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Kai Braumann stand in seinem Büro am Fenster und schaut hinaus. Er war sehr zufrieden mit sich. Seit einem halben Jahr war er der Leiter eines großen Werkes.
Mit seinen 32 Jahren hatte er es in nur fünf Jahren geschafft.
Es war ein wunderschöner Tag und Kai Braumann war ausgesprochen vergnügt. Es hatte heute Morgen Probleme gegeben. Eine Pressekonferenz war einberufen worden und er hatte sich vor der Presse rechtfertigen müssen, aber es war ihm gelungen, alles wieder ins rechte Licht zu rücken.
Sehr zufrieden mit sich beschloss er, heute etwas früher Feierabend zu machen.
Auf dem Weg nach Hause überlegte er sich, dass er heute, bei dem schönen Wetter eigentlich wieder joggen gehen und sich anschließend noch mit ein paar Freunden in der Stadt treffen könne.
Zu Hause angekommen, zog er sich um und fuhr anschließend zu einem Wald in der Nähe seines Hauses, wo er schon öfter war, um sich zu erholen und sich fit zu halten. Tief atmete er die Waldluft ein und versuchte abzuschalten, aber irgendwie wollte das heute nicht so recht gelingen.
Sogar beim joggen kreisten seine Gedanken weiter um die Pressekonferenz. Es war ein hartes Stück Arbeit gewesen, die Presseleute zu überzeugen, aber er hatte es ja dann doch geschafft.

Es fing schon an dunkel zu werden. Er schaute auf die Uhr und stellte fest, das er schon 1 1/2 Stunden unterwegs war. Höchste Zeit nach Hause zu fahren.

Kai Braumann schaute sich um. Er war so in Gedanken versunken gewesen, das er gar nicht gemerkt hatte, wo er hingelaufen war. Er stand am Ufer eines kleinen Sees, der mitten in diesem Wald lag.
Er drehte sich um und lief den Weg zurück, den er gekommen war. Nach etwa zehn Minuten stand er wieder an der gleichen Stelle. Er war im Kreis gelaufen. Eigenartig. „ Also, noch mal von vorne“ seufzte er und machte sich wieder auf den Weg.
Diesmal achtete er darauf, wohin er lief. Er hatte immer geglaubt, diesen Wald sehr gut zu kennen, denn er joggte mindestens 3 mal in der Woche hier. Wieso fand der den Weg zurück nicht?
Irgendwann hatte er den Eindruck, das sich die Büsche bewegten, aber immer, wenn er genauer hinsah, war alles ruhig. Da! Schon wieder! Aus den Augenwinkeln hatte er eine Bewegung wahrgenommen, aber als es in die Richtung schaute, war alles normal. . „Ich bin wohl ein bisschen überarbeitet“ grinste er und beschloss, nicht mehr darauf zu achten.

„Wieso finde ich diesen verflixten Weg nicht?“ Langsam fing er an ärgerlich zu werden.
Was er auch tat, er landete immer wieder an der Stelle, an der er losgelaufen war. Vom See aus führten mehrere Wege durch dem Wald. Alle war er heute schon abgelaufen, aber er kam immer wieder hierher zurück. Irgendwie hatte er den Verdacht, das die Büsche und Bäume ständig ihren Standort wechselten. "Blödsinn." brummte er – oder nicht? Vielleicht fand er deshalb nicht aus diesem Wald.
Es war mittlerweile schon ganz dunkel geworden. Im Licht des Vollmondes bot sich ihm eine gespenstische Szene. Erst jetzt fiel ihm auf, das die Äste der Bäume, die in der Nähe des Sees standen, völlig kahl waren. So im Mondlicht sah das ziemlich unheimlich aus.
„Ach Quatsch“ schimpfte er vor sich hin. Er ärgerte sich über sich selbst. Nach einer Weile Fußmarsch stand er wieder am Ufer des Sees. Was war bloß los?
Auf einmal hörte er ein Rauschen von den Bäumen. „Es ist völlig windstill.“ schoss es ihm durch den Kopf. Spielten ihm seine Nerven einen Streich? Erst jetzt fiel ihm diese absolute Stille auf, die vorher geherrscht hatte. Eigentlich gab es doch auch am Abend noch genug Geräusche im Wald. Irgendetwas stimmte hier nicht. Wieder lief er los und das Rauschen über ihm wurde lauter. Es schien ihn förmlich zu begleiten.
Angst stieg in ihm auf. Er rannte und war plötzlich... wieder am See. Völlig ratlos und verwirrt stand er da. Das Rauschen der Bäume war noch stärker geworden, irgendwie drohend. Er sah nach oben, aber kein Ast und kein Baum bewegte sich.
Plötzlich sah er aus den Augenwinkeln eine Bewegung, aber bevor er reagieren konnte, bekam er einen kräftigen Schlag in die Seite. Der Schmerz raubte ihm die Luft. Obwohl alles sehr schnell ging, war er sicher, dass ihn ein Ast getroffen hatte. Verlor er jetzt völlig den Verstand? Bevor er weiterdenken konnte, sah er, wie ein Ast von vorne förmlich auf ihn zupeitschte. Er warf sich zur Seite auf den Boden. Trotzdem wurde er am Arm getroffen. Es fühlte sich an wie ein Peitschenhieb. Als er wieder aufstehen wollte, merkte er, das sich ein Ast um sein Handgelenk geschlungen hatte. Verzweifelt versuchte er sich loszureißen, aber der Ast hielt ihn fest. Von allen Seiten peitschten jetzt Äste auf ihn zu. Kai Braumann schrie auf. Immer und immer wieder wurde er von ihnen attackiert.

Plötzlich war es vorbei.
Die Schlinge um seinem Handgelenk löste sich und die Peitschenschläge hörten auf. Auf einmal herrschte wieder völlige Stille.

Ängstlich sah er sich um. Als weitere Attacken ausblieben, versuchte er aufzustehen. Er hatte höllische Schmerzen. Angst und Schrecken aber halfen ihm auf die Beine und er lief blindlings drauf los. Er wollte nur noch weg von diesem Ort.
Hysterisch lachte er, als er ein paar Minuten später wieder am See ankam.

"Was wollt ihr von mir? Warum lasst ihr mich nicht gehen?" rief er voller Verzweiflung.
Völlig kraftlos und mit den Nerven am Ende setzte er sich auf die Erde und lehnte sich an einen Baum. Er rümpfte die Nase. "Uhäh, was für ein Geruch". Ein beißender Gestank breitete sich aus. Er schien vom See her zu kommen und wurde immer stärker. Kai Braumann musste husten und schnappte nach Luft.
Mit einer fahrigen Bewegung wischte er sich über die Augen. Hatte sich da der Waldboden bewegt? Er rieb sich noch mal die Augen. Jetzt konnte er tatsächlich eine Bewegung ausmachen, die aus der Dunkelheit auf ihn zukam. Er schaute sich um. Es schien überall zu sein.
Auf einmal konnte er sehen, was es war:
Ein riesiger Teppich aus Käfern, Maden, Spinnen, Ameisen und Würmern. Es mussten Millionen sein. Sie kamen von allen Seiten. Kai Braumann glaubte den Verstand zu verlieren. Er war völlig starr vor Schrecken.
Schon waren die ersten Tiere bei ihm. Ungläubig und außerstande sich zu rühren sah er zu, wie Sie in seine Hosenbeine krochen, er spürte sie auf seinen Armen und unter seinem Hemd. Innerhalb von Sekunden bedeckten sie seinen ganzen Körper. Auch vor seiner Nase und seinen Ohren machten sie nicht halt. Er schrie. Das hätte er nicht tun sollen, denn im Bruchteil einer Sekunde hatte er den ganzen Mund voller Insekten und Krabbeltiere.
Schmerzhaft fühlte er überall ihre Bisse und Stiche.
Für einen kurzen Moment konnte er wieder denken und sah alles ganz klar vor sich. Er hatte die Presse heute Morgen davon überzeugen können, das die chemischen Abfälle seiner Firma ordnungsgemäß entsorgt wurden, aber das stimmte nicht. Mit etwas Bestechungsgeld war es ein leichtes gewesen, an die Papiere für eine legale Entsorgung zu kommen. In Wirklichkeit aber hatte er die Anweisung gegeben, sie heimlich irgendwo in einem abgelegenen See zu entsorgen. Das war einfacher und vor allem billiger. Tja, für den Erfolg muss man halt auch mal was riskieren und mit Gefühlsduselei kommt man zu nichts. Es hatte ihn auch gar nicht interessiert, wo die Abfälle hingebracht worden waren.
Jetzt wusste er es. Hier her!
"Welch eine Ironie" dachte er. "Ausgerechnet an den Ort, an dem ich mich immer entspannt und erholt habe".
Dann wurde es dunkel um ihn.
Die Natur hatte ihn vernichtend geschlagen.


Geschrieben am: 11. May 2003, 14:42   von: cojaka



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