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Übersicht > Aktuelles > Todesstrafe

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Nicht ersichtlich

Nachteile:
Fast alles spricht dagegen - außer der Rachegedanke und der Hass




Wenn der Staat tötet, macht er sich einem Mörder gemein
Bericht wurde 3917 mal gelesen Produktbewertung:  ungenügend
Bericht wurde 4 mal kommentiert Berichtbewertung: 

User 'Magictrain' hat mich auf die Idee gebracht, hier mal einige gewichtige - bereits von mir und anderen veröffentlichte - Argumente gegen die Todesstrafe - unter Berücksichtung der wichtigsten Argumente der Befürworter - einzustellen.

Ich empfehle zudem die nicht-kommerzielle Seite www.todesstrafe.de und den dazugehörigen Newsletter für alle Interessierten.

Daten und Fakten gegen die Todesstrafe

1.

In den USA warten zur Zeit über 3000 Häftlinge, darunter viele Farbige, in den sogenannten "death rows" der Bundes und Staatsgefängnisse auf ihre Hinrichtung. Die Anzahl der inhaftierten Frauen beträgt ca. 50. Die Todeskandidaten warten im Durchschnitt 7 Jahre auf ihre Exekution.

Pro Jahr werden in den USA ca. 200 Hinrichtungen durchgeführt, davon die meisten durch eine tödliche Injektion oder den elektrischen Stuhl. Nur 5 der US-Bundessstaaten praktizieren die Hinrichtung durch Erschießen oder Erhängen.

39 US-Bundesstaaten haben seit 1976 die Todesstrafe wieder eingeführt, die seit dem 2.Weltkrieg abgeschafft wurde, weil sie verfassungsrechtlich als unakzeptabel galt, da sie als Strafe zu willkürlich und zu unangemessen verhängt worden war.

Die überwiegende Mehrheit der Amerikaner befürwortet die Todesstrafe bei Mord ersten Grades (entspricht in etwa §211 StGB. Eine Jury von 12 Geschworenen befindet über Schuld oder Unschuld des/der Angeklagten, ebenso auch häufig über das Strafmaß. Diese Jury wird nach Zufallsprinzip aus Wählerlisten ausgesucht und durch ausführliche Befragung über Voreingenommenheit, Kenntnisse über das Verbrechen etc. ausgewählt. Der Wahl kann sich ein Geschworener nur wegen persönl. Krankheit oder Pflege eines Angehörigen entziehen.

Während des Prozesses wird die Jury häufig isoliert in Hotels untergebracht, vor allem dann, wenn ein öffentl. Interesse an dem Prozess besteht (z.B. im O.J.Simpson-Prozess). Der Richter in einem amerikanischen Strafprozess hat die Aufgabe, den Prozessverlauf auf seine Rechtmäßigkeit zu überprüfen: Beweismittel, Zeugenbefragung usw...

Das Urteil muss bei Kapitalverbrechen einstimmig erfolgen. Die ausgesprochene Todesstrafe kann nur ein Begnadigungsausschuss und/oder der jeweilige Gouverneur, bzw. der Oberste Gerichtshof der USA aufschieben oder in lebenslängliche Haftstrafe umwandeln.

2.

Einige Südstaaten der USA gelten als sog. Todesgürtel, da dort anteilmäßig die meisten Todesurteile ausgesprochen und durchgeführt werden.
Todesstrafen werden immer dann oft verhängt, wenn z.B. der Täter ein Farbiger und das Opfer ein Weißer ist, vergleiche dazu die verschiedenen Dokumentationen von AMNESTY INTERNATIONAL.

In Florida kostet jede Hinrichtung ca. 3,18 Mio. $ (Mehraufwand an Experten-Gutachten, Ermittlern, längere Verfahren, Unterbringung der Jury, zwei getrennte Verhandlungen, Berufungsverfahren, Isolierung der Verurteilten in Hochsicherheits-Todestrakten, zusätzliches Wachpersonal, keine Möglichkeit zu arbeiten), während die Kosten für eine lebenlängliche Haft (40 Jahre) ca. 516 000 $ betragen.

Die Häftlinge in den "death rows" von Louisiana halten sich 23 Stunden am Tag in einer 1,80 mal 2,50 m. großen Zelle auf. Es darf nur ein persönliches Telephonat von 5 Minuten pro Monat durchgeführt werden. Beheizung und Belüftung sind häufig unzureichend.

3.

Wenn ein Todeskandidat seinen letzten Gang von seiner Zelle zum Hinrichtungsraum beginnt, pflegen die Wärter zu rufen: "dead man walking - toter Mann kommt".

Am 16.10.1985 dauerte die Hinrichtung von William Vandiver auf dem elektrischen Stuhl durch den Bundesstaat Indiana 17 Minuten und man benötigte 5 Stromstöße von 2000 Volt. Nach allgemeiner Meinung verliert eine Person, durch die ein Stromstoß von 2000 Volt fließt, sofort das Bewusstsein.

Dr.H.Hillmann, Leiter eines medizinischen Institutes in England, ist da anderer Meinung. Er befasste sich 7 Jahre lang mit den Autopsien von Hingerichteten in den USA und kam zu dem Schluss, dass die Hinrichtungen äußerst schmerzhaft seien und die Delinquenten einige Zeit bei Bewusstsein seien, da die gesamte Kraft des Stromstoßes nicht das Gehirn trifft, sondern teilweise zu der Beinelektrode abgeleitet wird..

Doch auch bei der Todesspritze, die mehrere verschieden Gifte zur Atemlähmung, Betäubung und Herzstillstand enthält, gab es häufig Pannen. Manchmal war der Infusionsschlauch undicht und Techniker und Henker werden mit dem giftigen Inhalt bespritzt. Der Katheter musste dann neu eingesetzt werden und es dauerte im Schnitt 24 Minuten, bis das Opfer starb. 1989 führte eine fehlerhafte Mischung tödlicher Drogen dazu, dass der Delinquent stundenlang mit seinem Tod kämpfte.

Die Giftspritze wird heute als bevorzugte Hinrichtungsmethode praktiziert, weil es dabei auf den ersten Blick so gut wie keine äußerlich erkennbare, körperliche Schmerzen gibt.

Aber trotzdem, auch wenn es nicht zu Komplikationen kommt, es bleibt eine bestimmte Dimension des besonderen Leidens bestehen, dass nämlich einem Menschen bewusst wird und dies oft jahrelang, dass er gegen seinen Willen sterben wird. Der Schrecken des erzwungenen Todes wird nicht durch die je verschiedenen Hinrichtungsmethoden in seiner Unentrinnbarkeit gemildert.

4.

"Sehen Sie, egal welchen Grund Sie dafür anführen, dass Sie das Recht hätten, einen Verbrecher zu töten, wenn Sie dabeigewesen und es mit eigenen Augen gesehen und auch noch dabei mitgemacht hätten, würden Sie sich dreckig fühlen. Sie hätten dann einen Mann getötet, der sich nicht wehren konnte, und das ist genauso falsch, wie das, was er getan hat.
Major Coody, ehemaliger Exekutionsteam-Chef im Todeshaus Angola/Louisiana in einem Gespräch mit Schwester Helen Prejean, die in Louisiana Todeskandidaten während ihrer letzten Lebensmonate geistlich betreut.

73,3 % der Katholiken und 71,4 % der Protestanten sind in den USA für die Beibehaltung der Todesstrafe (Gesamt:1990: 71,2 % ).Obwohl immer mehr Führungsorgane christlicher Konfessionen formelle Erklärungen gegen die Todesstrafe herausgeben, so auch die amerikanische Bischofskonferenz (die Todesstrafe wird aufs strengste verworfen wegen der ungerechten und diskriminierenden Art, in der sie verhängt wird, und weil, sie grundsätzlich nicht mit dem Wert und der Würde des Menschen zu vereinbaren ist), befürworten gerade auch viele Pastoren und Priester das Recht des Staates, zu töten.

Wenn wir allerdings in einer Gesellschaft leben wollen, die ihre Bürger vor Mord schützt, dann darf das Töten für niemanden ein Mittel zum Zweck sein, das schließt auch den Staat ein.

Es ist an sich deutlich, dass die Bibel Mord als ein Verbrechen bewertet, für das die Todesstrafe die angemessene Strafe ist (das 5. Gebot lautet: "Du wirst doch nicht etwa morden").

Man tut sich schwer, im AT/NT eine Belegstelle zu finden, der die Todesstrafe ablehnt. Das gleiche gilt für "Auge um Auge ...", das die Befürworter so gerne zitieren, obwohl damit gemeint ist, dass der Täter dem Opfer einen Ausgleich für den ihm angerichteten Schaden bezahlt.

Gandhi sagte einmal: "wenn jeder ein Auge für ein Auge nimmt, wäre die ganze Welt blind".

Es muss aber bedacht werden, dass die Gesetze der biblischen Zeit von Moses in einer halbnomadischen Kultur verordnet wurden, die ihre zerbrechliche Gesellschaft schützen mußte, ohne auf die Hilfe durch Gefängnisse oder anderer Institutionen bauen zu können.

5.

Die Abschaffung der Todesstrafe sollte damit begründet werden, dass das Töten durch die Regierung viel zu teuer ist, und zwar finanziell und moralisch. Die Todesstrafe kostet zuviel und sie ist die einzige Form von Strafe, die die Straftat quasi imitiert. Wenn dem demokratischen Staat erlaubt wird, Straftäter zu töten, werden damit auch maßgebliche Werte einer Verfassung vehement in Frage gestellt:

Die unantastbare Würde des Menschen!

Trotz der Wiedereinführung der Todesstrafe stieg in den USA die Mordquote zwischen 1988 und 1992 um 14 % an, für farbige junge Männer in Großstadtvierteln ist Ermordung die zweithäufigste Todesursache.

Die Todesstrafe ist tatsächlich nichts anderes als eine Verschwendung von Mitteln, die für Programme zur Verbrechensbekämpfung und Gewaltprävention zur Verfügung stehen sollten. In New York City z.B. sank 1992 die Mordquote um 12 % durch den verstärkten Mehreinsatz von Polizeikräften.

Zum Nachdenken:

"Die gerechteste Strafe ist die, welche die umfassendste Fürsorge für den Täter und die Gesellschaft bringt." Karl Barth

"Eine Gesellschaft sollte nicht danach beurteilt werden, wie sie mit ihren besten Mitgliedern umgeht, sondern wie sie ihre schlechtesten Mitglieder behandelt." Leo Tolstoi

"Unsere Aufgabe besteht darin Leben zu bewahren, auch das Leben von Menschen, die das Leben anderer nicht geschützt haben und zum Verbrecher geworden sind. Die Todesstrafe schreckt nicht ab." J.Kusch, Gefängnispfarrer

Informationen aus:

- amnesty international

- www.todesstrafe. de (Newsletter)

- H.Prejean: "Dead man walking", München, 1996.

- Stephen Trombley :"Die Hinrichtungsindustrie, ein Gruppenbild mit Mördern", Reinbek, 1993.

- Dead man walking - sein letzter Gang - Schuld und Vergebung. Film und 'Horizonte Materialheft', Hrsg. INSTITUT FÜR RELIGIONSPÄDAGOGIK, Freiburg 1997.


Geschrieben am: 02. Apr 2003, 21:08   von: Reve



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