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Übersicht > Health > Krankheit & co. > Kopfschmerz-Migräne

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keine

Nachteile:
SCHMERZ




Wenn es pocht und hämmert . . .
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Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

. . müssen nicht unbedingt Handwerker zugange sein.

Worüber ich heute schreiben möchte ist etwas, was ich seit meinem zehnten Lebensjahr habe, nämlich Migräne.

Vorab, Migräne ist etwas was ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche. Jedoch wünsche ich Spötter, die da von sich geben:
Das ist nur eine Frauenkrankheit, das ist nur eine Ausrede wenn die Frau keine Lust auf Sex hat, Kopfschmerzen ist keine Krankheit usw., nur ein einziges Mal im Leben einen klassischen Migräneanfall. So einen, wie ich sie oft habe – bis hin zum Galle spucken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie dann nicht mehr spotten.

Ich versuche in diesem Beitrag zu schildern, wie es mir bei Migräne geht und ich hoffe es gelingt mir so, dass nicht der Eindruck des Jammerns entsteht. Des weiteren gibt es noch ein paar Fakten, die ich recherchiert habe.

Der Stand den ich habe ist, dass Migräne nicht heilbar ist. Aber die Erforschung dieser Krankheit hat in den letzten Jahren wohl einige neue Behandlungsmöglichkeiten hervor gebracht. Gut doppelt so viele Frauen wie Männer sind von Migräne betroffen.

*****

Für Migräne gibt es folgende, bekannte Auslöser:
Schlaf, Stress, Ernährung, Hormone und das Wetter.

Zum Auslöser Schlaf:
Regelmässige Schlafgewohnheiten sind sehr wichtig, um die Anzahl der Anfälle zu reduzieren. Es ist egal, ob man zuviel oder zuwenig schläft. Der mangelnde Rhythmus ist das eigentliche Problem.
Was mich betrifft ist dies natürlich ein Auslöser, da ich sehr unregelmässig bzw. sehr wenig schlafe. Wobei ich bei mir das Gefühl habe, das weniger schlafen besser ist als zuviel. Ich selbst versuche immer im 1,5-Stunden-Rhythmus zu schlafen da man ja nach ca. einer Stunde im Tiefschlaf ist und wenn ich da heraus gerissen werde kommt es bei mir relativ schnell zu Kopfschmerzen. Allerdings ist es nicht jedes Mal ein richtiger Anfall.

Zum Auslöser Stress:
Im grössten Stress passiert es weniger, als in der Entspannungsphase heisst es. Und was mich betriff, kann ich dies voll bestätigen. In meiner Augsburger Zeit hatte ich Wechselschichtdienst. Jedes dritte Wochenende war ein langes Wochenende. Das heisst, ich hatte von Freitag Nachmittag bis Montag Abend frei. An diesen Wochenenden hatte ich grundsätzlich öfters Kopfschmerzen als an den Arbeitswochenenden. Mein damaliger Hausarzt erklärte mir, das hänge auch damit zusammen dass der Körper sich im Entspannungszustand besser auf den Schmerz konzentrieren kann. Je mehr Stress unter der Woche, um so mehr sollte man sich als Migränepatient auch am Wochenende vornehmen. Trinkt man sehr viel Kaffee im Büro, sollte man auch am Wochenende nicht ganz darauf verzichten. Denn auch der plötzliche Mangel (wenn auch an Ungesundem) kann Auswirkungen haben. Stress in Form von Aufregungen und Ängsten kann natürlich auch eine Rolle spielen. Dies soll jetzt aber nicht heissen, dass Migräne nur psychische Ursachen hat. Denn Stress ist nicht die Ursache, sondern auch nur ein Auslöser.
Für mich stelle ich hier auch einen Unterschied fest, ob ich mich in einem positiven oder in einem negativen Stresskreislauf befinde.
Das mit dem Aufregen und den Ängsten kann ich voll bestätigen. Wenn ich mich krass aufrege und regelrechte Heulkrämpfe habe, dann ist ein Migräneanfall schon vorprogrammiert. Ich habe dann echte Schwierigkeiten, meinen Kopf überhaupt noch zu bewegen.

Zum Auslöser Ernährung:
Es gibt bestimmte Lebensmittel, die man als Migränepatient nicht so häufig zu sich nehmen sollte. Das sind Rotwein, einige Käsesorten, Schokolade, fette Speisen und Zitrusfrüchte.
Ich kann dies für mich bei Rotwein und Schokolade bestätigen. An diesem Genuss kann ich wirklich nur begrenzt zugreifen. Einer der Gründe, warum auch auf trockenen Rosé umgestiegen bin. Bei Früchten habe ich bis jetzt nichts festgestellt. Jedoch kann ich nicht allzu viel Orangensaft trinken. Davon bekomme ich auch öfters Kopfschmerzen. Was fette Speisen betrifft, nun ich gestehe, ich esse unvernünftigerweise viele Chips (ist irgendwie mein Frustmittel) habe danach aber keine Kopfschmerzen. Im Gegenteil, wenn ich Kopfschmerzen habe und ich trinke Cola-Light und esse Chips, geht es mir sogar oft besser hinterher. Dies aber natürlich nur, wenn die Kopfschmerzen noch leicht sind. Bei einem richtigen Anfall (den ich später noch beschreiben werde) kann ich nichts mehr zu mir nehmen. Andere fette Speisen esse ich kaum, so kann ich zu diesem Auslöser nichts sagen. Jedesmal wenn ich eine Diät begann, hatte ich erst mal einen kompletten Anfall. Auch dies ist medizinisch erwiesen, ein Auslöser.
Es soll jetzt keine Ausrede für ungesunden Lebenswandel sein und es ist bestimmt bei jedem etwas anders. Aber wenn ich ein gewisses Mass an Koffein (bei mir hauptsächlich Cappuccino und Cola-Light) zu mir nehme, geht es mir besser.

Zum Auslöser Hormone:
Es heisst, das weibliche Geschlechtshormone als Auslöser eine grosse Rolle spielen. Deshalb leiden vor der Pubertät mehr Jungen und nach der Pubertät mehr Mädchen an Migräne.
Bei mir kann ich feststellen, dass ich in den Zeiten meiner Periode auch öfters an Kopfschmerzen leide. Bei manchen Frauen wurde auch festgestellt, dass sie während Einnahme der Pille mehr Kopfschmerzen als sonst hatten. Das kann ich jetzt bei mir nicht feststellen.
Ein Arzt meinte mal als Trost, in den Wechseljahren würde es besser werden. Ich kann nur hoffen, dass dies bei mir zutrifft. Denn ich leide jetzt schon 30 Jahre an dieser Krankheit. Wenn ich allerdings meine Mutter betrachte, die hat ihre Migräne erst mit den Wechseljahren bekommen.

Zum Auslöser Wetter:
Wetterumschwung, Luftdruckabfall und Föhn sind unerwiesene Auslöser. Ich kann sie jedoch voll und ganz bestätigen. Wenn sich das Wetter langsam ändert, habe ich kaum Probleme. Von heute auf morgen jedoch haut es mich oft einfach um. Das muss nicht unbedingt parallel zum Tag des Umschwunges laufen. Ich habe es oft genau zwei Tage vorher, deshalb nennt man mich auch gerne Wetterhexe.
War es vorher warm und es wird kalt ist es für mich nicht so schlimm, wie umgekehrt. Brütende Hitze ist für mich – in Deutschland – blanker Horror. Im Süden hingegen, mit anderer Luftfeuchtigkeit kenne ich diese Probleme weniger. Will ich richtig gesund Urlaub machen, zieht es mich in den Norden. Da bin im Schnitt am meisten schmerzfrei.

Es heisst, das Reize wie flackerndes Licht, Lärm und starke Gerüche auch, wenn auch selten ein Auslöser sein können. Ich gehöre dann wohl auch zu den seltenen Fällen. Ich bin lichtscheu, künstliches Licht im Büro ist für mich die Hölle, ausserdem bin ich extrem lärmempfindlich. Mein Vater ist schwerhörig und wenn ich zuhause war, komme ich grundsätzlich mit Kopfschmerzen zurück, weil meine Mutter immer so schreit. Obwohl ich selbst Gelegenheitsraucher bin, kann ich es in verrauchten Räumen nicht aushalten. Raucht jemand im Auto oder im Bus, dann wird mir schlecht. Wenn ich jemanden treffe, der stark parfümiert ist kann es mich auch umhauen. Wenn wir das Haus streichen, kriege ich vom Farbgeruch Kopfschmerzen usw.

*****

Es gibt 165 verschiedene Kopfschmerzformen. Die vier wichtigsten sind Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz und Medikamentenkopfschmerz. Sie haben verschiedene Symptome und Auslöser. Wenn ich mir die Liste mit den Auslösern betrachte muss ich feststellen, dass ich mit allen vier Arten zu tun habe.

Ich habe von regelmässigen Einzelfällen bis hin zu einem kompletten Monat schon an diesem Schmerz gelitten von 20 Minuten bis konstant. Einseitig, beidseitig oder am Hinterkopf, das kenne ich alles. Ich kann jedoch sagen zu 90% habe ich einseitigen Kopfschmerz und zwar auf der linken Seite. Habe ich ihn auf der rechten Seite merke ich es verstärkt. Vielleicht, weil ich es nach 30 Jahren links schon gewohnt bin. Das schlimmste ist für mich, wenn die Schmerzen am Hinterkopf sind. Da kann ich den Kopf überhaupt nicht mehr bewegen. Zum Glück sind dies jedoch die seltesten Fälle. Die Begleitsymptome sind unterschiedlich von Lichtempfindlichkeit, über ein tränendes Auge, Zahnschmerzen und wenn es ganz heftig wird Brechanfälle. Das ist dann nicht ein normales Brechen, wie es der ein oder andere vielleicht kennt. Ich spucke am Schluss echt Gallenflüssigkeit. Das Einzige was ich in ganz kleinen Schlucken dann zu mir nehmen kann ist Kamillentee.

Bei mir ging die Migräne mit zehn Jahren los. Drei Jahre lang sind meine Eltern mit mir zu allen möglichen Ärzten, bis hin zum Neurologen. Man vermutete eine Zeitlang auch einen Tumor. Das hört sich jetzt vielleicht krass an, aber es wäre mir lieber gewesen. Gutartig wäre er mittlerweile geheilt und bösartig wäre es vorbei, auch mit den Schmerzen. Aber diese Gedanken sind wohl nur nachvollziehbar, wenn man diesen Schmerz kennt. Ausser Hypnose und Eigenblutbehandlung habe ich fast alles probiert. Schmerzmittel, Mittel zur Vorbeugung, Akkupunktur, Laserakkupunktur, Akkupunkturmassage, Sauerstoffbehandlung, pflanzliche Mittel, gänzliches Verzichten auf Süssigkeiten – es hat nichts gebracht.

Gut, ich kann dafür sorgen, dass ich mich weniger aufrege und kann auf die weiter oben genannten Lebensmittel weitgehendst verzichten. Statt der Pille nehme ich die Spirale. Aber gegen das Wetter kann ich nichts machen.

Als 13jährige bekam ich von einer Ärztin regelmässig Migräne-Kranit verschrieben. Die sind ziemlich stark und heute finde ich das von der Ärztin unverantwortlich. Es folgten die Zeiten wo ich in der Schule ausfiel und deshalb auch vom Gymnasium auf die Realschule wechselte. Dann wurde der Akkordeonunterricht abgebrochen usw. Ich habe also als Kind schon feststellen dürfen, dass Migräne nicht nur ein Schmerz sondern auch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität ist. Waren es in der Schule Schulaufgaben die ich nicht mitmachen konnte, wurden es später Dates die abgesagt werden mussten oder Fehltage im Büro. Heute schleppe ich mich oft trotzdem ins Büro, denn ich arbeite freiberuflich und kann es mir überhaupt nicht leisten, krank zu sein.

Im Alter von 19 bis 25 Jahren reichten oft Tabletten und Zäpfchen nicht mehr. Da brauchte ich dann eine Spritze vom Arzt. Ich bekam immer eine in den Arm und eine in den Po. Die eine war gegen die Kopfschmerzen und die andere gegen die Übelkeit. Nach zwei bis drei Stunden trat die Wirkung ein und zwar dahingehend, dass die Kopfschmerzen zwar weg gingen, aber ich bis in den nächsten Tag hinein noch benebelt von der Wirkung der Spritzen war.
Die Ärzte mögen es nicht, wenn man selbst herum experimentiert. Aber ich wollte mich irgendwann auch nicht mehr so krass abhängig von den Medikamenten sehen. So habe ich mich mit eisernem Willen und Schmerzertragen so nach und nach dahingebracht, mehr die leichteren Medikamente zu nehmen. Wenn ich merke, dass es losgeht und ich nehme gleich etwas reichen zwei bis drei einfache Schmerztabletten oder ein Optalidon-Zäpfchen. Ich kann mittlerweile recht schnell erkennen, ob es eine angehende Migräne oder „nur“ normale Kopfschmerzen werden. Im letzteren Fall hilft auch oft ein Einreiben mit Tigerbalsam. Ich reibe es an den Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren ein. Muss ich nicht arbeiten lege ich mir auch öfters Eiswürfel auf den Kopf und in den Nacken. Wache ich jedoch mit Kopfschmerzen bereits auf, brauche ich auch heute hin und wieder eine Spritze. Da mir einige Tabletten mittlerweile auf den Magen gehen und mir auch von den Medikamenten hin und wieder übel wird, nehme ich lieber Zäpfchen.

Wenn ich einen richtigen Migräneanfall habe, bin ich nicht mehr ich selbst. Ich kann mich kaum rühren, weiss nicht wie ich mich legen soll, habe das ganze Haus verdunkelt und ständig tränende Augen. Es dauert nicht lange, dann wird mir schlecht und hänge mehr oder weniger nur noch über der Toilettenschüssel oder einem Brecheimer. Da ich meistens einseitige Kopfschmerzen habe ist die eine Seite vollkommen klar und die andere von Schmerz zerfressen. Das sind die Momente, wo ich mir einen anderen Kopf wünsche. Als Kind hat man mich mal erwischt, wie ich mir während so eines Anfalles mit dem Hammer auf den Kopf hauen wollte. Ich weiß nicht, ob Nichtbetroffene sich das vorstellen können wie das ist auf der einer Seite den Schmerz zu haben und mit der anderen Seite voll klar zu denken. Das ist, wie wenn man zwei Personen in einer ist und die kämpfen miteinander. Die Erleichterung wenn der Schmerz vorbei ist, kann ich gar nicht so richtig mit Worten beschreiben.

*****

Beim Recherchieren habe ich heraus gefunden, dass man auch von vier verschiedenen Theorien spricht. Dies sind die neurovaskuläre Theorie, die vaskuläre Theorie, die neurogene Theorie und die serotoninerge Theorie.

Bei der neurovaskulären Theorie wird von einer gestörten Wechselbeziehung zwischen dem Nervensystem und den Blutgefässen ausgegangen. Die vaskuläre Theorie geht davon aus, dass sich während einer Migräneattacke die Gefässe im Gehirn verengen. Bei der neurogenen Theorie wird vermutet, dass der Migräneanfall im Gehirn selbst ausgelöst wird und bei der serontoninergen Theorie bezieht man sich auf einen Mangel des Nervenüberträgerstoffes Serotonin.

*****

Alles in allem kann man sagen, dass Migräne zwar reichlich erforscht ist, jedoch bis jetzt kein Mittel gefunden wurde um diese zu heilen.

*****

Noch ein Wort zu denjenigen, die gerne viel Alkohol trinken. Ich würde wahrscheinlich auch mehr trinken, wenn ich keine Migräne hätte. Ist man aber davon betroffen, fragt man sich schon wie sich jemand freiwillig Kopfschmerzen zulegt, in dem er zuviel trinkt. Aber das jetzt wirklich nur am Rande. Wissen muss es letztendlich jeder selbst, wie viel und warum er trinkt.

In diesem Sinne wünsche ich jedem von Euch schmerzfreie Tage.


Geschrieben am: 03. Nov 2002, 00:22   von: Hexe1962



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