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Übersicht > Unterhaltung > Kinofilme > Action > James Bond - Stirb an einem anderen Tag

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung
Vorteile:
Der Titel und für\'s männliche Auge Halle Berry ;o)

Nachteile:
Titelmusik, Handlung (???), billige Actionsequenzen




Ich weiß nicht ob Ian das gefallen hätte
Bericht wurde 1702 mal gelesen Produktbewertung:  ausreichend
Bericht wurde 1 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wenn ich ins Kino gehe wähle ich meistens Komödien aus, weil ich ein Mensch bin der gerne lacht. Hin und wieder ist aber auch mal Action angesagt und bei Bond kann ich fast nicht Nein sagen, da ich so gut wie alle gesehen habe. Also musste auch die zwanzigste „echte“ Bondverfilmung begutachtet werden.

Die Story, falls man es überhaupt so nennen kann, ist dünner als die Luft auf dem Mount Everest. James Bond wird in Nordkorea enttarnt und festgenommen. Nach den vielen Folterungen ist der ausgebrannte Doppelnullagent 14 Monate später für den MI6 nichts mehr Wert und „M“ lässt ihn fallen wie eine heiße Kartoffel. Aber Bond wäre natürlich nicht Bond, wenn er nicht auf eigene Faust weitermachen würde. Seine erste Reise führt ihn nach Kuba, wo er auf die NSA-Agentin Jinxs trifft. Dort bekommt er Hinweise auf den exzentrischen Diamanten-Milliardär Gustav Graves mit dem er natürlich wieder im heimischen London zusammenstößt. Nachdem der Geheimdienst Wind von Bonds Alleingang bekommen hat, wird er in Ehren wieder aufgenommen und bekommt natürlich auch diverse Spielzeuge von „Q“ auf den Weg. Graves will eine Satellitensonne bauen, angeblich um der Hungersnot in der dritten Welt ein Ende zu setzen. Auf der Präsentation in Island treffen sich Jinxs und James ein zweites Mal und der MI6 schickt zur Verstärkung unseres Helden die Agentin Miranda Frost, getarnt als Graves Assistentin ins Rennen...

Soweit zum Drehbuch, aber was haben die Mitwirkenden daraus gemacht?
Der Anfang ist wirklich gut umgesetzt. Bond gerät in einen Hinterhalt und flüchtet im Chaos mit einem Luftkissenboot durch ein vermintes Gelände in Nordkorea. Actionfans kommen voll auf ihre Kosten, aber schon hier setzt die Logik aus. Gut ein Bond war eigentlich noch nie wirklich logisch und am Anfang entkommt Bond immer, weil ja sonst der Film zuende wäre, aber hier ist es eigentlich unmöglich, sowohl für Bond als auch für den Gegenspieler, dem Inferno lebend zu entkommen. Beiden gelingt dieses Kunststück aber mehr oder weniger gut.
Nach 14 Monaten wird Bond gegen einen anderen Gefangenen ausgetauscht. Er kommt nach Hong Kong in ein Hospital in Quarantäne. An sich nichts ungewöhnliches nachdem man so lange Zeit im Dschungel gewesen ist. Allerdings ist der Umgang mit ihm und die folgende Flucht wieder ein Witz. Keiner hält ihn auf oder stellt fragen. Wie eine Mischung aus Robinson Crueso und dem Graf von Monte Christo erscheint er in einem Hotel und bekommt ein Zimmer. Er bekommt versteckte Hinweise auf Kuba, wo er auf Jinxs trifft.

Die Agentin gespielt von Halle Berry erscheint, wie damals Ursula Andres in Dr. No, aus dem Wasser. Berry macht im Bikini eine mehr als gute Figur, aber die Begegnung mit Bond ist wieder mal äußerst fragwürdig in Szene gesetzt. Wer aus dem Wasser steigt ist im allgemeinen Nass, nicht so Halle. Sie entsteigt dem Meer und steht wenige Meter später trocken vor Bond. Nach einer kurzen Unterhaltung landen beide im Bett. Klar muss ja in jedem Bond so sein, aber so Plump wie hier hat es noch niemand umgesetzt.

Das sind nur einige Dinge die ins Auge gefallen sind und das zieht sich wie eine Kette durch den Film. Näher möchte ich darauf nicht eingehen.

Was die Actionszenen angeht sind diese z.T. einfach nur billig gemacht. Wie gesagt das Luftkissenrennen ist ok, von den Minen mal abgesehen. Aber Szenen im Wasser, vor allem aber die Flucht Bonds auf einer Welle vor einem Eisberg spotten jeder Beschreibung. Es fehlt diesen Einstellungen nicht nur der Realismus, was ja in Ordnung ist, sondern sie sind einfach nur schlecht umgesetzt. Als ob es für ein Playstation 2 oder Xbox Spiel gemacht wäre. Ein Markenzeichen Bonds war immer die Handarbeit der Actionszenen, die fast ohne Digitale Tricks auskamen. Hier hat es den Anschein, dass es nur um diese Trickeffekte geht und sie auch noch ohne Sinn und Verstand aneinandergereiht wurden.

Humor hat in dem neuesten Bond wenig Platz. Leider ist der Auftritt Q’s, der jetzt von John Cleese gemimt wird, viel zu kurz. Auch die Erfindungen sind bis auf den unsichtbaren Wagen nicht sonderlich neu. Hin und wieder entlocken einem die Dialoge im englischen Original ein schmunzeln, besonders als Bond das Handbuch zu seinem neuen Fahrzeug erhält. Leider ist die Synchronisation mit diesem britischen Humor nicht klargekommen. Es gibt eben Dinge die man nicht übersetzen kann.

Die Darsteller allen voran Pierce Brosnan liefern eine gute Arbeit ab. Oskarverdächtig ist allerdings keiner der Protagonisten dieses Abenteuerfilms. So überzeugt Halle Berry eigentlich nur durch ihr Aussehen, die NSA-Agentin nimmt man ihr irgendwie nicht so richtig ab. Auch Toby Stephens als Bösewicht Gustav Graves ist kein Vergleich zu früheren Bonds wie z.B. Goldfinger. Brosnan hat sich in seiner Rolle als Agent seiner Majestät inzwischen sehr gut eingelebt und bietet keine Überraschungen.
Die erst im Laufe des Films auftauchende Rosamund Pike als zweite Agentin Miranda Frost ist eine Überraschung im positiven Sinn und kann sich durchaus für weitere gleichartige Produktionen empfehlen.

Interessanterweise wird in diesem Agentenspektakel zur Abwechslung mal auf das ständige Anpreisen von Produkten verzichtet. So findet im Gegensatz zu den letzten drei Bonds nicht die Einblendung einer Automarke wie BMW statt. Der neue Aston Martin, auf den James als guter Brite wieder zurückgreift, wird eigentlich mehr als dezent in Szene gesetzt.

Was die Musik im Film angeht so haben sich die Produzenten bei der Wahl der Titelmusik mit Madonnas Song „Die another day“ etwas weit aus dem Fenster gelehnt. Nichts ist geblieben von dem Charme vergangener Bonds. So melodisch Tina Turner, Shirley Bassey, Tom Jones und sogar Sheryl Crow mit der Unterstützung John Barrys ihren wichtigen Beitrag zum Mythos Bond beigetragen haben, genauso fremd wirkt der Sound dieser Titelmelodie. Dumpf stampfende Bässe, die an ein Technospektakel erinnern, kommen bei mir nicht wirklich gut an. Der Rest des Soundtracks ist allerdings auf dem Level vergangener Filme. Keine Experimente in den Kampf- und Liebessequenzen, hier ist jederzeit das typische Bondthema eingebaut und erkennbar. Zum ersten Mal in einem Bond (zumindest wüsste ich keinen anderen) kommt während des Films auch Musik vor, die nicht extra dafür komponiert wurde. The Clash mit ihrem London Calling kommen zu kurzen Ehren.


Fazit

„Die another Day“ oder „stirb an einem anderen Tag“, wie es in Deutsch heißt, finde ich persönlich einen gut gewählten Titel, der in die lange Tradition der Bondfilme passt. Das ist aber leider auch das einzige, was an diesem Actionspektakel wirklich gut passt. Es ist, angesichts der völlig undurchdachten Handlung, billiger Trickeffekten und durchschnittlicher Umsetzung, wirklich eine Frage ob ich mir den 21. Film der Reihe auch ansehen werde. Ian Flemming möchte man wirklich zurufen „komm zurück, schreib noch ein paar Bücher und stirb an einem anderen Tag“, denn was uns hier aufgetischt wird ist an aneinandergereihtem Actionmüll kaum zu überbieten. Für Actionfans kann ich ihn empfehlen, aber als Bondfan sage ich Finger davon lassen.

© Donline 06.03.2003 für Q-Test
© Donline 04.01.2003 für Ciao


Geschrieben am: 06. Mar 2003, 17:14   von: Donline



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