich gewundert und es hat mich gefreut.
Trotzdem, Nichtraucher wissen das: man riecht jede Zigarette – auch wenn der Raucher 10 Meter weit weg steht. Weiß ich aber auch erst seit Neuestem.

Ach, und noch etwas. Wißt Ihr, was meine schwupsy mir mal so nebenbei in einem Gespräch gesagt hat? Viertelchen, Du riechst gut.

Hab ich denn vorher so nach diesem Rauch gestunken. Ja – jetzt riech ich es selber.

Macht’s gut, bis denne – dies wollte ich Euch sagen.

Viertelvordrei

PS: Mir fallen jetzt noch hundert Sachen ein – eigentlich zweihundert
PSS: In den 2.671 Stunden hab ich schon DM 1.634,25 nicht ausgegeben – ätsch, alles meins.


Geschrieben am: 16. Feb 2003, 19:38   von: viertelvordrei



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