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Übersicht > Internet > Urheberrecht im Internet

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Das Gesetz ist hart.

Nachteile:
Der Mensch ist schwach.




DU DIEB
Bericht wurde 3829 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 8 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Über Urheberrecht, Meinungsklau und Kavaliersdelikte bei Internetplattformen.

Seit geraumer Zeit beobachte ich bei verschiedenen Meinungsplattformen wie dooyoo, ciao, myOpinion, eComments, yopi oder hitwin ein Phänomen, das nach dem URHEBERRECHTSGESETZ als PLAGIAT behandelt wird.

In den vergangenen Tagen fiel mir beispielsweise ein 12jähriger dooyoo User auf, der in einer seinen Meinungsseiten von seiner 20jährigen Computererfahrung zu berichten wusste. Ich habe mir die Meinungsseiten des besagten Users einmal genauer unter die Lupe genommen. Von seinen bis dato 30 veröffentlichten Meinungsseiten waren schlicht und ergreifend 28 von anderen Usern, sei es aus dooyoo selbst oder von anderen Plattformen, kopiert und somit GEKLAUT. Eine Überführung des Übeltäters war aufgrund des Datumsvergleichs einfach. Auch hatte der PLAGIATOR nachweislich alle Rechtschreibfehler der Originalmeinungen mitkopiert. Seine Beteuerungen, er habe die besagten Texte von wo ganz anders her, waren damit hinfällig. Bei einer genaueren Überprüfung durch dooyoo stellte sich heraus, dass besagter User sage und schreibe 30 (!!!) Fake-Accounts bei dooyoo unterhielt, entweder, um seine eigenen Meinungen aufzuwerten, die der bestohlenen Opfer abzuwerten, oder ganz einfach, um ein paar schnöde webmiles einzusammeln, indem er nahezu ausschliesslich nur sich selbst "las und bewertete". So es eine dooyoo-Olympiade für kriminelle Energie gäbe, hätte besagter Übeltäter wahrlich die Goldmedaille verdient.

Der deviante User ist inzwischen zur Gänze deaktiviert und aus dooyoo verbannt worden. Doch er ist kein Einzelfall. Wie mir ein Mitarbeiter von dooyoo mitteilte, werden tagtäglich bis zu vierhundert (400 !!!) ähnliche Fälle bekannt und dementsprechend "in die analoge Restwelt" verbannt. Womöglich ist dies aber nur die Spitze des Eisbergs. Alle seriösen Meinungsverfasser sind Passagiere auf der Titanic im eiskalten Meer der URHEBERRECHTSVERLETZUNGEN.

Aufklärungsarbeit zum Thema URHEBERRECHT scheint mir dringlicher denn je, nicht nur, um die betrügerischen User zu warnen und von ihrem strafbaren Vorhaben abzuhalten, sondern auch, um die seriösen Internetuser über Rechte, Pflichten und Freiheiten zu informieren.

Als hauptberuflicher Sach- und Drehbuchautor habe ich tagtäglich mit Fragen des Urheberrechts und Schutzes zu tun, so dass ich an dieser Stelle einmal die wesentlichsten Sachverhalte dieses seit 1872 bestehenden Rechts darstellen möchte. Das deutsche Urheberrecht geht historisch übrigens auf den Bayernkönig Ludwig II. und den Komponisten und Librettisten Richard Wagner zurück, aber das ist eine andere, wenngleich auch hoch interessante Geschichte:

Das URHEBERRECHT gilt auch fürs Internet.
MEINUNGSEITEN bei Meinungsplattformen wie dooyoo, ciao, eComments, myOpinion24, yopi und hitwin stellen das GEISTIGE EIGENTUM ihrer VERFASSER dar. Der Verfasser überträgt der jeweiligen Meinungsplattform lediglich das partielle Nutzungs-, Druck-, Vervielfältigungs- und Ausstellungsrecht, nicht jedoch das Urheberrecht. Das Urheberrecht kann weder veräußert, eingetauscht noch verschenkt werden. Es ist nach deutscher Rechtslage ein besonders geschütztes Gut, das zeitlebens beim Urheber verbleibt. Mehr noch als das: Das deutsche Urheberrecht für „Textwerke" gilt 70 Jahre über den Tod seines Urhebers hinaus und ist damit sogar vererbbar.

Aus diesem Grunde kann ein Urheber völlig legal SEINE EIGENEN Texte in verschiedenen Meinungsplattformen platzieren. Das Kopieren der eigenen Meinung in eine andere Plattform ist rechtlich zulässig, bleibt hierbei doch das Urheberrecht zur Gänze unangetastet. Schließlich liegt das Urheberrecht beim Verfasser, und der kann damit tun und lassen, was er will. Sofern der Urheber nicht ausdrücklich einen EXKLUSIVVERTRAG mit einer Meinungsplattform abgeschlossen hat, ist es ihm nicht zu verwehren, beziehungsweise ist es ihm erlaubt, SEINE EIGENEN Texte bei mehreren Plattformen zu posten, auch wenn manche Plattform das nicht so gerne sieht. Ich mache das prinzipiell schon allein deshalb, weil ich meine eigenen Meinungsseiten nicht bei einer anderen Plattform als PLAGIAT wiederfinden möchte. Also nochmal: AUTOKOPISMUS (das Abschreiben oder Kopieren der EIGENEN Meinung) stellt keinen Verstoß gegen das Urheberrecht dar.

Dieser Tage ist eine wilde Diskussion zwischen Urheberrechtsschützern und Bagatellisierern des Urheberrechts entbrannt. Hauptsächlich vorgebrachtes Argument all jener, die im Meinungsklau ein KAVALIERSDELIKT sehen, ist der Hinweis darauf, dass diese popeligen webmiles (im Falle dooyoos) oder die mickrige monetäre "Entlohnung" (bei anderen Plattformen) es nicht wert seien, so viel Aufhebens davon zu machen. Ich sehe das grundlegend anders: Kopiert jemand die Meinungsseite eines anderen und setzt seinen Namen darunter, als ob er der Urheber sei, so handelt es sich um DIEBSTAHL GEISTIGEN EIGENTUMS, ganz gleich, ob die Seite mit webmiles, Bargeld oder überhaupt nicht honoriert wird. Der vorhandene oder nicht vorhandene monetäre Gegenwert einer Meinungsseite darf nicht verwechselt werden mit dem streng geschützten Wert des Urheberrechts, also dem GESCHÜTZTEN GEISTIGEN EIGENTUM. So macht es beim Ladendiebstahl auch keinen Unterschied, ob bloß ein Päckchen Kaugummi oder aber ein teurer Videorecorder entwendet wird. Der Straftatbestand des Ladendiebstahls ist in beiden Fällen gleichermaßen erfüllt. Die Strafe bleibt dieselbe. Nur die Schadenshöhe, der Streitwert und die Entschädigung im Falle der Überführung variieren.

Der Autor einer Meinung ist vergleichbar mit dem Ladenbesitzer, der sich vor Ladendiebstahl schützen darf, soll und muss. Der TEXT ist die WARE des Autors. Ich verfolge die Meinungsklauer gnadenlos, weiß ich doch, dass eine Plattform im Falle einer nachgewiesenen Urheberrechtsverletzung Maßnahmen gegen den Plagiator ergreifen MUSS. Der wissentliche Vervielfältiger, Nutzer, Vertreiber, Drucker und Aussteller eines PLAGIATS (also die jeweilige Meinungsplattform) macht sich nach dem Urheberrechtsgesetzt MITSCHULDIG. Deshalb MUSS jede Meinungsplattform im eigenen Geschäftsinteresse verdächtigen und/oder nachweislichen Fällen von Urheberrechtsverletzungen nachgehen und konsequent handeln. Bei nachgewiesenen Fällen von Plagiat kann das bestohlene Opfer von der jeweiligen Meinungsplattform sogar die Herausgabe der wahren Identität eines anonymen Users zwecks juristischer Ahndung erzwingen.

Schlechte Karten also für all diejenigen webmiles-Jäger, Kids und Hasardeure, die sich in der virtuellen Anonymität des Internet sicher fühlen und meinen, ihre kriminellen Umtriebe seien nicht nachvollziehbar. Sie SIND nachvollziehbar und ein vermeintlicher Schutz durch die virtuelle Anonymität existiert letztendlich NICHT.

Wie kann sich der geschädigte Originalautor einer geklauten Meinungsseite nun verhalten? Wie kann sich der seriöse User verhalten, um der Flut der Plagiatoren Einhalt zu gebieten?

Augen offen halten und Urheberrechtsverletzungen "sammeln". Ich vergleiche diese Möglichkeit mit der funktionierenden amerikanischen Nachbarschaftspflege, auch NEIGHBOURHOOD WATCH genannt. Nachweisliche Verstöße gegen das Urheberrecht unbedingt dem geschädigten Originalautor, aber auch der jeweiligen Meinungsplattform mitteilen. Dies ist der erste Schritt. Die jeweilige Plattform MUSS und wird handeln. Für alle hauptberuflichen Autoren, die in einer berufständigen Vereinigung oder einer Verwertungs- und Versorgungsgesellschaft organisiert sind wie zum Beispiel der VG WORT oder dem BUNDESVERBAND DEUTSCHER DREHBUCHAUTOREN e.V., empfiehlt sich eine Weiterleitung der Vorfälle an diese Organisationen. Die Verbände nehmen sich der Sache juristisch an und klagen die Rechte ihrer Mitgliedsautoren stellvertretend und zudem nerven- und zeitsparend ein. Dafür entrichtet man schließlich hohe Jahresbeiträge an diese Organisationen.

So erlebte ich dieser Tage einen Plagiator bei dooyoo, den ich durch einen meiner Berufsverbände "betreuen" ließ. Bei einem angesetzten STREITWERT von DM 3.200,- pro geklauter Meinungsseite (normal), wird jeder Plagiator schwach, erahnt er doch plötzlich, wie hoch im Falle einer (todsicheren) Verurteilung die für ihn anfallenden Gerichts-, Anwalts-, Straf- und Entschädigungskosten ausfallen würden. Ein normalerweise außergerichtlich angestrebter Vergleich bedeutete ca. DM 1.500,- für entstandene Arbeit von Verbandsjuristen und eine Entschädigung von ca. DM 750,- für den geschädigten Autor pro geklauter Meinungsseite. Das kommt Dir, lieber Leser, zu hoch gegriffen vor, diese 750 Mark für eine gestohlene Meinungsseite?
In Wirklichkeit ist es eher wenig.

Sieh es mal so. Der MEINUNGSDIEB macht sich zum stillschweigenden, rechtswidrigen Nutznießer Deiner Rechte, die 70 Jahre über Deinen Tod hinaus gültig bleiben. Oder anders ausgedrückt, und dies mag Dir jetzt schrill und übertrieben erscheinen, entspricht aber nach dem deutschen URHEBERGESETZ durchaus den Tatsachen: Der MEINUNGSDIEB bereichert sich durch den an Dir begangenen DIEBSTAHL GEISTIGEN EIGENTUMS nicht nur an den eigentlich Dir zustehenden Tantiemen, denn nichts anderes sind die webmiles- oder Pfennigbelohnungen fürs Gelesenwerden. Er betrügt darüber hinaus die jeweiligen Meinungsplattformen und er schädigt Dich sogar auch noch als Erblasser über Deinen Tod hinaus und damit Deine Kinder, Enkel und Ehepartner.

Nach 18-monatiger dooyoo-Mitgliedschaft dümpeln auf meinem webmiles-Konto ca. 17.000 webmiles. Rechne ich diese Zahl prognostizierend auch nur einige Jährchen in die Zukunft, und dabei lasse ich die 70 Jahre nach meinem Tod einmal völlig außer Acht (diese Rechnung fiele mir schwer, zumal der exakte Todeszeitpunkt eine mir unbekannte Variable darstellt), so wird die Höhe des juristischen Streitwertes dennoch begreiflich.

Die Höhe des juristischen Streitwerts bei Fällen von nachgewiesenem Plagiat orientiert sich allerdings nur letztrangig an materiellen Werten. Es ist das Vergehen der Urheberrechtsverletzung als solches, das hierzulande historisch bedingt enorm hoch zu Buche schlägt, weil in "unserem Land der Dichter und der Denker" das geistige Eigentum als besonders schützenswertes Gut betrachtet wird, und das ist auch gut so.

Lässt man einen Plagiator gewähren, akzeptiert man dessen vermeintliche Urheberschaft, die er und seine Erben dann bis 70 Jahre über SEINEN Tod hinaus gewinnbringend abschöpfen können -
MIT DEINEM GEISTIGEN EIGENTUM.

Wollte ich zynisch sein, müsste ich zu einer Schlussfolgerung wie der folgenden kommen: Leute, schreibt fleißig hervorragende Meinungsseiten, um die ihr von allen anderen beneidet werdet. Es werden sich genügend webmiles-geile User und pfennigfuchsende Kopisten mit krimineller Energie finden, die euch die Seiten klauen werden. Davon lässt sich im Falle des nachgewiesenen Plagiats vorzüglich leben. Bös, gell?

Was kann eine Meinungsplattform tun, um den Urheberrechts-verletzenden Umtrieben Einhalt zu gebieten? Mein Vorschlag:

a.) Die angesammelten Vergütungen für das Verfassen wie auch Gelesenwerden von Meinungen sollten einer "Quarantänefrist" unterliegen, bevor sie ausbezahlt werden können, oder, wie zum Beispiel bei yopi oder hitwin, eine Hürde in Form einer Mindestsumme haben. Sollte zwischenzeitlich ein des Plagiats Verdächtigter nachweislich des DIEBSTAHLS GEISTIGEN EIGENTUMS überführt werden, so könnten ihm die zu Unrecht zuteil gewordenen Vergütungen VOR einer Überweisung RECHTZEITIG wieder aberkannt werden. So manchem schnöden Meinungsklauer, der nur auf die schnelle Mark aus ist, verginge nachhaltig die Lust an seinen kriminellen Umtrieben, und die seriösen User hätten nichts zu verlieren.

b.) Ich persönlich würde auch ein "Hausverbot" für Plagiatoren bei den jeweiligen Meinungsplattformen begrüßen, doch hierfür bedürfte es verbesserter Anmelde- und Log-in-Formalitäten, bei denen sich ein User eindeutig auszuweisen hätte. Ich denke da an Modalitäten wie sie bei www.web.de üblich sind, wo dem Fakertum, den Mehrfachaccounts, nachhaltig Einhalt geboten wird.

Meine myOpinion "Produktempfehlung" entspricht meiner Wertschätzung des deutschen URHEBERRECHTS sowie der Schutzwürdigkeit GEISTIGEN EIGENTUMS.


Geschrieben am: 28. Sep 2001, 22:51   von: RudiRe



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