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Übersicht > Auto > Automarken > Trabant

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
war zuverlässig und "Familienmitglied" mit Kosenamen

Nachteile:
nicht gerade umweltfreudlich, die Technik entwickelt sich nun mal weiter...




"Die Legende auf vier Rädern!"
Bericht wurde 2684 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

*Im Trabant durch die Zeit*

"Klein, aber mein!" Das dachte nicht nur der Staatsratsvorsitzende beim Betrachten der DDR-Karte, so lautete auch das fröhliche Fazit des Bürgers, wenn er seinen neu erworbenen Trabant vorm Wohnblock einparkte. Auf die Art hatten sowohl Volk als auch Führung etwas, worüber sie sich freuen konnten.

Der Trabant gehörte wie Rondo Kaffee und Florena Creme zu den Dauerleistungen der ostdeutschen Werktätigen. Während die Brüder und Schwestern im Westen jedes dritte Jahr in einem anderen fahrbaren Untersatz ans Mittelmeer rauschten, tuckerte der Thüringer kontinuierlich im Trabi zur Ostseeküste. Obwohl die sächsische Straßengurke sagenhafte Wartezeiten erforderte, war sie in Stadt und Land allgegenwärtig, gab es unter den verbündeten Klassen und Schichten niemanden, der nicht irgendwann einmal in ihr gereist wäre.

Der Trabi war unverwechselbar: sein markantes Kühlergesicht, das stets ein hintergründiges Schmunzeln zur Schau stellte; seine Gestalt, die so stukig und knurplig war wie die des Ampelmännchens. Ein heiser-blechernes Töfeln kündigte ihn an und sein Geruch schwebte noch lange hinter ihm in der Luft. Dies alles machte ihn zu einem sympathischen Auto, und er avancierte allerorten zum Familienmitglied mit Kosenamen.
Seiner Kapriolen halber gefürchtet, seiner Konstitution wegen gehätschelt, gab es viele Dinge am Trabant, die seine Besitzer zu einer Gilde zusammenschmiedete: das gefürchtete Kraftstoffgemisch, der Ersatzteilmangel, die mitleidigen Blicke der Skoda- und Ladafahrer. Und wenn er auch nicht besonders groß war, so doch groß genug, um Wascheimer und Putzlappen ein passable Plattform zu bieten.

Den anderen Völkern des Erdballs rückte der Trabant erst durch die Flucht Zehntausender DDR-Bürger über Ungarn und Österreich ins Bewusstsein. Am 9. November 1989, als sich die ostdeutschen Arbeiter und Bauern aufmachten, die Welt zu erobern, erlangte der kleine Trabi großen Symbolcharakter. In der Bundesrepublik wurde er dafür zum Auto des Jahres gekürt. Bis dorthin und danach aber war es ein weiter Weg.

*Von P 50 bis 1.1* - eine Auto - Biographie

Im Krisenjahr 1953 hatte die SED eingestanden, dass die "Produktion von Personenkraftwagen nicht dem Bedarf der Bevölkerung entspricht". Um den angewachsenen Groll des Volkes zu dämpfen, beauftragten die Staatslenker den späteren VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, gemäß "dem Wunsch vieler Werktätigen nach individueller Motorisierung" einen Kleinwagen zu entwickeln. Obwohl im Westen gerade Rollermobile und Motorcoupés á la Spatz und Isetta boomten, setzten die Sachsen auf ein vollwertiges Gefährt für die ganze Familie.

Nach einer vierjährigen Kraftanstrengung wurde am 7. November 1957 - rechtzeitig zum 40. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution - das erste Exemplar des Trabants montiert: unter der Werkbezeichnung P 50. Bis Jahresende entstanden in der Nullserie genau 50 Fahrzeuge.

*Die Daten:*
Zweizylinder-Ottomotor, 500 ccm Hubraum, 18 PS, 90 km/h Höchstgeschwindigkeit - die DDR bug halt kleine Brötchen fürs Volk ;-)

Nachdem 1959 auch eine Kombiversion des Trabants gebaut wurde, entstand der P 50 / 2 mit Viergang - Synchrongetriebe und nunmehr 20 PS Leistung.

1962 konfigurierten die Zwickauer den P 60 mit 600 ccm Hubraum und 23 PS.
Doch war inzwischen offenkundig, dass ein völlig neuer Fahrzeugtyp hermusste. Ein stärker Motor mit niedrigerem Benzinverbrauch, mehr Platz und Komfort für die Insassen, so lauteten die Forderungen an den Hersteller.

Statt dessen begann im Sommer 1964 die Serienfertigung des Trabants, wie er bis heute auf den Straßen zu sehen ist: des 601.

Großes hatte man vorgehabt mit dem Nachfolger des P 50. Doch herausgekommen war nur ein bescheidenes Update. Grundproblem: Der "neue" Trabant musste mit den Fertigungsanlagen des alten gebaut werden. Deshalb wurden sowohl die gesamte Bodengruppe als auch die Vorderkotflügel mit den Einheitsscheinwerfern beibehalten. Auch die äußere Gestalt des Fahrzeugs blieb dieselbe, nämlich die einer Pontonlimousine, nur jetzt in "aerodynamisch günstiger Doppeltrapezform".

Immerhin gab es gegenüber dem Vorgängermodell 26 Prozent mehr Fensterglas und das Zurücksetzen der Heckscheibe hatte eine echte Hutablage herbeigezaubert. Auch farblich trumpfte der 601 auf: er konnte in pastellblau, pastellgrün, pastellbraun, marmorweiß oder silbergrau bestellt werden. Was den Bürger am meisten interessierte, war natürlich das Spritvermögen des 601. Nun staunten sie: Hatte die Beschleunigungszeit von 0 auf 80 km/h beim P 50 noch 36 Sekunden betragen, schaffte es der Neue in 24,2 Sekunden.

Neben Limousine und Kombi wurde vom 601 auch bald eine Oben-ohne-Variante ausgeliefert, allerdings gelangten fast alles Exemplare des "Trabi Kübel" entweder zu " Sonderbedarfsträgern" wie Grenztruppen oder Forstwirtschaft oder als "Trabi Tramp" in den Export.


Heute ist der Trabi ein Star. Über 100 Fanclubs quer durch Deutschland widmen ihm kunterbunte Happenings, ein Trabitreffen jagt das andere. Der Trabant rumpelt regelmäßig durch die Medien und erstürmte sogar die Kinoleinwand.

Der unscheinbare sächsische Kleinwagen hat es geschafft:
Er ist ein Kultmobil, eine "Legende auf Rädern"!


Geschrieben am: 20. Oct 2001, 20:19   von: Netti1982



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