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Übersicht > Unterhaltung > Kinofilme > Drama

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Eiskalte Engel
Bericht wurde 1640 mal gelesen Produktbewertung:  sehr gut
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

„Eiskalte Engel“ ist die x-te Verfilmung die auf den Roman „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos basiert. Da ich den Roman einigermaßen genial finde, ebenso wie die gleichnamige Verfilmung mit John Malkovich, Glenn Close, Michelle Pfeiffer, Keanu Reeves etc. pp., war ich doch recht neugierig, wie man die Geschichte nun in unsere Zeit transferiert hat – haben sich die Wertvorstellungen seit der Ursprungszeit (1782) des Romans doch einigermaßen verändert.

Inhalt:
Die Geschichte erzählt ein verworrenes Intrigenspiel, das man unbedingt bis zum Ende verfolgen sollte, um ein rundes Bild zu erhalten. Kathryn und Sebastian sind Stiefgeschwister, sie leben in New York und sind reich, schön und gelangweilt. Die Eltern zeigen kein Interesse für das Treiben der beiden. Langeweile macht erfindungsreich und schon aufgrund dessen genießen beide das Spiel mit Intrigen und den Leben ihrer Mitmenschen. Sebastian gibt nach außen hin den Kotzbrocken und legt jede flach die er kriegen kann. Der Junge hat einen gefährlichen Charme mit dem er bis jetzt jede bekommen hat (außer Kathryn) – die eine andere fand dann auch ihre Fotos im Internet wieder. Sein Tun hält er akribisch in einem Tagebuch fest. Kathryn mimt nach außen hin die brave Musterschülerin zu der man nur aufblicken kann. Sie ist darauf bedacht nicht als Flittchen dazustehen und besorgt um ihren Ruf, zieht sie geschickt die Fäden aus dem Hintergrund. Die beiden haben sich gesucht und gefunden, mag man meinen – aber sie tauschen auch untereinander gerne „Freundlichkeiten“ aus.

Kathryn hat nun ihrerseits Rachegedanken gegenüber ihrem Ex. Um ihn zu Treffen geht sie den Umweg über seine Neue, eine Plumschkuh namens Cecile. Sebastian hat sich Annette als Ziel seiner neuen Eroberung gesetzt. Die will nämlich unbefleckt auf die große Liebe warten.

Interessant wird das ganze durch die Wette zwischen Kathryn und Sebastian: wird er Annette herumbekommen? Er setzt seinen Jaguar, sie sich selbst. Richtig interessant wird die Handlung an dem Punkt, an dem die Pläne der beiden Geschwister sich auf einmal untrennbar verweben.

Gerade als die Intrigen so richtig beginnen Spaß zu machen, erhält die Geschichte eine neue Wendung: Sebastian wird sich tatsächlich in Annette verlieben und durch und durch zum Opfer seiner eigenen Intrige werden und während Kathryn dieses noch als ihren Sieg genießt, wird sie ihr Fett im nächsten Moment wegbekommen.

In der Romanvorlage gab es keinen Gewinner der Geschichte. „Eiskalte Engel“ lässt zumindest die Figur der Annette übrig. Ironischerweise hat der Unschuldsengel plötzlich beides: sie hatte Sebastian und nun seinen Jaguar und irgendwie scheint ein Stück von ihm auf sie übergesprungen zu sein. Vielleicht ist das aber auch nur eine Interpretation der Schlußszene.


Die Figuren:

Kathryn: Sarah Michelle Gellar
Vorab gesagt: dunkle Haare stehen Sarah nicht, sind aber für die Figur eines Biestes der Moderne wohl notwendig. Sie wirkt wie eine Katze, die mit der gefangenen Maus spielt: eiskalt und grausam – wie eine Spinne hält sie die Fäden ihrer Spielereien zusammen. Die erste wahre Gefühlregung gilt nur einer Person: ihr selbst als sie am Ende ist. Leider wirkt die Schauspielerin in diesem Film irgendwie alt.

Annette: Reese Witherspoon
Sie ist blond, also die Gute. Sie wirkt gegen Kathryn umso weicher und pummeliger und ist mit ihrer Zöpfchenfrisur einfach süß. Da sie nicht dämlich ist, tut es einem einfach leid, daß der Fiesling trotzdem Erfolg bei ihr hat. Umso erfreuter nimmt man am Ende die Abrechnung mit Kathryn zur Kenntnis, der in dem leichtfiesen Lächeln endet, welches wir vorher so oft bei Sebastian sahen.

Sebastian: Ryan Phillipe
Ein Satan mit einem buchstäblichen Engelsgesicht. Die Figur sticht am meisten hervor und der Schauspieler schafft es sie fast genau so gut darzustellen, wie John Malcovic in der historischen Verfilmung. Man kommt nicht umhin ihn mit der gleichen Faszination zu beobachten. Mit dem gleichen Interesse verfolgt man seinen Kampf gegen die eigene innere Veränderung als er sich verliebt. Die im Gegensatz zu Kathryn eher extrovertierte Figur lässt sogar gewisse Sympathien erwachen.

Cecile:
Sie ist das Werkzeug, welches alle Intrigen miteinander verbindet. Was im alten Roman einfach eine unschuldige Klosterschülerin war, mutiert hier fast zur Slapstick-Nummer. Cecile ist grenzenlos naiv, blöde und trampelig. Die Szenen mit ihr sind gerade deswegen zum Schreiben komisch.

Der Transfer der Geschichte in die Neuzeit ist in größtenteils gelungen, auch wenn einem gewisse Aspekte teilweise befremdlich und komisch vorkommen. Es bleibt aber nicht viel Zeit über derartige Nebensächlichkeiten nachzudenken. Viel interessanter ist es nämlich die Mimik der beiden Intriganten zu beobachten und sich in die düstere Atmosphäre ziehen zu lassen, die den Zuschauer auch nicht loslässt, wenn sich die Figuren in schönstem Sonnenschein auf grüner Wiese zum Brunch treffen – zu sehr ist man mit dem Betrachten der Einzelheiten beschäftigt – abgerundet werden die Eindrücke durch einen Bombensoundtrack.

Ein Film für Leute, die die Intrige lieben, Anregungen suchen oder einfach nur einen fiesen Humor haben und vor allem spritzige Dialoge und kleine Wortspielereien lieben. Einige Texte findet man in nur leicht veränderter Form noch in der alten Romanvorlage wieder.


Geschrieben am: 04. Jun 2002, 19:34   von: Vampire-Lady



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