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Übersicht > Shopping > Baumärkte > Bahr

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Meine Erfahrungen als Schüler....
Bericht wurde 5531 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Ach ja, da ließt man in letzt Zeit so den einen oder anderen Bericht über „Max Bahr“. Sofort steigen Erinnerungen und Erfahrungen in mir auf, jawohl, Erfahrungen. Da es ja bei CIAO hauptsächlich um diese geht, berichte ich Euch jetzt über meine Erfahrungen im Zusammenhang mit „Max Bahr“.

Wie fing alles an?
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Wie heißt es so schön? „Ich war jung und brauchte das Geld“, genauer gesagt „Ich war 15 oder 16 und ständig pleite...“. So ergab es sich an einem Tag im Herbst, damals noch in meiner Heimatstadt Lüneburg, dass ich mit meinen Eltern einkaufen fahren musste.
Ihr könnt es Euch bestimmt denken, genau, zum Baumarkt ging die Reise. Dieser große gelbe Baumarkt „Max Bahr“ war eine der neuesten Errungenschaften der Stadt und lockte durch seine niedrigen Preise.

Nach dem Einkauf kam mir dann die Idee, ich brauchte ja Geld, also fragt man doch nach einem Job. Gesagt getan und schon stand ich beim Filialleiter auf der Matte. Eigentlich brauchte er ja keinen, einen Schüler schon gar nicht, aber da es ja Herbst war, besiedelten tausende von Blättern den Parkplatz, was ja eindeutig eine Unverschämtheit darstellt.

Der neue Mann (oder Männlein) für die Blätter wurde somit eingestellt, in Form des Schülers Jürgen und zum Stundenlohn von 7,50 DM.
Am nächsten Tag ging es dann los, ausgestattet mit einem Besen, einer Schaufel, einer Harke und einer Schubkarre. Da man aber wohl auch etwas Mitleid mit mir hatte, empfing ich auch eine manuelle Kehrmaschine.

Drei Tage, also 18 Arbeitsstunden weiter, erkannte man den Parkplatz nicht wieder... Die Blätter waren weg und Jürgen hatte seine Arbeit erledigt. Sehr gut sogar, wie der Filialleiter sagte, dazu noch viel schneller und gründlicher als Erwartet.
Meine Karriere sollte ab diesem Tage beginnen, denn ich erhielt einen Schülerdauerjob. Ganz nach Bedarf des Geschäftes und Lust meiner selbst, wurde ich beschäftigt. Anfangs 1-2 mal Woche, doch später fast täglich. Mühsam schichtete ich Gehwegplatten von einer Palette auf die andere und sortierte Fliesenpakete von einer Ecke in die Regale. Das ging so bis in den Sommer, in welchem mich alle schon „Arnold“ riefen. Sichtlich gestärkt und muskelbepackter als vorher, hatten die Knochenjobs ein Ende.

Ich bekam einen eigenen Kittel und man konnte mich nicht mehr vom Verkaufspersonal unterscheiden. Auch einen Rabatt auf Einkäufe erhielt ich, so als wäre es ganz selbstverständlich. Dann auch noch einen Einladung für das große „Max Bahr“ Sommerfest und die Frage nach der Teilnahme in der eigenen Fußballmannschaft. Da ich aber eher am Geld interessiert war, fragte ich im Rahmen dieser guten Laune nach einer Gehaltserhöhung, welche ich jedoch nicht bekam.
„Die richtigen Verkäufer hätten netto auch nicht mehr sie Stunde“, hörte ich als Antwort. Von einem mittlerweile Bekannten, welcher älter war und auch dort jobbte, erfuhr ich aber ganz etwas anderes, er bekam 10,-DM die Stunde.

Wow, 10,-DM, Abgründe taten sich für mich auf, ich die billige Arbeitskraft, der dumme Schüler.... Ich beriet Kunden beim Fliesenkauf und schnitt deren Küchenarbeitsplatten zu, bestellte Holz und verscherbelte noch so einigen. Ahnung von der Sache? Na ja, einiges hört man ja und lesen kann man ja auch, steht doch viel auf den Verpackungen, mit denen man sich vorher mühsam herumärgern musste.

Irgendwie selbstsicher brachte ich so einiges an den Mann oder die Frau. Zusätzlich fing ich immer mehr an, meinen Familien-, Bekannten- und Freundeskreis zu helfen. Ich kaufte für sie alle benötigten Sachen und erhielt meinen Mitarbeiterrabatt.

Dann näherte sich der Tag, mein Tag der Kündigung.....

Das Ende der Kariere
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Ein paar Wochen nach meinem 18. Geburtstag, also mitten im Weihnachtsgeschäft, erhielt meine Zusage für die Ausbildung bei der Polizei. Die Schule lief gut und das Ende in Aussicht, also wieso noch länger für diesen Hungerlohn arbeiten. Da stand ich dann wieder, das Büro des Filialleiters, sichtlich geschockt schaute er mich an und sagte erst mal nichts. Dann aber schoss es aus ihm heraus: „Ich hätte da ein Angebot für sie...“. Ich denke nicht das er betrunken war oder unter Drogen stand, doch er sprach es aus und brachte mich herzhaft zum Lachen....

Er bot mir einen Ausbildungsplatz als Verkäufer an, welchen ich noch selbst mit guten Leistungen erhöhen könnte. Wäre ich ein richtig toller, so könnte ich es glatt bis zum Einzelhandelskaufmann schaffen, lebenslänglich „Max Bahr“. Natürlich hatte er noch ein Ass im Ärmel, die Zukunftschancen, denn er erzählte von seinem Werdegang. Er schaffte es bis zum Filialleiter, was ich ja auch könnte...

Dankend und immer noch mit einem Grinsen auf den Backen lehnte ich ab. Das sollte es doch nun wirklich nicht, 12 ½ Jahre Schule und dann dieses Angebot. Jahre über Jahre Baumarktbedarf verkaufen und zum Teil die Kunden anschwindeln, ne ne ne.

Wie denke ich heute darüber?
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Gut das es mich als Schüler damals gab, denn billiger hätte man die kaputt angelieferte Ware nicht aussortieren können, billiger hätte man das Geschäft nicht sortieren und reinigen können, billiger hätte man nicht verkaufen können....

Das Sortiment von dieser Filiale war schon echt ok, vor allem qualitativ und preislich. Alles wurde übersichtlich gestaltet und auf Wunsch sogar bis zum PKW gebracht, sogar ausgeliefert für kleines Geld. Der Servicegedanke war zu spüren und wurde umgesetzt. Fast nie erlebte ich einen der fest angestellten Verkäufer unfreundlich oder genervt. Meine damalige Jobfamilie war echt Gold wert und hatte Ahnung vom Fach. Ich durchlebte mit ihnen viele lustige und unterhaltsame Stunden, wobei sie mir auch oft helfend zur Seite standen. Sie sahen mich als gleichwertig an, was man auch direkt merkte.
Auch den Kunden fiel die Freundlichkeit auf, on an der Kasse oder bei der Reklamation, alles verlief ruhig, sachlich und zur Zufriedenheit der Kunden.


Doch wie ist es heute? Seit dieser Zeit meide ich komischer Weise die gelben Märkte und tummele mich nur bei der Konkurrenz. Mich zieht es nicht mehr zurück an die Orte des Schreckens, des schweißes..... Ich habe keine Lust nach einem Verkäufer zu suchen, von denen es damals eigentlich viel zu wenig gab. Würde ich dann einen erwischen, wer sagt mir das er mich nicht veräppelt? Leider blickte ich zu sehr hinter die Kulissen, um auch diese Schwachpunkte zu erspähen.....

Doch eine Erinnerung bleibt mir auch noch heute..... ich bekam nichts geschenkt, sondern verdiente mir mein Geld mit harter und ehrlicher Arbeit, machen das die Schüler heute auch noch?......

Somit endet meine kleine Zeitreise durch den Lüneburger „Max Bahr“ Markt...... Ich hoffe das Ihr jetzt nicht zu streng mit mir umgeht, denn dies alles waren Erfahrungen aus erster Hand, dass war Ciao ja eigentlich ausmacht, nicht nur das Beschreiben, die Erfahrungen.....

So grüßt Euch der ehemalige Schülertagelöhner Jürgen


Geschrieben am: 06. Feb 2003, 22:44   von: Tempoaw



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