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Liebe, Tod und Teufel.
Bericht wurde 2693 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Die Sturmhöhe von Emily Brontë

Glücklich allein ist die Seele die liebt…
Meine Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat…
Liebe, Tod und Teufel.


Glücklich allein ist die Seele die liebt. Das wusste schon Goethe. Doch die Liebste ist verschwunden, und dann bleibt nur Kummer und Sorge, und man steht am Grab im Kirchhofsgras und nichts ist wie vorher…

Heute schreibe ich über „die Sturmhöhe“ von Emily Brontë.

Emily war die mittlere der drei Brontë-Schwestern. Alle drei Schwestern waren außerdem Schriftstellerinnen, und keine der drei weniger begabt oder weniger erfolgreich als die anderen. Jede von ihnen war eine Meisterin ihres Fachs.

Emily wurde am 20.8.1818 in Thornton in England geboren. 1818 kann man sich gut merken, oder? Sie ist am 19.12.1848 durch die Folgen von einer Tuberkulose-Erkrankung in Haworth verstorben.

Ihr berühmtester Roman ist wohl die „Sturmhöhe“, oder im Original „Wuthering Heights“ genannt, und die Menschen aus ihrem Roman mussten „zu allen Zeiten kräftig durchgeblasen werden“.



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die Geschichte
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„Thrushcross Grange“, ein altes und luxuriöses Haus im kleinen Ort Gimmerton in England hat einen neuen Besitzer: Mr. Lockwood.

Das Buch beginnt damit dass er seinen Verwalter Mr. Heathcliff in seinem Anwesen „Wuthering Heights“ besucht. Wuthering Heights, Sturmhöhe. Das passt zu dem alten, auf einem hohen Hügel gelegene Haus, fernab vom Dorfgeschehen, gepeitscht vom stürmischen Winterwind und dem ständigen Wechsel des Wetters ausgesetzt.

Von den Insassen des Hauses und von den dortigen, schmutzigen Verhältnissen ist er abgestoßen und fasziniert zugleich. Am nächsten Tag kehrt er trotz Wind und Wetter wieder ein und ist gezwungen, dort zu übernachten.
Dabei wird ihm von der Haushälterin ein Zimmer zugeteilt, welches dem Hausbesitzer - Mr. Heathcliff - viel bedeutet.
Bevor Mr. Lockwood einschläft, sieht er den Namen einer Frau in die Wand eingeritzt. Mit jeweils 3 anderen Nachnamen. Catherine Earnshaw, Linton, Heathcliff.
Mr. Lockwood weiß nicht so recht, was das bedeuten soll und schläft ein.

In seinem Traum träumt er von dem Mädchen. Er schlägt mit der Faust durchs Fenster um einen störrischen Ast abzureißen, stattdessen fasst er die kalte Hand des Mädchens. Er will sie losreißen, aber sie hält fest. Um ihre Hand wegzubekommen, schneidet er sie am zerstörten Fenster ab, bis das Blut fliest, aber sie lässt nicht los…

Er wacht durch einen Schrei auf, und Mr. Heathcliff eilt herbei um zu sehen was los ist. Zum Glück ist die Nacht vorbei – und Mr. Lockwood ist sich sicher, dass es in dem Raum spukt. Wenn nicht sogar im ganzen Haus.

Zurück in Thrushcross Grange bittet er seine Haushälterin Nelly, ihm zu erzählen, was es auf sich hat mit Catherine Earnshaw, Linton, Heathcliff – und mit seinem komischen und mürrischen Gastgeber, Mr. Heathcliff.


Und Mrs. Nelly Dean erzählt.

Der alte Mr. Earnshaw hatte zwei Kinder: Catherine und Hinley, die sein ein und alles waren. Doch sie waren wilde, ungezähmte Kinder. Bei der Rückkehr von einer Geschäftsreise nimmt Earnshaw das Findelkind Heathcliff auf, welches in die Familie integriert werden soll.

Davon sind die Kinder allerdings nicht so berauscht und Catherine beginnt, den Neuankömmling zu hassen. Das ändert sich jedoch bald und schon sind sie und Heathcliff die dicksten Freunde. Hinley, Catherines älterer Bruder wird dabei vernachlässigt und er tut alles, um Heathcliff das Leben schwer zu machen. Doch er und Cathy sind seine beiden erklärten Lieblinge, und so lässt er ihnen alles durchgehen.
Die Kinder können den Diener Joseph nicht ausstehen, einen religiös fanatischen Menschen, der ihnen an Sonntagen stundenlange Predigten hält und sie dazu ermahnt, religiös und sittsam zu sein. Doch die Kinder widersetzen sich, Cathy und ihr Freund streichen lieber im Moor herum als in ihren Bibeln zu lesen und werden zunehmend „gottlos“. Vor allem Heathcliff hat ein Faible zum fluchen entwickelt. Er scheint das Böse auf Erden zu sein.

Dann stirbt der alte Earnshaw, und Heathcliff wird zum Stalljungen degradiert.
Aber er und Cathy streifen weiterhin durchs Land. Bis zu dem Tag, an dem sie den Lintons einen Streich spielen, die in Thrushcross Grange wohnen.
Cathy wird vom Hund verletzt und dort behalten, gehegt und gepflegt. Heathcliff kehrt alleine zurück.
Nach einigen Wochen kommt Cathy als junge Dame in Seidenkleidern zurück. Sie wird sich langsam ihres Standes bewusst und spielt weniger mit Heathcliff.
Dieser wird von Hinley weggesperrt.

Als Catherine beschließt, Edgar Linton zu heiraten, verlässt Heathcliff verzweifelt die Sturmhöhe.
Nach weiteren Jahren, in denen Catherine bereits zu Mrs. Linton geworden ist, kehrt Heathcliff zurück und wird zum Hausfreund – was Mr. Linton in Unfrieden stürzt.

Catherine denkt, dass er nur wegen ihr zurückgekehrt ist. Doch er verfolgt einen Rachplan, um alle die zu bestrafen, die ihm Leid zugefügt und ihm Catherine weggenommen haben. So will er sich auch an Edgar Linton rächen, indem er seine Schwester Isabella heiratet und seinen Zorn an ihr auslässt: durch Schläge, Prügel, und seelischen Schmerz.

Das hält Edgar nicht aus, und irgendwann kommt es dann zum Eklat im Hause Thrushcross Grange; Edgar schlägt Heathcliff nieder und Catherine erleidet einen Rückfall ihrer lange zurückliegenden Nervenkrankheit.

Sie verfällt allmählich dem Wahnsinn. Kurz vor ihrem Tod wird sie von Heathcliff besucht, sie gestehen sich gegenseitig ihre Liebe. Und beide machen sich gegenseitig verantwortlich für ihr Schicksal.
Catherine lässt ihren Heathcliff zurück mit dem Vorwurf, sie getötet zu haben.
Er verfällt dem Wahnsinn.



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die Charaktere
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Das ist eine Reihe mit wichtigen Personen im Buch.

- Heathcliff: das Böse auf Erden. Ein Findelkind, aufgenommen von Mr. Earnshaw, sieht die alte Catherine als seine einzige Liebe an. Sonst ist in ihm blanker Hass. Fähig zu grenzenloser Liebe und unmenschlichem Hass.

- die alte Catherine: Schwester von Hinley, Gemahlin von Edgar Linton, liebt allerdings immer nur Heathcliff. Hat ein leicht zu beunruhigendes und wildes Wesen. Durch die Familie Linton wohlerzogen.

- Edgar Linton: Mann von Catherine, liebt sie über alles, hat ein sanftes und gefügiges Wesen. Nicht sehr männlich, eher weichherzig. Lässt Cathy vieles durchgehen. Stirbt kurz nach Cathy.

- die junge Catherine: die Tochter von Catherine und ihrem Mann.

- Mr. Earnshaw: hat Heathcliff in die Familie aufgenommen. Die „gute Seele“ des Hauses. Stirbt und lässt die 12-jährige Cathy und ihren Bruder zurück mit Joseph. Wird von ihm kurz vor seinem Tod zum Glauben bekehrt.

- Hinley: Earnshaws Sohn. Ein mürrischer, böser Genosse, fähig zu viel Hass (z.B. gegenüber Heathcliff), heiratet eine junge aber kranke Frau und bekommt einen Sohn. Wird später zu einem traurigen Trinker.

- Hinley’s Sohn: der Sohn von Hinley und seiner Frau.

- Isabella: Schwester von Edgar Linton. Auch ein sehr sanftes Wesen. Wohlerzogen. Verliebt sich in Heathcliff und sieht in ihm ihren Retter aus der Einsamkeit. Er heiratet sie und lässt seinen Zorn an ihr aus. Durch Heathcliff wird sie fähig zu hassen, und hasst ihn mit ganzem Herzen. In Wuthering Heights vernachlässigt sie immer mehr ihr Aussehen und wird zunehmend mürrisch und schlampig. Von Heathcliff wortwörtlich als „Schlampe“ bezeichnet.

- Joseph: der religiös veranlagte Diener des Hauses Earnshaw/Heathcliff. Nutzt den Glauben um die Kinder zu bestrafen und um ihnen beizubringen, in Demut zu leben. Ihm ist alles Schöne zuwider. Seidenkleider, etc.

- Nelly Dean: die Haushälterin der Earnshaws, dann der Lintons. Eine schlaue Frau, die alles miterlebt hat, was in beiden Häusern abgegangen ist. Sie ist zumeist die Erzählerin der Geschichte von Cathy und Heathcliff, etc.

- Mr. Lockwood: der neue Pächter von Thrushcross Grange. Er bittet Nelly Dean, ihm die Geschichte zu erzählen. Auch teilweise der Ich-Erzähler der Geschichte.



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Aufbau des Buches
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Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt. Vom 1. bis zum 34. Kapitel geht das Ganze.



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Erzählstruktur
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Die Erzählweise von der Brontë ist sehr eigen. Das Buch wird bis zum Schluss in der Ich-Perspektive erzählt. Jedoch unterscheidet es sich, von wem.

Dabei ist es zuerst Mr. Lockwood, der neue Pächter, der in den allerersten Kapiteln als Ich-Erzähler fungiert.
Nachfolgend bittet er Nelly Dean, ihm zu erzählen, und dann ist widerum sie die Ich-Erzählerin.

Dann ist wieder Mr. Lockwood der Ich-Erzähler, doch gibt er nur wieder, was Nelly ihm erzählt hat, und zwar in ihren eigenen Worten.

Beide sind eher Nebenfiguren im Buch, und die Geschichte wird von ihnen wiedergegeben, wie es real gewesen ist. Dabei steht Mr. Lockwood dem Geschehen eher neutral gegenüber. Da Nelly Dean selbst von der Geschichte betroffen war, spricht sie natürlich viel leidenschaftlicher und auch oft selbst eingenommen von ihren Gefühlen.

Und dann gibt es natürlich noch Briefe im Buch, die seeehr lang sind, und in denen man sich leicht verheddern kann, wenn man nicht aufpasst. Einmal schreibt z.B. Isabella an Nelly einen Brief, und im Brief ist natürlich Isabella die Ich-Erzählerin. Usw.


Außerdem ist nicht nur die Erzählperspektive eigen und verschachtelt. Es gibt in diesem Buch viele sehr lange Sätze, bei denen man aufpassen muss, welcher Nebensatz zu welchem Nebensatz und Hauptsatz passt, usw.
Man muss also immer aufpassen.



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Besonderheiten der Sprache
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Da das Buch sehr alt ist und im viktorianischen Zeitalter geschrieben wurde, können manche Begriffe irritieren und einem fremd vorkommen, da veraltet.
Man muss immer am Ball bleiben. Man sollte nicht die Gedanken schweifen lassen, beim Lesen. Immer konzentriert sein.

Z.B. ist der „Alptraum“ in diesem Buch der „Alpdruck“, oder als sich Edgar und Cathy ineinander verlieben wird es so beschrieben:
„[…] dass der Streit nur die Vertraulichkeit vergrößert, die Schranken jugendlicher Schüchternheit durchbrochen und sie dahin geführt hatte, den Deckmantel der Freundschaft fallen zu lassen und sich als Liebende zu bekennen.“



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formale Details
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Insel-Taschenbuch-Verlag.
362 Seiten
Taschenbuch, broschiert.
lindgrüner Einband mit einem Frauenkopf in seitlichem Profil oberhalb der Überschrift.
Klappentext:
„wuthering heights", sturmhöhe heißt mr. heathcliffs besitztum. wuthering ist ein trefflicher mundartlicher ausdruck, um den aufruhr der lüfte zu beschreiben, dem dieser ort bei stürmischem wetter ausgesetzt ist. die leute dort oben müssen zu allen zeiten kräftig durchgeblasen werden.“



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Textauszug
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Dies ist das 1. Kapitel des Buches. Mr. Lockwood ist der neue Pächter und besucht seinen Verwalter Mr. Heathcliff. Schon hier wird einem das grausame und mürrische Wesen des Heathcliff bewusst.


© bei Emily Brontë, Insel Taschenbuch, 1938, „Die Sturmhöhe“

1801. Ich bin gerade von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt - diesem einsamen Nachbarn, der mir zu schaffen machen wird.

Was für eine schöne Gegend! Ich glaube nicht, daß ich in ganz England meinen Wohnsitz an einer anderen Stelle hätte aufschlagen können, die so vollkommen abseits vom Getriebe der Welt liegt. Ein echtes Paradies für Menschenfeinde; und Mr. Heathcliff und ich sind das richtige Paar, um diese Einsamkeit miteinander zu teilen. Ein famoser Bursche! Er ahnte wohl kaum, wie mein Herz ihm entgegenschlug, als ich sah, wie seine schwarzen Augen sich bei meinem Näherreiten so abweisend unter den Brauen verbargen und wie seine Hände sich in entschiedenem Mißtrauen tiefer in sein Wams vergruben, während ich meinen Namen nannte. »Mr. Heathcliff?« fragte ich.

Ein Nicken war die Antwort.

»Mr. Lockwood, Ihr neuer Pächter. Ich erlaube mir, nach meiner Ankunft so bald wie möglich vorzusprechen, und hoffe, daß Ihnen die Beharrlichkeit, mit der ich mich um Thrushcross Grange beworben habe, nicht lästig geworden ist. Ich hörte gestern, Sie hätten die Absicht gehabt... « »Thrushcross Grange gehört mir«, unterbrach er mich auffahrend. »Ich erlaube niemand, mich zu belästigen, wenn ich es verhindern kann. - Kommen Sie herein!«

Das »Kommen Sie herein« wurde zwischen den Zähnen hervorgestoßen und hieß soviel wie: Geh zum Teufel. Selbst die Gattertür, über die er sich lehnte, machte keine freundliche Bewegung zu seinen Worten. Ich glaube, nur ein Umstand bewog mich, die Einladung anzunehmen: mich fesselte ein Mann, der in noch stärkerem Maße als ich zurückhaltend ist.



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meine Meinung
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Meiner Meinung nach ein grandioses Buch, das vor elementaren Gefühlen nur so strotzt. Liebe, Tod und Teufel gehen hier Hand in Hand. Die Abgründe des Menschen werden erkennbar, und wie Demütigung und darauffolgender Hass einen Menschen fast vollkommens entmenschlichen können.

Heathcliff ist der wohl erschreckendste Charakter, den ich je erlebt habe. In ihm vereinen sich grenzenlose, unmenschliche Liebe und grenzenloser Hass.
Er ist fähig, einem Menschen (Cathy) sein ganzes Leben zu geben, ist sogar bereit, für diesen zu sterben!
Und gleichzeitig verzeiht er nicht und birgt so großen Hass in seiner Seele, der es ihm sogar ermöglicht, zu töten, ohne zu bereuen.

Aufgewachsen unter unmenschlichen Bedingungen, geschlagen und verachtet, kennt er keine Moral, kein Gesetz, keine Regel und handelt deswegen auch so außerordentlich unmenschlich. Im Lieben, wie im Hassen und im Morden.

Es scheint, als wäre er vom Teufel geleitet. Und tatsächlich: er scheint der Teufel auf Erden zu sein.
Jede Person steht irgendwie archetypisch für etwas.
Heathcliff: der Teufel.
Edgar: der Engel, der fällt (er lässt sich dazu verleiten, Heathcliff zu verletzen und stirbt nach Cathy, da sie sein Leben ist).
Isabella: die Unschuld vom Lande, die vom Leben enttäuscht wird
Hinley: der Schwache (Trinker)
Cathy: die gezähmte Wilde (Unschuld und Teufel in einer Person)
Nelly: die Bauern-Schlaue (voller bäuerlicher Weisheit)
usw.

Heathcliff hat mich am meisten von allen Charakteren schockiert. Aber das ist doch selbstverständlich!
Und sein Wandel zeigt doch, dass jeder Mensch unter schlimmen Voraussetzungen und Bedingungen, sich auch zum Schlechten wandelt.
Das kann man auch heute sehen. Und immer. Im Laufe der Geschichte.

Heathcliff kann einen als Leser nur anwidern. Und man kann nur den Kopf schütteln, oder vor Fassungslosigkeit nur den Mund auflassen, als er Isabella dazu benutzt, sich an Edgar zu rächen. Edgar wird das Herz gebrochen. Und Isabella quält er, indem er ihr die Adern aus der Haut schneidet (wirklich wahr!), sie als Schlampe bezeichnet, sie mit den wüstesten Beschimpfungen quält, sie misshandelt.
Dabei tut er das nicht nur bei ihr, sondern bei jedem, den er kennt und hasst.
Körperliche und seelische Misshandlungen wurden ihm zugetragen, und er gibt zurück. Teilt aus.
Nemesis. Vergeltung.

Nach Cathys Tod scheint Heathcliff immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen und ganz Gimmerton versinkt im Elend.
Aber wenn man denkt, dass alles am Ende ist, und der Tod schon oft durch das Dorf gezogen ist, wendet sich das Blatt, und auch ein Heathcliff kann Erlösung finden in der Welt, und in Gott.



Ein wenig hat es mich schon an Shakespeare erinnert und seine Sicht auf die Welt und das elisabethanische Weltbild. Da wird alles von allem durchleuchtet und beeinflusst. „Disorder in Nature, disorder in state, disorder in men“. Unordnung in der Natur löst Unordnung im Staat aus und im Menschen im Besonderen.
Liebe, Tod und Hass bestimmen das Leben der Menschen in Gimmerton.
Und das spiegelt sich in der Landschaft Gimmertons wider: Moor, verkrüppelte, vom Wind gebeultete Bäume.
Und auch das Wetter scheint eine Rolle zu spielen: nur wenige Wochen im Jahr ist Sommer. Ansonsten herrschen Wind und Wetter vor. Sturm, Hagel, wütende Schneestürme, Regen, Wind der den Gemäuern schwer zu schaffen macht.


Liebe und Hass gehen in diesem Buch Hand in Hand. Genau wie Ordnung und Unordnung. Leben und Tod. Glück und Unglück. Freude und Angst. Gesunder Geist und Wahnsinn.


Ich muss zuletzt gestehen, dass ich dieses Buch erst beim zweiten Anlauf durchgelesen habe.
Das erste Mal habe ich es im Sommer letzten Jahres, 2006 in der Hand gehabt. Doch da wurde ich so von der alten Wortwahl und der knorrigen Schreibweise abgeschreckt, dass ich es weggelegt habe. Mein Bedarf an alter Literatur war zu dem Zeitpunkt schon von Madame Bovary gedeckt worden.

Dann, ermutigt durch meine Mutter, habe ich es mir vor kurzem noch einmal vorgenommen. Vorgenommen habe ich mir, es durchzulesen. Komme was da wolle.

Und siehe da: ich wurde beschenkt von einem intelligenten, überragenden, vor Leidenschaft nur so strotzenden Meisterwerk der Literatur, das mich durch und durch begeistert hat, und das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Außerdem hat das Buch immer noch Aktualität bewahrt. Denn hier geht es um die elementaren Gefühle. Wie in Shakespeares Stücken, geht es um „animal man“. Das Gefühl. Liebe, Hass, Neid. Das, was uns bis zum heutigen Tag in der Geschichte der Menschheit und in uns selbst begleitet. Tag für Tag.
Generation für Generation.



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FAZIT
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Ein exzentrisches, leidenschaftliches Stück Literaturgeschichte voller Mystik, Liebe, Hass und Tod. Intelligent und mitreißend geschrieben.


Geschrieben am: 01. Jul 2007, 22:14   von: scarlettrose



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