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Übersicht > Medien > Musik > Interpreter > M > Madonna - Music

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Es ist halt Madonna...

Nachteile:
Es ist halt Madonna...




Nobody's perfect
Bericht wurde 1638 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wie mir erst bei den Kommentaren zu den Evita-Berichten von Pamela und mir richtig bewußt wurde, scheiden sich an Madonna offensichtlich die Geister. Denn, so sehr sie es auch immer wieder schafft, den Geist der Zeit zu treffen bzw. ihn sogar selbst zu prägen, so sehr wächst auch die Zahl ihrer Kritiker. Es beginnt peinlich zu werden, werfen ihr viele vor. Daß diese Kritik beim ersten, zweiten und dritten Hören von „Music“ nicht von der Hand zu weisen ist, muß ich zugestehen. Zu sehr wurde versucht, Songs zu schreiben, die nah am musikalischen Zeitgeist und fern von Madonnas Stil sind. Obwohl: hat Madonna eigentlich einen eigenen Stil? Reinhard Springer von der renommierten (aber zugegebenermaßen krisengeschüttelten) Werbeagentur Springer & Jacoby sagte jüngst in einem Interview, auf die Frage, welche Marke seiner Meinung nach am besten gepflegt werde ganz eindeutig: Madonna. Niemand schaffe es über nunmehr fast 20 Jahre immer wieder dieses Gespür für die Zeichen der Zeit zu entwickeln und dabei doch eine Kernidentität der Marke zu erhalten. Eine sehr treffende Feststellung, wie ich finde. Madonna-Alben sind geprägt durch einen ausgewogenen Mix aus neumodischen Experimenten (die merkwürdigerweise sehr häufig gelingen) und madonnatypischen Balladen, die wir (fast alle) lieben, ohne uns eigentlich zu fragen, warum. Das nenne ich gutes Marketing.

Legt man „Music“ unter oben genannten Aspekt in den CD-Player, mit Vorfreude auf seichte Balladen und Skepsis gegenüber potentiellen neuen Experimenten, fürchtet man, dass die gute Frau jetzt völlig abdreht.

Opener von „Music“ ist „Music“, ein Song, den ich wohl nicht mehr näher erläutern müsste. Synthesizer, eingängiger Beat und einem Text, der ungefähr so tiefsinnig wie der letzte Roman von Rosamunde Pilcher ist. Gut, man muß Madonna zugute halten, dass dies wohl auch nicht die Intention dieses „Werkes“ gewesen sein dürfte. Die Auskopplung von „Music“ und die pausenlose Beschallung durch Radio und TV machte eines klar: Madonna hatte es wieder geschafft. „Don't think of yesterday and I don't look at the clock, I like to boogie woogie”. Besser hatte man meine Generation nicht beschreiben, ihren Geist nicht treffen können.

So, eigentlich Zeit für den ersten typischen Madonna-Song. Doch die gute Frau will nicht so wie ich will. „Impressive Instant“ bringt wieder Synthesizer, verzerrte Stimme und ein ziemlich unmelodiös-chaotisches etwas. Und auch textlich weiß Madonna perfekt an „Music“ anzuknüpfen. „I like to singy singy singy, Like a bird on a wingy wingy wingy, I like to rhumba rhumba rhumba, Dance to a samba samba samba”. Tja. Ein Interpretationsansatz scheint mir nicht so recht gegeben…

So, jetzt aber. Jetzt muß das Discogestampfe doch ein Ende haben. BITTE! Doch die ersten Klänge offenbaren gar schreckliches. Der Anfang würde sich gut als Hymne der Love-Parade 2002 machen. „Let Madonna move your legs“, oder so. “Runaway Lover” besticht vor allem durch einen schnellen Beat, dem wirklich nicht ein einziges echtes Instrument zur Seite gestellt wurde. Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Die ersten drei Songs klingen durchaus verschieden. Eins eint sie aber: sie sind nervtötend.

Als ich den CD-Player schon beinahe entnervt ausschalten will, ertönen zum ersten Mal wohlige Klänge. Eine Gitarre! Wirklich, eine echte Gitarre! Gebannt starre ich auf den CD-Player. Sie singt! Sie singt richtig! „I deserve it“ erfüllt meine Erwartung an umkomplizierte, flache Balladen vollkommen. „This guy was meant for me, and I was meant for him, this guy was dreamt for me ,and I was dreamt for him”. Ja! So lieben wir sie, so wollen wir sie. Simpler hätte man es nicht ausdrücken können. Ein Lichtblick, der auf besseres hoffen lässt.

Wenn Künstler realisieren, dass ihnen das Songwriting eigentlich nicht liegt, tun sie meist eines: sie engagieren jemanden, der es besser kann. Madonna hat da einen etwas anderen Weg gewählt, streng nach der Maxime, den Trend selbst zu prägen statt ihm hinterher zu rennen. Zwar überlässt sie das Songwriting jemand anderem; dass dieser es besser kann, wage ich jedoch stark zu bezweifeln. Gut, diverse Singleauskopplung strafen mich zwar Lügen; ich halte gerade „Amazing“ aber für eines der besten Beispiele, wie ein Text nicht sein sollte. Kostprobe gefällig?

“It's amazing what a boy can do
I cannot stop myself
Wish I didn't want you like I do
Want you and no one else”

Das ganze selbstverständlich unterlegt mit einem mehr als discotauglichen Beat, Hauptsache es nickt und wippt sich gut. Das Problem: es funktioniert...

So, nun waren 80% der Songs so, wie ich sie gern nicht gehabt hätte, und als wüsste Madonna, dass ich geneigt bin, die Stop-Taste zu betätigen, wartet sie mit einer weiteren Ballade auf. Doch irgendetwas stört. Okay, da sind keine richtigen Instrumente, nur Synthesizer. Aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Dann realisiere ich es: die Stimme ist auf das übelste malträtiert, will sagen, verzerrt. „Nobody’s perfect“ heißt das Werk, und man darf sich schon fragen, worauf sich das jetzt bezieht. Eigentlich hat sie ja ihren Freund belogen / betrogen (?), doch Zeilen wie „nobody’s perfekt, what did you expect“ laden eigentlich zu einer sehr offenen Diskussion mit Madonna über Ihr neuestes Album ein. Als ich merke, dass keiner antwortet, zappe ich weiter.

Schon bin ich bei „Don’t tell me“ angelangt, einem Song, der mir schon an zahlreichen Morgenden die Laune verdorben und Pamela den Schlaf geraubt hat. Alles, was man zu diesem Song sagen kann, steht im Bericht meiner Sonne. Die Kurzform: „Mag sein, dass es ein ausgesprochenes Gute-Laune-Lied ist, mag sein, dass das Pop-Musik in Reinkultur ist, mag sein, dass es super tanzbar ist, aber mir ist es zu flach“. Besser hätte ich es nicht sagen können...

Und dann schafft sie es wieder. Ich bin schon total davon überzeugt, dieses Album nie wieder in den CD-Player zu schieben, da reißt sie das Ruder rum. As usual. „What it feels like for a girl“ ist ein ganz zuckersüßer, ein Lächeln auf die Lippen zaubernder Song. Und für Madonnas Verhältnisse besitzt er sogar fast Tiefgang. Wohlgemerkt für ihre, das will ich betont wissen. Wollten wir Männer es nicht wirklich schon immer einmal wissen? Okay, vielleicht alle außer gox, der weiß ja so genau was Frauen wollen und brauchen. So fragt sie uns (Männer) immer wieder „Do you know, what it feels like for a girl, what it feels like in this world“, und beinahe reflexartig antworten wir “nein”, wartend auf Erklärungen, die wir natürlich nicht bekommen. Ich bin versöhnt, und weiß schon jetzt: verdammt, weniger als drei Sterne kann ich dem Album nicht geben.

Und in genau diese Kerbe schlägt Madonna für den Rest des Albums. „Paradise (not for me)“ schleppt sich träge dahin, Madonna leidet ein bisschen unter dem von ihm versprochenen aber nicht erfüllten Paradies.

I was so blind
I could not see
Your paradise
Is not for me

Das sind die Weisheiten, die ich von Madonna kenne. Der Song kommt vollkommen ohne Spannungsbogen aus, sieht man von einem zehnsekündigen Streichereinsatz einmal ab. Ob das Stück wirklich sechseinhalb Minuten hätte lang sein müssen, kann man Madonna bei Gelegenheit ja noch mal fragen.

Und nur, um mich daran zu erinnern, dass ich diese CD ja jetzt mindestens „nicht schlecht“ finde, streut Madonna mit „Gone“ eine weitere Gitarrenballade ein, die diesen simplen Madonnacharakter hat, den ich in manchen Momenten so liebe. Ein seichter Beat, ein paar Synthy-Effekte, aber ansonsten nur Madonnas wirklich schöne Studiostimme, die von der Flucht vor Beziehungsproblemen erzählt:

Turn to stone
Lose my faith
I'll be gone
Before it happens

Selling out
Is not my thing
Walk away
I won't be broken again
I won't
I won't fall apart

Für dreieinhalb verfällt man in ein sinnierendes, getröstetes Starren, obgleich der Text dies überhaupt nicht hergibt, man ihm widersprechen will, sagen will, daß es falsch ist, davor wegzurennen. Doch die Ruhe, die „Gone“ ausstrahlt, siegt und man ignoriert den Text geflissentlich und bastelt sich in Gedanken seinen eigenen.

Hier hätte das Album für mich enden können, doch Madonna gibt uns noch ihre Interpretation von Don MacLeans Klassiker „American Pie“. Ich mochte das Original lieber – „American Pie“ ist eindeutig ein Männersong. Zu seicht, zu lieblich klingt es mir bei ihr. Aber da ich ja schon die Objektivität verloren habe, vergesse ich diese Unzulänglichkeit, denke mir „nobody’s perfect, what did I expect“ und beschliesse, „Music“ des öfteren den Weg in meinen CD-Player zu gewähren...


Geschrieben am: 29. Jan 2002, 09:24   von: TeaJay



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