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Karen Duve - Die Entführte Prinzessin: ein Märchen für Erwachsene
Bericht wurde 3434 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

ein Märchen für Erwachsene

Zur Intention des Lesens:
Wieder ein Buch, das von der ELLE im Kulturteil vorgeschlagen wurde. Da ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass fast alles, was hier vorgestellt wurde, wirklich lesenswert war, und niemals vergeudete Zeit, habe ich mich entschlossen, auch dieses Buch zu lesen. Der Titel klang schon sehr interessant und witzig, und neu: „Die entführte Prinzessin“: da dachte ich mir, ob das wirklich was für Erwachsene ist? Oder der Titel nur ironisch gemeint? Aber nein, das ist er nicht: es geht wirklich um eine entführte Prinzessin. Gegen ihren Willen entführt… oder doch nicht? Das sollten Sie lieber selbst herausfinden. :-P Ich habe das Buch also in der örtlichen Bücherei ausgeliehen und gleich angefangen zu lesen.

Klappentext:
Trotz ihrer Schönheit steht Prinzessin Lisvana auf der Liste der heiratsfähigen Königstöchter ganz unten: Ihr Königreich im Nordland besitzt zu wenige Reichtümer, nur Schnee und Steine gibt es im Überfluss. Dies allerdings entzückt den "schwarzen Prinzen", Diego von Baskarien, denn als Thronfolger des sonnigsten und blumenreichsten Fürstentums liebt er alles, was aus Stein ist. Diego beschließt, Lisvana zu freien. Doch mit seiner Brautwerbung entfesselt er Kräfte, die weit über die seinen hinausgehen, und so bleibt ihm als Rettung nur, Prinzessin Lisvana zu entführen ...


die Handlung:
Welche Frau hat sich als kleines Mädchen nicht gewünscht, eine Märchenprinzessin zu sein?
Man wächst auf in einem prunkvollen Schloss, in überquellendem Luxus, man bekommt von den Eltern und dem Hofstaat alles was man will und wenn es so weit ist, wird man von einem der schönsten Prinzen angeworben, der einen heiratet und mit dem man bis ans Ende seiner Tage glücklich vereint ist…?
Bei Lisvana ist das leider nicht der Fall. Zwar ist sie mit einer außerordentlichen Schönheit gesegnet, und fahrende Sänger preisen sie als einen „Paradiesvogel, gefangen im Eis, ein Kleinod, nur eines wahren Königs und Helden würdig, usw.“, aber sie lebt in Snögglinduralthorma, dem nördlichsten aller Länder, das eher arm an Bodenschätzen ist und in dem sich die Natur nicht wirklich schön entfalten kann (siehe Drachen mit Mundgeruch, Seeungeheuer, usw.). Ihr Vater, der König Rothafur möchte sie gerne verheiraten, aber kein Prinz will die Prinzessin aus dem „Nordland“ heiraten, geschweige denn sich trauen, erst mal hinzufahren. Für die Nordländer ist ihr Land trotzdem das schönste der Welt. Nur für Lisvana nicht, die endlich von dort verschwinden will. Es findet sich kein Kandidat für eine Heirat, auch wegen der ärmlichen Mitgift aus ein paar Silberlöffeln zweiter Wahl, 20 schlechten Pferden und etwas fauligem Moorland.
Ritter Bredur aus dem Hofstaat schwärmt für die Prinzessin und will um ihre Hand anhalten. Das lässt aber der König nicht zu, ein Ritter mit einer Prinzessin zu verheiraten? Das geht nicht. Ein Prinz muss es schon sein. Und der findet sich eines Tages in Prinz Diego, dem Thronfolger aus dem Sonnigen und blumengeschmückten Baskarien, der ein Bild der Prinzessin sieht, sofort hingerissen ist und sie heiraten will. Jedoch am Anfang nur, um seine luxusbesessene Mutter zu ärgern, die gegen eine so unlukrative Hochzeit ist.
Aus seinem Plan, die Prinzessin zu heiraten, wird aber vorerst nichts, denn schon bei der Ankunft des Prinzen im Nordland gibt es Konflikte zwischen seinem und dem nordländischen Hofstaat. Ein unglücklicher Vorfall bildet auch Konflikte zwischen Lisvana und Diego, die sich fortan selbst weigert, den Prinzen zu heiraten. Ihm bleibt also nichts anderes übrig: er muss die Prinzessin entführen, samt ihrer Lieblingszofe. Ritter Bredur macht sich alleine auf die Suche nach Lisvana, um sie wieder zu befreien, dich gefolgt von den verärgerten Nordländern. Das ist der Beginn einer sehr amüsanten und spannenden Reise durch das Märchenland.
Karen Duves Roman basiert auf der Kudrun-Sage, aus der sie die Elemente des Nordlandes, der Dreiecksgeschichte, der schönen Tochter aus dem Nordland entnahm.
Genau wie Kudrun, die Prinzessin aus dem Nordland, wird Lisvana von ihrer bösen „Fast-Schwiegermutter“ dazu gezwungen, Wäsche im eisigen Wasser zu waschen. Lisvana jedoch wird entlarvt als Zicke, die sich überhaupt nicht edel verhält, ganz im Gegenteil, sie verrichtet die Arbeit bockig und stur, und zeigt somit dass sie sich weigert, den Prinzen Diego zu heiraten.
Karen Duve spielt in ihrem Roman mit bekannten Geschichten aus anderen Märchen, entnimmt ihren Stoff auch teilweise aus der Historie, wie z.B. die Geschichte der Jungfer Cäcilie von Glauberach, die durch ihren Hang zum Rauchen verfiel, da sie eine Zigarette vor ihre Mutter versteckte, aus Angst vor Strafe. Ihr Kleid fing sofort Feuer und Cäcilie verbrannte sofort. Diese Geschichte spielte sich wirklich ab, und zwar im Jahre 1867 bei der Tochter von Erzherzog Albert und Hildegard von Bayern, Mathilde, die genau so starb wie Cäcilie.
Elemente aus Aschenputtel werden aufgenommen, wie der verlorene Schuh, oder der reiche Zwerg aus König Drosselbart.
Der Roman bietet aber auch weniger tragische Anspielungen auf die Realität. So darf sich auch jeder von der Autorin verstanden fühlen, der unter einer selbstverliebten Mutter leidet, die sich lieber um ihren Garten kümmert als um ihr Kind, wie das auch bei Prinz Diego der Fall ist.



zur Autorin (aus wikipedia.de):
Karen Duve (* 16. November 1961 in Hamburg) ist eine deutsche Schriftstellerin. Nach dem Abitur arbeitete sie u.a. als Korrektorin und Taxifahrerin in Hamburg. Seit 1990 ist sie freischaffende Schriftstellerin.

andere Werke der Autorin:
• "Im tiefen Schnee ein stilles Heim", Kurzgeschichten, Achilla Presse 1995, ISBN 3-928398-27-X
• "Bruno Orso fliegt ins Weltall", (mit Judith Zaugg), Comic, Maro Verlag 1997, ISBN 3-87512-658-0
• "Lexikon berühmter Tiere", (mit Thies Völker), Eichborn 1997, ISBN 3-82180-505-6
• "Keine Ahnung. Erzählungen", Suhrkamp 1999, ISBN 3-518-39535-1
• "Lexikon berühmter Pflanzen", (mit Thies Völker), List TB 1999, ISBN 3-548-60198-7
• "Regenroman", Ullstein 1999, ISBN 3-548-60028-X
• "Weihnachten mit Thomas Müller", Eichborn 2003, ISBN 3-82180-747-4
• "Dies ist kein Liebeslied", 2004, ISBN 3-442-45603-7
• "Die entführte Prinzessin", 2005, ISBN 3-821-80952-3


formale Details dieser Ausgabe:
• Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
• Verlag: Eichborn; Auflage: 1 (Februar 2005)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3821809523
• ISBN-13: 978-3821809526

Preis:
24,90 € für die gebundene Ausgabe, 8,95 € für die broschierte Ausgabe.


Auszug aus Die entführte Prinzessin von Karen Duve. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Es war einmal ein Königreich, das hieß Snögglinduralthorma oder so ähnlich,
genau weiß das heute keiner mehr. Es wurde schon damals überall bloß >das
NordlandJacki< nannten. Zwar gab es eine Küste und einen Hafen, aber das Meer
vor der Küste war bodenlos und tückisch. Es wimmelte nur so von bösartigen
Seeungeheuern, solchen mit Wildschweinhauern und solchen mit siebenundzwanzig
Fangarmen. Dazu kamen noch unberechenbare Strömungen und Strudel. Das war der
eine Grund, warum sich nur wenige Schiffe hier heraufwagten. Der zweite war, daß
niemand so recht wußte, warum er die gefährliche Seestraße nach
Snögglinduralthorma überhaupt nehmen sollte. Die Nordländer freilich hielten ihr
Königreich für das schönste der Welt. Man reiste damals aber auch nicht
besonders viel. Immerhin lag zu Weihnachten garantiert Schnee. Und zwar
richtiger Schnee, nicht nur so ein bißchen Puderzucker auf den Wegen und weiße
Haufen in den Ecken. Er fiel bereits Ende Oktober in weißen, flauschigen Flocken
vom Himmel, Flocken, die man in der Hand fangen und lange betrachten konnte,
bevor sie schmolzen. In kürzester Zeit trugen alle Häuser, alle Kirchen,
Zaunpfähle und Bäume weiße Mützen, und die kleinen gelben Pferde versanken bis
zu den Bäuchen und schnaubten mißmutig auf die Schneedecke. Ihr Atem fror, und
an ihren Nüstern bildeten sich Eiszapfen. Eiszapfen hingen von den Dächern
sämtlicher Hütten herunter, Eiszapfen klirrten in den Bärten der Nordlandritter,
und wenn sie im Rittersaal vor den Kaminfeuern saßen, tropfte das Schmelzwasser
in ihre Trinkbecher. Mit Schnee und Kälte kam die Dunkelheit, schon der November
war ein finsteres Loch, das füllte man mit knusprigem Schafsschinken, gebackenen
Schweinepfoten und triefenden Kapaunen. Im Schloß mußte der Hofzwerg Pedsi
täglich seine Purzelbäume schlagen, auf ein Tanzvergnügen folgte das nächste,
Honigbier floß in Strömen, der König erzählte Rentierwitze und die Ritter von
ihren Ehrenhändeln. Wie die meisten Länder ohne bedeutende Vorkommen an
Bodenschätzen hielt sich das Nordland viel auf seinen Stolz und seine Ehre
zugute, davon konnte man fördern und fördern, es wurde doch nicht weniger.


Eigene Meinung:
„Die entführte Prinzessin“ von Karen Duve – der Titel hört sich ja nicht gerade an wie ein typischer Titel für einen Erwachsenenroman. Das ist das Buch aber auch nicht, es ist ein Märchen für Erwachsene, in dem man sich oftmals selbst erkennen kann – Männer wie auch Frauen, und das teilweise eine Parabel der zeitgenössischen Gesellschaft ist. Das schlägt sich auch manchmal im Schreibstil der Autorin nieder.

Karen Duve hat aus einer Handlung, nämlich: „Prinzessin wird entführt und wieder befreit“, die meistens nur wenige Seiten umspielen kann, ein Werk geschaffen, einen ganzen Roman, in dem nichts zu kurz kommt: Romantik, Spannung, Abenteuer, Bösewichte und Helden, usw. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen: so vieles gibt es zu entdecken, und der Autorin fallen immer neue, interessante Wendungen ein. Man wundert sich, wie viele verschiedene Geschichten in diesem Buch stecken, und die alle intelligent miteinander verknüpft sind.

Mir hat das Buch sehr, sehr gut gefallen. Es ist wunderbar flüssig zu lesen, die Sprache ist mal mysteriös, mal sehr nüchtern, eben so, wie es gerade zur Geschichte passt. Es gibt immer neue, interessante Wendungen, das Buch kann man nur schwer weglegen, man kann schwer aufhören zu lesen, denn man will unbedingt wissen, wie es weitergeht bzw., wie der Schluss aussieht, ob Lisvana jetzt Bredur oder Diego heiratet, oder ob irgendetwas anderes passiert.

SEHR Lesenswert!


Geschrieben am: 16. Feb 2007, 21:26   von: scarlettrose



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