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Übersicht > Medien > Bücher > Buchtitel > H

    >> Vor- und Nachteile / Bewertung



Die Herrin von Avalon, Marion Zimmer Bradley
Bericht wurde 1404 mal gelesen Produktbewertung:  befriedigend
Bericht wurde 0 mal kommentiert Berichtbewertung: 

Wie bereits angedroht, habe ich nach „die Wälder von Albion“ nun den zweiten Teil der Avalon-Reihe mit dem Titel „die Herrin von Avalon“ gelesen. Beide Titel bilden zusammen mit dem bekannten Roman „die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley eine Trilogie, die mit einer Interpretation der Arthus-Sage enden werden. Wichtig ist zu sagen, daß der Erfolgsroman der 80er „die Nebel von Avalon“ zwar das dritte Buch der Trilogie ist, (daß demnach die anderen Bücher zeitlich vor dem Geschehen dieses Romans angesiedelt wurden,) aber trotzdem vor den anderen beiden Büchern geschrieben wurde. Da ich alle drei Bücher vorliegen habe, habe ich mich entschlossen, die Romanfolge auch in Form der Trilogie zu lesen und nicht mit „die Nebel von Avalon“ zu beginnen.

Ich habe seinerzeit die drei Bücher zusammen als Sonderedition für DM 50,- gekauft. „die Herrin von Avalon“ ist eine Schwarte von 589 Seiten und erschien im Krüger-Verlag. Das Original „the Lady of Avalon“ entstand im Jahr 1996, die deutsche Version erschien ein Jahr später. Der Roman entstand wieder unter Mitwirkung einer Diana L Paxson, die die Schwester der Autorin ist und die wohl für die historische Einbindung der Geschichte verantwortlich war. Zum Lesen der benötigte ich gute sieben Stunden.

Vorab will ich schon einmal sagen, daß mich dieses Buch weniger in den Bann gezogen hat, als sein Vorgänger. Einfach weil wieder und wieder die gleiche Geschichte erzählt wird: eine Hohepriesterin eines alten Druidenglaubens in Britannien versucht in die Geschicke des Landes einzugreifen, was auch zeitweise gelingt, sie hat was mit einem wichtigen Mann, selbiger stirbt, sie ist aber schwanger.

Die Geschichte „der Herrin von Avalon“ beginnt dort, wo der Vorgängerroman endete. Gawen, der Sohn einer verstorbenen Hohepriesterin und ihres Geliebten (gleichfalls verblichen) wird von der besten Freundin, gleichzeitig der neuen Hohepriesterin Caillean nach Avalon gebracht – ein magischer Ort an dem der Orden der Priesterinnen eine neue Heimat finden soll. Dem Jungen ist eine höhere Aufgabe prophezeit, als Sohn der 100 Könige blickt seine Blutlinie bis nach Atlantis zurück, er ist seit langem der erste Träger Excaliburs (des Sternenschwerts), liebt Siannah eine künftige Hohepriesterin und Tochter einer Fee, die den Priesterinnen eng verbunden ist und wird nach Erfüllung seiner Aufgabe jung sterben. Aus dem Grunde, weil er den alten Glauben gegen die Römer verteidigt, die diesen Glauben mittlerweile komplett verboten haben. Währenddessen hat sich das Christentum radikal durchgesetzt und wird fast ebenso radikal gegen die „Heiden“ verteidigt. Avalon steht als einsame Insel in dieser Situation, als Schutz wird Avalon nun mit Hilfe der Fee in eine Art Zwischenwelt verlagert. Den Weg dorthin kennen nur die Wissenden (Druiden und Priesterinnen).

Die Geschichte bricht und wird etwa 150 Jahre später neu aufgenommen. Britannien leidet unter stetigen Angriffen von barbarischen Piraten, hat aber keine eigenen kampffähigen Männer (diese wurden in der Vergangenheit von den Römern ausgerottet und befriedet). Das römische Reich pfeift auf dem letzten Loch, kassiert zwar gern in Britannien ab, tut aber nichts zu dessen Verteidigung. Mit der Hilfe der Hohepriesterin Dierna gelangt Carausius zu höchsten Ehren und ruft sich selbst zum Imperator Britanniens aus – wird aber wenig später verraten und stirbt auf dem Weg nach Avalon.

Aus beiden Buchteilen geht immer wieder ein Kind hervor, welches auch weiter das Fortbestehen Avalons sichert – wobei des öfteren das Thema von Seelenwanderung und Wiedergeburt aufgegriffen wird, weshalb sich die Figuren teilweise aus der Vergangenheit kennen.

Etwa an dieser Stelle, war ich zum ersten Male versucht, das Buch von dannen zu schleudern. Ich kann es einfach nicht leiden, wenn eine Hauptfigur darnieder gemeuchelt wird, gerade zu dem Zeitpunkt an dem man sich erst an sie gewöhnt hat.

Etwas erheiternder war dann die folgende Geschichte der Viviane (noch mal etwa 150 Jahre später). Mittlerweile wird das Christentum in England sehr radikal vertreten, Ketzer gern mal gesteinigt. Die Priesterinnen haben sich innerhalb ihres Heiligtums Avalon zurückgezogen wie nie zuvor. Britannien wird von den erstarkten Germanen (Sachsen) immer wieder auf das Übelste angegriffen. Das Land selbst ist zerschlagen und benötigt dringend einen neuen Herrscher, der das Land eint. Der Sohn Vortigern (eines mächtigen Anführers) wendet sich an die Hohepriesterin Ana, bittet um eine Voraussage und deren Unterstützung. Ana sorgt dafür, daß dieser Sohn (Vortimer) eine Verbindung mit der zukünftigen Hohepriesterin Viviane (Ana’s Tochter) eingeht. Nachdem Vortimer eine entscheidende Schlacht gegen sie Germanen geschlagen hat, wird auch er das Zeitliche segnen und Viviane schwanger zurücklassen. Ana hat mittlerweile Igraine zur Welt gebracht (die wird später mal Arthus Mutter werden). Nachdem Vivianes Kind stirbt, kümmert sie sich um ein weiteres Kind ihrer Mutter, der Ana bei dessen Geburt ebenfalls stirbt. Dies treibt nun Anas zurückgebliebenen Geliebten dazu, seinen Körper als das Gefäß für den Merlin Britanniens zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit Viviane schwört Merlin für den kommenden König (also später mal Arthus) den Weg frei zu halten.

Das Buch endet mit dem Übergang der Fee in ihr Reich – diese sieht was die Geschichtsbücher erzählen, was nicht nur den Untergang des Arthus als auch den von Avalon als Symbol des alten Glaubens bedeutet. Hoffentlich hat die arme Fee nicht die Royals des 21. Jahrhunderts auch noch gesehen (die Ärmste *g).

So scheinen alle vergangenen Opfer als sinnlos erbracht. Und von Opfern spricht „die Herrin von Avalon“ gar zahlreich. Das Buch führt den Leser noch weiter in den mystischen Druidenglauben als „die Wälder von Albion“ – einfach weil man erkennt, daß sich die Priesterinnen von den Einschränkungen, die ihnen von den Römern auferlegt wurden, befreien konnten – sie haben ihre alte Religion neu definieren können. Während die Hohepriesterinnen des ersten Trilogieteils recht werkzeughaft agieren, treffen wir hier starke und sehr selbstbestimmte Persönlichkeiten, die ihre Macht durchaus nutzen und ausüben.

Das Buch muß natürlich einen Bogen schlagen, der einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren umfasst, was durch die Aufteilung der Geschichte in drei Teile prinzipiell recht gut gelöst ist. Trotzdem finde ich den Einsatz der zahlreichen Parallelen sehr übertrieben – eben weil mir die gewohnte Figur immer wieder genommen wird. Einen guten Einblick in historische Gegebenheiten erhält man allerdings auf diese Art und Weise. Interessant ist, wie die verstorbenen Figuren plötzlich in den Geschichten der Lebendigen wieder auftauchen – trotzdem bleiben sie verblasst. Was einst als großes Opfer dienen sollte, wird später eine einfache Geschichte. Je mehr eine Priesterin versucht, in das Geschehen einzugreifen, desto mehr laufen die Dinge aus dem Ruder – man beginnt wieder ans Schicksal zu glauben. Letztendlich muß man einfach hinnehmen, daß nicht die Menschen die Hauptfiguren der Geschichte sind, sondern daß Avalon das Zentrum der Geschichte ist – eine Lehre die der Leser annehmen muß, wie vor ihm die Priesterinnen, sonst wird man mit diesem Buch keineswegs glücklich werden.

Einige Längen zeigt das Buch bei der Schilderung der alten heidnischen Rituale und bei der Beschreibung des einen oder anderen Rituals – ebenso wie bei der Schilderung von Kriegs- und Kampfgeschehnissen. Wer es mag?!

Abschließend bleibt zu sagen, daß ich das Buch nicht so ganz besonders fand. Nach einem guten ersten Teil und einem von mir sehnsüchtig erwarteten Zeitpunkt, um mit dem Klassiker, also mit dem dritten Teil zu beginnen, kann ich einfach nur sagen, daß eine passable Lösung gefunden wurde, um beide Teile miteinander in zeitliche Relation zu setzen.


Geschrieben am: 04. Jun 2002, 19:17   von: Vampire-Lady



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