| KONTAKT | | HILFE | | HOMEPAGE |
 MyReise   MyTickets   MyShopping 
 
    STARTSEITE
Suche in
  Auswahl

Kategorie:

Aktuelles
Was ist Q-Test.de
Geld verdienen
Mitglied werden
Kontakt

  User Login
Username

Passwort



Passwort vergessen ?
 

Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > I > Im Zeichen des Drachen (Clancy, Tom)

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Im Zeichen des Drachen (Clancy, Tom)
Bericht wurde 1911 mal gelesen Produktbewertung:  mangelhaft
Bericht wurde 2 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Vor einiger Zeit habe ich das jüngste Werk von TOM CLANCY – IM ZEICHEN DES DRACHEN - geschenkt bekommen, darum ein paar erklärende Worte...

Dieser „Schinken“ liegt mir als Hardcover aus dem Heyne-Verlag vor und umfaßt immerhin 1120 Seiten und wiegt – so ganz nebenbei – satte 1395 Gramm.

Doch bevor ich zum Inhalt komme möchte ich ein paar Informationen über Tom Clancy loslassen:

DER AUTOR

Thomas L. Clancy ist Amerikaner, er wurde am 12.04.1947 in Baltimore geboren und „genoß“ für immerhin 8 Jahre eine streng katholische Erziehung in einer Jesuitenschule (wenn das mal nicht prägt...).

Clancy hat 1999 zum zweiten Mal geheiratet – übrigens die Nichte vom US-Kriegshelden Colin Powell, der mittlerweile zu Ministerehren aufgestiegen ist.
Mit seiner ersten Frau hat er in knapp 30 Ehejahren 4 Kinder produziert.

Bis zu seinem ersten Bucherfolg war Clancy als Versicherungsmakler tätig.
Der Seite www.privat.schlund.de/t/thriller/clancy kann man neben den anderen biographischen Details entnehmen, daß Clancy das Fliegen haßt und darum Besitzer eines Eisenbahnanhängers ist (was nützt das bloß ohne Lok) und Besitzer der Baltimore Orionics, eines Baseball-Teams, war.
Übrigens hat er auch mal versucht die Minnesota Vikings zu kaufen, die allerdings meines Wissens ein Football-Team sind, in diesem Zusammenhang kamen in Amerika auch seine Finanzen an die Öffentlichkeit (ob ihm das geschmeckt hat ?).
Wenn man ein paar seiner Bücher gelesen hat, wundert man sich nicht, daß zu seinen Hobbies Sportschießen, Naturwissenschaften und Politik gehören, wie das Interesse für Kunst dazu paßt kann ich nicht sagen.
Bezeichnend ist aber, daß seine Ex-Frau ihm einmal einen ausgemusterten Panzer geschenkt hat...

DIE BISHERIGEN BÜCHER

Um den Helden Jack Ryan:

Jagd auf Roter Oktober The Hunt for Red October (1984)
Die Stunde des Patrioten Patriot Games (1987)
Der Kardinal im Kreml The Kardinal of Kremlin (1988/98)
Der Schattenkrieg (Das Kartell) Clear & Present Danger (1989)
Das Echo aller Furcht The Sum of all Fears (1991/93)
Gnadenlos Without Remorse (1993/96)
Ehrenschuld Debt of Honor (1994/96)
Befehl von oben Executive Order (1996/97)
Im Zeichen des Drachen The Bear and the Dragon (2000)


Operation Rainbow (1999) (ein Ableger der Ryan-Serie um die Figur Clark)

Im Sturm (1996)
OP-Center-Serie
Power Plays-Serie

Sowie diverse Militärische Sachbücher, wie z. B.:
Airborne, Armored Cavalry, Fighter Wing, Atom-U-Boot...


DIE HAUPTFIGUREN

Die zuerst aufgeführten Bücher drehen sich alle um die Figur Jack Ryan.
Die meisten Leser werden vielleicht die Verfilmung des Ursprungsbandes „Jagd auf Roter Oktober“ gesehen haben, hier wird der CIA-Mann Jack Ryan von Alec Baldwin gespielt, der überlaufende, russische U-Boot-Kommandant von Sean Connery. In der Folge wird bei den Verfilmungen Ryan immer von Harrison Ford gespielt.
Dieser Jack Ryan, der als Geheimdienstler beim CIA anfängt ist Ex-Marine, der an der Navy-Akademie Geschichte unterrichtet hat. Er ist irischer Abstammung und damit (wie Clancy) katholisch und dürfte auch sonst dem Autor gefällige Charakterzüge aufweisen, wozu im Wesentlichen Mut, Intelligenz und vor allem Patriotismus gehören.
In den folgenden Romanen arbeitet sich Jack Ryan zunächst innerhalb der CIA hoch und wird dann Vizepräsident, der nach Auslöschung der gesamten amerikanischen Führung durch ein abstürzendes Flugzeug schließlich in höchste amerikanische Amt kommt.
Im vorliegenden „Im Zeichen des Drachen“ ist er dann mittlerweile nicht mehr kommissarischer, sondern gewählter Präsident der USA.

Immer wieder taucht auch der Elite-Soldat Clark mit seinem Kollegen Chavez in Clancy´s Romanen auf, die meist die „harte und schmutzige“ Arbeit vor Ort übernehmen und später die Anti-Terror-Einheit „Rainbow“ aufbauen.

INHALT VON „IM ZEICHEN DES DRACHEN“

W a r n u n g: Ich gebe relativ viel vom Inhalt preis, hartgesottene Clancy-Fans, die das Buch auf jeden Fall lesen wollen, sollten sich das nicht antun...

Bei einem Attentat auf eine Limousine mittels Panzerfaust in Moskau kommt ein Zuhälter und eine Prostituierte ums Leben, der auch die höheren Ebenen „bedient“ hat. Bei den Ermittlungen werden die russischen Behörden von einem geheimdiensterfahrenen Amerikaner unterstützt. Im Zuge dieser, werden die Leichen zweier ehemaliger „Spetsnaz“-Soldaten (Sondereinheit in Rußland) aufgefunden, die mit dem Attentat zu tun haben.
Offensichtlich galt der Anschlag gar nicht dem Zuhälter, sondern dem Geheimdienstchef, dem engsten Berater des russischen Präsidenten. Später deuten einige Zeichen auf chinesische Beteiligung...

Währenddessen schafft die CIA etwas bis dahin noch nie dagewesenes. Einer ihrer Leute kriegt als japanischer Druckervertreter die Sekretärin eines chinesischen Politbüro-Ministers „rum“, die vor lauter Verzückung eine Spionage-Software auf ihrem Ministeriumsrechner installiert. Da sie nahezu täglich ein Computer-Tagebuch über die Gespräche ihres Ministers im Politbüro führt, sind die USA nahezu „live“ dabei.

Im tiefen Sibirien werden fast zeitgleich unglaubliche Bodenschätze ausgemacht, das größte Ölfeld, das man sich nur denken kann und eine ähnlich große Goldmine. Die Zukunft des wirtschaftlich ruinierten Rußland scheint wieder in freundlicheren Farben gemalt werden zu können.

Parallel zur Einführung dieser Rahmen-Fakten laufen Gespräche einer amerikanischen Abordnung mit den Chinesen, über die Bedingungen des Handels zwischen den Staaten. Die Chinesen, die amerikanische Patente verletzen, sollen ihre Märkte für Amerika weiter öffnen, wenn sie im Gegenzug Vergünstigungen haben wollen.
China stellt sich stur, die Lage eskaliert auf diplomatischer Ebene.
Auch in China hält sich ein italienischer Kardinal, als Diplomat des Vatikan auf.
Die menschenverachtende, chinesische Politik der Kindergenehmigung und Tötung „überschüssiger“ Säuglinge während der Geburt wird am Beispiel eines christlichen chinesischen Predigers und seiner Frau geschildert, der in den USA studiert hat.
Bei dem Versuch das Baby vor der Tötung zu retten, wird der Kardinal und der Prediger von einem chinesischen Polizisten erschossen. CNN ist mehr oder weniger live dabei und die Welt, insbesondere die USA sind empört.

Das politische Klima gefriert zunehmend und die chinesische Führung unterschätzt die internationale Wirkung ihres Handelns. Da China zudem „pleite“ ist, soll ein Überfall auf Rußland stattfinden, bei dem die neuen Bodenschätze einverleibt werden.

Der Rest des Buches beschäftigt sich mit dem Militär der Amerikaner, Russen und Chinesen.
Rußland wird mal eben in die Nato aufgenommen, damit die USA ihre Muskeln und überlegene Technik richtig ausspielen und der runtergekommenen ehemaligen Roten Armee unter die Arme greifen können.
Ausführliche Beschreibungen der einzelnen Waffen, Miltärstrukturen und –hierarchien und Beschreibungen des folgenden offenen Konflikts sind garantiert...


MEINE EINDRÜCKE, KRITIK

HAUPTFIGUR
Die Bücher von Tom Clancy werden zwar immer dicker aber nicht unbedingt besser. War ich in den Anfängen der Jack-Ryan-Serie noch begeistert vom Tempo der Handlung, dem spannenden Schreibstil und der Charakterisierung des Helden, finde ich hier einen Schatten, einen müden Abklatsch des hochintelligenten, findigen CIA-Analysten Jack Ryan, der nunmehr widerwillig Präsident der USA ist, raucht wo er nur kann und kaum noch eigenes Profil aufweist. Anklänge der früheren Charakterzüge münden in überzogene, unrealistische Handlungen, bei denen er sich kaum nachvollziehbar in akute Lebensgefahr begibt.

STRUKTUR
Die vielen oft lieblos miteinander verknüpften Handlungsstränge, deren abrupte Überblendungen das Lesen anfangs nicht gerade erleichtern, sind teilweise unnötig aufgebläht und verzetteln sich in irrelevanten Details, die weder eine einheitliche Atmosphäre schaffen, noch die Handlung weiterbringen, sondern nur überflüssigen Seiten in Beschlag nehmen.
Eine eigene Handlungsebene beschäftigt sich beispielsweise mit der Antiterror-Einheit Rainbow unter den bekannten Clark und Chavez, die nun die Russen ausbilden. Diese Leute bekommen ganz am Ende einen Einsatz zugebilligt, den man sich ebensogut hätte sparen können, der ganze Strang wirkt auf mich wie ein Fremdkörper im Buch.

DARSTELLUNG DER NATIONEN
Die Amerikaner sind bei Clancy ohnehin das Sahnehäubchen auf der Welttorte, die Russen – der ehemalige Erzfeind, die früheren Bösen – werden nun als bemüht, aber von Korruption zerfressen und ein Schatten ihrer selbst dargestellt. Mir kommen sie vor wie die armen, kleinen Verwandten aus einem Ostblock-Staat, die mit dem berühmten Care-Paket abgespeist werden.
Die Spitze ist jedoch die Darstellung der Chinesen, sie sind dumm, stur und ignorant, leiden an maßloser Selbstüberschätzung, verhalten sich grundsätzlich menschenverachtend gegenüber Ausländern und fast noch mehr der eigenen Bevölkerung gegenüber. Extremer geht´s nimmer...


MILITARISMUS
Gut, wer einen Clancy liest, weiß was ihn erwartet, doch in diesem Roman bedarf es bereits eines Anhangs für die Erklärung der an möglichst vielen Stellen eingeworfenen amerikanischen Militärabkürzungen.
Beispiel gefällig ? Die amerikanische Führungsoffiziere sind nicht einfach Kommandeure, Admiräle und Generäle – NEIN, sie sind CINC´s, CINCLANT´s, SACEUR´s, CINCLANTFLT´s, COMPAC´s, COMSUBPAC´s oder SACLANT´s und SURFPAC´s, die nur über STU´s telefonieren. Der Präsident, seine Familie, sein Stab werden nicht beim Namen genannt, sondern mit Geheimdienst-Decknamen tituliert, so ist Ryan SWORDSMAN, seine Frau ist SURGEON, seine Kinder SPRITE und SANDBOX und es wimmelt vor TELESCOPE´s und TRADER´s und so weiter. Die Amerikaner schießen gern mit HARM´s, ABM´s, AMRAAM´s, AIM´s oder AGM´s besitzen AEGIS und steuern ihre Flieger mittels AWACS, Schmankerl in der Bewaffnung sind natürlich die BLU´s und GBU´s. Die profanen Namen wie SIDEWINDER oder HELLFIRE wären ja auch unter Umständen schon zu vielen bekannt, werden aber natürlich noch mal in Erinnerung gerufen.
Wen die Typenbezeichnungen sämtlicher amerikanischer, russischer und chinesischer Panzer interessiert, kommt garantiert auch nicht zu kurz.
Freunde der militärischen Aufklärungstechnik kommen ins Jubeln und die Strategien des Angriffs und der Verteidigung fehlen nicht.


FAZIT

Ich will diesen Roman nicht schlechter machen als er ist oder ihn gar verteufeln. Clancy schreibt streckenweise in bewährter Art und versteht es militärische Abläufe und Ränkespiele in der Politik im Detail so zu beschreiben, daß eine gewisse Spannung aufkommt. Einige nette Einfälle sind dem Buch dabei ja auch nicht abzusprechen aber ich bin schlichtweg enttäuscht.
Wo ist der Jack Ryan, der durch seine Intelligenz Zusammenhänge entdeckt, seine Hartnäckigkeit und seinen Überblick das Ruder noch einmal rumreißt ? Wo ist der flüssige Stil geblieben, der einen die verdeckten Operationen und Geheimdienstabenteuer miterleben läßt, der fesselt ?
Das werden wir wohl nie erfahren. Ein anderer Rezensent, Admiral Snyder (bei Dooyoo) hat geschrieben, daß der Roman auf ihn wirkt, als hätte Clancy lediglich die von unterschiedlichen Hilfsautoren zusammengeschriebenen Einzelteile zusammengefügt, könnte durchaus sein – nebenbei gesagt haben auch vier Übersetzer an diesem Werk gearbeitet !
Das wäre für mich auch eine Erklärung, warum ich nie den Eindruck hatte überrascht zu werden, von unerwarteten Wendungen fasziniert zu sein, man ahnt immer, was als nächstes folgen wird, die ganze Geschichte ist – nachdem man die gut ein Viertel des Buchs ausmachende Einleitung überstanden hat – vorauszusehen.

Würden diese Punkte ausreichen, um das Buch in´s Mittelmaß abrutschen zu lassen, sorgt die unerträgliche, penetrante Schwarz-Weiß-Malerei und furchtbar einseitige Darstellung der Chinesen dafür, daß es für mich nur schwer zu ertragen war, dieses Buch bis zu Ende durchzulesen.

Abschließend kann ich diesem Roman leider nicht mehr als einen mickrigen Stern geben und Clancy für die vielen beschriebenen Seiten ein Fleißbienchen in´s Muttiheft malen...

Holger


Geschrieben am: 01. Sep 2001, 17:15   von: jeelbein



Bewertungen   Übersicht


Weitere Infos? Versuchen Sie doch mal folgende Suchen bei Google:

Alle evtl. aufgeführten Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern und unterliegen den jeweiligen Bestimmungen.


Was ist Q-Test.de | Impressum | Werbung | Geld verdienen | Banner | Counter | Preisvergleich | Download