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Übersicht > Medien > Bücher > Autoren > Lessing, Gotthold Ephraim - Emilia Galotti

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
sehr interessantes Gedankengut,
schöne Geschichte,
interessanter Schreibstil

Nachteile:
etwas schwierig zu lesen




Nathan der Weise
Bericht wurde 3865 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

„Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing – vielen dürfte dieses Buch als klassische Schullektüre bekannt sein. Auch ich habe es in der Schule gelesen, hatte es aber bereits vorher einmal gelesen, und muss sagen, dass es mein absolutes Lieblingsbuch ist, das uns, auch wenn es im Jahre 1779 erschien, auch heute noch eine Menge sagen kann. Besonders wenn ich höre, dass Klassenkameraden nicht wissen, ob und wo es heute noch Religionskonflikte gibt, ist es als Lektüre auch für Jugendliche sehr geeignet.

Einleitend muss man sagen, dass Lessing ein Vertreter der frühen Aufklärung war und wegen seiner Kirchenkritik einem Schreibverbot unterlag. Dieses umging er, indem er dieses „dramatische Gedicht in 5 Aufzügen“ schrieb und die Handlung nach Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge verlegte.
Die Hauptperson ist der reiche Jude Nathan, der seine Frau und seine 7 Söhne verlor, als Christen ein jüdisches Wohnviertel anzündeten. Zuerst haderte er mit seinem Schicksal und hasste alle Christen, bis er wieder zu Verstand kam und sich der Toleranz verschrieb. Wenig später brachte ihm der Reitknecht seines christlichen Freundes dessen Tochter, die er an Kindes statt annahm. Diese, Recha, weiss nicht, dass sie adoptiert ist und hält sich für eine Jüdin. Zum Haushalt des Nathan gehört noch Daja, eine Christin, die mit einem Kreuzzug nach Jerusalem kam und ihren Mann dabei verlor.
Am Anfang des Buches kommt Nathan von einer Handelsreise wieder und muss zunächst hören, dass sein Haus gebrannt hat, was bei ihm natürlich schreckliche Erinnerungen hervorruft. Aber Daja kann ihn schnell beruhigen, da ein gefangener Tempelritter Recha aus dem Feuer rettete. Dieser Leu von Filnek wurde bei einer Schlacht gefangen genommen und als einziger vom Sultan begnadigt, da er dessen verschollenen Bruder so ähnlich sieht. Nathan eilt natürlich sofort zum Tempelherrn um ihn mit Geschenken zu überhäufen aber dieser begegnet ihm mit Abneigung und Vorurteilen.
Der Sultan Saladin selbst, ein Muslim, steckt in ziemlich großen finanziellen Schwierigkeiten, obwohl er selbst sehr genügsam ist. Eine erwartete Karawane trifft nicht ein und der Krieg gegen das Kreuzritterheer kostet viel Geld. Seine Schwester Sittah überzeugt ihn davon, durch einen Trick das Geld von Nathan zu erhalten. Sie will ihn unter Druck setzen, indem sie ihn fragt, welche Religion er für die beste hält. Er kann ja nun nicht zum Sultan, der sein weltlicher Herrscher ist, sagen, dass er das Judentum für die wahre Religion hält. Und die Antwort Nathans ist die Kernaussage des Buches, die ich hier nicht verraten möchte.

Die Haupthandlung des Buches ist eigentlich die Erziehung des Tempelherrn, Rechas und des Sultans durch Nathan. Er wendet dabei verschiedene Methoden an, freundet sich erst mit Leu und dann auch mit dem Sultan an. Aber seine Freundschaft zum Tempelherrn wird auf eine harte Probe gestellt, da dieser ihn um seine Tochter bittet und er nicht sofort zustimmt, wofür er allerdings seine Gründe hat. Durch eine Intrige Rechas kommt Nathan in arge Bedrängnis, aber am Schluss wendet sich alles zum Guten. In der großen Schlussszene wird die Verwandtschaft der drei großen Religionen deutlich gemacht.

Durch die Figur der Daja, die schon seit vielen Jahren als Gesellschafterin in Nathans Haus lebt, von seiner Toleranz aber kaum etwas angenommen hat, wird Lessings Kirchenkritik ganz stark deutlich. Mit ihrer Intrige und ihrem Bemühen, Recha wieder der christlichen Kirche zuzuführen, gefährdet sie Nathans Leben und Rechas Seelenfrieden. Sie tut das nicht aus böser Absicht sondern um Recha zu helfen, aber das gerade zeigt ja wieder die Verbohrtheit der christlichen Kirche. Eine weitere Figur, an der die Kritik deutlich wird ist der Patriarch, das Oberhaupt der Kirche in Jerusalem. Obwohl – oder gerade weil – er auf engsten Raum mit Juden und Moslems zusammenlebt, ist bei ihm von Toleranz überhaupt nichts zu spüren. Saladin hat den Christen freie Religionsausübung in seinem Herrschaftsbereich gewährt und träumt von einem muslimisch – christlichen Mischstaat, begründet auf der Eheschließung von seinen Geschwistern mit den Geschwistern von Richard Löwenherz.

Das ganze Stück ist in sogenannten Blankversen geschrieben. Daran und an die altertümliche Sprache muss man sich erst mal gewöhnen, aber dann macht das Lesen richtig Spass. Ich persönlich mag den Stil sogar richtig gerne. Wenn man einige Szenen etwas übertrieben findet (so z.B. die letzte), sollte man sich noch mal vergegenwärtigen, in welcher Zeit und aus welchen Gedanken heraus das Stück entstanden ist.

Das Stück ist als Reclamheft erschienen und kostet € 3,20. In einem Anhang werden viele Wörter erklärt und einige Personen näher erläutert. Man sollte sich unbedingt Zeit für dieses Buch nehmen, da sehr viele interessante Gedanken darin stecken. Ich denke, dass jeder noch etwas daraus lernen kann oder sich zumindest beim Lesen einiger Passagen köstlich amüsiert.


Geschrieben am: 05. Jul 2002, 11:45   von: Wunderblume



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