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Übersicht > Unterhaltung > DVD > A > American History X

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Edward Norton in seiner Rolle als Derek Vinyard

Nachteile:
teilweise überzeichnet und nicht schlüssig




Nicht willkommen
Bericht wurde 2027 mal gelesen Produktbewertung:  gut
Bericht wurde 5 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Über den Film „American History X“ habe ich viel gehört, bevor ich ihn tatsächlich zu sehen bekam. Die Meinungen reichten von „klischeebeladenem Drama“ bis hin zu „erschreckend realem rechtsextremen Fanatismus“. Ob nun positiv oder negativ; der Film hat anscheinend die Massen bewegt. Für mich neben Edward Norton als Hauptdarsteller einer der Gründe, mir die Scheibe zu kaufen.

Danny Vinyard ist ein 16jähriger Skinhead in Venice Beach. Sein Schulleiter hat ihm eine besondere Schulaufgabe gegeben – er soll einen Aufsatz über seinen großen Bruder Derek schreiben. Dieser wird just an dem Tag aus 3 Jahre Haft entlassen. Er musste sie verbüßen, weil er zuvor drei Schwarze getötet hatte, die versuchten seinen Wagen zu stehlen. Derek war vor seinem Knastaufenthalt der charismatische Anführer einer Skinhead-Gang in Venice Beach und stieg mit seinen Morden zum Helden und Märtyrer innerhalb der immer größer werdenden Clique auf. Der vaterlose Danny war von den Taten seines Bruders beeindruckt und schaute zu ihm auf. Unweigerlich stieg er damit in Dereks Fußstapfen und ist nun Schützling des Spießbürgers Cameron, der im Hintergrund die Fäden zieht. Cameron hat früher den wortgewandten Derek dafür missbraucht, die tumben Schläger und Kids ohne Ziel und Ideale zu „rekrutieren“.
Als Derek schließlich entlassen wird, scheint eine Veränderung mit ihm durchgegangen zu sein. Im Gefängnis wurde seine Weltanschauung auf den Kopf gestellt. Ebenfalls inhaftierte Skins vergewaltigten ihn, und er muß mit einem Schwarzen zusammenarbeiten, mit dem er sich erstaunlich verstand und der ihn sogar davor bewahrte, von anderen Insassen ermordet zu werden. So schwor Derek also der Gewalt ab.
Wieder ein freier Mensch, muß er mit ansehen, was aus seiner Familie und dem kleinen Bruder geworden ist. Er versucht, Danny den Klauen Camerons und der Gang zu entreißen und gerät dabei selbst in Gefahr.

Es dauerte lange, bis „American History X“ tatsächlich in den Kinos lief. Grund war der Regisseur des Films, Tony Kaye. Der Brite, der ursprünglich aus der Werbebranche kommt, war mit den Dreharbeiten, seinem Darsteller Edward Norton und dem endgültigen Resultat alles andere als zufrieden. Nach der Fertigstellung beginnt er, über 80 Minuten aus dem Film zu schneiden und ihn damit auf 114 Minuten zu reduzieren. Als Kaye sein Werk nach etlichen Monaten immer noch nicht freigibt, bringt ihn die Produktionsfirma trotzdem kurzentschlossen in die Kinos. Während der Regisseur trotzig vor sich hintobt und noch versucht, seinen Namen aus der Produktion zu streichen und eine Klage anzustreben, bekommt der Streifen in Hollywood sein Fett weg. Edward Norton wurde übrigens für seine Darstellung des Derek Vinyard für den Oscar nominiert; bekam ihn aber leider nicht.

„American History X“ wurde in den Medien recht kontrovers diskutiert. Die einen hielten ihn für nationalsozialistische Propaganda, die anderen empfanden ihn als ein überzeugendes und tiefgehendes Gesellschaftsdrama. Sicher – der Film wirkt. Schaltet man ihn ein, wird man schnell von den feurigen Reden eines großartigen Edward Norton gefangen genommen. Ihr kennt doch sicherlich das Gefühl, einen Schauspieler aufgrund einer einzigen Rolle so abstoßend zu finden, dass man ihn auch in anderen Filmen nur argwöhnisch betrachtet? So hätte es mir auch mit Edward Norton ergehen können. Hätte ich den Mann nicht vorher in „Zwielicht“ gesehen, wäre er mir durch und durch unsympathisch gewesen. Die anderen Schauspieler haben bei mir keinen so starken Eindruck hinterlassen. Beverly D’Angelo bringe ich eh immer wieder mit Chevy Chase und den Griswolds in Zusammenhang, Stacey Keach als Spießbürger Cameron ist nicht mehr als eine Randfigur und Edward Furlong als beeinflussbarer kleiner Bruder spielt zwar harmonisch mit Norton, hat für mich aber das typische MTV-Gesicht der heutigen Generation, das man schnell wieder vergessen hat. Edward Norton ist es, der die etwas dünne Story durch sein Spiel vorantreibt. Ich frage mich, weshalb Kaye mit ihm so unzufrieden war und ihn als „zu weich“ für den Charakter bezeichnet hat.

Zweifelsohne sitzt man nach dem sehr dramatischen und abrupten Ende des Films da und ist erst mal geschockt. Geschockt ob der Härte der Geschichte und der Tatsache, dass der Streifen nach 114 Minuten schon zu ende ist. Ich hatte das Gefühl, als ob er gerade erst anfangen sollte. Zu schnell und oberflächlich wurde das heikle Thema Rassismus abgehandelt.(© logge)Ich habe nichts gegen Filme, die einen brutal mit der Nase auf Missstände stoßen, aber „American History X“ hat dieses Ziel verfehlt. Die Reflexion von Gewalt und Hass wurde meiner Meinung nach eher dafür missbraucht, dieses ungemütliche Thema Kino-gerecht zu verpacken. Die Wandlung vom überzeugten Skin zum reuigen Aussteiger kommt zu schnell und wenig überzeugend daher. Einige Handlungsstränge verlaufen im Nichts und am Ende hat der Film nicht eindeutig Stellung bezogen – obwohl es natürlich jedem klar sein dürfte, was gut und was böse ist.

Das dumpfe Gefühl in der Magengegend rührt dann aber doch von der Härte des Materials und der erschreckend echten darstellerischen Leistung Edward Nortons her. Der Film ist leider keine Fiktion, sondern Realität. Es gibt zwei Arten, sich dem Thema Rassismus zu widmen. Entweder auf die sensible oder die harte Tour. Kaye hat den harten Weg gewählt und damit einen aufwühlenden und packenden Film geschaffen, über den man nachdenkt. Zu welchem Schluß der einzelne Zuschauer kommt und ob er „American History X“ seine Zustimmung gibt, sei jedem selbst überlassen. Gut gefiel mir der Aufbau der Geschichte. Die Story verläuft mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart, wobei die Rückblicke in schwarz/weiß gehalten wurden.

Die DVD weist nur wenige Features auf. Als erstes hätten wir das die geschriebenen Biographien der einzelnen Darsteller und des Produzentenstabs. Leider wurden auf Interviews verzichtet, was ich gerade bei einem so nachhaltig beeindruckenden Stoff schmerzlich vermisse. Außerdem kann man sich den deutschen Kinotrailer und ein paar der herausgeschnittenen Szenen anschauen. Bis auf eine Szene ist das geschnittene Material recht kurz. Bei der Schneidwut Kayes hätte ich auch hier wesentlich mehr erwartet. Natürlich hat man auch Zugriff auf jedes einzelne der insgesamt 33 Kapitel und es gibt eine Sprachauswahl, die sich auf englisch und deutsch beschränkt. Der Ton ist okay. Auch das Bild ist gut, obwohl die Scheibe einmal während des Abspielens gehakt hat.

Das ist als „American History X“. Ein Film, der versucht aufzurütteln und dabei ein wenig über das Ziel hinausschießt. Trotzdem ist der Streifen wegen seiner beklemmenden Atmosphäre sehenswert. Ich kenne bisher niemanden, der ihn nicht verinnerlicht oder zumindest darüber nachgedacht hat


Geschrieben am: 06. Sep 2001, 18:48   von: Logge



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