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Übersicht > Sport > Motorsport > Formel 1 > Allgemein > Erklärung zur Formel1

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
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In die Hose gepinkelt.
Bericht wurde 2630 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 3 mal kommentiert Berichtbewertung: 


*riiiiiiiiiiing-riiiiiiiiiiiing*
*Hallo? Ja-Ich beeile mich*

Meine Augen sind völlig verklebt, es ist ca. 3 Uhr morgens und mein Telefon hat gerade beschlossen zu läuten.
Na ja, eigentlich kann ja mein Telefon nichts dafür, denn ein Freund hat meine höchstpersönliche Telefonnummer gewählt.
Es ist Sonntagmorgen! So kurz vor 3 Uhr! Morgens!!!
Mein Sonnenschein gibt Laute von sich, die ich nicht näher definieren kann, ich glaube aber es hat was mit Trottel und anderen Schimpfworten zu tun.
Mein Sonnenschein dreht sich um und wickelt sich die dicke warme Bettdecke über den Kopf.
Ich steh leise auf und taumle im Halbschlaf Richtung Badezimmer. Aus dem Bett höre ich noch "Elefant!"
Dabei war ich doch so leise.
Ich schlage die Badezimmertür zu, damit auch meine Nachbarn was davon haben, wenn ich so früh aufstehe.
"Sorry Schatzi"!
Ich stehe unter der Dusche, mit dem Mundvibrator in der Hand. Jetzt kommt mir ein Gedanke: Irgendetwas läuft hier falsch, es ist 3 Uhr Sonntagmorgens, ich stehe eben noch vor dem Spiegel und frage mich, ob es sich überhaupt noch lohnt, dieses Gesicht zu Rasieren.
Doch dann fällt mir wieder ein, was der Kerl am Telefon von mir wollte.
Es ist Formel1 Saisonauftakt!!!
Ja!
Meine Laune bessert sich.

OK, für meinen Sonnenschein ist das ungefähr so interessant, wie pickelausdrücken oder meine Eltern besuchen.
Sie sagt ja auch, dass es ziemlich doof ist, immer im Kreis zu fahren, dass kann doch jeder, dabei wird man blöd wie ein Boxer, der in der 3. Runde einen Schlag bekommt und nach dem Bus fragt, der ihn eben gestreift hat.
Sie ist es auch, die an RTL geschrieben und darum gebeten hat, dass vor dem Rennen ausgelost werden sollte, welches Auto in welche Richtung fahren sollte.
Sie glaubt heute noch, dass die Startampel eigentlich ein Fußgängerüberweg ist.
Und ich? Ich bin auch blöd, denn ich stehe wegen Sport sogar Sonntagmorgen um 3 Uhr auf, nur um 1 Stunde zu ebenso bekloppten Freunden zu fahren und bei einem oder sechs Frühbierchen und kalter Pizza von gestern, dem Beginn des größten Sportereignisses nach den Olympischen Spielen zu frönen.

Gott sei Dank hat der Trottel, der uns einlädt, Premiere, denn die ewigen Werbeunterbrechungen von RTL, die natürlich immer an den Interessantesten Stellen kommen, werden nur noch durch die völlig ahnungslosen RTL Reporter getoppt.

Nicht nur das Herr H.Wasser desöfteren den Überblick verliert und erst nachdem ein Ferrari seine Ferraribox verlassen hat aufhört zu schreien: "Michael ist an der Box, Michael ist an der Box", weil ihn sein Co-Moderator mit den Worten: " Nein Heiko, setz dich wieder, dass ist nur Barrichello" zur Ruhe bringt.
Nein, denn die Schumacherlastigkeit geht einem auch als Schumifan zuweilen auf die Nerven...aber ganz gewaltig.
Zudem spült ein 30 Sekunden Werbespot im Rennen gut 250.000 DM in die Kasse von RTL.
Also wenn RTL schon so viel Geld dafür bekommt, dann möchte, wenn ich dort zuschauen soll, wenigstens meinen Namen auf dem Hemd von Kai Ebel sehen!

Aber warum sitzen nun erwachsene Männer, leicht angebrütet so früh vor einem Fernseher?
Mhhh....da fällt mir jetzt so spontan nichts ein...

Bei mir ist es jedenfalls die Begeisterung für die Technik und die Tatsache, dass man dem Formel 1 Virus nicht entkommen kann.

Da stehen Autos, die aus einem Viertaktmotor mit gerade mal 3 ltr. Hubraum bis zu 850PS holen können und das mit bis zu 18.000U/Min.
Zu Zeiten, als noch Turboaufladung der Motoren erlaubt war, wurden es sogar über 1000PS.
Mein alter Opel schafft gerade mal 100PS aus 1,6 ltr. bei max. 6000 U/Min.
Womit fahren die? Na mit Superbenzin und max. 102 Oktan ohne Zusätze, die sind in der Formel 1 verboten.
Das ist Benzin, dass von einer ganz normalen Tankstelle kommt.
Kaum zu glauben, aber dafür hält der verschleißgeplagte Motor auch nur 500 Kilometer, bis er auf der Motorenintensivstation wieder generalüberholt werden muss.
Und er kostet auch eine Kleinigkeit mehr als meiner, nämlich so ca. 215.000$.
Kaum zu glauben, aber der Motor wiegt mit ca. 100 Kg noch weniger als meiner.

Das Rennen beginnt.
Die Fahrer mussten 30 Min vor dem Start damit beginnen, ihre Fahrzeuge auf die Startposition zu fahren.
Hier stehen die Wagen dann, um 8 Meter versetzt zueinander.
Wer 15min vor dem Start nicht dort steht, der muss aus der Box hinter dem Feld starten.
Die Startplätze werden am Vortag (Haben wir Dussel natürlich auch gesehen) in einem Qualifikationslauf ermittelt, wer am schnellsten ist, der bekommt die beste Position.
Man hat dabei nur 12 Runden zur Verfügung, danach ist Feierabend.
Nun geht es auf zur Formationsrunde.
Die ist notwendig, um zum letzten mal zu prüfen, ob das Fahrzeug OK ist und die Reifen auf die Betriebstemperatur zu bringen.
Die Formel 1 Reifen müssen 4 Längsrillen haben, deren Breite und Tiefe genau Festgelegt ist.
Es gibt die Profilosen Reifen für trockene Verhältnisse, diese Reifen werden in harte und weiche Mischung unterteilt.
Je weicher der Reifen, desto besser sein Grip, also die Bodenhaftung, da ein weicher Reifen besser klebt.
Leider bauen die weichen Reifen schneller ab, will sagen, sie gehen früher kaputt, da der Gummibelag sich natürlicher weise auf dem Asphalt verbraucht.
Die Harten Reifen halten dagegen länger, ermöglichen aber nicht die Kurvengeschwindigkeiten, welche die weichen Mischungen bieten.
Daher versuchen die Fahrer auf langsamen und Kurvenreichen Strecken immer die weiche Mischung zu fahren.
Desweiteren gibt es die Regenreifen. Diese haben ein entsprechendes Profil, welches das Wasser zur Seite wirft.
Mit profillosen Reifen würde ein F1 Wagen im Regen keine Chance haben, da er in jeder Pfütze, wegen des fehlenden Profils, dem Aquaplaning zum Opfer fallen würde.
Denn wenn man in einer Kurve nicht mehr Richtung Kurvenausgang lenken kann, führt das gewöhnlich zum verlassen der Strecke.
Da eine Formel 1 Strecke sehr lang ist und schon mal einseitig beregnet wird, oder es nur nieselt, gibt es noch die sogenannten Intermediate Reifen, diese Reifen haben ein geringes Profil und erlauben schnellere fahrt als die Regenreifen. Die Regenreifen würden auf trockener Straße nach wenigen Runden ihren Zenit überschreiten und einfach zerbröseln.
Die Betriebstemperatur für einen Formel1 Reifen kann schon mal die 100°C Marke überschreiten, daher sind die Reifen nicht etwa mit Luft, sondern mit einer Gasmischung gefüllt, da sich sonst die Luft ab 100°C in Wasserdampf verwandeln würde, was wiederum nicht vorteilhaft für das Fahrverhalten wäre.
Der Reifendruck beträgt etwa 1,6 bis 1,7 bar.
Da die Reifen eine bestimmte Temperatur haben müssen, um den nötigen Grip zu bieten, also auf der Strasse zu kleben, werden diese mit Heizdecken vor jedem Rennen und Training vorgeheizt. Die Fahrer fahren daher auch in der Aufwärmphase des Rennens oder bei langsamer Fahrt "Zick-Zack", um die Reifen auf Temperatur zu halten.
Die Anzahl der Reifensätze ist für jedes Rennen begrenzt. Es dürfen z.B. nur 8 Trockenreifensätze verwenden.
Vor dem Qualifikationstraining muss sich jeder Fahrer entscheiden, welche Reifenmischung er für die Qualifikation und das Rennen wählt.
Danach darf er sich nicht mehr umentscheiden.
Es dürfen lediglich die Trocken gegen Regenreifen getauscht werden.
Übrigens ist ein Formel 1 Reifen auf Betriebstemperatur so weich, dass man ohne Probleme mit einem Spachtel Proben abkratzen kann.
Aber nun geht?s gleich los, da stehen jetzt alle wieder auf ihren Plätzen.
Unser Bier zittert vor Aufregung in der Hand und unsere rechten Beine verkrampfen sich.
Die Startampel füllt sich langsam mit roten Lichtern.

Plötzlich gehen die Roten Lichter aus, 18.000 PS heulen laut auf, denn Formel1 Wagen haben keine Schalldämpfer und schreien so mit über 130 Dezibel.

Er ist gestartet, der erste Grand Prix der neuen Saison.
Die Boliden brechen auf, sie wollen mindestens 305 Kilometer im Kreis fahren und als erster die Ziellinie überqueren.
Jeder gegen jeden, jeder mit einer anderen Strategie.

Sie werden Tanken, denn mit einem Verbrauch von 60-70 ltr. auf 100 Kilometer sind sie nicht gerade sparsam.
Und sie werden Reifenwechseln.

Mit bis zu 350 Km/h werden sie über den Asphalt flitzen und niemand wird den Fußgängerüberweg, den mein Sonnenschein ins Bild interpretiert überqueren. Niemand, hörst du Schatz!

Durch das Formel1 typische Flügelwerk, werden die Fahrzeuge am Boden gehalten.
Die Flügel funktionieren wie Flugzeugtragflächen, nur andersrum, und sicherlich könnten die Fahrzeuge auch fliegen, aber meist nur von der Strecke in Kiesbett oder an die Mauer.
Der Druck auf den Wagen, der durch die Flügel erzeugt wird, ist so groß, dass der Bodenabstand von 5 cm im Ruhezustand auf wenige Millimeter schrumpft.
Mit 200 Km/h könnte ein Formel 1 Wagen sogar an meiner Wohnzimmerdecke fahren, aber da hätte mein Schatz was dagegen, den wir haben gerade neu Tapeziert. Schade....

Durch diesen Enormen Anpressdruck, der auch durch den Unterboden unterstützt wird, denn hier muss immer mehr Luft immer schneller durch, was zu Unterdruck führt, lässt einen F1 wie auf Schienen fahren. Daher sind je nach Flügelstellung und Reifen auch Kurvenquerbeschleunigungen von bis zu 4g möglich.
Dann wiegt der Fahrer plötzlich 300Kg! (Für die Nichtmathematiker = ca. das 4 Fache seines Normalgewichtes)
In einer Kurve zieht der Kopf durch die Fliehkraft mit gut 30Kg am Hals und beim Bremsen mit bis zu 80Kg und das tut weh!

Das Bremsen ist auch witzig.
Erst beschleunigt so ein Auto in nur 2,8 Sekunden auf 100 Km/h und dann bremst es in 2 Sekunden von 100 auf 0!
Das bedeutet bei höheren Geschwindigkeiten folgendes:
Der Fahrer fährt mit 300Km/h auf eine Schikane (Kurvenfolge) zu, ca. 100 Meter vor der Kurve bremst der den Wagen stark ab (auf 80-120 Km/h). Ohne ABS!
Der Wagen bremst vehement, denn die Kohlefaserbremsen verzögern mit einer Betriebstemperatur von fast 1000°C enorm.
Dabei will jedes Teil vom Wagen sofort stehen bleiben, nur der Fahrer nicht.
Denn sein Blut, seine Augen und sein Gehirn wollen nach vorne, in Fahrtrichtung.
Hier zeigt sich dann auch die verblödende Wirkung der Formel 1, wenn ich meinem Schatz glauben schenken will.
Denn die starke Verzögerung lässt alles Blut im Herzen des Fahrers nicht dorthin, wo es der Körper haben will, so ist ein kurzer Blackout, wie ihn Jetpiloten erleben, durchaus möglich.
Die Augen des Fahrers verformen sich so stark, dass er für einige Sekunden nur noch verschwommen sieht, wenn der Blackout ihn nicht davon abhält.
Nur ein durchtrainierter Fahrer übersteht so einen gewaltigen Bremsvorgang ohne die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren.
Der Fahrer selber muss also im Extremfall blind in die Kurve fahren, ansonsten ist er damit beschäftigt, seinen Kopf und den Nacken gerade zu halten, da sein Kopf sonst nach vorne knicken würde. Außerdem hat der Fahrer in schnellen Kurven das Problem, dass sein Fuß dank der Fliehkraft nicht auf dem Gaspedal bleiben will.

So, ich muss mal für kleine goedi´s, dass erste Bier rauslassen.
Da fällt mir ein, auch die Formel 1 Fahrer müssen vor dem Rennen auf den Topf, damit der Magen und der Darm leer sind, für den Fall einer Notoperation nach einem Unfall! Ja!
Und außerdem glaubt man als Normalbürger gar nicht, wie leicht es ist, sich bei 4facher Erdbeschleunigung vor einer Schikane in die Hose zu pinkeln.
Bei dem Schweiß im Anzug und Cockpittemperaturen von bis zu 60°C merkt das hinterher eh keiner.
Gerhard Berger hat es sogar mal fertig gebracht, vor einem Start aus Zeitnot gegen die Leitplanke zu urinieren, vor der Vollbesetzten Tribüne! (Die Kamera von RTL hat natürlich voll auf den kleinen Gerhard gehalten. Pfui!)

Während des Rennens sind die Fahrer eins mit dem Auto. Die Fahrer sind in dem Wagen so fest auf ihrem Liegestuhl mit allerhand Gurten mit dem Chassis verbunden, dass sie jede Bewegung des Fahrzeuges mitbekommen. Jede Bodenwelle würde uns wohl den Hintern prellen und mit dem Hintern fahren die Fahrer ja den Wagen, den dieser ist der direkte Kontakt zum Boden und vermittelt dem Fahrer den besten Fahrbahnkontakt.

Wow und wieder hat ein Silberpfeil einen Rundenrekord aufgestellt.
Doch warum heißen die Dinger Silberpfeil?
Ganz einfach, heute müssen die F1 Wagen mit Fahrer und Flüssigkeiten mindestens 600 Kg wiegen.
Im Jahr 1934 jedoch, da war einmal der Mercedes eines Fahrers ein Kilogramm zu schwer.
Das der Fahrer bis zum nächsten Tag nicht abnehmen konnte oder wollte, hat man einfach die Farbe vom Wagen gekratzt, die ganze Nacht, anschließend stand die nackte Aluminiumkarosserie dort.
Der Wagen gewann das Rennen und fortan hießen die Mercedes Rennwagen Silberpfeil und wurden auch so lackiert.
Nun kann Mika H. also wieder aus einem Silberpfeil lächeln, aber nein, kann er nicht, denn er hat ja eine leichte Lähmung des Gesichts.
Das kommt von einem Unfall 1995, da prallte in Australien mit 260 in einen Reifenstapel und zog sich einen Schädelbruch zu.

Überhaupt sind Formel 1 Fahrer harte Jungs. So stieg G.Berger nach einem schweren Feuerunfall aus seinem Wagen uns sagte auf der Pressekonferenz, dass Berger nicht so gut brennt wie N.Lauda und deshalb alles OK sei.

Das spannende an diesen Übertragungen ist eigentlich, dass gemeinsame lästern über die Fahrfehler.
WIR können das ja viel besser!
Unnötig zu sagen, dass einer meiner Freunde nach der Übertragung seinen Wagen beim Ausparken gegen einen Poller setzte! Hahaha...wir können das besser!
Bei der Formel 1 gibt es aber auch Einparkprobleme, so hat bei Lotus vor Jahren mal ein Fahrer den Bremspunkt vor der Box verpasst und nicht nur seine Tankanlage, das Auto und seinen Boxenmann beschädigt, nein, auch 130.000$ Schaden und 30 Minuten Aufräumarbeit waren die Folge.

In der Box gilt daher ein Speedlimit von 80Km/h, nur in Monaco ist es auf 60Km/h herabgesetzt, denn dort ist es besonders eng.
In der Box werden die Reifen gewechselt und es wir nachgetankt. So etwa 12ltr. in der Sekunde werden getankt.
Wow, da wäre mein Tank ja in 5 Sekunden voll!
Nun, dass tanken birg beim Boxenstopp die meisten Gefahren, denn die Benzindämpfe oder gar Spritzer könnten sich an den Heißen Bremsen oder dem Auspuff entzünden und das gäbe ein schönes Feuerchen.
Aber die Anzüge der Boxencrew und des Fahrers sind ja wenige Sekunden feuerfest. Und jedes F1 Auto muss so gebaut sein, dass ein Fahrer im Notfall innerhalb von 5 Sekunden den Wagen verlassen kann und nach 10 Sekunden das Lenkrad wieder aufgesetzt hat.
Die Cockpits sind nämlich so eng, dass man das Lenkrad ausbauen muss um ein- oder auszusteigen.

Da gerade in der jüngsten Geschichte der Formel1 sehr viel für die Sicherheit der Fahrer getan wurde, sind ernsthafte Verletzungen in der Formel1 heute selten.
Die Fahrer sitzen in einem Monocoque, diese Sicherheitszelle muss in einem Crashtest den Aufprall von bis zu sechs Tonnen überstehen.
Leider ist aber auch das kein Allheilmittel, denn wie man am Bein von M.Schumacher gesehen hat, kann die Sicherheitszelle auch versagen.
Um sich vor einem Überschlag zu schützen, gibt es ab dieser Saison einen verstärkten Überrollbügel.

Leider nutzt all die Sicherheit nichts, wenn die Streckenposten fast völlig ungeschützt an der Strecke stehen.
Seit einigen Jahren zahlen alle Teams in einen Fond ein, wer verletzten Streckenposten oder den Familien getöteter Streckenposten zumindest finanziell hilft.
Doch wozu braucht man die Streckenposten eigentlich?
Nun ja, diese Männer stehen am Rand der Strecke, so alle 400-500 Meter einer.
Sie haben nicht nur Feuerlöscher dabei, sondern auch viele bunte Flaggen, die sie im Notfall schwenken, um den Fahrern Informationen zu geben.
Hier einmal die wichtigsten Flaggen.
Die gelbe heißt "GEFAHR" und "Überholverbot", z.b. nach Unfällen.
Die blaue Flagge signalisiert dem Fahrer eines langsamen Wagens, dass er den nachfolgenden schnelleren wagen vorbeilassen soll.
Diese Flagge wird jedoch nur bei Überrundungen gezeigt, denn niemand wird mit der blauen Flagge den führenden Wagen einbremsen.
Missachtet ein Fahrer die blaue Flagge dreimal, so sieht er die schwarze Flagge mit seiner Nummer darauf, dann ist der disqualifiziert und muss sofort an die Box fahren.
Ach ja, die rote Flagge ist auch wichtig, sie signalisiert einen Rennabbruch.
Wenn die Streckenposten wie wild mit allen Fahnen winken, die sie haben, so sind sie entweder besoffen, oder das Rennen ist vorbei und sie freuen sich einfach nur.

Doch jetzt wird laut, denn ein Dreher ins Kiesbett rüttelt uns wach....aber halb so schlimm, der Wagen läuft dank des Anti-Stall-Programms noch. Diese Motorsoftware sorg bei einem Dreher dafür, dass der Motor nicht ausgeht und wenn der Fahrer innerhalb von 10 Sekunden (danach stellt das Programm den Motor ab) eine Gang einlegt, kann er weiterfahren. Früher haben viele Fahrer den Gasfuß nicht schnell genug aufs Pedal bekommen, so dass die Motoren beim Dreher einfach ausgegangen (abgewürgt) sind.

Für den Fall eines Problems auf der Strecke, das keinen Rennabbruch verursacht, aber nicht schnell genug beseitigt werden kann, gibt es ein "Safety-Car".
Befindet sich dieses Fahrzeug auf der Strecke, werden nicht nur gelbe Flaggen geschwenkt, sondern alle Fahrzeuge müssen sich in der aktuellen Reihenfolge (Der führende direkt hinter dem Safety-Car) hinter dem Safety-Car einordnen. Das Fahrzeug wird immer von einem erfahrenem Motorsporterfahrenen Fahrer gelent und bleibt solange auf der Strecke, bis diese wieder voll befahrbar ist.
Auch bei starkem Regen kann so ein Fahrzeug das Feld einbremsen.
Das Syfety-Car ist ein mit Gelblicht bestücktes PS-starkes Automobil.
Schaltet das Fahrzeug sein Gelblicht aus und fährt in die Box, darf ab der Ziellinie wieder voll gefahren und überholt werden.

So ein Formel 1 Wagen kostet viel, bringt aber auch ein wenig ein. So haben alleine die Werbeflächen einen Wert von bis zu 19 Mio.$.
Aber dafür hält ein Motor eben auch nur 500 Km, die Bremsscheiben ein Wochenende, die Felgen 3000 Km oder gar die Lenkräder nur 2 Rennen.
Die Verschleißteile werden nach jedem Einsatz ausgetauscht.
Der Rennanzug muss je nach Fahrer (siehe pinkeln beim Bremsen) desöfteren ausgetauscht werden.
Die Handschuhe überleben auch nur ein Rennen, danach sind sie durchgewetzt.
So ein Renner besteht aus gut 8000 Einzelteilen, von denen ich mit nicht mal eines leisten könnte.

Zum ständigen erneuern der Teile haben die Teams eine ganze Mannschaft aus Mechanikern mit an die Strecke gebracht.
Für den Fall der Fälle gibt es sogar ein T-Car, auch Ersatzwagen genannt. Leider gibt es meist nur einen davon, der auf den Nr.1 Fahrer des Teams abgestimmt ist. Aber durch wenige Handgriffe lässt er sich auch für die Nr.2 zurechtbasteln. So hat z.b. jeder Fahrer seinen eigenen Sitz dabei.

Aber nicht nur die Menschen, die in der Box arbeiten sind interessant. Viel witziger ist es zu beobachten, welche Masse an Material an so einem Wochenende von den Teams mitgeschleppt wird.
Sie bauen ganze Motorhomes.
Das sind bewohnbare Lkws die z.Teil mit Planen überdacht wurden.
So nimmt jedes Team neben den 50 bis 100 Mitarbeitern, durchschnittlich 64 Reifen, 6 Karosserien, ca. 15 to. Werkzeug, Ersatzteile und Zubehör, bis zu 9 Motoren und ca. 3 Wagen und Ersatzkarosserie mit.

Gut das maximal 12 Teams und 24 Wagen an einem Grand Prix teilnehmen dürfen, sonst müsste man noch ganze Städte um die Strecken bauen.
Übrigens muss jedes neue Team am Jahresanfang 48Mio.$ bei der Formel1 hinterlegen, sozusagen als Sicherheit.
So dezimiert sich schon von vornherein die Zahl der möglichen Teams.

Doch jetzt zeigt Premiere uns einen Boxenstopp.

Es rollt ein Wagen zu seiner Box.
Die Boxencrew hat bereits vor 30 Sekunden die Positionen eingenommen.
Der Lollipopmann steht bereit. Er wird jetzt den Fahrer und das Team an der Box dirigieren.
Sein Lolli zeigt "stop".
Jetzt ist der Fahrer kurz vor der Box, er stoppt zwischen seinen Mechanikern und legt den Leerlauf ein, den Fuß auf der Bremse, damit die Reifen gewechselt werden können.
Jetzt werden die Schlagschrauber angesetzt, die Radmutter wird abgeschraubt und der Schrauber lehnt sich zurück, damit ein weiterer Mann den alten Reifen samt Felge von der Achse nimmt.
Ein weiterer setzt jetzt den neuen Reifen an die Stelle des Alten.
Kurz bevor der Mann zum abnehmen des alten Reifens zugreift, heben zwei Männer mit Wagenhebern den Wagen leicht an.
Jetzt wird auch der Tankschlauch aufgesetzt. Wie gesagt, jetzt rauschen 12ltr. je Sekunde in den Tank.
Doch nun ist auch der neue Reifen drauf und der Schrauberkollege setzt zum festziehen der Radmutter an.
So die Radmutter sitzt fest und der Sicherungsstift ist auch eingeführt.
Die Hand des Schraubermanns geht nach oben und zeigt dem Lollipopmann damit, dass der Reifen sitzt.

Nebenbei wurde dem Fahrer das Helmvisier geputzt und die Lufteinlässe wurden von Schmutz befreit.
Dabei ist noch zu erwähnen, dass der Helm aus bis zu 5 Visieren besteht, die de Fahrer nach Bedarf abreißen kann, denn Öltropfen vom Vordermann lassen sich nicht abwischen.
So, nun ist auch der Tankmann fertig.
Er zieht den Schlauch ab, alles OK.
Der Lollipopmann hat bereits in dem Moment, als alle Reifenmänner ihr OK gegeben haben den Lollipop umgedreht. Jetzt steht nicht mehr "stop" sondern "go".
Der Fahrer hat jetzt den 1.Gang eingelegt und die Wagenheber haben ihn wieder abgesetzt.
Nun, da der Tankvorgang beendet ist, vergewissert sich der Lollipopmann, ob die Boxengasse frei ist und gibt dem Fahrer freie Fahrt.
Der Fahrer hat zuvor die Bremsbalance verstellt, denn ein vollgetanktes Auto verhält sich beim Bremsen anders, als im Leerzustand.
Später im Rennen wird er die Balance wiederholt verändern, dazu hat er einen Knopf am Lenkrad.
Nun aber gibt er erst mal Vollgas, der Drehzahlbegrenzer verhindert, dass in der Box zu schnell unterwegs ist.
Nach Freigabe der Geschwindigkeit durch den Fahrer (Knopf am Lenkrad) schließt sich der Tankdeckel automatisch und das Rennen geht weiter.
In der Box bereitet man sich derweil auf das nächste Fahrzeug vor.

Während des Rennens kann der Fahrer einige Einstellungen an seinem Lenkrad vornehmen. So hat er viele Knöpfe, mit denen er z.b. eine Pumpe in Bewegung setzt, die ein Getränk durch einen Schlauch in seinen Mund befördert.
Selber saugen muss man eben nicht in einem 4 Mio.$ Auto.
Auch wird mit Wippen hinter dem Lenkrad geschaltet. Ohne zu Kuppeln, dass übernimmt die Elektronik durch den Drehzahlabgleich.
Bei einigen Fahrzeugen ist die Kupplung sogar nur für den Start konzipiert.
So habe Formel1 Wagen sogar meist nur 2 Pedale.
Die meisten Fahrer bremsen daher mit dem linken Fuß.
Probiert das mal im PKW, da müsst ihr kräftig üben!

Oh, schon ist das Rennen vorbei und der schnellste Fahrer sieht die schwarz-weiße Zielflagge.
Jetzt darf noch jeder seine Runde zu Ende fahren und dann wird das Feld so gewertet, wie es über die Linie fährt.

Wir sind inzwischen aus dem Koma erwacht, denn das Geschrei der Moderatoren ist nicht sonderlich schlaffördernd.
Wir gehen jetzt wieder ins Bett oder fahren nach Hause.

Die drei besten Formel 1 Fahrer des Rennens jedoch begeben sich nach dem Wiegen, während alle Fahrzeuge in einem abgesperrten Areal gesammelt und auf ihre Regelkonformität überprüft werden, auf das Siegerpodest.
Hier gibt es die jeweilige LandesLALA für den Fahrer und das Team.
Anschließend kommt die berühmte Champagnerdusche.

So vollgesaut mir Schampus und völlig mit Schweiß verklebt geht es dann zur Pressekonferenz.
Jetzt möchte ich doch kein F1 Fahrer mehr sein, oder wollt ihr so völlig stinkend und klebrig stundenlang Interviews geben?

Ich jedenfalls kann mich jetzt beruhigt mit meiner Bierfahne auf den Beifahrersitz des Wagens meines Freundes setzen und werde zu meinem noch im Bett liegenden Sonnenschein gefahren.
Auf der Fahrt denke ich darüber nach, wie es denn ist, mit 300 auf eine Schikane zuzufahren und ob ich wohl auch halbblind um eine Kurve fahren kann.
Doch bevor ich weiter darüber nachdenke schlafe ich ein und träume von meinem schönen warmen Bettchen...und vom nächsten Rennwochenende....und von meinem Schatzi, die mich für einen Formel1 sehenden Trottel hält...




goedefeld


Geschrieben am: 20. Sep 2001, 16:56   von: goedefeld



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